Hünenburg (Rheine)
| Hünenburg | ||
|---|---|---|
| Alternativname(n) | plattdeutsch: Hünenborg | |
| Staat | Deutschland | |
| Ort | Rheine | |
| Entstehungszeit | vermutlich 8. bis spätestens 9. Jahrhundert | |
| Burgentyp | Höhenburg | |
| Erhaltungszustand | kurzer, eingefallener Wall- und Grabenrest | |
| Geographische Lage | 52° 17′ N, 7° 25′ O | |
| Höhenlage | 69 m ü. NHN | |
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Die Hünenburg ist eine frühmittelalterliche, abgegangene Wallburg. Sie befindet sich auf dem Thieberg im Ortsteil Wadelheim in der Stadt Rheine im nordrhein-westfälischen Landkreis Steinfurt.
Geschichte
Die Lage auf der Bergkuppe, das Fehlen von Steinbefunden beziehungsweise Fundamenten und die langgestreckte Lage in Nord-Süd-Richtung deuten auf eine frühmittelalterliche mit Wall und Graben befestigte Höhenburg, die analog zu typgleichen, besser erhaltenen Burganlagen über Palisaden und Kastentore verfügt haben dürfte. Die Datierung von Keramikfunden stützt die Annahme, dass die Anlage während der Zeit der Sachsenkriege Karls des Großen zwischen 772 und etwa 804 als Fliehburg zum vorübergehenden Aufenthalt diente. Die Burg erstreckte sich mindestens 300 Meter in Nord-Süd-Richtung, wie mehrere planvoll durchgeführte archäologische Grabenschnitte und ein zufällig bei Straßenarbeiten freigelegtes Grabenprofil belegen.[1][2]
Die erste schriftliche Erwähnung findet die Hünenburg in einem auf den 18. November 1490 datierten Grundstückskaufvertrag. In der Beschreibung der Lage des Grundstücks wird unter anderem die Hunnenborch genannt. Im Jahr 1573 wird im Pachtbuch des Falkenhofes in Rheine ein Grundstück achter der Hunnenborch aufgeführt. Dank dieser Belege ist gesichert, dass zu dieser Zeit Burgreste oberirdisch sichtbar waren. Damit ist auszuschließen, dass heutige archäologische Befunde und Grabenreste auf Bodenbewegungen des 17. Jahrhunderts zurückzuführen sind, als während des Dreißigjährigen Krieges Kaiserliche Truppen im Jahr 1647 eine Schanze auf der Hügelkuppe anlegten. Wie weit die Schanzarbeiten damals noch vorhandene Burgreste zerstörten, kann nicht gesagt werden.
Topographische Karten aus den Jahren 1805 und 1842 lassen auf nennenswert vorhandene Wall- und Grabenreste an der Oberfläche schließen.
Im Jahr 1927 wurde auf dem Burgareal ein raumgreifendes Kriegerdenkmal auf der Hünenburg zum Gedenken an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Bürger der Stadt Rheine errichtet. Aufschüttungen, Planierungen und weitreichende Bodenbewegungen im Zuge Garten- und Landschaftsbaulicher Arbeiten um das Denkmal herum haben – undokumentiert – möglicherweise damals noch vorhandene, weitere Spuren der Burganlage überdeckt. Der Name Hünenburg wird mittlerweile synonym für das Kriegerdenkmal verwendet. Die Verbindung des Namens mit der abgegangenen Burg ist im kollektiven Gedächtnis untergegangen.
Beschreibung
Die Hünenburg liegt auf der östlichen Kuppe des Thiebergs in Rheine. Oberirdisch erhalten ist von der abgegangenen Wallburg nur noch ein wenige Meter langer, eingefallener und kaum noch erkennbarer Rest von Wall und vorgelagertem Graben am nördlichen Hang der Hügelkuppe.
Literatur
- Rheine, gestern, heute, morgen 56. Ausgabe, Herausgeber: Stadt Rheine / Stadtarchiv, ISSN 1617-4852 (Zeitschrift für den Raum Rheine).