Gesellschaftswissenschaftliches Institut Hannover
Das Gesellschaftswissenschaftliche Institut Hannover ist ein gemeinnütziger Verein, der 1991 in Hannover gegründet wurde. Inzwischen arbeiten in ihm Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen (Philosophie, Mathematik, Sozialwissenschaften, Geschichte, Naturwissenschaften, Literatur- und Sprachwissenschaften) zusammen, deren Interesse am gegenwärtigen Stand des wissenschaftlichen Bewusstseins und der Gesellschaftswissenschaft durch die allen gemeinsame Orientierung an der philosophischen Tradition, der Kritik der politischen Ökonomie sowie der kritischen Theorie bestimmt ist.
Das GI organisierte über mehrere Jahrzehnte regelmäßig Seminare, Tagungen und Vorträge zu Themen der kritischen Gesellschaftswissenschaft, der Philosophie und fächerübergreifenden Gegenständen, außerdem fanden in der vorlesungsfreien Zeit Ferienkurse an. Die Seminarreihen sollten das Lehrangebot der Universität Hannover ergänzen. Sie wurden in der Regel in Zusammenarbeit mit Dozenten des Philosophischen Seminars oder der sozialwissenschaftlichen Institute konzipiert. Die zu Beginn in der Universität, später auch im eigenen Seminarraum stattfindenden öffentlichen Seminare wurden ehrenamtlich von Studenten höheren Semesters oder ehemaligen Studenten geleitet. Sie stehen nicht nur Studenten der Philosophie und der Sozialwissenschaften offen, sondern sie ermöglichen auch Studenten anderer Fachrichtungen, sich mit den philosophischen Grundlagen ihrer Wissenschaft vertraut zu machen. Bis heute finden (Online-)Lesekreise zur Einführung in philosophische Klassiker und die kritische Theorie statt.
Peter-Bulthaup-Archiv
Seit dem November 2004 hat das GI zudem die Aufgabe, die Veröffentlichung des wissenschaftlichen Nachlasses von Peter Bulthaup zu organisieren. Da Peter Bulthaup zu Lebzeiten weit weniger veröffentlicht als geschrieben hat, sind in dem Nachlass bislang unzugängliche Schriften enthalten. Darunter befinden sich vor allem die Vorlesungsskripte und unveröffentlichte Aufsätze zu erkenntnistheoretischen Themen, zur Philosophie der Naturwissenschaften, zu metaphysischen Themen, zur Rechtsphilosophie, zur Geschichtsphilosophie und zur praktischen Philosophie; außerdem noch zur Ästhetik und zu Themen der kritischen Theorie. Seit 2005 arbeiteten die Mitarbeiter des Archivs an der Erschließung und Digitalisierung des Bestandes. Seit 2013 befindet sich das Archiv in der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek in Hannover zur Aufbewahrung. Dort sind sowohl der handschriftliche Nachlass Bulthaups wie auch seine Handbibliothek öffentlich einsehbar. 2025 erschien der erste Band der vom GI herausgegebenen Editionsreihe Vorlesungen und Schriften aus dem Nachlass.
Zurzeit finanziert sich das GI zum überwiegenden Teil aus Spenden.
Vorstand:
- Stephanie Heck
- Helge Nickele
- Michael Städtler
Mitarbeiter:
- Johannes Bruns
- Michael Heidemann
Wissenschaftlicher Beirat:
- Andreas Arndt (Berlin)
- Peter Bulthaup (†)
- Andreas Gruschka (Frankfurt am Main)
- Adelheid Homann (Oldenburg)
- Gernot Koneffke (†) (Darmstadt)
- Günther Mensching (Hannover)
- Moshe Zuckermann (Tel Aviv)
Weblinks
Koordinaten: 52° 22′ 0,12″ N, 9° 42′ 45,72″ O