Trolli
| Trolli GmbH
| |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1984 |
| Sitz | Fürth, Deutschland |
| Leitung | Robert Mähler, Heiner Opdenfeld (Geschäftsführung),[1] Herbert Mederer (Gründer) |
| Mitarbeiterzahl | 789 (Deutschland, 2022)[2] |
| Umsatz | 174,7 Mio. Euro (2022)[2] |
| Branche | Lebensmittelindustrie |
| Website | www.trolli.de |
| Stand: 31. Dezember 2022 | |
Die Trolli GmbH – vormals Mederer Süßwarenvertriebs GmbH – ist ein deutscher Süßwarenhersteller und gehört zur Unternehmensgruppe Mederer.
Geschichte
1948 begann Willy Mederer zunächst mit der Produktion von Nudeln. Als kurze Zeit später die Zuckerrationierung aufgehoben wurde, stieg das Unternehmen, die damalige Willy Mederer K.G. Zuckerwarenfabrik,[3] auf die Herstellung von Süßwaren um. In den 1960er-Jahren kamen Cremehütchen, Kokosartikel, Geleebananen, Pfefferminzfondant und Geleefrüchte hinzu, die unter dem Markennamen Wilmed vertrieben wurden, der für Willy Mederer stand.[4] Zu dieser Zeit beschäftigte das Unternehmen rund 150 Mitarbeiter.[5]
1979 ließ das Unternehmen die Marke Trolli der Bär patentieren, aus der sich in der Folge Trolli entwickelte.[6][7] Damit konnte neben dem deutschen schnell auch der amerikanische Süßwarenmarkt erobert werden.[4] Nach dem Tod von Willy Mederer übernahm 1984 sein Sohn Herbert die Geschäftsführung.[8] Am 19. Dezember 1984 wurde der Gesellschaftsvertrag der Trolli GmbH geschlossen.[9]
1986 ließ Herbert Mederer einen Produktionsstandort in Creston (Iowa) errichten, um den amerikanischen Markt mit der Marke Trolli bedienen zu können.[10] 1997 wurden der Standort und die amerikanischen Markenrechte von Trolli wieder verkauft.[11]
1994 expandierte Trolli nach Spanien und errichtete dort in Valencia eine Niederlassung.[12] Im darauffolgenden Jahr wurde die tschechische Niederlassung in Pilsen zur Konfektionierung und als Abpackbetrieb errichtet, welche Ende 2013 geschlossen wurde.[13][14] 1997 wurde eine weitere Produktionsstätte in der indonesischen Hauptstadt Jakarta eröffnet,[15] von der man sich im Laufe der 2000er-Jahre wieder trennte.[16]
1998 wurde der übernommene Süßwarenhersteller Efruti in Neunburg vorm Wald (Oberpfalz) übernommen und in das Unternehmen integriert. Zwei Jahre später wurde in Mecklenburg-Vorpommern das Unternehmen Gummi Bear Factory mit Produktionsstätten in Boizenburg/Elbe und Hagenow vom Barry-Callebaut-Konzern abgekauft.[5][17] 2015 wurde die Produktionsstätte in Boizenburg an die The European Candy Group (TECG) verkauft; dabei wurden die rund 160 Beschäftigten übernommen.[18][19]
2001 expandierte das Unternehmen in die Volksrepublik China und gründete ein Joint Venture in Guangzhou mit einer weiteren Produktionsstätte, die 2004 komplett übernommen wurde.[5] Ab 2002 kehrte die Mederer-Gruppe mit einem Vertrieb in die USA zurück.[20][21]
Am Standort Hagenow wurde im Laufe des Jahres 2006 ein neues Hochregallager errichtet und im Februar 2007 eingeweiht.[22][23][24]
Zum Jahresanfang 2012 wurden die drei bis dahin selbstständigen Unternehmen in Deutschland (in Fürth, Neunburg vorm Wald und Hagenow) miteinander umfirmiert zur Trolli GmbH.[25][26]
Am 20. Oktober 2011 kündigte das Unternehmen an, seinen Produktionsstandort in Fürth schließen zu wollen und die Produktion bis Ende 2012 vollständig nach Hagenow zu verlagern, wodurch die Produktionskapazität an diesem Standort vergrößert werden sollte und in der Folge in Fürth 170 Arbeitsplätze gestrichen würden.[27] Diese Maßnahme sorgte für Demonstrationen am 24. März 2012 vor dem Trolli-Werksgelände.[28]
Standorte und Mitarbeiter
Hinter der Marke Trolli steht die Mederer Gruppe. 2025 arbeiten rund 2.300 Mitarbeiter für die Gruppe an Standorten in Deutschland, Spanien, China, Frankreich und den Vereinigten Staaten.[29] Neben dem Stammsitz in Fürth ist Trolli in Deutschland mit Werken in Hagenow und Neunburg vorm Wald vertreten.[30]
Marketing
Vom 1. Juli 2010 bis Ende Juni 2014 war das Unternehmen Sponsor des Fußballvereins SpVgg Greuther Fürth und Namenssponsor des im Zuge dessen in Trolli Arena umbenannten Fußballstadions in Fürth.[31]
Weblinks
- Offizielle Website der Trolli GmbH
Einzelnachweise
- ↑ Impressum. Abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ a b Trolli GmbH, Fürth, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022. In: Unternehmensregister. 25. Juli 2024.
- ↑ Handelsregisterauszug von Willy Mederer GmbH & Co. KG aus Fürth (HRA 2370). In: Online-Handelsregister. Abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ a b Mit Kreativität und Herzblut zum Erfolg. (PDF) Archiviert vom am 16. August 2011; abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ a b c Troll: History. Archiviert vom am 3. März 2013; abgerufen am 29. September 2025 (englisch).
- ↑ Über Trolli. In: Trolli. Abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Seit wann besteht die Marke Trolli? In: Deutsche Lebensmittel-Rundschau. 5. Juni 2019, S. 63.
- ↑ Trolli – Mach Dein Leben trolliger! In: Lebensmittel Praxis. 1. Juli 2015, abgerufen am 25. September 2024 (deutsch).
- ↑ vgl. Eintrag im Handelsregister und: Handelsregisterauszug von Trolli GmbH aus Fürth (HRB 2881). In: Online-Handelsregister. Abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Fürth: Playmobil-Stadion wird zur Trolli-Arena! In: Abendzeitung. 17. November 2009, abgerufen am 22. Mai 2025.
- ↑ Haribo produziert in den USA und plant zweites Werk in der Türkei. In: Handelsblatt. Abgerufen am 22. Mai 2025.
- ↑ Trolli: Herbert Mederer übergibt Zepter an seinen Sohn. In: Deutsche Lebensmittel-Rundschau. 20. Januar 2016, abgerufen am 25. September 2024 (deutsch).
- ↑ Niels Köhler: Trolli zieht sich aus Tschechien zurück. In: Prag Aktuell. 9. Oktober 2013, abgerufen am 25. September 2024.
- ↑ Spielzeugfirma Bruder investiert in Pilsen. In: Radio Prague International. 8. September 2014, abgerufen am 25. September 2024.
- ↑ Die Geschichte von Trolli. In: Sweets.ch. 2. August 2023, abgerufen am 25. September 2024 (Schweizer Hochdeutsch).
- ↑ Thomas Röbke: Interview Herbert Mederer: Der selige Zweite. In: brand eins. Juli 2009, S. 80–85.
- ↑ Grit Büttner: Boizenburg wird zur Metropole der Gummibärchen. In: Die Welt. 18. Dezember 2003, abgerufen am 18. August 2021.
- ↑ Iris Tietze, Christoph Murmann: Fruchtgummi: Trolli blickt nach vorne. In: Lebensmittel Zeitung. 27. Januar 2017, abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Christoph Murmann: Trolli verkauft Werk in Boizenburg. In: Immobilien Zeitung. Archiviert vom am 17. August 2021; abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Andreas Chwallek: Mederer-Gruppe sieht sich bestens aufgestellt. In: Lebensmittel Zeitung. 2. April 2002, S. 20.
- ↑ Marke Trolli mit starkem Plus. In: Lebensmittel Zeitung. 20. Februar 2003, abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ 26000 Tonnen Fruchtgummi. In: Schweriner Volkszeitung. 3. Februar 2007, S. 8.
- ↑ Trolli GmbH vertraut weiter auf Klinkhammer. In: MaschineMarkt. Abgerufen am 25. September 2024.
- ↑ Mederer: Der Ideenmacher. In: Lebensmittel Zeitung. 27. Oktober 2006, abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Fairtrade bei Trolli. In: Lebensmittel Zeitung. 3. Februar 2012, S. 56.
- ↑ Trolli GmbH, Fürth. In: North Data. Abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Josef Hofmann: Trolli-Hersteller Mederer verlässt Fürth. In: nordbayern.de. 2011, abgerufen am 17. August 2021.
- ↑ Fürth: Protest der Trolli-Mitarbeiter. In: Bayerischer Rundfunk. 24. März 2012, archiviert vom am 25. März 2012; abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Manuel Glasfort: Süßwarenindustrie: Trolli holt Kühne-Manager Opdenfeld als Produktionsvorstand. In: Lebensmittel Praxis. 31. Januar 2025, abgerufen am 29. September 2025 (deutsch).
- ↑ Oliver Numrich: Buntes Trolli Sortiment: Apfelringe, Würmer, Glotzer und mehr. In: naschkater.com. 4. März 2020, abgerufen am 17. August 2021.
- ↑ Nico Gelev: „Trolli“-Arena ade! Fürth sucht Stadion-Sponsor. In: Bild. 1. Juni 2014, abgerufen am 29. September 2025.