Glasebach (Bauerngraben)

Glasebach

Der Glasebach vor Eintritt in den Bauerngraben

Daten
Lage Unterharz, Sachsen-Anhalt, Deutschland
Flussgebietseinheit Elbe
Quelle bei Dietersdorf
51° 31′ 26″ N, 11° 4′ 12″ O
Quellhöhe ca. 432 m ü. NHN[1.1]
Versickerung im BauerngrabenKoordinaten: 51° 29′ 16″ N, 11° 4′ 26″ O
51° 29′ 16″ N, 11° 4′ 26″ O
Mündungshöhe ca. 250 m ü. NHN[1.1]
Höhenunterschied ca. 182 m

Einzugsgebiet 8,7 km²[1.2]
Durchflossene Seen Bauerngraben

Eintritt in den Bauerngraben

Der Glasebach durchfließt den Bauerngraben

Der Glasebach ist ein Bach im Unterharz und im Südharzer Zechsteingürtel. Der Bach fließt durch die Gemeinde Südharz im sachsen-anhaltischen Landkreis Mansfeld-Südharz.

Der Glasebach entspringt am Südhang eines Höhenzuges beim Südharzer Ortsteil Dietersdorf und dem früheren Jagdschloss und Forsthaus Schwiederschwende. Bei generell südlicher Fließrichtung verläuft der Bach im Ober- und Mittellauf durch ein gewundenes Tal, das die hier fast vollständig bewaldete Südabdachung des Unterharzes durchquert. Durch das Tal führt die Landesstraße 234, die von Schwiederschwende kommend den Talgrund über ein Seitental erreicht. Dem Glasebach fließen zahlreiche, meist unbenannte Bäche zu; zu den benannten Bächen gehören der Bach am Penzerskopf von links und der Waldwiesengraben von rechts.

Ungefähr am Waldwiesengraben verlässt der Glasebach den Harz und tritt in den Südharzer Zechsteingürtel ein. Die hier zutage tretenden Anhydritschichten des Zechsteins sind verkarstet, so dass sich durch Subrosion ein Auslaugungstal gebildet hat. Die Anhydritschichten sind durch Sedimente aus dem Harz überdeckt.[2] Der Glasebach quert das überwiegend landwirtschaftlich genutzte Auslaugungstal in weitgehend gestrecktem Lauf und nimmt dabei den von links kommenden Agnesdorfer Bach auf, benannt nach dem Südharzer Ortsteil Agnesdorf. Am Südrand des Auslaugungstals erreicht der Glasebach das Schwindenbecken Bauerngraben, in dem er in den verkarsteten Schichten versinkt. Im Schwindenbecken bildet sich zeitweise ein See. Im Übergangsbereich zwischen Glasebach und Bauerngraben mündet von links der Graben aus dem Agnesdorfer Tal, der das Auslaugungstal bis gegen Questenberg entwässert.

Im August 1953 wurden zwei Markierungsversuche an den Schwinden des Bauerngrabens durchgeführt. Dabei wurden eine Verbindung zum Zollbach festgestellt, der dem Mundloch des Tiefen Breitunger Stollen entfließt. Der Vortrieb dieses Wasserlösungsstollens musste 1750[3] wegen eines Wassereinbruchs eingestellt werden. Der Zollbach fließt nach Roßla und mündet dort über den Mühlgraben in die Helme. Eine zweite Verbindung konnte zu einer Karstquelle nachgewiesen werden, die gut drei Kilometer östlich des Bauerngrabens am Westhang des Durchbruchstals der Nasse knapp nördlich von Wickerode liegt.[4.1]

Glasebach und Bauerngraben haben zusammen ein 8,7 km² großes Einzugsgebiet.[1.2] Angrenzende Einzugsgebiete sind

  • im Westen der Breitunger Bach, der über den Haselbach und die Thyra in die Helme entwässert
  • im Norden die Schöneberger Wipper, ein Quellfluss der Wipper
  • im Osten die Nasse, die über die Leine der Helme zufließt

Einzelnachweise

  1. Karte des Glasebachs beim Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
    1. a b Höhe nach Digitalem Höhenmodell
    2. a b Summe nach Layer Oberirdische Teileinzugsgebiete
  2. Standort Auslaugungstal bei Karstwanderweg.de (Abgerufen am 25. November 2025).
  3. Christel Völker, Reinhard Völker: Der Tiefe Breitunger Stollen und seine Beziehung zum Bauerngraben. In: Förderverein Gipskarst Südharz (Hrsg.): Gipskarst Südharz. Heft 2000, S. 2–15 (online).
  4. Günter Viete: Über hydrologische Untersuchungen im Gebiet des Periodischen Sees bei Roßla. In: Geologie. Zeitschrift für das Gesamtgebiet der Geologie und Mineralogie sowie der angewandten Geophysik. ZDB-ID 2178-7, 3(1954), Nr. 2, S. 197–203.
    1. S. 200 f.
Commons: Glasebach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien