Giuseppina Negroni Prati Morosini
Giuseppina Negroni Prati Morosini (* 3. Februar 1824 in Lugano, Alte Eidgenossenschaft; heimatberechtigt ebenda; † 16. März 1909 in Mailand, Königreich Italien) war eine Schweizer Wohltäterin und italienische Patriotin.
Leben
Giuseppina Morosini war eine Tochter von Emilia Zeltner und des Tessiner Gross- und Staatsrat Giovanni Battista Morosini aus der adligen Familie Morosini. Ihr Grossvater war Xaver Zeltner. Sie hatte drei Schwester und einen Bruder Emilio, der zu den Freiheitskämpfern des Risorgimento gehörte. Mit zwei Freunden nahm er am Fünf-Tage-Aufstand von Mailand teil und kam im Juni 1849 im ersten Unabhängigkeitskrieg in Rom ums Leben.[1]
Morosini brachte ihre patriotischen Gefühle während der Mailänder Unruhen von 1848 zum Ausdruck. Auch nachdem sie 1851 den verwitweten Grafen Negroni Prati geheiratet hatte, pflegte sie weiterhin die bestehenden Beziehungen, während ihr Mann dem Liberalismus kritisch gegenüberstand. Als gebildete Frau unterhielt sie zu vielen Intellektuellen und Gelehrten Kontakte. So vor allem mit dem Komponisten Giuseppe Verdi und mit dem Maler Francesco Hayez, der ihr seine Memoiren diktierte, aber auch mit dem Politiker Angelo Fava und dem Psychiater Andrea Verga.[1]
Nach der Einigung Italiens engagierte sich Morosini in vielen Bereichen des sozialen Lebens. Sie half nicht nur durch großzügige Geldspenden, sondern auch durch eigenen persönlichen Einsatz. Zur Unterstützung von Waisenkindern gründete sie 1896 die Associazione nazionale per la difesa della fanciullezza abbandonata. Zwei Jahre später wurde die Gemeinnützigkeit anerkannt. Die Schirmherrschaft übergab sie nach vielen Jahren an ihre Tochter Luisa (1857–1927).[1]
Morosini verfasste mehrere biografische Studien über berühmte Italiener. Sie fertigte diese in Form von Anekdoten an, um das italienische Nationalbewusstsein der jüngeren Generationen zu stärken.[1]
Wie ihre Mutter und Schwester bewahrte sie die Urne mit dem Herz des polnischen Nationalhelden Tadeusz Kościuszko in Vezia. Im Jahr 1895 wurde es an das Polnische Nationalmuseum in Rapperswil übergeben.
Nach ihrem Tod ging die Villa Morosini in Vezia an die Familie Negroni über und wurde als «Villa Negroni» bekannt.
Literatur
- A. Drago: Dizionario delle italiane per bene e per male. Mailand 1983. S. 119.
- M. Rosi: Dizionario del Risorgimento Nazionale. Band III/2. Milano 1933. S. 686
- E. Bruno, V. Roggero (Hrsg.): La donna nella beneficenza. Band 2. Turin 1910, S. 85.
Briefeditionen:
- Giuseppe Martini, Pietro Montorfani (Hrsg.): Carteggio Verdi-Morosini, 1842–1901. Parma 2013.
- Monsignor Geremia Bonomelli e la Contessa Giuseppina Negroni Prati Morosini. Corrispondenza inedita. Missaglia 1999. S. 11–26.
Nachrufe:
- La Perseveranza. 18. März 1909.
- Corriere della Sera. 18. März 1909.
- La Rassegna nazionale. 1909. S. 311.
Weblinks
Belege
- ↑ a b c d Luisa Lombardi: Morosini Negroni Prati Giuseppina. In: Dizionario Biografico dell’Educazione (1800–2000).