Graubrustvireo

Graubrustvireo

Graubrustvireo

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Corvoidea
Familie: Vireos (Vireonidae)
Gattung: Hylophilus
Art: Graubrustvireo
Wissenschaftlicher Name
Hylophilus semicinereus
Sclater, PL & Salvin, 1867

Der Graubrustvireo, früher Graunackenvireo, (Hylophilus semicinereus) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).[1][2]

Der Vogel kommt in Bolivien, Brasilien, Französisch-Guayana, Kolumbien, Peru, und Venezuela vor.

Der Lebensraum umfasst tropische oder subtropische feuchte Wälder, Sekundärwald, Várzea, gern auf sandigem Boden, auch ständig überflutete Gebiete, bis 400 m Höhe.[3][4]

Der Artzusatz kommt von lateinisch semi- ‚halb‘ und lateinisch cinereus ‚aschefarben‘.[5]

Merkmale

Die Art ist etwa 12 cm groß und wiegt um die 13 g. Die Stirn ist graugrün, zum Hinterkopf hin dunkler werdend, Zügel und Gesichtsseiten sind gelbbraun, an den Ohrdecken etwas mehr gräulich. Die Oberseite ist grünlich, die Hand- und Armschwingen sind schwärzlich grau mit grünlichen Rändern, die Innenfahnen der Schirmfedern tragen gelbe Ränder. Die Steuerfedern sind matt olivgrün mit heller grünen Rändern. Das Kinn ist weißlich grau, die Kehle matt grau, die Brust einfarbig grau mit kräftig grünlich-gelbem Schimmer, an den Seiten heller. Die Unterseite ist matt weiß, an den Flanken etwas gelblich grau, der Bauch nur matt gelb überhaucht. Die Unterflügeldecken sind hell gelb.

Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Die Iris ist weißlich bis grau, der Oberschnabel und die Spitze grau, der Unterschnabel und die Schneidkanten sind grau rosafarben, die Beine sind blass bis matt grau braun.[3][4]

Der Vogel ist deutlich einfarbiger als der Rio-de-Janeiro-Vireo (Hylophilus thoracicus).[6]

Geografische Variation

Folgende Unterarten werden anerkannt:[1][4][7][8]

  • H. s. viridiceps (Todd, 1929)[9] – Südvenezuela östlich bis Französisch-Guayana und Nordbrasilien bis zum Rio Solimoes und Amazonas, wohl auch bis Ostkolumbien und Osten des Departamento de Guainía, weniger graue Kopfkappe, blassere und weißere Unterseite, grüner Schimmer an der Brust blasser und weniger deutlich
  • H. s. semicinereus Sclater & Salvin, 1867, Nominatform, – Nordbrasilien bis südlich des Amazonasbeckens bis Mato Grosso und äußerster Nordosten Boliviens
  • H. s. juruanus Gyldenstolpe, 1941[10], – Nordwestbrasilien bis südlich des Río Solimões und Nordostperu, Kopf und Nacken deutlich oliv bis braun, Oberseite blasser, Kehle und Brust heller mit weniger Gelb an den Seiten, Unterflügeldecken und innere Kanten der Steuerfedern blasser gelb

Stimme

Die Lautäußerungen werden als gleichmäßige, wiederholte, leicht unscharfe Pfeiflaute, als Folge ansteigender Laute „wee wee wee wee wee wee“ oder als leicht nach unten gezogenes „peer“ beschrieben, ähnlich, aber schwächer und schneller als die des Buschvireos (Hylophilus flavipes).[3][4][6]

Lebensweise

Die Art ist ein Standvogel.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen Insekten, die in dichten Blättern im Wipfelbereich der Bäume, gerne auch an äußeren Zweigen gesucht werden, häufig mit dem Kopf nach unten hängend, oft in gemischten Jagdgemeinschaften.[3][4]

Gefährdungssituation

Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[11]

Literatur

  • P. L. Sclater und O. Salvin: Hylophilus semicinereus. In: Proceedings of the Zoological Society of London, Teil 2, S. 570, 1867, Biodiversity Library
Commons: Graubrustvireo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Graubrustvireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 27. September 2025.
  2. P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
  3. a b c d M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0
  4. a b c d e D. Brewer: Gray-chested Greenlet (Hylophilus semicinereus), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Hylophilus semicinereus
  5. J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
  6. a b Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O’Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, 2007, ISBN 978-0-691-04915-1
  7. IOC World Bird List Shrikes, vireos, shrike-babblers
  8. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
  9. W. E. C. Todd: Pachysylvia semicinerea viridiceps. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 42, Nummer 22, S. 191, 1929, Biodiversity Library
  10. N. C. G. F. Gyldenstolpe: Hylophilus semicinereus juruanus. In: Arkiv för Zoologi, Band 33B, Nummer 12, S. 3, 1941
  11. Hylophilus semicinereus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2018. Eingestellt von: BirdLife International, 2018. Abgerufen am 25. September 2025.