Hütten (Grafenwöhr)
Hütten ist ein Gemeindeteil (Kirchdorf) und eine Gemarkung von Grafenwöhr, einer Stadt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab.
Geographie
Der Ort liegt zwischen der Bundesstraße 299 und der Haidennaab südöstlich von Grafenwöhr. In unmittelbarer Nähe befinden sich zwei Baggerseen, Hütten I und II.
Die Gemarkung Hütten (094273) umfasst 4,883 km² und hat 587 Einwohner.[1]
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung findet Hütten in einem Salbuch (Grundbuch) um 1270. Bei Grabungen gefundene Schlackereste wurden wissenschaftlich auf zwischen 1280 und 1390 datiert und zeugen von einem frühen Entwicklungsstand der Eisenverhüttung. Ab 1389 waren die Hammerherren Mendel von Steinfels in Hütten. Im Jahre 1472 baute Konrad Mendel von Steinfels die noch stehende Laurentiuskirche.
Hütten gehörte seit jeher zur Herrschaft Parkstein und war als Landsassengut anerkannt.[2] Das Gemeinschaftsamt Parkstein-Weiden kam 1714 vollständig in Besitz des Herzogtums Pfalz-Sulzbach und kam dann 1777 an Bayern.
Das „neue“ heute noch existierende Schloss wurde 1606 gegenüber der Laurentiuskirche errichtet.[3] Es war ursprünglich ein Stockwerk höher und hatte einen Rundturm. Im Dreißigjährigen Krieg wurden der existierende Hammer und die Mühle zerstört.[2]
Hütten bildete 1808 mit Grub und Steinfels einen eigenen Steuerdistrikt und wurde mit dem bayerischen Gemeindeedikt von 1818 eine eigenständige Gemeinde.
1838 kaufte die Familie Schlör das Hammergut Hütten. Als 1856 ein Orkan für ein Überangebot an Holz sorgte, baute Anton Schlör einen Hochofen (heute Standort Feuerwehrhaus), der jedoch schon 1875 wieder zum Stillstand kam.[2]
Am 1. Juli 1972 kamen Hütten und Grub bei der Gebietsreform in Bayern zu Grafenwöhr, Steinfels kam zu Mantel.[4]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Gemarkung Hütten (Grafenwöhr) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ a b c Hütten. In: Stadt Grafenwöhr. Abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Hütten – Der älteste Ortsteil von Grafenwöhr. In: Kultur- und Militärmuseum Grafenwöhr. 6. August 2020, abgerufen am 30. September 2025 (deutsch).
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 459 und 460.
Koordinaten: 49° 40′ 53,7″ N, 11° 58′ 22,7″ O