Gummibär

Gummibären (auch Gummibärchen oder Gummibärli) sind Fruchtgummis in Form von etwa 2,1 Zentimeter großen, stilisierten Bären. Sie werden in unterschiedlichen Farben hergestellt und bestehen im Wesentlichen aus Zucker, Glukosesirup, Wasser und Gelatine, die ihnen ihre gummiartige Konsistenz verleiht. Zusätzlich enthalten sie Farb- und Geschmacksstoffe, Säuerungs- und Überzugsmittel. Es gibt sie auch in gelatinefreier Ausführung.

Geschichte

Der Gummibär wurde 1922 von dem Bonner Unternehmer Hans Riegel erfunden. Sein Unternehmen Haribo brachte den sogenannten „Tanzbären“, seit 1960 Goldbär genannt, das erste Mal auf den Markt und ist bis heute Marktführer. Die ursprünglichen „Tanzbären“ waren nicht nur größer als die heutigen Gummibärchen, sondern auch weicher, da zu ihrer Herstellung statt Gelatine noch Gummi arabicum verwendet wurde.[1][2] Inzwischen werden Gummibären in vielen Variationen von anderen Herstellern angeboten.

Seit 2000 gibt es Gummibären, bei deren Produktion keine Schweineschwarten verwendet werden. Die vegetarischen Gummibären sollen, als koscher bzw. halāl bezeichnet, vor allem neue Absatzmärkte außerhalb Europas erschließen. Zum Einsatz kommt ein Geliermittel, das beim Abbau von Glukosesirup entsteht. Nach Aussage des Herstellers ist es auch besonders hitzeunempfindlich.[3]

Weitere Varianten sind Gummibären auf Fruchtsaftbasis (mit dem Zusatz „Frucht“ deklariert), die Haribo 2009 auf den Markt brachte. Fruchtsaft wird bereits seit 1989 auch zum Färben verwendet.

Variationen und Geschmacksrichtungen

Der Erfolg der Gummibärchen hat andere Gummibonbons in anderen Formen auf den Plan gerufen, wie zum Beispiel Ringe, Würmer, Frösche, Kirschen, Schnuller. An Halloween bieten Hersteller gerne gruselige Dinge an, so zum Beispiel die Trolli-Augäpfel. Die Hersteller bieten eine große Palette von Packungsgrößen an.

In den meisten Ländern, wie den USA oder Deutschland, wird die Standard-Packung Haribo in 5 Geschmacksrichtungen verkauft, wobei im Sommer 2007 mit Apfel eine sechste Geschmacksrichtung hinzugekommen ist: Himbeere (dunkelrot), Orange (orange), Ananas (weiß), Zitrone (gelb), Erdbeere (bis 2007 grün, seit 2007 hellrot) und Apfel (grün, seit 2007).[4] Viele andere Hersteller imitieren die Haribo-5-Farben-Kombination. Einige Hersteller von Gummibonbons setzen aber auch auf andere Ansätze, zum Beispiel Katjes, deren Gummibonbons 100 % ohne tierische Gelatine sind.[5]

Literatur

  • Christian Breuer: Tierischer Genuss. In: Franz Metzger (Hrsg.): Zipp und zu. Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8062-2165-7, S. 37–39.
  • Eckart Sackmann, Uwe Scheutzel: Ursus Latex: Das Gummibärchen-Buch. Sackmann und Hörndl, Hamburg 1990, ISBN 3-924623-74-0.
  • Olaf Schumacher: Die Goldbären in der Geschichte. Haribo, frech – lustig – bärig – gut. Bonn 2001.
Commons: Gummibären – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Gummibär – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikibooks: Brummender-Gummibärchen-Versuch – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise

  1. Matthias Opdenhövel, Steffi Hugendubel-Doll: Flipflops, iPod, Currywurst: Wer hat’s erfunden? cbj, München 2012, ISBN 978-3-57013621-8, S. 124–125.
  2. Wolfgang Grossmann: 13.12.1920: Hans Riegel gründet in Bonn eine Bonbonkocherei. SWR2 Zeitwort, 13. Dezember 2016.
  3. Gummibärchen werden koscher. Die Welt. 5. Oktober 2000.
  4. Gummibärchen - Die originalen Goldbären seit 1922. Abgerufen am 9. Januar 2026 (deutsch).
  5. Wir achten auf Inhaltsstoffe | Katjes. Abgerufen am 9. Januar 2026.