Hans-Dieter Heumann

Hans-Dieter Heumann (* 29. Mai 1950 in Celle) ist ein deutscher Diplomat im Ruhestand und war Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS).

Biografie

Nach dem Schulbesuch studierte er bis 1972 zunächst an der Musikhochschule Köln. Er studierte von 1972 bis 1978 Politikwissenschaft an der FU Berlin und an der Universität Bonn und machte 1978 das Staatsexamen in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

1980 wurde er bei Karl Dietrich Bracher zum Dr. phil. der Politischen Wissenschaft promoviert, trat in den Diplomatischen Dienst ein und absolvierte den Vorbereitungsdienst. Er war von 1982 bis 1984 Mitarbeiter des Referats für Zentralamerika des Auswärtigen Amtes und arbeitete zunächst an der Ständigen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York. Er arbeitete von 1985 bis 1987 im Kulturreferat der Deutschen Botschaft in den USA und anschließend als ortsansässiger Fellow am Institut für Ost-West-Sicherheitsstudien (Institute for East-West Security Studies) in New York.

Heumann war von 1991 bis 1994 stellvertretender Leiter des Pressereferates der Botschaft in Russland. 1994 kehrte er ins Auswärtige Amt zurück. Er war zunächst Mitarbeiter des Planungsstabes und von 1997 bis 1998 Leiter des Parlaments- und Kabinettsreferats (Referat 011).

Er wechselte 1998 ins Bundesministerium der Verteidigung und war bis 2000 Referatsleiter für die NATO im Planungsstab des Bundesministeriums der Verteidigung.

Er war 2000 bis 2004 Politischer Gesandter an der Botschaft in Frankreich und als solcher zugleich Vertreter Deutschlands im Deutsch-Französischen Sicherheitsrat. Er absolvierte 2005 einen sechsmonatigen Kurs an der Bundesakademie für Sicherheitspolitik und war von 2005 bis 2008 Politischer Gesandter an der Deutschen Botschaft in den USA. Anschließend war er bis 2009 als Gastprofessor (Visiting Professor) an der School of Foreign Service der Georgetown University tätig. Zugleich war er Transatlantic Fellow am German Marshall Fund. 2009 wurde er als Nachfolger von Eberhard Kölsch Ständiger Vertreter beim Europarat in Straßburg.

Heumann war von 2011 bis 2015 Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik.[1] Er war Nachfolger von Generalleutnant a. D. Kersten Lahl. Im Oktober 2015 übergab Heumann sein Amt an Karl-Heinz Kamp und trat in den Ruhestand.[2]

Die Republik Frankreich ernannte ihn für seine Verdienste zum Commandeur des Ordre national du Mérite.

Veröffentlichungen

  • mit Eva Karnofsky: Der Wahlkampf zum Europäischen Parlament. Eine Analyse europäischer Zeitungen (= Europäische Schriften des Instituts für Europäische Politik. Bd. 54). Europa-Union-Verlag, Bonn 1980.
  • Deutsche Außenpolitik jenseits von Idealismus und Realismus. Mit einem Vorwort von Hans-Dietrich Genscher, Olzog, München 2001, ISBN 3-7892-8076-3.
  • Hans-Dietrich Genscher. Die Biografie. Schöningh, Paderborn u. a. 2012, ISBN 978-3-506-77037-0.
  • Europäische Integration und Nationale Interessenpolitik. Probleme der Forschung (= Hochschulschriften / Sozialwissenschaften. Bd. 17). Forum Academicum in der Verlagsgruppe Athenäum, Hain, Scriptor, Hanstein, Königstein 1980, ISBN 3-445-02082-5.

Daneben war er Verfasser einiger Aufsätze in Fachzeitschriften. Dazu gehören:

  • Nationale Interessen und Sicherheit in Europa. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Bonn 8/1989.
  • mit Alain Carton: L'architecture de sécurité européenne: Une tache franco-allemande. In: Relations Internationales et Stratégiques. Paris 18/1995.
  • Multipolarität und „Europe Puissance“. In: Internationale Politik. Berlin April 2005.

Einzelnachweise

  1. Die drei Lücken deutscher Sicherheitspolitik. In: Behörden Spiegel. 30. August 2011, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 13. Mai 2020.
  2. Kamp ist Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik. Abgerufen am 13. Mai 2020.