Gletscherkessel Präg und Weidfelder im Oberen Wiesental

FFH-Gebiet
„Gletscherkessel Präg und Weidfelder im Oberen Wiesental“

Blick vom Weißenbachsattel an der Straße Präg-Todtmoos auf den Gletscherkessel Präg

Lage Landkreis Lörrach, Baden-Württemberg, Deutschland
Kennung DE8213311
WDPA-ID 555593023
Natura-2000-ID DE8213311
FFH-Gebiet 4779,92
Geographische Lage 47° 46′ N, 7° 56′ O
Einrichtungsdatum 11. Januar 2019
Verwaltung Regierungspräsidium Freiburg
f6

Das FFH-Gebiet Gletscherkessel Präg und Weidfelder im Oberen Wiesental ist ein im Jahr 2019 durch das Regierungspräsidium Freiburg nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) angemeldetes Schutzgebiet (Schutzgebietskennung DE-7517-341) in Baden-Württemberg. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vom 12. Oktober 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019), wurde das Schutzgebiet ausgewiesen.

Lage

Das 4779,92 Hektar große Schutzgebiet liegt östlich von Schönau im Schwarzwald und gehört zum Naturraum Hochschwarzwald. Es umfasst überwiegend die Hänge und Talauen bei Todtnau im Tal der oberen Wiese, unter anderem den namengebenden Gletscherkessel Präg.

Das Gebiet erstreckt sich über die Markungen von acht Städten und Gemeinden im Landkreis Lörrach:

Beschreibung und Schutzzweck

Extensiv genutzte Weidfeldlandschaft des Südschwarzwaldes mit naturnahen Wäldern und Vorkommen vieler seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, bedeutsames Dokument einzigartiger eiszeitlicher Vorgänge.

Lebensraumklassen

(allgemeine Merkmale des Gebiets) (prozentualer Anteil der Gesamtfläche)

Angaben gemäß Standard-Datenbogen aus dem Amtsblatt der Europäischen Union

N06 – Binnengewässer (stehend und fließend)
  
1 %
N07 – Moore, Sümpfe, Uferbewuchs
  
1 %
N08 – Heide, Gestrüpp, Macchia, Garrigue, Phrygana
  
1 %
N09 – Trockenrasen, Steppen
  
4 %
N10 – Feuchtes und mesophiles Grünland
  
24 %
N15 – Anderes Ackerland
  
3 %
N16 – Laubwald
  
17 %
N17 – Nadelwald
  
8 %
N19 – Mischwald
  
38 %
N21 – Nicht-Waldgebiete mit hölzernen Pflanzen
  
1 %
N22 – Binnenlandfelsen, Geröll- und Schutthalden, Sandflächen
  
1 %
N23 – Sonstiges (Städte, Straßen, Deponien, Gruben, Industriegebiete)
  
1 %

Lebensraumtypen

Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor:

EU
Code
Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung Hektar
3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 40,20
5130 Formationen von Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen Wacholderheiden 7,30
6230 Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden Borstgrasrasen 556,40
6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 3,80
6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 5,80
6520 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 38,00
7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore Übergangs- und Schwingrasenmoore 0,30
7220 Kalktuffquellen (Cratoneurion) Kalktuffquellen 2,40
7230 Kalkreiche Niedermoore Kalkreiche Niedermoore 0,40
8110 Silikatschutthalden der montanen bis nivalen Stufe (Androsacetalia alpinae und Galeopsietalia ladani) Silikatschutthalden der montanen bis nivalen Stufe 1,20
8150 Kieselhaltige Schutthalden der Berglagen Mitteleuropas Kieselhaltige Schutthalden der Berglagen Mitteleuropas 19,60
8210 Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation 0,46
8220 Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation 30,00
8230 Silikatfelsen mit Pioniervegetation des Sedo-Scleranthion oder des Sedo albi-Veronicion dillenii Silikatfelsen mit Pioniervegetation 0,70
8310 Nicht touristisch erschlossene Höhlen Nicht touristisch erschlossene Höhlen 0,01
9110 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) Hainsimsen-Buchenwald 502,20
9130 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) Waldmeister-Buchenwald 298,10
9140 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) Waldmeister-Buchenwald 33,20
9150 Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion) Orchideen-Buchenwälder 0,00
9180 Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion) Schlucht- und Hangmischwälder 78,30
91E0 Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide 48,50
9410 Montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder (Vaccinio-Piceetea) Montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder 3,50

Zusammenhängende Schutzgebiete

Kein Landschaftsschutzgebiet überschneidet sich mit dem FFH-Gebiet. Im Osten grenzt das FFH-Gebiet an das Landschaftsschutzgebiet Bernau im Schwarzwald. Das Gebiet liegt vollständig im Naturpark Südschwarzwald. Das Naturschutzgebiet Gletscherkessel Präg hat einen Anteil von 60 % am FFH-Gebiet: Das Naturdenkmal Katzenstein ist Bestandteil des FFH-Gebiets. Der Bannwald Flüh liegt im FFH-Gebiet und der Schonwald Burgfelsen liegt ebenfalls im Gebiet.

Siehe auch

Commons: FFH-Gebiet Gletscherkessel Präg und Weidfelder im Oberen Wiesental – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien