Geschichte des Eiskunstlaufes
Die Geschichte des Eiskunstlaufes reicht bis in die Jungsteinzeit zurück. Archäologische Funde belegen, dass Gleitkufen aus Unterbeinknochen (Rind, Pferd oder Rentier) gefertigt wurden.[1][2][3] Der älteste Fund wird auf 4000 Jahre geschätzt und stammt aus der Schweiz. Er wird in der Berner Stadtbibliothek aufbewahrt.[1][4] Ein etwas jüngerer Fund trat in Nähe des Burabai-Sees im nördlichen Kasachstan zu Tage. Weitere Funde aus frühgeschichtlicher Zeit verzeichnet der Forscher Matthias Hampe für Ungarn, Österreich, Holland, England und Skandinavien, später auch für Deutschland.[1]
Vorwiegend in wasserreichen Gebieten des Nordens wurden diese Schlittschuh-Vorformen als Mittel zur schnellen Fortbewegung eingesetzt. In ihrer Frühgeschichte ist die Bewegungskultur auf dem Eis daher eher als Eislauf zu bezeichnen. Mit Kufen versehenes Schuhwerk diente dem Zurücklegen großer Strecken und wurde auch zur Jagd genutzt.[1] Doch die Übergänge vom funktionellen Eislauf zum gestalteten Eiskunstlauf zeigen sich als fließend.
Verschiedene Erzählungen und eine reiche Bildgeschichte dokumentieren, dass das Eislaufen in den Niederlanden seit dem 14. Jahrhundert praktiziert und als darstellungswürdig wahrgenommen wurde. Dabei lösten um 1300 eisenbeschlagene Holzschlittschuhe den Knochenschlittschuh ab. Kanten boten nun Halt und Abstoß. Stöcke erübrigten sich, die Arme wurden frei, die Bewegungen waren steuerbar.[5]
Seit dem 16. Jahrhundert entwickelte sich die Fortbewegung auf Schlittschuhen zu einem bürgerlichen Breitenphänomen. Aus den Niederlanden strahlte der Trend in andere europäische Länder aus.[6] Eisfeste, teils als Karnevals-Maskeraden gestaltet, sind für die führenden Höfe in Wien[7][8] und Versailles[9] belegt. Im Rahmen höfischer Repräsentation spielten Prunkschlitten jedoch eine übergeordnete Rolle.[8]
Rückkehrende politische Flüchtlinge aus Holland brachten den Eiskunstlauf etwa um 1660 nach England. Hier übte sich vornehmlich der Adel in der neuen Bewegungskunst. Als „Gentle Art“ gewann „Skating“ zunehmend eine elitäre Färbung und wurde in exklusiven Clubs gepflegt: 1742 wurde in der schottischen Stadt Edinburgh unter Patronage des Herzogs der weltweit erste Eislaufverein gegründet. Eingeübte Posen und Haltungen dienten zur Abgrenzung von volkstümlicher Vergnügung. Nur über eine Prüfung wurde Aufnahme in den Edinburgh Skating Club gewährt.[10] Robert Jones gab 1772 das erste illustrierte Eiskunstlauf-Lehrbuch der Welt heraus.[11][10][12][13]
In Ländern des späteren Deutschen Reiches stellte sich die Akzeptanz für die in den Niederlanden verbreitete Bewegungskultur nur zögerlich ein und blieb lange Zeit mit negativen Moralvorstellungen behaftet.[14] Eislaufen galt als jugendliches Vergnügen und war eher in einfacheren Schichten beheimatet. Erst Intellektuelle wie der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock, der mit dem Eislaufen am Kopenhagener Hofe Friedrich V. vertraut gemacht worden war, konnten im aufklärerischen Sinne von dem Nutzen der individuellen physischen Betätigung in freier Natur überzeugen. Zu nennen sind hier seine Oden „Der Eislauf“ (1764)[15], „Braga“ (1766)[16], und „Die Kunst Tialfs“ (1767). Das Eislaufsymbol, so der Forscher Matthias Hampe, erscheint als Metapher des Protestes gegen tradierte gesellschaftliche Zwänge.[17] Einen treuen Verbündeten fand der Eislaufwerber Klopstock in Goethe, der den Eislauf 1775 am Weimarer Hofe einführte.[18][19] Im Jahr 1796 schrieb auch er ein Eislaufgedicht „Der Winter“.[20]
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts kam es schließlich in vielen Teilen der Welt zur Gründung von Eislaufvereinen.[21] Inzwischen vermochte man es auch, künstliche Eisflächen zu präparieren.[4] Die winterliche Bewegungskultur erlebte einen enormen Aufschwung und sah einer zunehmenden Kultivierung als sportliche, musische und ästhetische Betätigung entgegen.
So nahm das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Eiskunstlauf bereits zu seiner Gründung 1894 in den Reigen durchzuführender Sportdisziplinen auf. Tatsächlich wurden erst 1908 Wettkämpfe im Eiskunstlauf in London ausgetragen, 1920 folgten in Antwerpen Wettbewerbe im Eishockey und 1924, anlässlich der ersten Winterspiele, in Chamonix, im Eisschnelllauf.[22]
Zuletzt wurde der Eistanz in Innsbruck 1976 in den Rang einer olympischen Disziplin erhoben.
Der Eislauf im Spiegel von Text und Bild
Der Eislauf in nordischer Mythologie
Die Fertigkeit, sich auf dem Eis mit Schlittschuhen bewegen zu können und Gefährdungen glatter, brüchiger Flächen souverän zu beherrschen, fand an verschiedener Stelle Eingang in den Sagenkreis nordischer Mythologien und zeichnete Helden und Könige aus: In der Heimskringla (um 1230) charakterisiert der Skaldendichter Snorri Sturolson, den Bruder des Königs durch seine besonderen Fähigkeiten, Schlittschuhlaufen zu können.[5] In der Frithjofssage (um 1380) schreibt Frithjof die Runen seiner geliebten Ingeborg mit Stahlschuhen ins Eis.[5][23]
„Der Held mit den Stahlschuh'n steht auch nicht still, Er jagt vorüber, so oft er will.
Und Ingeborgs Runen ritzt so sein Fuß, Daß ihr Schlitten darüber hinfliegen muß.“
Erste historische Erwähnungen und Bildfindungen
Eine frühe Erwähnung liefert der Mönch William Fitzstephen aus Canterbury. In seiner um 1170 niedergeschriebenen Biographie über Thomas Becket schildert er eine Szene, die sich hinter den Londoner Nordstadtmauern abspielte:[24]
„… wenn die Moore in Finsbury und Moorfields gefrieren, läuft da die Londoner Jugend. Einige haben zu den Fersen Knochen befestigt und in der Hand halten sie einen beschlagenen Stock. Sie fliegen über das Eis wie Vögel oder geschossene Pfeile. Plötzlich rennen zwei Jungen mit aufgehobenen Stöcken gegeneinander und greifen sich so lange an, bis sie fallen. Oft verletzen sie sich am Kopf, und wenn einer unter den anderen fällt, bricht er sich den Arm oder auch das Bein …“
Der erste bildliche Darstellung eines Eislaufszene überliefert ein Holzschnitt in der 1498 in Schiedam erschienenen Ausgabe der Biographie der Lidwina von Schiedam (1380–1433). Autor der Vita ist der Franziskaner Johannes Brugman; Der Holzschnitt zeigt den fatalen Sturz der jungen Schlittschuhläuferin auf dem Eis, der sich der Legende nach 1396 ereignet haben soll. Von diesem Sturz bis zu ihrem Lebensende gezeichnet, galt Lidwina forthin als Märtyrerin. Erst 1890, in einer Zeit allgemeiner Eislaufbegeisterung, wurde sie als Patronin der Schlittschuhläuferinnen und -läufer heilig gesprochen.[25] Für die Geschichte der Eislauftechnik ist das Motiv eines jungen Mannes im Hintergrund des Holzschnittes von Bedeutung: Sein Gleiten mit erhobenem Spielbein lässt auf Schlittschuhe mit Kanten schließen.
Das Motiv des Eislaufs auf Bildern niederländischer Künstler
Pieter Bruegel der Ältere führte um die Mitte des 16. Jahrhunderts das Motiv des Schlittschuhlaufens als eine der typischen Tätigkeiten ein, die in den Wintermonaten ausgeübt wird. Dabei bricht er mit der Tradition der Monatsbilder, die im Winter üblicherweise das Schlachten thematisierten. An prominenter Stelle zeigt er das Schlittschuhlaufen auf gefrorenen Teichen, beispielsweise in seinem Bild, Jäger im Schnee (1565), einem von sechs Bildern einer Jahreszeitenfolge. Zu sehen sind eingemummte Personen unterschiedlichen Alters und unterschiedlichen Geschlechtes, Dorfbewohner aus der umliegenden Ansiedelung. Sie versuchen sich in verschiedenen Spielen, präsentieren ungelenke Posen oder tanzen zu dritt und zu zweit. Auch Stürze hält der Maler fest. Daniela Hammer - Tugendhat hat auf die ethischen Dimensionen der Bildschöpfungen Pieter Bruegels aufmerksam gemacht.[26] In dem Gemälde „Jäger mit Schnee“ wird der Eislauf mit einer Vogelfalle kontrastiert, ein Motiv, das Bruegel auch zum zentralen Thema der Winterlandschaft mit Eisläufern und Vogelfalle macht. Es entstand im selben Jahr und fand in sehr vielen zeitgenössischen Repliken und Kopien weite Verbreitung. Der Leichtsinn unbekümmerter Lebensfreude, die sich der Fragilität des irdischen Lebens nicht bewusst ist, wird als eine Deutung vorgeschlagen.[27]
Anfänge des Modernen Eislaufes
Die Entdeckung des Eislaufens als darstellende Kunst: Jackson Haines (1840–1875)
Wegbereiter für die weitere Entwicklung des Eiskunstlaufes sowohl in künstlerischer und technischer Hinsicht, als auch in Bezug auf internationale Bewertungskriterien und Klassifizierungen war der Amerikaner Jackson Haines.[28][29][30]
In eine theaterbegeisterte New Yorker Familie hineingeboren, erhielt Jackson Haines von 1850 bis 1857 seine erste Ausbildung in Europa. Er genoss Unterricht in Musik, Tanz und Französisch. Anschließend arbeitete er bis 1864 als Tanzlehrer und Ballettmeister in Philadelphia.[31]
Während dieser Zeit entwickelte er einen neuen Schlittschuhtyp mit Schraubbefestigung und kombinierter Kufengestaltung: Diese war nun an der Spitze und am Ende stark gekrümmt. Weite schwungvolle Bögen konnten so mit kurzen schnellen Drehungen kombiniert werden. Mit dem neuen Schuhwerk gelang es Haines, Bühnen- und Parkett-tänze in fließenden Bewegungen zu Musik auf dem Eis vorzutragen. „Basierte der Figurenlauf [bisher] auf Befriedigung von inneren Bedürfnissen wie Vergnügungen, Gesunderhaltung, Geselligkeit und sportlichem Konkurrenzdenken, zielte Haines auf Darstellung und Wirkung. Er wollte eine spezifische Kunstform schaffen.“[31]
Obwohl Haines 1863 und 1864 die bereits gut organisierte amerikanische Meisterschaft im Figurenlauf für sich entscheiden konnte, fand seine expressive Bewegungskunst in dieser Umgebung wenig Anklang. Zu sehr behauptete sich die steife und strenge britische Eislauftradition als stilbildendes Ideal. Kritiker warfen Haines vor, sich zu sehr auf Körper- und Extremitätsposen zu konzentrieren und dabei den Figurenlauf zu vernachlässigen. Noch während der amerikanische Bürgerkrieg tobte, begab sich Haines 1864/65 auf eine Europa-Tournee. Er besuchte Großbritannien und Nordeuropa (Berlin, Christiana, Stockholm, St. Petersburg). Insbesondere sein Aufenthalt in Stockholm bereitete unerwartet große Erfolge.
Im Winter 1868 kam Haines auf Einladung des neu gegründeten Wiener Eislaufvereines nach Wien, einer Stadt, die sich seit dem 18. Jh. zu einem Zentrum der Ballkultur entwickelt hat und sich empfänglich für die Bewegungskunst des Amerikaners zeigte.[32][33] Mit einer beachtlichen Gage von 2.436 Gulden honoriert, zeigte er in sechs Vorstellungen vor insgesamt 18.000 Zuschauern sein Können.[32] Weitere Stationen seines rastlosen Tournée-Lebens waren Budapest, Berlin, Prag.
„Der Schlittschuhtanz-Künstler Herr Jackson Haines hat gestern in diesem Musentempel [= K.k. priv. Carltheater, Wien] wieder seinen eisigen Laufteppich ausgebreitet, um im Vereine mit seiner Schülerin, Fräul. Leopoldine Adacker, einem ehemaligen Balletmitgliede dieser Bühne, seine Gewandtheit und Kunstfertigkeit im Schlittschuhtanze, sowie seine Leistungsfähigkeit als Lehrer dieser Kunst dem Publikum zu zeigen. Er wurde, eingedenk der vorjährigen Triumphe, auf das Freudigste begrüßt und erntete für seine meisterhaften Leistungen vielen Beifall.“
Schon 1871 konnte sich Jackson Haines bei seinem zweiten Besuch in Wien von der fortgesetzten Wirkung seines Impulses überzeugen. Eistanzen, insbesondere zu Walzermusik, wurde bald zu einem fixen Bestandteil des Wiener Gesellschaftslebens. 1874/75 konnte der aufstrebende Pionier des Eiskunstlaufs auch in St. Petersburg eine freundschaftliche Beziehung zu Zar Alexander II. entwickeln. Tragisch verstarb er jedoch bald danach im Alter von nur 35 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung in Finnland (Gambla Karleby).
Die Bemühungen, den Eislaufsport systematisch zu erfassen und ein Regulativ zu schaffen mündeten 1881 in die Veröffentlichung des Buches „Spuren auf dem Eise – Die Entwicklung des Eislaufens auf der Bahn des Wiener Eislauf-Vereines“ von Karl v. Korper, Max Wirth und Demeter Diamantidi.[34] Die in diesem Werk beschriebenen Grundlagen, die auf die Auftritte Jackson Haines zurückgehen, haben bis heute Gültigkeit. Das Werk und die von Dr. Karl v. Korper verfasste erste Wettkampfordnung für Eiskunstlauf hatte maßgeblichen Einfluss auf das sogenannte Regulativ der Internationalen Eislaufunion (ISU). Die Wiener Schule im Eiskunstlauf setzte sich international durch und wurde schließlich zum internationalen Stil.[35]
Die Entwicklung des Eiskunstlaufs der Frauen im 19. Jahrhundert
„Das Schlittschuh laufen macht mir jetzt große Freude, da ich ordentlich laufen kann; ich laufe bei der Moabiter Brücke, .... dort läuft die höhere Gesellschaft so wie auch meine Verwandten. Selbst Damen versuchen es.“
Während die Winterbilder Pieter Bruegels des Älteren zeigen, dass Eislaufen in den Niederlanden seit dem 16. Jahrhundert als inklusive Freizeitbetätigung gesehen wurde, fanden sich Frauen in anderen Regionen Europas noch lange von diesem Sport ausgegrenzt und wurden mit moralischen Vorbehalten konfrontiert. Um diese zu brechen, bedurfte es einerseits der Aufklärungspädagogik, wie sie allen voran mit der Autorität Goethes am Weimarer Hof umgesetzt wurde.[20] Andererseits spielte das Vorbild prominenter Frauen eine wichtige Rolle: Zu ihnen zählen die Sängerin Henriette Sontag (1806–1854), die das Eislaufen für Frauen bereits um 1830 in Berlin salonfähig machte und eine Reihe von Nachahmerinnen fand. Weiter sind Lola Montez (1821–1861) in München und Auguste Wilbrandt-Baudius (1843–1937) in Wien zu nennen.[36][37] Letztere trat bereits in Hosen auf, ein Konventionsbruch mit der damaligen Damenmode, der ein bezeichnendes Schlaglicht auf die sich in der Sportkleidung vollziehende Emanzipation von Frauen wirft.
Bereits am 24. Februar 1875 schrieb der Wiener Eislaufverein eine Kunstlaufkonkurrenz für Damen aus, doch endete diese unentschieden mit einem Preisrichterskandal.[37] Es dauerte noch fast eine Generation bis eine Frau die Männerdomäne endgültig sprengte. Denn, obwohl Weltmeisterschaften nur männliche Bewerber adressierten, hatte sich die Britin Florence Madeleine „Madge“ Syers (1881–1917) 1902 gegen alle Gepflogenheiten in London angemeldet und wurde überraschend Vize-Weltmeisterin. Große Karriere als Eiskunstläuferin war auch Charlotte Oelschlägel (1898–1984) beschieden. Sie trat schon mit zehn Jahren als Profi-Eiskunstläuferin in Berlin auf. Als Siebzehnjährige reiste sie nach New York und triumphierte auch dort. Dank ihr stieg die Beliebtheit des Eiskunstlaufes in den USA an.
Internationalisierung des Eiskunstlaufs an der Wende zum 20. Jahrhundert: Standardisierungen in Stil und Technik - Axel, Salchow, Rittberger
Um zu zeigen, welches Niveau im Eiskunstlaufen in Wien gepflegt wurde, veranstaltete der Wiener Eislaufverein ab dem 22. Januar 1882 ein „Internationales Preis-Figuren-Eislaufen“. Dieser Wettbewerb gilt heute als erster internationaler Eiskunstlaufbewerb und war von bahnbrechender Wirkung.[38] Axel Paulsen zeigte hier etwa seinen berühmten Sprung, den nach ihm benannten Axel. Wenige Jahre später steigerte der Schwede Ulrich Salchow den virtuosen Charakter des Eiskunstlaufs durch die Einführung eines neuen Schlittschuhpatentes, das stärkeres Abstoßen und noch höhere Sprünge ermöglichte. Wie der Axel-Sprung ist auch der Salchow-Sprung in die Geschichte des Eiskunstlaufs eingegangen. Werner Rittberger ist der Erfinder eines weiteren Grundsprungs des heutigen Eiskunstlaufes, des nach ihm benannten Rittberger-Sprunges. Alle drei Sprünge zählen seither zum eingeforderten Grundrepertoire angehender Eiskunstläufer.
Ein erster Olympiawettbewerb im Eiskunstlauf fand während der Olympischen Sommerspiele 1908 auf künstlicher Eisbahn in London statt. Salchow wurde Sieger im Eiskunstlauf. Darüber hinaus konnte er insgesamt 10 Mal den Weltmeistertitel erringen.
Einen weiteren wichtigen Meilenstein stellte die Eröffnung des Sportpalastes in Berlin (1910) dar. Seine Eisfläche betrug 2400 m² (60 m × 40 m). Angesichts dieser neuen Trainingsmöglichkeiten stieg die Leistung der Eiskunstläufer und fand das breite Interesse eines wachsenden Publikums. Neue Dimensionen der Talentförderung öffneten sich.
Zwischen und nach den Weltkriegen
Die Veranstaltung großer Eiskunstlaufwettbewerbe wurde nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1922 wieder aufgenommen. Hauptpersonen waren die Norwegerin Sonja Henie und der Österreicher Karl Schäfer.
Die 10-fache norwegische Weltmeisterin brachte in den Eiskunstlauf nicht nur neue Mode – bis zu den Knien kurzer Rock –, sondern auch Eleganz und gründlich überarbeitete Bewegungen ein. Ganze zehn Jahre lang war sie eine der bewundertsten Frauen der Welt.
Die herausragende Persönlichkeit des Herreneinzels in den 1930er-Jahren war der österreichische Eiskunstläufer Karl Schäfer. In den Jahren 1929–1936 wurde er 8-facher Europa- und 7-facher Weltmeister.
Der Zeitraum nach dem Zweiten Weltkrieg war die wichtigste Etappe des Eiskunstlaufes, denn er erlebte einen ungewöhnlichen Aufschwung. Der Aufbau von neuen Kunsteisbahnen, die schrittweise in gedeckte Hallen umgewandelt wurden, ermöglichte intensiveres Training, und das beeinflusste natürlich auch die Sportleistung. Die Kür gewann langsam mehr Gewicht über den bis dahin bevorzugten Pflichtlauf, der für Zuschauer nicht allzu attraktiv war.
Die Kriegsjahre, ohne die Möglichkeit international zu konkurrieren, brachten den Europäern eine Verzögerung in ihrer Entwicklung, die sie nicht gleich einholen konnten. Die Amerikaner hatten die Möglichkeit ausgenutzt, ungestört ihre Arbeit fortzusetzen, und dank intensiver physischer Vorbereitung bereicherten sie den Eiskunstlauf mit mehr Dynamik, Schnelligkeit und Ausdauer.
Der erste Eiskunstläufer, der sich in der Nachkriegszeit mit einer Kür international durchsetzen konnte, war der Amerikaner Richard Button. Souverän beherrschte er die doppelten Sprünge. Im Training versuchte er den dreifachen Salchow. Bei den Damen bestimmten die Kanadierin Barbara Ann Scott, die Amerikanerin Peggy Fleming und die Deutsche Gabriele Seyfert die Weltspitze.
Ab 1952 wurde Eistanzen international zum Leistungssport, erste Meisterschaften fanden statt. Es siegten vor allem die britischen Tanzpaare mit ihrer charakteristischen Durchführungsweise, der sogenannten britischen Tanzschule.
Der Eiskunstlauf an der Wende zum 21. Jahrhundert
Stark besetzt wurde das Herreneinzel. Überseeische und russische Wettkämpfer beherrschten hier lange Zeit das Feld, wie z. B. Brian Orser, Brian Boitano, Alexander Fadejew, Wiktor Petrenko, Elvis Stojko, Alexei Jagudin und Jewgeni Pljuschtschenko. In ihrem Können überwogen dreifache und vierfache Sprünge in verschiedenen Kombinationen und Sprungfolgen, interessante Pirouetten und sehr ideenreiche Schrittfolgen.
Bei den Damen erntete die ostdeutsche Eiskunstläuferin Katarina Witt den größten Ruhm. Ihre Karriere begann mit dem Olympiasieg in Sarajevo 1984, setzte sich über mehrere Europa- und Weltmeistertitel fort und erreichte ihren Höhepunkt, als sie ihren Olympiasieg in Calgary 1988 verteidigte. Ihr Lauf war immer technisch anspruchsvoll mit kreativer Choreografie und perfekter Durchführung. Weitere erfolgreiche Damen im Welteiskunstlauf waren Midori Ito, Kristi Yamaguchi, Chen Lu, Marija Butyrskaja, Michelle Kwan und Irina Sluzkaja. Derzeit herrschen hier Erfolge von asiatischen Läuferinnen vor (Shizuka Arakawa, Miki Andō, Mao Asada, Kim Yu-na).
Bei den Sportpaaren beherrschten jahrelang die sowjetische Paare die Eisflächen. Sie waren seit den Olympischen Spielen 1964 lange Zeit ungeschlagen. Zu den erfolgreichsten gehörten Ljudmila Beloussowa/Oleg Protopopow, Irina Rodnina mit Alexei Ulanow und dann mit dem weiteren Partner Alexander Saizew, Jekaterina Gordejewa/Sergei Grinkow, Artur Dmitrijew mit beiden Partnerinnen (Natalja Mischkutjonok bzw. Oxana Kasakowa), Jelena Bereschnaja/Anton Sicharulidse. Nach dem Abgang der Olympiasieger 2006, 5-fachen Europa- und 2-fachen Weltmeister Tatjana Totmjanina/Maxim Marinin scheint diese Vorherrschaft gebrochen. Es gibt sowohl ausgezeichnete Paare aus Amerika und Asien (beispielsweise Xue Shen/Hongbo Zhao), als auch aus Europa (Aljona Savchenko/Robin Szolkowy).
Den Eistanz beherrschten jahrelang die britische Paare und dann das sowjetische Eistanzpaar Ljudmila Pachomowa/Alexander Gorschkow, das insgesamt sechs Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften, weitere sechs Goldmedaillen bei Europameisterschaften in den Jahren 1970–1976 und den Titel der ersten Olympiasieger im Eistanz 1976 gewann. Ihre Nachfolger waren Irina Moissejewa/Andrei Minenkow und Natalja Linitschuk/Gennadi Karponossow. Die Vorherrschaft der Sowjeteistänzer unterbrach das britische Paar Jayne Torvill/Christopher Dean für ein paar Jahre. Sie gewannen viermal den Weltmeistertitel und im Jahr 1984 die olympische Goldmedaille. Nach ihnen traten wieder sowjetische Eistanzpaare an, das Paar Oxana Grischtschuk/Jewgeni Platow gewann sogar zweimal den Olympiatitel (1994, 1998). Nach ihrem Abgang gab es jährlich neue Titelbesitzer – Anschelika Krylowa/Oleg Owsjannikow, Marina Anissina/Gwendal Peizerat, Barbara Fusar-Poli/Maurizio Margaglio, Irina Lobatschewa/Ilja Awerbuch, Shae-Lynn Bourne/Victor Kraatz – bis Tatjana Nawka/Roman Kostomarow und anschließend Albena Denkowa/Maxim Stawiski den Titel je zwei Mal erringen konnten.
Entwicklung des Eislaufes in Deutschland
1861 wurde der erste Eislauf-Verein in Frankfurt und 1888 der Deutsche Eislauf-Verband gegründet. 1889 trat der Wiener Eislauf-Verein, gegründet 1867, den Deutschen Eislaufverbänden bei, der sich von da an Deutscher und Österreichischer Eislaufverband nannte.
Wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des deutschen Eiskunstlaufes war die Eröffnung des Berliner Sportpalastes. Das große Steingebäude stand an der Lutherstrasse, die Eisfläche war 60 Meter lang und 40 Meter breit. Berlin wurde damit zu einem neuen Sportzentrum des Welteiskunstlaufes und dank seiner günstigen Lage zwischen den Eiskunstlaufmetropolen Wien und Stockholm auch zu einer bedeutenden Kreuzung.
Zur Weltmeisterschaft der erwachsenen Amateure, der ISU Adult Figure Skating Competition[39] kommen seit 2005 Sportler aus vielen Nationen im Eissportzentrum Oberstdorf zusammen, zuletzt in Oberstdorf vom 29. Juni bis 4. Juli 2025.[40]
Einzellauf
Herren
Schon bei der ersten Europameisterschaft 1891 in Hamburg besetzten Herren aus dem Deutschen Kaiserreich im Einzellauf alle drei Medaillenposten. Oskar Uhlig wurde erster Eiskunstlaufeuropameister der Geschichte, auf Rang zwei und drei folgten Anon Schmitson und Franz Zilly.
Bei der Europameisterschaft 1895 erschien zum ersten Mal der gebürtige Grazer Gilbert Fuchs auf der internationalen Bühne und landete auf dem dritten Rang. Er wurde 1896 in Sankt Petersburg erster Eiskunstlaufweltmeister der Geschichte. 1906 wiederholte er seinen Titelgewinn.
Heinrich Burger, der seinen Ruhm hauptsächlich seinen großen Erfolgen im Paarlauf an der Seite von Anna Hübler verdankt, wurde 1904 und 1906 Vize-Weltmeister im Herreneinzel.
Schon bei seinem Weltmeisterschaftsdebüt 1910 in Davos gehörte Werner Rittberger zu den Titelaspiranten. Obwohl er an Kunsteis gewöhnt war, verlor er nichts von seiner Schnelligkeit und seinem Mut auf der freien Eisbahn. Obgleich er ein ausgezeichneter Eiskunstläufer war, errang Rittberger nie den Welt- oder Europameistertitel, wurde aber von 1910 bis 1912 drei Mal in Folge Vize-Weltmeister und gewann vier Medaillen bei Europameisterschaften. Elf Mal wurde Rittberger im Zeitraum von 1911 bis 1928 deutscher Meister, so oft wie kein anderer. In die Eiskunstlaufhistorie schrieb sich Rittberger mit seinem neuen Sprung mit rückwärtigem Anlauf. Der Rittberger ist einer der Standardsprünge des Eiskunstlaufs.
Nachdem Werner Rittbergers Ära, die fast zwanzig Jahre gedauert hatte, zu Ende ging, wurde Ernst Baier der dominierende deutsche Eiskunstläufer. Seine größten Erfolge feierte er mit Maxi Herber im Paarlauf, doch auch im Einzellauf gehörte der deutsche Meister von 1933 bis 1938 zur Weltspitze. Er brachte es dreimal zum Vize-Europameister (1931, 1932, 1933), zweimal zum Vize-Weltmeister (1933, 1934) und zum Silbermedaillengewinn bei den Olympischen Spielen 1936 hinter Karl Schäfer. Baier ist der einzige Mann, der bei ein und denselben Olympischen Spielen zwei Medaillen im Eiskunstlauf gewinnen konnte, sowohl im Einzellauf wie auch im Paarlauf.
Nach dem Zweiten Weltkrieg durften anfänglich keine deutschen Eiskunstläufer an Weltmeisterschaften teilnehmen. Horst Faber, der der letzte deutsche Eiskunstläufer gewesen war, der vor dem Krieg Medaillen erringen konnte (jeweils Bronze bei der WM 1939 und der EM 1939), war auch der erste, dem dies nach dem Krieg gelang. Er wurde zwölf Jahre später, 1951 in Zürich, Vize-Europameister.
Erst mit Manfred Schnelldorfer bekam Deutschland (geteilt jetzt auf zwei Einzelstaaten – DDR und Bundesrepublik Deutschland) einen neuen Titelträger. Zwischen den Jahren 1956 und 1964 wurde er acht Mal deutscher Meister. Bei den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck gewann Schnelldorfer die Goldmedaille und ist damit der erste und einzige deutsche Olympiasieger in der Herrenkonkurrenz. Im selben Jahr wurde Schnelldorfer in Dortmund auch Weltmeister und ist damit bis heute der einzige in Deutschland geborene und für die Bundesrepublik Deutschland startende Eiskunstlaufweltmeister.
Bei der Weltmeisterschaft 1970 in Ljubljana gewann Günter Zöller mit Bronze die erste WM-Medaille in der Herrenkonkurrenz für die Deutsche Demokratische Republik. Es war das Jahr des Weltmeisterschaftsdebüts für einen anderen Eiskunstläufer aus der DDR und Schützling von Trainerin Jutta Müller, für Jan Hoffmann. Von 1971 bis 1980 wurde er neun Mal DDR-Meister. 1974 in Zagreb wurde er der erst zweite deutsche Europameister nach Oskar Uhlig, 83 Jahre zuvor. 1977 bis 1979 gelang Hoffmann erneut der europäische Titelgewinn. Mit vier Europameisterschaftstiteln ist Hoffmann der mit Abstand erfolgreichste deutsche Eiskunstläufer in der Herrenkonkurrenz bei Europameisterschaften. 1974 in München und 1980 in Dortmund wurde Hoffmann Weltmeister und ist damit der dritte und bislang letzte deutsche Weltmeister. Außer seinen beiden WM-Titeln errang er zwei Silbermedaillen und drei Bronzemedaillen und ist damit der erfolgreichste deutsche Eiskunstläufer in der Herrenkonkurrenz bei Weltmeisterschaften. Bei den Olympischen Spielen 1980 gewann Hoffmann die Silbermedaille.
Nachdem die siebziger Jahre in deutscher Hinsicht von der DDR dominiert wurden, konnten in den achtziger Jahren wieder Eiskunstläufer aus der BRD, insbesondere aber Norbert Schramm, Erfolge verbuchen. Schramm wurde 1982 in Lyon und 1983 in Dortmund Europameister. Er ist bis heute der letzte deutsche Europameister in der Herrenkonkurrenz. 1982 und 1983 wurde Schramm auch Vize-Weltmeister. Seine Stärken lagen vor allem in der Kür. Neben Schramm gelang Rudi Cerne der Gewinn einer Medaille. Er wurde 1984 vor Schramm Vize-Europameister.
Es dauerte über zwei Jahrzehnte bis wieder ein Deutscher eine Medaille bei Welt- und Europameisterschaften gewinnen konnte. Der Erfurter Stefan Lindemann, der im Jahr 2000 als erster Deutscher Juniorenweltmeister geworden war und am 7. November 2003 als erster deutscher Läufer in einem internationalen Wettbewerb einen Vierfachsprung erfolgreich gezeigt hatte, gewann bei der Weltmeisterschaft 2004 in Dortmund die Bronzemedaille. Ein Jahr später errang er bei der Europameisterschaft ebenfalls die Bronzemedaille.
Manfred Schnelldorfer ist der einzige deutsche Olympiasieger in der Herrenkonkurrenz. Ernst Baier und Jan Hoffmann konnten eine olympische Silbermedaille erringen. Mit Gilbert Fuchs, Manfred Schnelldorfer und Jan Hoffmann kamen drei Weltmeister aus Deutschland. Fuchs und Hoffmann konnten den Titel zwei Mal gewinnen. Mit Oskar Uhlig, Jan Hoffmann und Norbert Schramm gibt es auch drei Europameister aus einem deutschen Staat. Hoffmann konnte gar vier EM-Titel gewinnen, Schramm brachte es auf zwei. Deutschland liegt im ewigen Medaillenspiegel der Herrenkonkurrenz bei Weltmeisterschaften mit 5 Goldmedaillen, 13 Silbermedaillen und 14 Bronzemedaillen an sechster Stelle. Die Herrenkonkurrenz ist die drittstärkste Eiskunstlaufdisziplin der Deutschen nach der Paar- und der Damenkonkurrenz.
Damen
Die ursprüngliche Idee der Eiskunstlaufschau entstand in Berlin. Eine Tanzgruppe führte hier einige Ballettnummern auf dem Eis durch. Die Hauptperson dieses Ensembles war Charlotte Oelschlägel, die dann als erste Revuediva berühmt wurde. Die Vorstellung namens „Flirting in St. Moritz“ hatte im großen Hippodrom in New York 1915 ihre Premiere.
Elsa Rendschmidt gewann 1908, bei den ersten Olympischen Spielen, bei denen Eiskunstlauf im Programm war, die Silbermedaille hinter Madge Syers. Es war die erste olympische Medaille für eine deutsche Frau überhaupt. Rendschmidt war auch die erste deutsche Eiskunstläuferin, die eine Medaille bei Weltmeisterschaften gewinnen konnte. Sie wurde 1908 und 1910 Vize-Weltmeisterin hinter der Ungarin Lily Kronberger. 1911 gewann Rendschmidt die erstmals ausgetragene deutsche Meisterschaft im Eiskunstlaufen der Damen.
Ludowika Eilers, die später im Paarlauf an der Seite von Walter Jakobsson für Finnland große Erfolge feierte, errang 1911 im Dameneinzel die Bronzemedaille für das Deutsche Kaiserreich.
In den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg war Thea Frenssen die führende Eiskunstläuferin auf nationaler Ebene, konnte international aber keine Medaille erringen.
In den zwanziger Jahren war Ellen Brockhöft die dominierende deutsche Eiskunstläuferin. Sie gewann sechs nationale Meisterschaften und wurde 1924 und 1925 Vize-Weltmeisterin hinter Herma Szabó. Elisabeth Böckel gewann 1925 die Bronzemedaille.
In den dreißiger Jahren waren Maxi Herber, die große Erfolge im Paarlauf an der Seite von Ernst Baier feierte, und später Lydia Veicht die besten deutschen Eiskunstläuferinnen, verpassten aber internationale Medaillen. Veicht nahm der Zweite Weltkrieg die Chance auf internationale Erfolge.
Erst im Jahr 1953 setzte sich bei den Damen wieder eine deutsche Eiskunstläuferin international durch: Gundi Busch gewann in jenem Jahr bei den Welt- und Europameisterschaften die Silbermedaille. Ein Jahr später wurde sie in Bozen die erste deutsche Europameisterin und in Oslo die erste deutsche Weltmeisterin in der Damenkonkurrenz.
In den sechziger Jahren etablierte sich die DDR als sportliche Großmacht in der Damenkonkurrenz. Den Anfang machte Gabriele Seyfert, mit zehn Titeln die Rekordmeisterin der DDR. Sie wurde 1967, 1969 und 1970 Europameisterin und 1969 und 1970 Weltmeisterin. Bei den Olympischen Spielen in Grenoble gewann Seyfert 60 Jahre nach Elsa Rendschmidt die Silbermedaille. 1968 zeigte sie als erste Frau einen dreifachen Rittberger im Wettbewerb. Trainiert wurde Seyfert von ihrer Mutter, Jutta Müller, die zu einer der erfolgreichsten Trainerinnen der Geschichte wurde.
Sonja Morgenstern gewann 1972 die Bronzemedaille bei der Europameisterschaft. Verletzungen verwehrten ihr die Chance auf weitere Medaillen.
Seyferts Nachfolgerin wurde somit Christine Errath, die 1973 bis 1975 Europameisterin und 1974 in München Weltmeisterin wurde. Bei den Olympischen Spielen 1976 gewann sie die Bronzemedaille.
In Erraths Fußstapfen trat sogleich Anett Pötzsch. Die fünffache DDR-Meisterin wurde unter der Regie von Jutta Müller von 1977 bis 1980 Europameisterin und 1978 und 1980 Weltmeisterin. Bei den Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid gewann Pötzsch die Goldmedaille und wurde damit die erste deutsche Olympiasiegerin im Eiskunstlauf der Damen.
Pötzsch folgte eine andere Schülerin von Jutta Müller nach, Katarina Witt. Sie konnte die großen Erfolge ihrer Vorgängerinnen noch einmal steigern und wurde zu einer der populärsten und erfolgreichsten Eiskunstläuferinnen der Geschichte. Von 1981 bis 1988 wurde Witt DDR-Meisterin, von 1983 bis 1988 Europameisterin und 1984, 1985, 1987 und 1988 Weltmeisterin. In Sarajevo gewann sie 1984 olympisches Gold und konnte dieses 1988 in Calgary als einzige Eiskunstläuferin neben Sonja Henie verteidigen.
Den letzten Titel für die DDR gewann Evelyn Großmann bei der Europameisterschaft 1990.
Aus der BRD schafften es in den Jahren der DDR-Dominanz Dagmar Lurz und Claudia Leistner in die Medaillenränge. Lurz wurde 1977 bis 1980 stets Vize-Europameisterin hinter Anett Pötzsch. Bei der Weltmeisterschaft 1977 gewann sie die Bronzemedaille und 1980 die Silbermedaille. Bei den Olympischen Spielen 1980 errang sie Bronze. Claudia Leistner wurde 1989 Europameisterin und 1983 und 1989 Vize-Weltmeisterin.
Nach der Wende gelang es Marina Kielmann 1992 Vize-Europameisterin zu werden, drei Mal gewann sie die Bronzemedaille bei Europameisterschaften. Bronze errang auch Patricia Neske bei den Europameisterschaften 1989 und 1992. Die bislang letzte Medaille bei Weltmeisterschaften gewann Tanja Szewczenko mit Bronze 1993 in Chiba. 1998 wurde sie Dritte bei der Europameisterschaft und errang damit die bislang letzte EM-Medaille für Deutschland in der Damenkonkurrenz.
Der Einzellauf der Damen ist die zweitstärkste Eiskunstlaufdisziplin der Deutschen nach dem Paarlauf. Mit Anett Pötzsch und Katarina Witt schafften es zwei deutsche Eiskunstläuferinnen Olympiasieger zu werden, Witt sogar zwei Mal. Elsa Rendschmidt und Gabriele Seyfert gewannen olympisches Silber, Christine Errath und Dagmar Lurz olympisches Bronze. Im ewigen Medaillenspiegel bei Weltmeisterschaften ist Deutschland mit 10 Goldmedaillen, 16 Silbermedaillen und 6 Bronzemedaillen die erfolgreichste Nation nach den USA. Katarina Witt brachte es auf vier WM-Titel, Gabriele Seyfert und Anett Pötzsch auf jeweils zwei und Gundi Busch und Christine Errath auf einen Titel. Bei Europameisterschaften sind deutsche Damen mit 19 Titeln die erfolgreichsten.
Paarlauf
Die ersten Weltmeister und Olympiasieger im Paarlauf überhaupt waren Anna Hübler und Heinrich Burger im Jahr 1908. Anna Hübler wurde am 29. Oktober 1908 in London auch die erste deutsche Olympiasiegerin überhaupt. 1910 gewannen Hübler und Burger in Berlin ihren zweiten Weltmeisterschaftstitel. Burger konnte auch im Einzellauf Medaillen erringen.
Bei der Weltmeisterschaft 1911 siegte Ludowika Eilers aus Potsdam an der Seite des Finnen Walter Jakobsson. Diese Medaille wurde zur Hälfte für das Deutsche Kaiserreich gewertet. Eilers wurde noch zwei weitere Male Weltmeisterin und 1920 auch Olympiasiegerin, trat nach der Heirat mit Jakobsson aber für Finnland an.
In den ersten Jahren nach dem Ersten Weltkrieg gab es keine größeren Erfolge für deutsche Paarläufer, lediglich Margarete und Paul Metzner gelang der Gewinn der Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 1922 in Davos.
Erst zu Beginn der dreißiger Jahre gelangte mit Maxi Herber und Ernst Baier ein neues deutsches Paar an die Weltspitze. Die siebenfachen deutschen Meister dominierten den Paarlauf ab Mitte der dreißiger Jahre und blieben von 1935 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs ungeschlagen. Sie wurden von 1935 bis 1939 Europameister und von 1936 bis 1939 Weltmeister. Bei den Olympischen Spielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen gewannen sie die Goldmedaille. Damit sind sie das erfolgreichste deutsche Eiskunstlaufpaar der Geschichte und eines der erfolgreichsten Paare überhaupt. Maxi Herber und Ernst Baier haben das Paarlaufen revolutioniert. 1934 zeigten sie als erstes Sportpaar der Welt einen Parallelsprung, den einfachen Axel nebeneinander. Ernst Baier war auch im Einzellauf erfolgreich und ist der einzige Mann, der bei ein und denselben Olympischen Spielen zwei Medaillen, sowohl im Einzel- wie auch im Paarlauf gewinnen konnte.
Bei der Weltmeisterschaft 1939 in Budapest ereignete es sich zum bislang einzigen Mal in der Geschichte, dass es ein gesamtdeutsches Podium gab. Maxi Herber und Ernst Baier gewannen vor Ilse Pausin und Erik Pausin sowie Inge Koch und Günther Noack.
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren deutsche Läufer anfangs von der Teilnahme an internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Nach Aufhebung der Sperre schaffte es dennoch ein Paar sofort an die Weltspitze: Ria Baran und Paul Falk. Beide waren bereits seit 1947 stets deutsche Meister geworden, ehe sie 1951 erstmals international starten durften. Baran und Falk verloren in ihrer ganzen Karriere nie einen Wettbewerb. Sie wurden 1951 prompt Europameister in Zürich und Weltmeister in Mailand. 1952 verteidigten sie bei der Europameisterschaft in Wien und der Weltmeisterschaft in Paris beide Titel. Außerdem gewannen sie bei den Olympischen Spielen 1952 in Oslo die Goldmedaille. Sie erfanden die Lasso-Hebung und waren das erste Paar, das parallele Doppelsprünge in seiner Kür zeigte. Baran und Falk wurden 1951 als erste Wintersportler Sportler des Jahres in Deutschland.
Das nächste große deutsche Sportpaar erreichte die Weltspitze Anfang der sechziger Jahre. Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler erfreuten sich großer Popularität in Deutschland. Von 1959 bis 1964 wurden sie sechs Mal in Folge Europameister und 1963 in Cortina d’Ampezzo und 1964 in Dortmund Weltmeister. Bei den Olympischen Spielen 1960 in Squaw Valley und 1964 in Innsbruck gewannen sie jeweils die Silbermedaille.
Marika Kilius hatte vor ihrer Zeit mit Hans-Jürgen Bäumler bereits an der Seite von Franz Ningel Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften gewonnen. Dies gelang Ningel auch mit seiner späteren Partnerin Margret Göbl.
Nach der Ära Kilius/Bäumler brach die Dominanz der Sowjetunion im Paarlauf an. Deutsche Paare errangen in der Folgezeit zwar zahlreiche Medaillen, aber fast keine Titel.
Aus der BRD gelang es Margot Glockshuber und Wolfgang Danne 1967 Vize-Weltmeister zu werden. Bei den Olympischen Spielen 1968 in Grenoble reichte es zur Bronzemedaille.
Wie auch im Einzellauf trug ab den siebziger Jahren vor allem die DDR zu den größten Erfolgen deutscher Athleten bei. Heidemarie Steiner und Heinz-Ulrich Walther gelang 1970 mit Bronze der erste Medaillengewinn für die DDR im Paarlauf bei Weltmeisterschaften. Bereits 1961 hatten Margit Senf und Peter Göbel mit Bronze die erste Medaille für die DDR bei Europameisterschaften gewonnen. Manuela Groß und Uwe Kagelmann errangen bei den Weltmeisterschaften 1973 und 1975 sowie bei den Olympischen Spielen 1972 und 1976 die Bronzemedaille. Romy Kermer und Rolf Oesterreich gewannen 1974 WM-Bronze und wurden 1975 und 1976 Vize-Weltmeister. 1976 gewannen sie die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Innsbruck. Manuela Mager und Uwe Bewersdorf wurden 1978 und 1980 Vize-Weltmeister und errangen bei den Olympischen Spielen 1980 die Bronzemedaille. Das erfolgreichste DDR-Paar waren Sabine Baeß und Tassilo Thierbach. Die fünfmaligen DDR-Meister wurden 1982 in Lyon und 1983 in Dortmund Europameister und 1982 in Kopenhagen als einziges DDR-Paar Weltmeister. Daneben gewannen sie zwei Silbermedaillen und zwei Bronzemedaillen bei Weltmeisterschaften.
Aus der BRD schafften es in dieser Zeit lediglich Tina Riegel und Andreas Nischwitz Medaillen zu erlangen. 1981 wurden sie Vize-Europameister und Dritte bei der Weltmeisterschaft.
Nach der Wende waren Mandy Wötzel und Ingo Steuer das erste deutsche Paar, das es wieder an die Weltspitze schaffte. 1995 wurden sie Europameister und 1997 Weltmeister. Bei den Olympischen Spielen 1998 holten sie die Bronzemedaille. Im gleichen Jahr gewannen Peggy Schwarz und Mirko Müller die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft.
Im Jahr 2003 fand ein neues deutsches Eiskunstlaufpaar zusammen: Aljona Savchenko und Robin Szolkowy. Unter ihrem Trainer Ingo Steuer wurden die achtfachen deutschen Meister 2007, 2008, 2009 und 2011 Europameister und 2008, 2009, 2011, 2012 und 2014 Weltmeister. Bei den Olympischen Spielen 2010 und Olympischen Spielen 2014 errangen sie jeweils die Bronzemedaille.
Der Paarlauf ist die stärkste Eiskunstlaufdisziplin der Deutschen. Sieben deutsche Paare wurden insgesamt 17 mal Weltmeister: Anna Hübler und Heinrich Burger (2), Maxi Herber und Ernst Baier (4), Ria Baran und Paul Falk (2), Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler (2), Sabine Baeß und Tassilo Thierbach, Mandy Wötzel und Ingo Steuer sowie Aljona Savchenko und Robin Szolkowy (5), dazu kommt der Titel von Ludowika Eilers, den sie für das Deutsche Kaiserreich startend mit dem Finnen Walter Jakobsson gewann. Insgesamt gewannen Deutsche bei Weltmeisterschaften 17 Goldmedaillen, 15 Silbermedaillen und 17 Bronzemedaillen. Damit liegt Deutschland im ewigen Medaillenspiegel auf dem zweiten Rang hinter Russland. Mit 20 Titeln liegt Deutschland auch bei Europameisterschaften auf dem zweiten Rang hinter Russland.
Mit Anna Hübler und Heinrich Burger, Maxi Herber und Ernst Baier sowie Ria Baran und Paul Falk wurden drei deutsche Paare Olympiasieger. Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler gewannen zwei Mal olympisches Silber, Romy Kermer und Rolf Oesterreich ein Mal. Olympische Bronzemedaillen konnten Margot Glockshuber und Wolfgang Danne, Manuela Groß und Uwe Kagelmann (zwei Mal), Manuela Mager und Uwe Bewersdorff, Mandy Wötzel und Ingo Steuer sowie Aljona Savchenko und Robin Szolkowy (zwei Mal) erringen.
Eistanz
Eistanz ist die jüngste Eiskunstlaufdisziplin. Erst in den fünfziger Jahren wurde sie in das Programm von Welt- und Europameisterschaften aufgenommen und 1976 wurde sie olympisch. Erste Wettbewerbe im Eistanzen wurden ab 1924 abgehalten. Der Österreichische Eislauf-Verband erließ gleichzeitig eigene Regelungen für Eistanzwettbewerbe. Auf Antrag des Österreichischen Eislauf-Verbandes wurde 1929 eine internationale Wettkampfordnung eingeführt. Bis dahin galt Eistanzen als rein gesellschaftliches Vergnügen. Diese ursprüngliche Form des Gesellschaftstanzes auf dem Eis hat sich als sogenanntes Rundtanzen in Wien erhalten.
Das Eistanzen ist in Deutschland vor allem mit einem Eistanzpaar verbunden, den Geschwistern Angelika Buck und Erich Buck. Von 1968 bis 1973 wurden sie sechsmal in Folge deutsche Eistanzmeister. Ihre ersten bedeutenden internationalen Medaillen gewannen sie 1970 mit Silber bei der Europameisterschaft in Leningrad und Bronze bei der Weltmeisterschaft in Ljubljana. Es waren die ersten Eistanzmedaillen für Deutschland bei Welt- und Europameisterschaften. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Bucks die stärksten Konkurrenten des erfolgreichsten Eistanzpaares der Geschichte, Ljudmila Pachomowa und Alexander Gorschkow aus der Sowjetunion. 1971 wurden sie in Zürich Vize-Europameister und in Lyon Vize-Weltmeister. Bei der Europameisterschaft 1972 in Göteborg gelang es Angelika und Erich Buck als einzigen Eistänzern im Zeitraum von 1970 bis 1976 überhaupt, Pachomowa und Gorschkow zu besiegen. Somit wurden sie die ersten und bis heute einzigen deutschen Europameister im Eistanz. Bei der Weltmeisterschaft 1972 gewannen sie erneut die Silbermedaille, wie auch 1973 bei ihrer letzten Europameisterschaft und ihrer letzten Weltmeisterschaft. 1973 beendeten die Bucks ihre Karriere und verpassten so die ersten Olympischen Spiele, die Eistanzen im Programm hatten, um drei Jahre.
In der DDR wurde das Eistanzen weniger gefördert als die anderen Disziplinen, da es erst sehr spät olympisch wurde. Annerose Baier und Eberhard Rüger waren das bei weitem erfolgreichste Eistanzpaar der DDR. Die achtfachen DDR-Meister konnten allerdings keine internationalen Medaillen gewinnen.
Das zweite und bislang letzte deutsche Eistanzpaar, das eine EM-Medaille gewinnen konnte, waren 1985 Petra Born und Rainer Schönborn.
Erst Kati Winkler und René Lohse konnten Deutschland international wieder in die Medaillenränge bei Weltmeisterschaften hieven. Sie gewannen bei der Weltmeisterschaft 2004 in Dortmund Bronze. Damit sind sie neben den Bucks das einzige deutsche und bis heute letzte Paar, das eine WM-Medaille erringen konnte.
Der Eistanz ist die schwächste Disziplin der Deutschen. Noch nie kam ein Welt- oder Europameister aus Deutschland, noch nie gewann ein deutsches Eistanzpaar eine olympische Medaille. Lediglich Angelika und Erich Buck sowie Kati Winkler und René Lohse erreichten bei einer Weltmeisterschaft das Podium. Im ewigen Medaillenspiegel im Eistanz bei Weltmeisterschaften liegt Deutschland mit drei Silbermedaillen und zwei Bronzemedaillen auf dem zehnten Platz.
Synchroneiskunstlauf
Dieses mannschaftliche Eiskunstlaufen existiert bereits seit den 1920er-Jahren und wurde ursprünglich als Precision Skating[41] bezeichnet. Es wurde 1956 in Ann Arbor, USA (Michigan), durch Familie Richard Porter und den Eislauf-Club der Stadt aus seinem Schattendasein befreit und der Öffentlichkeit wettkampffähig präsentiert. Seitdem gibt es nationale Meisterschaften in Nordamerika und internationale Vergleiche, bei denen anfangs Kanada, die USA und Schweden führend waren. Synchroneiskunstlauf, auch Formationslauf, Synchronlauf oder Eisformationstanz genannt, wurde 1992 von der ISU als eigenständige Disziplin anerkannt. Anhänger beschreiben diese Art des Eiskunstlaufens mit Anmut, Ausdruckskraft, Dynamik – Faszination von Schnelligkeit und Gleichklang der Bewegungen.
Seit 1995 gibt es Deutsche Meisterschaften, dabei wurde Team Berlin 1 (1994 gegründet, 24 Eiskunstläufer) mit Ausnahme von 1995 bis 2005 jedes Jahr Primus. Es gibt in Deutschland noch Teams in Stuttgart, Neuss, München, Bad Aibling, Mannheim, Düsseldorf, Dresden und Chemnitz.
Bei der Eiskunst-Weltmeisterschaft 1996 war Synchroneiskunstlauf als Showvorführung zu sehen, seit 2000 gibt es nun auch gesonderte Weltmeisterschaften (das „Team Berlin 1“ belegte im Jahr der Premiere von 21 angetretenen Mannschaften den 6. Platz, ebenfalls im Jahr 2003). Bei den Olympischen Winterspielen 2002 war es Demonstrationssportart. Die Platzierung bei Weltmeisterschaften entscheidet über die Anzahl der zu den Olympischen Winterspielen zugelassenen Teams eines Landes – so hätten 2006 zwei deutsche Mannschaften starten können, die Disziplin ist aber noch nicht olympisch.
Eiskunstlauf im Film
- The Cutting Edge (deutscher Titel: Liebe und Eis) von 1992 ist eine romantische Sportkommödie des Regisseurs Paul Michael Glaser.
- Blades of Glory (deutscher Titel: die Eisprinzen) von Josh Gordon und Will Speck aus dem Jahr 2007 ist eine Komödie über zwei Rivalen, die zu einem Paarlauf-Paar gezwungen werden.
- I, Tonya von Craig Gillespie aus dem Jahr 2017 erzählt die Geschichte der Eiskunstläuferin Tonya Harding, einschließlich ihrer Verbindung zum Angriff auf ihre Rivalin Nancy Kerrigan.
- Im Dokumentarfilm Ice Aged von 2025 erzählt die Regisseurin Alexandra Sell von der Sehnsucht, Lebensträume zu verwirklichen, von dem Mut und der Energie, die es braucht, sie wahr werden zu lassen, und von dem großen Glück, wenn sie Realität werden. Der Film zeigt sechs Frauen und Männer, die ihr Leben lang vom Eiskunstlauf fasziniert waren – und ihre Leidenschaft im Alter endlich ausleben. Sie treten bei der Weltmeisterschaft im Hobby-Eiskunstlauf an, die jedes Jahr im bayerischen Oberstdorf stattfinden.[42]
Literatur
- Josef Dědič: Metodika krasobruslení (Methodik des Eiskunstlaufes). Prag 1961
- Josef Dědič: Světové piruety (Weltpirouetten). Prag 1976
- Olympisches Lexikon. Bibliographisches Institut Leipzig, 1980
- Jarmila Šťastná-Königová: Nekonečné stopy bruslí (Unendliche Schlittschuhspuren). Prag 1985
- Matthias Hampe: Stilwandel im Eiskunstlauf: eine Ästhetik und Kulturgeschichte. In: Europäische Hochschulschriften: Reihe 3, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften. Band 608. Lang, Frankfurt am Main; Berlin; Bern; New York; Paris; Wien 1994, ISBN 3-631-47515-2.
- James R. Hines: Figure Skating in the formative Years. Singles, Pairs, and the expanding role of women. Univ. of Illinois Press, Champaign, IL 2015, ISBN 978-0-252-03906-5.
- Agnes Meisinger: 150 Jahre Eiszeit : die grosse Geschichte des Wiener Eislauf-Vereins. Hrsg.: Wiener Eislauf-Verein. Böhlau Verlag, Wien / Göttingen 2017, ISBN 978-3-205-20689-7, doi:10.7767/9783205206897.
Weblinks
- historische Filmdokumente zur Eiskunstlauf-WM 1925 in Wien
- Elke Wittich: Pionierin auf Schlittschuhen. In: Die Wochenzeitung. Ausgabe vom 13. Januar 2005.
- Offizielle Website der ISU
- Jura Synchro
- www.ice-dancing.com (japanisch)
- Weltmeisterschaft für Amateure: https://www.youtube.com/watch?v=c7RX9hHVQz8 https://www.youtube.com/watch?v=goFldaH3MU0
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Matthias Hampe: Stilwandel im Eiskunstlauf: eine Ästhetik- und Kulturgeschichte. In: Europäische Hochschulschriften : Reihe 3, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften. Band 608. Lang, Frankfurt am Main / Wien 1994, ISBN 3-631-47515-2, S. 15–16.
- ↑ Sibylle Schmidtke: Eiskunstlauf und schulische Bildung - zwei Chancen für eine gelingende berufliche Integration, Dissertation. (PDF) In: https://mediatum.ub.tum.de/. Technische Universität München, 2007, abgerufen am 10. November 2025.
- ↑ Agnes Meisinger: 150 Jahre Eiszeit : die große Geschichte des Wiener Eislauf-Vereins. Hrsg.: Wiener Eislauf-Verein. Böhlau Verlag, Wien Göttingen 2017, ISBN 978-3-205-20689-7, S. 17, doi:10.7767/9783205206897.
- ↑ a b Max Wirth: Der Eislauf. In: Ernst Keil (Hrsg.): Die Gartenlaube. Heft 51, 52. Verlag von Ernst Keil, Leipzig 1868, S. 806–808, 823–824.
- ↑ a b c Hampe 1994, S. 17
- ↑ Meisinger 2017, S. 18
- ↑ Hampe 1994, S. 26–27
- ↑ a b Monica Kurzel-Runtscheiner: Theatralik auf Schnee und Eis. Burnacini und die Schlitten des 16. und 17. Jahrhunderts. In: Andrea Sommer-Mathis, Daniela Franke und Rudi Risatti (Hrsg.): Spettacolo barocco! Triumph des Theaters. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2016, ISBN 978-3-7319-0347-5, S. 209–2017.
- ↑ Hampe 1994, S. 23–24
- ↑ a b Meisinger 2017, S. 19
- ↑ Hampe 1994, S. 21
- ↑ Robert Jones with contributions by W. E. Cormack: A treatise on Skating. Hrsg.: B. A. Thurber. Skating History Press, Evanston 2017, ISBN 978-1-948100-00-7, S. iv+98 pages, 11 black and white figures.
- ↑ Robert Jones: A Treatise on Skating; founded on certain Principles deduced from many Years' experience; by which that noble Exercise is now reduced to an Art, and may be taught and learned by a regular Method, with both Ease and Safety. The Whole illustrated with Copper-plates, representing the Attitudes and Graces, sold by J. Ridley in St. James’s Street, London 1772. In: https://www.schaatshistorie.nl/. Abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Abraham à Sancta Clara: Huy! und Pfuy der Welt : Huy, oder Aufrischung Zu allen schönen Tugenden: Pfuy, oder Abschreckung Von allen schädlichen Lastern: Durch unterschiedliche sittliche Concept, Historien und Fabeln vorgestellt. Worinnen der Poet, Prediger, und waserley Standes-Personen für ihren Kram etwas finden können. Martin Frantz Hertzen, Nürnberg 1710, S. 300 (Kupferstich: Glacies).
- ↑ Friedrich Gottlieb Klopstock: Der Eislauf. In: Oden. Hamburg 1771, S. 151. (Digitalisat)
- ↑ Braga - Gedicht von Friedrich Gottlieb Klopstock - Poesie Oase. Abgerufen am 17. November 2025.
- ↑ Hampe 1994, S. 28–29
- ↑ Hampe 1994, S. 28 und S. 141–143
- ↑ August Gassner: Goethe als Eisläufer. Lang, Bern 1990, ISBN 3-261-04153-6.
- ↑ a b Johann Wolfgang von Goethe: Vier Jahreszeiten: Winter. In: Berliner Ausgabe. Poetische Werke (Band 1–16) (= Berliner Ausgabe. Poetische Werke. Band 1). Berlin 1960, S. 267–271. (online)
- ↑ Meisinger 2017, S. 19
- ↑ Meisinger 2017, S. 39
- ↑ Frithjofs-Sage. Abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ James Craigie Robertson, of Bosham Herbert, William Fitzstephen, Edward Grim, Alan, John, Benedict, of Canterbury William, J. B. Sheppard: Materials for the history of Thomas Becket: archbishop of Canterbury (canonized by Pope Alexander III., A. D. 1173) (= [Gt. Brit. Public record office] Rerum britannicarum medii ævi scriptores; or, Chronicles and memorials of Great Britain and Ireland during the middle ages. [no.67]). Longman, London 1875 (hathitrust.org [abgerufen am 10. November 2025] 1875-85).
- ↑ Hampe 1994, S. 18
- ↑ Daniela Hammer-Tugendhat: Dieser Bruegel hat viele Dinge gemalt, die nicht gemalt werden können. Innovative künstlerische Verfahren als Mittel der Zeitkritik. In: Eva Michel (Hrsg.): Pieter Bruegel. Das Zeichnen der Welt. Hirmer, Wien / München 2017, ISBN 978-3-7774-2866-6, S. 49–63.
- ↑ Christina Currie; Dominique Allart: The Brueg[H]el phenomenon : paintings by Pieter Bruegel the Elder and Pieter Brueghel the Younger; with a special focus on technique and copying practice. Band 1. Royal Inst. for Cultural Heritage, Brussels 2012, ISBN 978-2-930054-14-8, S. 185–224.
- ↑ Hampe 1994, S. 39–44
- ↑ Meisinger 2017, S. 24–27
- ↑ Ryan Stevens: Jackson Haines: the skating king. Ryan Stevens, Place of publication not identified 2023.
- ↑ a b Hampe 1994, S. 39
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- ↑ Monika Fink (Institut für kunst-und musikhistorische Forschungen): Ball. 2002, abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ 'Spuren auf dem Eise : die Entwicklung des Eislaufes auf der Bahn des Wiener Eislauf-Vereines' - Details | MDZ. Abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ E. Law: Dancing on Ice. London 1925.
- ↑ Hampe 1994, S. 63–65
- ↑ a b Meisinger 2017, S. 38–39
- ↑ Some key dates in ISU history. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 2. Juli 2014; abgerufen am 19. Juli 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Adult Figure Skating Competition. Abgerufen am 22. November 2025.
- ↑ Adult Figure Skating Competition. Abgerufen am 22. November 2025.
- ↑ Team Paradise (RUS) aiming at hat trick. Abgerufen am 29. Dezember 2018.
- ↑ MajesticFilm: ICE AGED - Trailer mit Intro - Ab 10. April nur im Kino. 24. März 2025, abgerufen am 22. November 2025.