Glaucha (Zschepplin)
Glaucha Gemeinde Zschepplin
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| Koordinaten: | 51° 33′ N, 12° 35′ O |
| Einwohner: | 276 (Juni 2019)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1999 |
| Postleitzahl: | 04838 |
| Vorwahl: | 034243 |
Glaucha ist ein Ortsteil der Gemeinde Zschepplin im Landkreis Nordsachsen in Sachsen.
Geografie
Glaucha liegt an der Bundesstraße 107 zwischen den Städten Eilenburg und Bad Düben. Eine nicht klassifizierte Straßenverbindung führt von Glaucha nach Hohenprießnitz. Östlich des Ortes fließt die Mulde vorbei. Durch Glaucha verläuft der Muldentalradwanderweg. Der Ortsteil gliedert sich in die zwei Siedlungsbereiche Ober- und Niederglaucha.
Geschichte
Ober- und Niederglaucha gehörten bis 1815 zum kursächsischen, später königlich-sächsischen Amt Eilenburg.[2] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen beide Orte zu Preußen. Sie wurden 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1952 gehörten.[3]
In Glaucha befand sich über mehrere Jahrhunderte ein Rittergut, in der Hand der Adelsfamilien von Zaschnitz, von Schütz, von Lochow, von Minckwitz sowie über fünf Generationen der von Hohenthal. Von etwa 1721 bis 1782 war das Gut zwischenzeitlich in bürgerlichen Händen der Koch. Über Heirat der Tochter Koch mit Peter Hohmann-Edler von Hohenthal gelangte das Rittergut Nieder-Glaucha und Teile von Ober-Glaucha in den Besitz der nachfolgend in den Grafenstand nobilitierten Familie von Hohenthal, Linie Hohenprießnitz. Bekannt wurde später der Politiker Graf Moritz von Hohenthal-Hohenprießnitz, er wurde Mitglied des Preußischen Herrenhauses und kgl. preuß. Rittmeister a. D.[4] Sein Besitz, zum Schloss Hohenprießnitz zugehörig, Rittergut Nieder-Glaucha in Glaucha hatte einen Umfang von 185 ha, dazu gehörte ein 24 ha-Anteil in Ober-Glaucha, beide Anfang der 1920er Jahre verpachtet an Arthur Grothe.[5]
Die Gemeinde Glaucha entstand am 20. Juli 1950 aus dem Zusammenschluss der beiden Landgemeinden Oberglaucha und Niederglaucha.[6] Im Zuge der zweiten Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 wurde Glaucha dem Kreis Eilenburg im Bezirk Leipzig angeschlossen, welcher 1994 im Landkreis Delitzsch aufging. Am 1. Januar 1999 wurde Glaucha mit vier weiteren Gemeinden zur Gemeinde Zschepplin zusammengeschlossen.[7]
Einwohnerentwicklung
| Jahr | Oberglaucha[8] | Niederglaucha[9] |
| 1818 | 93 | 248 |
| 1880 | 166 | 241 |
| 1895 | 158 | 208 |
| 1910 | 153 | 213 |
| 1925 | 140 | 170 |
| 1939 | 128 | 190 |
| 1946 | 199 | 325 |
| Glaucha[10] | ||
| 1950 | 460 | |
| 1964 | 368 | |
| 1990 | 338 | |
Sehenswürdigkeiten
- Kirche in Oberglaucha:
Die Kirche in Oberglaucha stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie besitzt einen kleinen Turm mit einer kleinen und einer größeren Glocke. Die kleine stammt aus der Zeit um 1300, die größere wurde 1488 gegossen.[11]
- Kirche in Niederglaucha:
Die barocke Kirche in Niederglaucha stammt aus dem Jahr 1703, die Orgel stammt aus dem Jahre 1784. Ein Vorgängerbau aus der Zeit um etwa 1220 gehörte dem hiesigen Rittergut. Von 1984 bis 1989 wurde die Kirche saniert.[11]
Literatur
- Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 56 f.
Weblinks
- Glaucha im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Architektur Blicklicht: Glaucha-Rittergut Niederglaucha (bei Leipzig).
Einzelnachweise
- ↑ Gemeinde Zschepplin – Gemeinde. Abgerufen am 27. September 2022.
- ↑ Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f.
- ↑ Der Landkreis Delitzsch im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 7. September 2024; abgerufen am 16. August 2025.
- ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflicher Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1941. Jahrgang 114, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 202.
- ↑ Oskar Köhler, Gustav Wesche, H. Krahmer: Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch der Provinz Sachsen. 1922. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter von ungefähr 20 ha herab mit Angabe der Gutseigenschaft, des Grundsteuerertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. Hrsg. Mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer zu Halle a. S., In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band V, (Paul Niekammer), 3. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 120–125.
- ↑ Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Halle (Saale) 5. August 1950, S. 275, Abs. 19 (PDF).
- ↑ StBA-Wiesbaden (Hrsg.): Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999.
- ↑ Angaben zur Geschichte von Oberglaucha im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- ↑ Angaben zur Geschichte von Niederglaucha im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- ↑ Angaben zur Geschichte von Glaucha im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen.
- ↑ a b Kirchenkreis Eilenburg (Hrsg.): Spuren im Stein - Kirchen im Kirchenkreis Eilenburg, Leipzig 1997, ISBN 3-00-001722-4.