Grenze zwischen Mali und Mauretanien
Die Grenze zwischen Mali und Mauretanien trennt als internationale Landgrenze diese beiden Staaten. Sie ist 2236 km lang und verläuft im Süden in der Sahelzone und im Osten in der Sahara.
Geschichte
Frankreich besetzte die Kolonie Obersenegal und Niger im Jahr 1900 und Mauretanien in den Jahren 1903/04, der 1912 „befriedet“ wurde.[1] Der Grenzverlauf zwischen Mauretanien und dem damaligen Französisch-Sudan wurde erstmals am 23. April 1913 festgelegt. Ein Dekret vom 5. Juli 1944 änderte den Grenzverlauf innerhalb Französisch-Westafrikas. Eine weitere Grenzänderung war in einem Dekret vom Oktober 1944 vorgesehen, wurde aber nicht verwirklicht. 1960 erlangten Mauretanien und Französisch-Sudan unter dem Namen Mali (kurzzeitig in der Mali-Föderation mit dem Senegal) die Unabhängigkeit von Frankreich. Am 16. Februar 1963 schlossen die beiden Staaten in Kayes einen Grenzvertrag, der den Grenzverlauf nochmals geringfügig änderte.
Grenzverlauf
Die Beschreibung der Grenze zwischen Mali und Mauretanien beginnt im Südwesten am Dreiländereck mit Senegal (14° 45′ 36″ N, 12° 14′ 24″ W) gegenüber der Einmündung des Falémé in den Senegal-Fluss, dem die Grenze 22 Kilometer flussaufwärts folgt zwischen der malischen Gemeinde Tafacirga am Südufer und der mauretanischen Gemeinde Ghabou am Nordufer. Östlich von Ghabou endet aus Nordosten das Tal des Karakoro am Senegal. Dem Talweg des Karakoro folgt die Grenze nun auf 151 Kilometer bis zum Hauptort der Gemeinde Ould Yengé. Hier verlässt die Grenze das Flussbett über ein Seitental in allgemeiner Südost-Richtung und erreicht als nächstes Ziel die 99 Kilometer entfernte Mündung des Térékolé in den Kolimbiné. Dieser ist nun nach Nordosten flussaufwärts für 68 Kilometer Grenzfluss bis zum Abzweig des Djéli Mahé Blanc, um sodann dessen Tal und einer Reihe weiterer Wadis in Richtung Osten zu folgen[2] bis zum Erreichen der malischen Ruinenstätte Kéneïbé.[3] Von Kéneïbé führt die Grenze für 30 Kilometer geradlinig nach Osten, um dann fünfeckig um die malische Gemeinde Gogui 30 Kilometer weit nach Norden vor- und wieder zurückzuspringen bis zum Breitengrad 15'30"N. Diesem folgt sie dann über eine Strecke von 409 Kilometer nach Osten bis zu dem im Grenzvertrag von 1963 genannten Punkt A (15° 30′ 0″ N, 5° 30′ 0″ W). Hier, knapp hinter dem Hauptort der mauretanischen Gemeinde Fassale, knickt der Grenzverlauf nach Nordnordosten ab und erreicht nach 94 Kilometer den Punkt B (16° 20′ 0″ N, 5° 20′ 0″ W). Hier folgt ein weiterer Knick nach Nordwesten, der 34 Kilometer weiter zu Punkt C (16° 30′ 0″ N, 5° 36′ 39,4″ W) führt. Der weitere Grenzverlauf nach Norden ist definiert als eine gerade Linie, die von Punkt C durch Agueraktem bis Punkt D führt, dem Schnittpunkt der Grenzlinie mit dem Breitengrad 25'N (25° 0′ 0″ N, 6° 34′ 50,9″ W). Sie ist 955 Kilometer lang. Die gemeinsame Grenze folgt sodann diesem Breitengrad 172 Kilometer nach Osten und endet am Dreiländereck mit Algerien (25° 0′ 0″ N, 4° 49′ 48″ W).[4][5]
Siedlungen nahe der Grenze
Die folgenden Aufzählungen beginnen im Norden und schreiten nach Südwesten fort.
Mali
Orte auf der malischen Seite der Grenze:
- Agueraktem
- Beidat
- Bona Hamadi
- Mame
- Farkeli
- Kassakare
- Ballé
- Bineou
- Diandioume
- Dabaï Amate
- Labidi
- Koriga
- Kersiniané
- Krèmiss
- Djeli-Mahe
- Takoutala
- Diongaga
- Davo
- Tafara
- Séliféli
- Kalinioro
- Melgue
- Lany Tounka
- Tafasirga
Mauretanien
Orte auf der mauretanischen Seite der Grenze:
- Agueraktem
- Nbeiket Lehwach
- Fassala (Vassala)
- Medala
- Adel Bagrou
- Bousteila
- Modibougou
- Sambou
- Tenaha
- Ould Yengé
- Ghabou
Einzelnachweise
- ↑ Ian Brownlie: African Boundaries: A Legal and Diplomatic Encyclopedia. Institute for International Affairs, Hurst and Co., 1979, 1979, ISBN 0-903983-87-7, S. 406–415 (nicht eingesehen).
- ↑ Djéli Mahé Blanc bei Geonames - OpenStreetMap: Djéli Mahé Blanc
- ↑ Kéneïbé bei Geonames
- ↑ Ian Brownlie: African Boundaries: A Legal and Diplomatic Encyclopedia. Institute for International Affairs, Hurst and Co, 1979, 1979, ISBN 0-903983-87-7, S. 406–415.
- ↑ Office of the Geographer, Washington, D.C., 16. Dezember 1963: International Boundary Study No. 23 - Mali-Mauritania Boundary in der Google-Buchsuche