Giuseppe D’Alema
Giuseppe D’Alema (* 15. Mai 1917 in Ravenna, Emilia-Romagna; † 3. November 1994 in Rom) war ein italienischer Politiker des Partito Comunista Italiano (PCI), der unter anderem von 1963 bis 1983 Mitglied der Camera dei deputati war.
Leben
Giuseppe D’Alema, Sohn des Grundschullehrers und Bildungsinspektors Nicola D’Alema und Anna Morelli absolvierte ein Studium der Politik- und Sozialwissenschaften, welches er mit einem „Laurea in scienze politiche e sociali“ beendete. Während des Studiums war er noch Sekretär der Faschistischen Universitätsgruppe GUF (Gruppi Universitari Fascisti) und schloss sich nach dem Waffenstillstand von Cassibile am 3. September 1943 im Zweiten Weltkrieg der Widerstandsbewegung Resistenza an, woraufhin er unter anderem mit Arrigo Boldrini an Partisanenkämpfen in Milano Marittima teilnahm. Er war eine führende Persönlichkeit der geheimen Kommunistischen Partei PCI (Partito Comunista Italiano) in Ravenna und agierte unter dem Kampfnamen „Alberto“ in enger Zusammenarbeit mit Arrigo Boldrini als Politkommissar in der späteren 28. Brigade „Mario Gordini“ der Patriotische Aktionsgruppen GAP (Gruppi d’Azione Patriottica) und später in der 35. Brigade „B. Rizieri“. Nach Kriegsende arbeitete er als Funktionär in der Parteizentrale des PCI.
Bei den Parlamentswahlen am 28. April 1963 wurde Giuseppe D'Alema für den PCI erstmals zum Mitglied der Abgeordnetenkammer (Camera dei deputati) und gehörte dieser nach seinen Wiederwahlen 1968, 1972, 1976 und 1979 in der vierten bis zum Ende der achten Legislaturperiode vom 16. Mai 1963 bis zum 11. Juli 1983 an. Während seiner Parlamentszugehörigkeit war er unter anderem in der vierten, fünften und sechsten Legislaturperiode vom 1. Juli 1963 bis zum 4. 1976 Mitglied des Ausschusses für Haushalt und Staatsbeteiligungen (Commissione bilancio e partecipazioni statali) beziehungsweise des Ausschusses für Haushalts, Planungs und Staatsunternehmen (Commissione bilancio e programmazione, partecipazioni statali)[1][2][3] Gleichzeitig fungierte er in der sechsten Legislaturperiode vom 25. Mai 1972 bis zum 4. Juli 1976 als Vizevorsitzender der PCI-Fraktion in der Abgeordnetenkammer und damit neben Carlo Alberto Galluzzi[4] Stellvertreter des Fraktionsvorsitzenden Alessandro Natta.[5] In der siebten Legislaturperiode war er zwischen dem 27. Juli 1976 und dem 19. Juni 1979 Vorsitzender sowie im Anschluss in der achten Legislaturperiode vom 11. Juli 1979 bis zum 11. Juli 1983 noch Mitglied des Finanz- und Schatzausschusses (Commissione finanze e tesoro).[6][7]
1948 heiratete er die aus einer antifaschistischen Familie stammende Fabiola Modesti (1924–2008), die er bei einem Empfang in der sowjetischen Botschaft in Rom kennengelernt hatte. Aus ihrer Ehe ging Massimo D’Alema (* 1949)[8] hervor, der bis zu ihrer Auflösung 1990 PCI-Vorsitzender und später Präsident des Ministerrats sowie Außenminister war.
Weblinks
- Giuseppe D’Alema. In: Camera dei deputati. Abgerufen am 28. Oktober 2025 (italienisch).
Einzelnachweise
- ↑ Giuseppe D’Alema (4. Legislaturperiode). In: Camera dei deputati. Abgerufen am 28. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Giuseppe D’Alema (5. Legislaturperiode). In: Camera dei deputati. Abgerufen am 28. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Giuseppe D’Alema (6. Legislaturperiode). In: Camera dei deputati. Abgerufen am 28. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Carlo Alberto Galluzzi. In: Camera dei deputati. Abgerufen am 28. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Alessandro Natta. In: Camera dei deputati. Abgerufen am 28. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Giuseppe D’Alema (7. Legislaturperiode). In: Camera dei deputati. Abgerufen am 28. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Giuseppe D’Alema (8. Legislaturperiode). In: Camera dei deputati. Abgerufen am 28. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ D’Alema, Massimo. In: rulers.org. Abgerufen am 27. Oktober 2025 (englisch).