Hammerschrott

Hammerschrott
Koordinaten: 49° 38′ N, 11° 33′ O
Höhe: 440 m ü. NHN
Einwohner: 28 (1. Jan. 2024)[1]
Postleitzahl: 91284
Vorwahl: 09156
Der ehemalige Hammer mit Stauwehr

Hammerschrott (oberfränkisch: Hommaschrout[2]) ist ein Gemeindeteil des Marktes Neuhaus an der Pegnitz im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern).[3] Hammerschrott liegt in der Gemarkung Höfen.[4]

Lage

Das Dorf liegt im Pegnitztal, etwa 800 m nordöstlich von Neuhaus und unmittelbar angrenzend. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2162 bei Neuhaus (0,1 km südöstlich) bzw. nach Mosenberg (1,6 km nördlich).[5]

Geschichte

1326 wurde der Ort im bayerischen Salbuch als „Hammer Schrotonis“, also als Hammer eines Scrōto erwähnt.[6] 1407 wurde er als Bamberger Lehen genannt. Der Eisenhammer war 1387 Mitglied in der Oberpfälzer Hammereinigung („Hans Hegnein ... auch mit zwai herden vnd mit dem hamer zu dem Newenhaws“).[7]

Hammerschrott lag im Fraischbezirk des nürnbergischen Pflegamtes Velden.[8] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es drei Anwesen. In der Grundherrschaft unterstanden die Untertanen mittelbar dem brandenburg-bayreuthischen Verwalteramt Plech, unmittelbar waren sie Bamberger Zensiten.[9] Von 1791/92 bis 1810 unterstand der Ort dem preußischen Justiz- und Kammeramt Pegnitz.[10]

Mit dem Gemeindeedikt wurde Hammerschrott dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Höfen[11] und der wenig später gebildeten Ruralgemeinde Höfen zugewiesen. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Hammerschrott am 1. Mai 1978 in die Gemeinde Neuhaus an der Pegnitz eingegliedert.[12]

Baudenkmäler

In Hammerschrott gibt es zwei Baudenkmäler:[13]

  • Katholische Ortskapelle. Der barockisierende Neubau von 1928 ist mit einem Dachreiter versehen. Das ursprüngliche Gebäude, aus dem die Ausstattung stammt, wurde 1774 errichtet.
  • Eisenbahnbrücke über die Pegnitz

Bodendenkmäler

Einwohnerentwicklung

Jahr 1799 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2024
Einwohner 23 53 65 58 96 67 81 103 78 78 59 28
Häuser[14] 3 10 11 11 10 12 10
Quelle [9] [11] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [1]

Religion

Hammerschrott ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Peter und Paul (Neuhaus an der Pegnitz) gepfarrt. Die Protestanten sind nach St. Maria (Velden) gepfarrt.[6][21]

Wirtschaft

Der Hammer Schrott war einst ein größeres Industrieunternehmen. Dazu gehörte im Mittelalter auch ein Herrensitz. Zu den ständig Beschäftigten gehörten ein Schmelzmeister, ein Schmiedemeister, ein Hauer und ein Kohlmesser sowie Eisenarbeiter und Fuhrknechte. Aus dem Hammer wurde eine Bronzefabrik und später eine Holzwollefabrik. Der Besitzer Eberhard Weith ließ ein Kraftwerk einrichten. Aufgrund dieser Neuerung gab es in Neuhaus bereits 1911 elektrisches Licht. Das Elektrizitätswerk versorgte die Orte Neuhaus, Krottensee und Hammerschrott mit elektrischem Strom. 1983 wurde das E-Werk an das Überlandwerk Oberfranken verkauft.

Literatur

Commons: Hammerschrott – Sammlung von Bildern

Fußnoten

  1. a b Markt Neuhaus a.d. Pegnitz - Rathaus & Politik - Gemeindedaten. Abgerufen am 2. April 2025.
  2. J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 18. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „håmmɒschróut“.
  3. Markt Neuhaus a.d.Pegnitz, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 29. Oktober 2024.
  4. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 29. Oktober 2024.
  5. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 29. Oktober 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  6. a b J. Pfanner: Pegnitz, S. 18.
  7. Johannes Laschinger: Transkription der Großen Hammereinung. In: Hirschmann, Norbert, Fleißer, Hannelore, Mahler, Fred: Die Oberpfalz, ein europäisches Eisenzentrum - 600 Jahre Große Hammereinung, Band 12/1 der Schriftenreihe des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern, Theuern 1987, S. 141.
  8. G. P. Hönn: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises, S. 529.
  9. a b J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 778f.
  10. Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 246 (Digitalisat).
  11. a b A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 45 (Digitalisat).
  12. Neuhaus an der Pegnitz > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 28. September 2025.
  13. a b Denkmalliste für Neuhaus an der Pegnitz (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  14. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  15. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 925, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  16. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1097, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  17. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1045 (Digitalisat).
  18. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1096 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1131 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 980 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 720 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 178 (Digitalisat).
  23. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 345 (Digitalisat).