Gustav Bossert der Jüngere
Gustav Bossert der Jüngere (* 4. September 1882 in Bächlingen; † 13. April 1948 in Stuttgart-Berg)[1] war ein württembergischer evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker.[2]
Leben und Wirken
Gustav Bossert der Jüngere, ein Sohn seines gleichnamigen Vaters Gustav Bossert der Ältere, studierte Evangelische Theologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Nach seiner ersten theologischen Dienstprüfung 1905 absolvierte er von 1905 bis 1910 sein Vikariat im Dienst der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, und zwar in Möttlingen, Aalen und Blaubeuren. Im Jahre 1910 wurde er Pfarrer in Rietheim und 1921 in Horb. Seine letzte Pfarrstelle hatte Bossert von 1921 bis 1936 in Stuttgart-Berg inne.
Wie sein Vater war er neben seiner pfarramtlichen Tätigkeit auch als württembergischer Kirchenhistoriker vor allem zur Reformationszeit tätig; außerdem stellte er eine Bibliographie der mehr als 800 Schriften umfassenden Arbeit von Gustav Bossert d. Ä. zusammen und gab aus dessen Nachlass einige Schriften heraus.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Hausen ob Verena als Hohenkarpfische Patronatspfarrei 1513–1663. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, N.F., Bd. 25 (1921), S. 195–213.
- Rietheim. Allerlei Beiträge zur Geschichte des Orts und seiner Umgebung. Kübler, Tuttlingen 1922.
- Aus der Reformationsgeschichte des Dekanatsbezirks Freudenstadt. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, N.F., Bd. 30 (1926), S. 129–149.
- Der Bauernoberst Matern Feuerbacher. Ein Beitrag zur Geschichte des Bauernkriegs in Altwürttemberg. Zwei Teile. Kohlhammer, Stuttgart 1926/1927.
- Aus der nebenkirchlichen religiösen Bewegung der Reformationszeit in Württemberg (Wiedertäufer und Schwenckfelder). In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, N.F., Bd. 3 (1929), S. 1–41.
- Ökolampad als Seelsorger des Herzogs Ulrich von Württemberg. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, N.F., Bd. 36 (1932), S. 208–229.
- Zur Einführung der Tauf- und Ehebücher in Altwürttemberg 1558. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, N.F., Bd. 37 (1933), S. 45–56.
- Die Reformation im heutigen Dekanatsbezirk Sulz a.N. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, N.F., Bd. 38 (1934), S. 205–266.
- Einführung der Reformation im Amt Hornberg. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, N.F., Bd. 39 (1935), S. 81–99.
- Aus Horb a.N. und Umgebung. Bausteine zur Orts- und Kirchengeschichte im oberen Neckargebiet. Christian, Horb a.N. 1936.
- Die Reformation im Dekanatsbezirk Böblingen. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, N.F., Bd. 40 (1936), S. 161–221.
- Die Eigenart der evangelischen Landeskirche Württembergs im Wandel der Zeit. In: Für Volk und Kirche. Zum 70. Geburtstag von Landesbischof D. Th. Wurm / dargeboten vom Evang. Pfarrverein in Württemberg. Quell-Verlag, Stuttgart 1938, S. 33–51.
- Die Arbeitsweise des Geschichtsforschers D. Dr. Gustav Bossert. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte, Bd. 6 (1942), S. 194–215.
- Johann Geyling. Ein Lutherschüler und Brenzfreund der ersten evangelischen Prediger in Württemberg (ca. 1495–1559). Untersuchungen und Beiträge zu seiner Lebensbeschreibung. In: Julius Rauscher (Hrsg.): Aus dem Lande von Brenz und Bengel. 50 Jahre württembergische Kirchengeschichtsforschung. Quell-Verlag, Stuttgart 1946, S. 13–121.
Einzelnachweise
- ↑ Zur Erinnerung an Gustav Bossert. Geboren 4. September 1882 in Bächlingen; gestorben 13. April 1948 in Stuttgart. Stuttgart 1948 (Nachruf bzw. Leichenpredigt).
- ↑ Bossert, Gustav. In: Württembergische Kirchengeschichte Online (mit allen biografischen Daten, abgerufen am 13. Oktober 2025).