Geschichte des Alkoholkonsums in Ostfriesland
Die Geschichte des Alkoholkonsums in Ostfriesland ist über Jahrhunderte hinweg von zeitgenössischen Berichten über übermäßigen Konsum geprägt. Im 18. und 19. Jahrhundert führte die weite Verbreitung des Branntweins, die von Beobachtern als „Branntweinpest“ bezeichnet wurde, zur Entstehung zahlreicher Brennereien und zugleich zu ersten Abstinenzbewegungen. Parallel dazu entwickelte sich die ausgeprägte ostfriesische Teekultur, die als kulturelles Gegenmodell gilt und bis heute ein charakteristisches Merkmal der Region darstellt. Trotzdem liegen die Fälle von Alkoholmissbrauch auch gegenwärtig (Stand: 2023) in den Landkreisen Aurich (+31 %), Wittmund (+19 %) sowie der Kreisfreien Stadt Emden (+60 %) weit über dem niedersächsischen Landesdurchschnitt. Lediglich im Landkreis Leer liegen sie etwas darunter.[1]
Geschichte
Alkohol war bis in das Mittelalter in Ostfriesland zwar weit verbreitet, aber nicht dauerhaft verfügbar und zudem schwer lagerfähig. Die für die Herstellung von Alkohol benötigten Rohstoffe wurden in erster Linie zur direkten Nahrungsversorgung verwendet. Daher entwickelte sich im Altertum und im frühen Mittelalter keine nennenswerte Abhängigkeit. Quellen zum Alkoholkonsum sind rar. Während Plinius der Ältere, der im Jahr 47 n. Chr. unter Domitius Corbulo in das Gebiet der Chauken kam, in seiner um 80 n. Chr. erschienenen Naturalis historia über die damals im Gebiet des heutigen Ostfrieslands lebenden Chauken schreibt: „Zum Trinken dient ihnen nur Regenwasser, das im Vorhof des Hauses in Gruben gesammelt wird …“[2], nennt der römische Schriftsteller Tacitus, der selbst nie in Germanien war, in seinem vermutlich 98 n. Chr. erschienenen Werk Germania ganz allgemein Bier als das Hauptgetränk der Germanen: „Als Getränk dient eine Flüssigkeit aus Gerste oder Weizen, in eine gewisse Ähnlichkeit mit Wein umgefälscht […].“[3]
Tatsächlich war wohl Met zunächst das bedeutendste Rauschgetränk, verlor jedoch im Mittelalter seine Stellung an das Bier. Dieses blieb bis zur Verbreitung des Tees im 17. und 18. Jahrhundert das wichtigste Alltagsgetränk.[4]
Vormoderne und frühe Neuzeit
Für das Mittelalter sind in Ostfriesland zwar Hinweise auf den weitverbreiteten Konsum alkoholischer Getränke überliefert, Berichte über Abhängigkeiten oder exzessiven Missbrauch finden sich jedoch nicht.
Der Konsum von Wein und Bier in Ostfriesland wird erstmals in den Heberegistern des Klosters Werden aus dem 9. Jahrhundert genannt. Beide sind über die Römer in den Norden gekommen. Später sorgten die Klöster und Kommenden für eine Veredelung und Verbreitung des Bieres in der Region.[4]
Wie aus einer im Kloster Reepsholt ausgestellten Urkunde des 12. Jahrhunderts hervorgeht, spielte Met seinerzeit neben dem Bier vor allem an Feiertagen noch eine wichtige Rolle als Festgetränk.[5] So erhielten die Mönche neben anderen Naturalien alltäglich vier Becher Bier und zu den kirchlichen Festtagen zusätzlich drei Becher Met.[4]
Die breite Bevölkerung trank hauptsächlich Bier. In vielen Moor- und Marschgegenden war das Grundwasser wegen seines hohen Gehalts an organischen Stoffen, Eisen oder Salz kaum genießbar. Regenwasser musste deshalb in Gruben, Tonnen oder Zisternen gesammelt werden, war aber ebenfalls oft verunreinigt und muffig.[6] Da sich selbst Regenwasser meist nur abgekocht oder „verarbeitet“ genießen ließ, wurde es in Form von Bier – und später Tee – konsumiert. Das Bier war nicht nur Genuss-, sondern auch Nahrungsmittel.[7] Es galt als „flüssiges Brot“ und war unentbehrliche Zugabe oder Hauptbestandteil vieler Mahlzeiten.[8] So war es Grundlage für verschiedene Speisen und Getränke wie Biersuppe, Warmbier mit Honig, Eierbier oder Ingwerbier.[9][7]
Der Bierkonsum war dementsprechend hoch: Eine sechsköpfige Familie verbrauchte jährlich etwa 2000 Liter Bier. Bei Feldarbeiten tranken Mäher und Sichter pro Person rund fünf Liter täglich.[4]
Ab dem 15. Jahrhundert finden sich vermehrt Hinweise auf übermäßigen Alkoholkonsum in Ostfriesland. So berichtet das Ostfriesische Urkundenbuch aus der Kommende Jemgum „von den St. Stephans-Trinkgelagen, die die Einwohner dort alljährlich zu begehen pflegten, zur Verwirrung der Menschheit und zum Schaden der Seele“. Ein ähnlicher Bericht liegt von der Kalandbrüderschaft im Kloster Marienkamp bei Esens vor. In jener Zeit war es zudem üblich, Dienstpflichten mit Bier zu bezahlen, was zu Unmut führte.[10] So beschwert sich beispielsweise der Propst von Kloster Barthe im Jahre 1490 darüber, dass die Nortmoorer Bauern immer anspruchsvoller in ihren Forderungen an das Kloster würden und zum Bier auch noch mit Schinken regaliert werden müssten.[4]
Auch das Strafrecht, mit dem kleinere Vergehen bis zur Einführung des Preußischen Landrechts mit Bierstrafen als Buße geahndet wurden, förderte den Alkoholkonsum.[4][8]
Für die ärmeren Bevölkerungsschichten garantierte das Grafen- und Fürstenhaus seit der Regierungszeit der Gräfin Anna dafür, das jederzeit ein günstiges Bier erhältlich war.[11] Dieses wurde zunächst aus Bremen (erstmals wird eine solche Einfuhr um 1272 genannt), dann aus Hamburg importiert, ehe einheimische Brauereien es zunehmend in Ostfriesland herstellten.[12] Das teurere Importbier wurde bei Festschäusen der Gilden und Zünfte sowie von der Oberschicht getrunken, während das billigere einheimische Bier, dass in Emden, Norden, Leer, Esens, Wittmund, Marienhafe und Oldersum gebraut wurde, das Hauptgetränk der mittleren und unteren Schichten der Bevölkerung wurde. In der Folge entstanden immer mehr Brauereien, die sich bei zunehmender Konkurrenz zu Gilden zusammenschlossen (so in Norden 1669).[8]
Oldersum und Emden stehen stellvertretend für eine Entwicklung, die sich in vielen Orten Ostfrieslands beobachten lässt. So gab es im 16. Jahrhundert in Oldersum mit seinen wenigen hundert Einwohnern über 72 Brauer, die in Emden jährlich rund 8000 Tonnen Bier umsetzten. Darüber hinaus wurde mehr als die vierfache Menge Bier aus Hamburg über den Hafen importiert.[13] Auch in Emden selbst wurde Bier gebraut, allerdings erschwerte das salzhaltige Wasser den 26 ansässigen Brauern die Produktion. Außerdem musste der Hopfen eingeführt werden, nachdem lokale Anbauversuche fehlschlugen.[7]
Im 16. Jahrhundert entstanden in der Region die ersten Schnapsbrennereien, die Branntwein in größeren Mengen produzierten. Dadurch wurde Alkohol leichter zugänglich, was das Alkoholproblem in der Region verstärkte und zu einem erhöhten Konsum in der Bevölkerung beitrug. Ab dieser Zeit mehren sich die Anzeichen für einen um sich greifenden Alkoholismus in Ostfriesland[14].
So schrieb der ostfriesische Gelehrte Henricus Ubbius im 16. Jahrhundert, dass seine Landsleute dem Trunk sehr ergeben seien und im Rausch leicht streitsüchtig würden. Dafür machte er vor allem den hohen Konsum des importierten Bieres verantwortlich. Dies sei „zum Vorteil der Stadt Hamburg und der Steuereinkünfte der Grafen von Ostfriesland, aber zum größten Nachteil der Friesen selber, die ein gut Teil ihres Vermögens darin vertun und sich dabei im Rausch noch gegenseitig totschlagen“. Selbst die Frauen könnten dem Hamburger Bier nicht widerstehen. Sie „sind schön, zum Teil aber dem Trunk ergeben und oft sogar schwer berauscht von dem Hamburger Bier, einem Getränk, das wie kein zweites in Deutschland durch seine süße Schwere die Sinne umnebeln kann“.[4]
Auch der ostfriesische Chronist Eggerik Beninga klagte über „eyn grote Misbrueck yn düssem Lande“.[10] Der hohe Konsum der Hamburger Tappen (=frisch gezapftes Hamburger Bier) habe zum wirtschaftlichen Ruin so mancher Pächter geführt.[4]
1729 musste sich beispielsweise der Pfarrer von Leerhafe wegen seiner „Exzesse und des Branntweingenusses vor dem Altar“ einer Untersuchung stellen. Von staatlicher Seite aus wurde versucht, das Problem rechtlich einzudämmen. So wurde schließlich die Höhe der zulässigen Bierschulden festgelegt. Zudem nahm sich die Kirche des Problems an und sagte dem Alkoholismus in Predigten und Gebeten den Kampf an.[4]
Im Friesensport war der Alkoholismus spätestens im 18. Jahrhundert ein immer größer werdendes Problem. Übermäßiger Alkoholkonsum führte häufig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die nicht selten mit schweren Verletzungen endeten. Mitte des 16. Jahrhunderts kritisierten vor allem die reformierte Kirchen das Klootschießen und den damit einhergehenden Sittenverfalls und versuchten, es zu unterbinden. Die lutherischen Kirchen hingegen zeigten sich weitaus toleranter, sodass sich die Sportart insbesondere in lutherisch geprägten Regionen etablieren konnte.[15][16]
Im Jahre 1711 erließ Fürst Georg Albrecht ein Verbot gegen das Klootschießen, das um „Geld/Bier oder ander Getränke/angestellt wird/oder auch wozu die Nachbarschaften/jawohl ganze Gemeinen und Dörffer sich gegen einander ausfordern und aufbieten/vielerley Unordnungen/mit Saufen/Fressen/Schelten/greulichen Fluchen und Schweren/schlagen und verwunden/und groben zum Aergerniß frommer Leute/und der Jugend zum bösen dienenden Excessen/im Schwange gehen/die Zeit liederlich dabey zugebracht …Problem“.[17] Georg Albrecht erklärte, er wolle „diesem ärgerlichen Unwesen sowohl aus eigener Bewegung als auch auf Veranlassung einiger rechtschaffener darüber seufzende Prediger“ nicht länger tatenlos zuschauen und ließ das Klootschießen faktisch verbieten.[18]
Bier blieb zunächst ein Grundnahrungsmittel. Noch 1848 existierten in Ostfriesland und Papenburg 183 Brauereien, davon 25 in Städten und 158 auf dem Land.[7] Gebräuchlich waren schwaches Dünnbier und stärkeres Vollbier.
Mit dem zunehmenden Gebrauch von Tee ab dem 17. Jahrhundert entstand eine Konkurrenz zum Bier.[10] Es gibt Berichte, nach denen der Teegenuss den Ostfriesen von staatlicher Seite ursprünglich als Ersatz für den zuvor stark verbreiteten Alkoholkonsum nahegelegt wurde.[19] Ab dem 18. Jahrhundert etablierte sich Tee zunehmend als Alltagsgetränk, besonders in reformierten und pietistischen Kreisen, die ihn als „gottgefälligen Ersatz“ für Alkohol propagierten.[20]
Noch größere Auswirkungen auf den Bierkonsum hatte die zunehmende Verbreitung von Branntwein, der in Ostfriesland zumeist Genever oder Kuur[21] genannt wurde. Bis in das 18. Jahrhundert gab es keine Norm für die Schnapsbrennerei. So schwankten Qualität und Alkoholanteil erheblich. Letzterer war aber im Ergebnis einer Untersuchung verschiedener Branntweinproben im Amt Cloppenburg fast überall sehr hoch. Er lag fast stetig zwischen 47 und 48 Prozent.[4]
Die Einführung des Tees scheint den Konsum von Schnaps zunächst gefördert zu haben. Offensichtlich war es Brauch, nach dem Konsum des Heißgetränks noch ein Glas Alkohol zu trinken. Überhaupt wurde zu vielen Gelegenheiten getrunken. Außer in den Jagdweiden der Wirtschaften (Gaststuben für jedermann) auch bei „besonderen Arbeitsvorgängen und -gelegenheiten, beim Saatdreschen im Freien, später bei der Dreschmaschine, beim Schweineschlachten, bei Kindstaufen, und Beerdigungen.“[22]
Während der Konsum von hochprozentigem Alkohol und Tee stark anstieg, gingen der Bierverbrauch und die Zahl der Brauereien im 18. Jahrhundert deutlich zurück.[23]
„Branntweinpest“ im 19. Jahrhundert
Im 19. Jahrhundert nahm der Konsum von Branntwein in Norddeutschland und darüber hinaus derart zu, dass Zeitgenossen von einer „Branntweinpest“ sprachen.[25] Durch die Einführung eines neuen Herstellungsverfahrens ließ sich Branntwein aus Kartoffeln deutlich kostengünstiger produzieren als Bier oder aus Getreide gebrannte Spirituosen. Der preiswerte Kartoffelschnaps wurde in der Folge zu einem weit verbreiteten Alltagsgetränk, insbesondere unter Industrie- und Landarbeitern sowie Handwerkern, die am Rande des Existenzminimums lebten. Für viele dieser Bevölkerungsgruppen diente Branntwein zugleich als leicht zugängliches Genuss- und Betäubungsmittel.[26] Während der Branntweingenuss in weiten Teilen Deutschlands zunahm, erreichte er in den nördlichen und östlichen Regionen besonders hohe Werte. Dort war der Pro-Kopf-Verbrauch nach zeitgenössischen Schätzungen etwa viermal höher als der Durchschnitt. Aber nirgendwo nahm der „Missbrauch geistiger Getränke“ ein derartiges Ausmaß an wie in Ostfriesland.[27]
Erstmals werden im 17. Jahrhundert zwei Emder Bürger in den städtischen Akten als Destillateure genannt.[28] Im 18. und frühen 19. Jahrhundert gab es Branntweinbrennereien in fast in jedem Dorf und noch mehr in den Städten. So steigerte sich die Zahl der Brennereien in Norden von 9 im Jahre 1750 auf 27 im Jahre 1818 und Leer besaß bereits 1793 schon 21. 1804 waren es in ganz Ostfriesland 215.[23] Häufig waren die Kuurstokereen, wie die Branntweinbrennereien in Ostfriesland genannt wurden, primitive Einrichtungen, die per Destillation Branntwein aus verschiedenen Getreidesorten und aus Buchweizen herstellten.[29]
Alleine Doornkaat brannte Anfang des 19. Jahrhunderts in Norden jedes Jahr 500 Tonnen Korn und hatte einen Jahresausstoß von 180.000 Litern.[30] Daneben gab es zahlreiche kleine private Brennereien, die Alkoholika völlig ungeprüft herstellten.
Kolonialwarenhandlungen waren fast immer auch mit einer Gast- und Schenkwirtschaft verbunden. Alkohol war so für jeden verfügbar und vergleichsweise günstig zu erwerben. Um 1800 kostete ein Liter guter Genever zwölf Stüber, was etwa dem Tageslohn eines Arbeiters entsprach. Billiger Schnaps kostete erheblich weniger. Ein Liter Bier kostete nur zwei Stüber. Alkoholismus war in jener Zeit ein großes Problem, das nicht nur die Arbeiterschaft, sondern auch andere Bevölkerungsschichten betraf.[4]
Die Folgen des übermäßigen Alkoholkonsums waren teilweise gravierend. So brach in Leer ein Arbeiter auf offener Straße zusammen, in Esens kam ein bewusstloser Weber in der Nähe eines offenen Feuers ums Leben, und in Uphusen ertrank ein Zimmermannsgeselle in einem gefrorenen Graben. Eine ältere Frau starb alkoholisiert bei einem Brand in ihrer Stube.[31]
In einem Schreiben der preußischen Kriegs- und Domänenkammer Anfang des 19. Jahrhunderts heißt es dazu: „Wohl nirgends wird Branntwein in schrecklicherem Übermaße getrunken wie in dieser Provinz. Und nirgends wird so ein schlechter Branntwein gebrannt wie hier.“[30]
Polizeiberichte und Zeitungsartikel dokumentierten zahlreiche Trunkenheitsdelikte, häusliche Gewalt und Unfälle.[32] Besonders verbreitet war der Genuss von Genever, der auch in heimischen Brennereien wie in Norden (später Marke „Doornkaat“) produziert wurde.[33] Auch im Friesensport waren Trinkgelage weiterhin zum festen Bestandteil der Wettkämpfe, und bei Begegnungen mit anderen Mannschaften kam es wiederholt zu handfesten Auseinandersetzungen.[34]
Auch in Reiseberichten wird der hohe Alkoholkonsum immer wieder thematisiert. So schrieb der Niederländische Schriftsteller Willem de Clercq in seiner erstmals 1822 erschienen Autobiographie „Tagebuch“ (Originaltitel: „Dagboek“): „Darüber hinaus wird in diesem Land kräftig an Bacchus geopfert und vom Morgen bis zum Abend findet man immer Zeit, um Wein oder Schnaps trinken zu müssen.“
Als eine Ursache für den hohen Alkoholkonsum galt weiterhin die schlechte Wasserqualität. Noch 1936 berichtete der Arzt Arend Lang über tote Tiere in Zisternen und faulig riechendes Wasser im Kreis Leer.[6]
Um den Alkoholmissbrauch einzudämmen, griff die Verwaltung Ende des 19. Jahrhunderts zu repressiven Maßnahmen. Wer übermäßig trank, wurde namentlich erfasst und auf eine sogenannte „Säuferliste“ gesetzt. Eine im Amtsbezirk Emden aus dem Jahr 1883 überlieferte Liste umfasst 52 Personen, darunter 16 Frauen.[35]
Die auf diesen Listen Geführten erhielten Lokalverbot. Ihnen durfte weder Branntwein ausgeschenkt noch der Aufenthalt in Gaststätten gestattet werden. Wirte, die dies missachteten, mussten mit Geld- oder Haftstrafen rechnen.[35] Grundlage war eine Aufforderung der Landdrostei Aurich von 1883, „diejenigen Personen…, auf welche die öffentliche Stimme den Begriff des Trunkenboldes anwendet“, zu benennen.[35]
Als Kriterien galten geistiger und körperlicher Verfall, Arbeitsunlust, wirtschaftlicher Niedergang sowie Ärgernis erregendes Verhalten im Rausch. Auch Ehefrauen meldeten ihre Männer, wenn sie sich nicht mehr zu helfen wussten.[35] Zwar war Trunksucht unter Frauen weniger verbreitet, doch auch sie litten unter Armut und griffen zum Alkohol; im Amt Emden 1883 waren 16 von 52 Gelisteten Frauen, in Leer sogar 32 von 96.[35]
Die Maßnahme zeigte begrenzte Wirkung: Manche Gelisteten reduzierten ihren Konsum und wurden von den Listen gestrichen, doch eine Lösung der „Alkoholfrage“ brachte das Instrument nicht. Zeitgenössische Abstinenzvereine erkannten, dass exzessives Trinken milieubedingt war, und forderten weitergehende sozialreformerische Maßnahmen.[35][32]
Noch 1881 schrieben J. Fr. de Vries und Th. Focken in ihrer Heimatkunde „Ostfriesland, Land und Volk in Wort und Bild“: „Früher war Bier, jetzt ist Kaffee und Thee, letzterer besonders in der Marsch, das tägliche Getränk; dem Branntwein (Genever) wird mehr zugesprochen, als gut und heilsam ist. Bier und Wein kommen nur für Wohlhabende in Betracht.“[36]
Der hohe Alkoholkonsum hatte auch wirtschaftliche Folgen. So schrieb Alfred Grotjahn, dass die weiter von den Dörfern liegenden landwirtschaftlichen Betriebe keine Knechte bekämen, obwohl der Verdienst gut wäre. Den Grund sah er „in dem oft ganz unmässigen Schnapsgenuss, nicht nur bei Männern, sondern sogar auch bei Frauen und Kindern“ und dem „Hang nach geistigen Getränken und nichtsnutzigen Gesellschaften“.[37]
Alkoholpolitik und Abstinenzbewegungen
Als Reaktion auf die sozialen Probleme entstanden auch in Ostfriesland im frühen 19. Jahrhundert Mäßigkeitsvereine. Schon 1839 wurde auf Bezirkssynoden die zunehmende Trunksucht thematisiert. In neun reformierten Gemeinden des Reiderlandes gab es 1846 bereits 657 Mitglieder der Ostfriesischen Mäßigkeitsgesellschaft.[38] Von Oktober 1841 bis 1848 erschien zudem eine Ostfriesische Mäßigkeits-Zeitung, die vor den Gefahren des Alkohols warnte und für Abstinenz warb.[38]
Die Trunksucht der Ostfriesen war auch überregional bekannt und führte zu Versuchen, sie einzudämmen. So kam Albert Freiherr von Seld Anfang 1846 nach Ostfriesland, um als Mäßigkeits-Agent zu wirken, stieß jedoch vor Ort auf teilweise massive Ablehnung. So sei er in Bunde sehr „unerfreulich“ empfangen worden. Dort hätten ihn „ganze Haufen von Kindern“ verhöhnend und neckend verfolgt und ihn dabei „mit Koth“ beworfen, so der preußische Adelige und Jurist. In Strackholt sei er mit dem dortigen Dorfschullehrer und dessen Mutter beisammen gewesen, als „plötzlich ein schwerer Stein durchs Fenster“ flog. Nach sechs Monaten gab er sein Vorhaben auf und zog entnervt Bilanz: „Ich habe noch kein Land gefunden, in dem die Mäßigkeits-Sache so viel Spaltung, ja Feindseligkeit hervorgerufen hat, als in Ostfriesland.“[39]
Einen weiteren Versuch, die Ostfriesen vom Trinken abzuhalten, unternahm seit 1883 der in Kassel gegründete „Verein gegen den Missbrauch geistiger Getränke“, der auch in Ostfriesland einen Bezirksverein unter Vorsitz des Grafen Knyphausen bildete. Er versuchte, durch Aufklärung, Gesetzgebung und Vereinstätigkeit den Alkoholverkauf einzuschränken.[38]
Mehr Erfolg hatten die Enthaltsamkeitsvereine wie die Blaukreuz-Vereine und der Guttemplerorden. Das 1877 in Genf gegründete Blaue Kreuz gründete 1896 in Emden den ersten Verein in Ostfriesland. 1909 bestanden bereits elf Ortsvereine mit 729 Mitgliedern und 239 Anhängern. Der dazugehörige „Hoffnungsbund“ für Kinder und Jugendliche zählte im selben Jahr 138 gerettete oder betreute Alkoholkranke.[38] Vom sogenannten neutralen Blauen Kreuz, das kirchlich unabhängig war, trennte sich 1896 das kirchliche Blaue Kreuz, das ab 1908 in Ostfriesland aktiv wurde und innerhalb eines Jahres acht Ortsvereine mit 208 Mitgliedern und 53 Anhängern aufbaute.[38]
Die meisten Anhänger gewannen zeitweise die Guttempler. Diese gründeten 1899 eine erste Loge in Emden und 1904 die Loge „Friesentreue“ in Leer. 1909 bestanden in Ostfriesland 14 Erwachsenenlogen mit rund 400 Mitgliedern sowie sieben Jugendlogen und eine Wehrloge mit zusammen etwa 200 Mitgliedern. Über 100 Alkoholkranke wurden betreut.[38]
Auch die Kirche mühte sich weiterhin, den Alkoholmissbrauch einzudämmen. Bekannt ist etwa der Strackholter Pastor Remmer Janssen, der einen Feldzug gegen den hohen Konsum in seinem Dorf führte und dem „Teufel Alkohol“ rigoros den Kampf ansagte. Im Ort bestanden seinerzeit acht Brennereien. Fünf dieser Betriebe mussten jedoch schließen, nachdem, so heißt es, der von Remmer verfolgte restriktive Kurs zu einem deutlichen Nachfragerückgang geführt hatte.[40]
Reichsweit wurde zudem 1887 eine Branntweinsteuer eingeführt, die auch in Ostfriesland Wirkung zeigte und zu einer Eindämmung der Schnapsepidemie führte.[41][42]
20. Jahrhundert bis Gegenwart
Im 20. Jahrhundert wandelte sich das Konsumverhalten grundlegend. Alkohol verlor langsam den Charakter eines Alltagsgetränks und wurde zunehmend als Genussmittel verstanden.[43] Während der Branntweinkonsum zurückging, gewannen Bier und Kaffee an Bedeutung. Der Alkoholverbrauch blieb dennoch hoch. Sanitätsrat Köppen aus Norden begründete den hohen Tee- und Alkoholkonsum 1939 in einem Gutachten mit den klimatischen Bedingungen: „Das ostfriesische Klima ist ausgezeichnet durch hohe mittlere Feuchtigkeit bei allgemein kühler Luft und durch eine relativ starke Bewegung dieser Luft. Durch diese Verhältnisse werden dem menschlichen Körper große Wärmemengen entzogen, und die Luftfeuchtigkeit läßt den Menschen dieses besonders stark empfinden. Instinktiv sucht er die Wärmeentziehung durch Anpassung aller Art, wie zum Beispiel Ernährung durch größere Fettmengen, Wahl der Kleidung usw. auszugleichen. Dennoch reicht auch dieses nicht aus; der Bewohner Ostfrieslands griff zu Getränken, die ihm den Kampf gegen Wasser und Kälte erleichtern sollten: Alkohol und Tee“.[6]
Bis in die späten 1960er Jahre war der Konsum von Alkohol in Ostfriesland am Arbeitsplatz weit verbreitet. Üblich war beispielsweise Bier zum Mittagessen oder ein Schnaps in den Pausen. Diese Praxis war gesellschaftlich akzeptiert und führte in der Regel nicht zu sozialer Ausgrenzung. In beruflichen Kontexten änderte sich dies bald. Ende der 1960er erließ beispielsweise die Leitung der Nordseewerke ein striktes Alkoholverbot auf dem Gelände.[44] Der Alkoholkonsum verlagerte sich daraufhin in das Private.
Auch gegenwärtig liegen die Fälle von Alkoholmissbrauch (Stand: 2023) in den Landkreisen Aurich (+31 %), Wittmund (+19 %) sowie der Kreisfreien Stadt Emden (+60 %) weit über dem niedersächsischen Landesdurchschnitt von 12,38 Fällen je 1.000 Einwohnern. Lediglich im Landkreis Leer liegen sie etwas darunter.[45] Auffällig ist zudem, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Ostfriesland deutlich häufiger krankgeschrieben sind als im übrigen Niedersachsen und im Bund. Fachleute sehen dabei einen Zusammenhang zwischen Suchtproblemen und der erhöhten Zahl an Fehltagen.[46] Ein weiteres Problem ist der Alkoholmissbrauch von Jugendlichen. So gab es bei den 15- bis unter 20-Jährigen je 100.000 Einwohner im Durchschnitt der Jahre 2003 bis 2007 im Landkreis Aurich 350 alkoholbedingte Krankenhausbehandlungen, in Wittmund waren es 288, in Leer 277 und in Emden 308.[47]
Parallel engagieren sich weiterhin Abstinenz- und Selbsthilfeorganisationen, etwa das Blaue Kreuz, das in Ostfriesland[48] zahlreiche Ortsgruppen unterhält.[49] Auch von staatlicher Seite gibt es mehrere Präventionsprogramme.[50]
Brennereien, Brauereien und Marken
Neben dem Tee haben Spirituosen in Ostfriesland eine lange Tradition.[51] So war das Branntweinbrennen neben dem Ziegeleiwesen für viele Jahrhunderte die wichtigste Industrie Ostfrieslands. Im Jahre 1804 gab es in ganz Ostfriesland 215 Brennereien. Danach ging ihre Zahl stark zurück. 1842 gab es noch 138 Brennereien, darunter eine Kornbrennerei.[52]
Besonders bedeutend für die regionale Wirtschaft war die 1806 gegründete Kornbrennerei in Norden, die später unter dem Markennamen Doornkaat bekannt wurde.[33] Das Unternehmen entwickelte sich zu einem wichtigen Arbeitgeber und prägte über mehr als ein Jahrhundert den ostfriesischen Alkoholmarkt.[33] Der auch außerhalb der Region verbreitetste Schnaps Ostfrieslands wird seit 1992 nicht mehr in Norden hergestellt, sondern bei Berentzen im emsländischen Haselünne[33].
Gegenwärtig produzieren acht einschlägige Spezialfirmen in Ostfriesland geschätzt rund 200 verschiedene Sorten Alkohol.[53] Alleine die Firma Wein Wolff aus Leer füllt in der Leeraner Innenstadt jährlich rund 600.000 Flaschen hochprozentigen Alkohol ab.[54] Zu den regionalen Spezialitäten gehören ein 32-prozentiger Kräuterbitter namens Kruiden, von dem alleine ein Unternehmen aus Leer jährlich rund 180.000 Flaschen ausliefert[55] oder der 56-prozentige Moorgeist, der aus Weizenkorn und Kräutern hergestellt wird. Weiterhin stark verbreitet ist der Brannwien (ein dem Weinbrand ähnlicher aromatisierter Branntwein).[56] Den ebenfalls überregional bekannten Friesengeist erfand ein Gastronom aus Wiesmoor im Jahre 1961. Die Markenrechte verkauften seine Nachfahren im Jahre 1999 an den Spirituosenhersteller Behn. In Wiesmoor ist dem Getränk inzwischen ein Museum gewidmet.[57] Ostfriesischer Genever, ein ausschließlich in Ostfriesland hergestellter Genever,[58] wird heute nur noch von Wein Wolff produziert.[59] Manche Spezialitäten, wie der seit 1981 produzierte Spirituose Lüttje Moordörper, die im Raum Aurich eine der beliebtesten Spirituosen ist,[60] oder der nach einer mehr als zweihundert Jahre alten Geheimrezeptur hergestellte Apotheker Bödeker’s Magenbitter aus Emden,[61] werden für einen sehr lokalen Markt produziert.
Die Produktion ostfriesischer Schnäpse findet heute vornehmlich in Betrieben in Leer (Folts & Speulda (2010 von der Spirituosenfirma Schwarze & Schlichte aus dem westfälischen Oelde übernommen)[55], Wein Wolff) und in Friedeburg (Heiko Blume) statt.
Ostfriesland war ein bedeutender Brauereistandort. Die Ostfriesische Actien Brauerei Aurich (1853–1923), der Kronenbrauerei Aurich (1896–1908) und der Ulferts Brauerei (1908–1965) hatten ihren Sitz in Aurich.[62] Weitere größere Brauereien existierten in Norden und Friedeburg. Heute wird Bier in Ostfriesland lediglich von kleinen Brauereien hergestellt. So werden beispielsweise pro Jahr in Bagband 300.000 Liter Bier abgefüllt und[63] in Werdum sind es 100.000 Liter.[64] Erheblich kleinere Brauereien gibt es auf Norderney, Spiekeroog[65] und Baltrum.[66] Eine Großbrauerei gibt es im benachbarten Jever, wo 2019 1,18 Millionen Hektoliter Bier abgefüllt wurden.[67]
Wein produziert die Ostfriesische Winzergenossenschaft, die den Weinanbau nach rund 150 Jahren wieder nach Ostfriesland brachte. Sie bewirtschaftet in Breinermoor bei Leer gegenwärtig (Stand: 2025) rund einen Hektar Rebfläche,[68] auf dem 4450 Weinstöcke stehen.[69]
Alkohol im ostfriesischen Brauchtum
Alkohol ist fest im Brauchtum Ostfrieslands verankert.[70] Manchmal überlagert er auch ältere Traditionen: So ist das „Elführtje“, eigentlich eine Teepause um 11 Uhr, die früher dem geselligen Austausch diente und heute auch mit einer Runde Schnaps verbunden wird.[71]
Auch bei Versammlungen der Traditionsgesellschaften spielt Alkohol eine wichtige Rolle. So wird bei Zusammenkünften der im Jahr 884 gegründeten Theelacht ein eigens gebrautes Bier gereicht – das Theelbier,[72] während bei der im 16. Jahrhundert gegründeten Leegemoorgesellschaft ein Doornkaat, versehen mit einem Magenbitterschnaps, serviert wird. Anschließend stoßen die Mitglieder up Leegemoors Wohlfahrt, also auf das Wohlergehen und Fortbestehen der Genossenschaft, an.[73]
Nach der Geburt eines Kindes laden die Eltern Nachbarn, Freunde, Bekannte und Verwandte zum sogenannten Puppvisiet ein (Pupp von lat. pupua = Puppe/Mädchen für das Baby, Visiet für Besuch). Bei diesem Besuch wird traditionell ein Umtrunk gereicht, der als Kinnertöön oder Sinnbohntjesopp bekannt ist.[74] Das Getränk wird schon einige Wochen vor der Geburt angesetzt: In einem sogenannten Püllpott, einem Steingutkrug, werden Rosinen und Kluntje (Kandiszucker) in Ostfriesenbranntwein eingelegt. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Kinnertöön aus einer speziellen Branntweinschale, dem Branntwienkoppje,[75] mit einem Tauflöffel an alle Gäste herumgereicht.[76] Auch die Wöchnerin erhielt einen Löffel des Getränks, damit sie einen anderen Geschmack bekomme und besser schlafe; ja dem Säugling sogar wird womöglich etwas Zuckerbranntwein auf die Lippen gerieben.[77] Heutzutage wird das Getränk zudem bei Richtfesten, Hochzeiten und anderen Feiern gereicht oder ist auf Eisbechern und in Torten zu finden. Bis ins 20. Jahrhundert war es zudem üblich, Dodenbeer oder Tröstelbeer auszuschenken. Das ist ein warmes Bier, in dem Brotstücke schwimmen. Mancherorts wird zum Abschluss der etwa ein bis zwei Stunden andauernden[78] Teetafel noch ein letzter Schnaps getrunken.
Am Neujahrstag ist es in vielen Dörfern Brauch, Nachbarn und Bekannte zu besuchen, um Neujahrswünsche zu überbringen. Die Besucher erhalten dabei häufig Neeijahrskoken oder Bohntjesopp (in Branntwein eingelegte Rosinen). Der Brauch wird in der Region als de Nabers oflopen („die Nachbarschaft ablaufen“) bezeichnet.[79]
Zum Einzug, bei Geburtstagen, Hochzeiten und Jubiläen ist es üblich, dass die Nachbarn oder Freunden einen Bogen schmücken.[80] Ist der Bogen aufgestellt und stehen alle beisammen, dann wird ein Schnaps angeboten. Dabei ist es üblich, den Geehrten eine Gode Hand zu wünschen, was so viel bedeutet, dass die Gastgeber selber unverzüglich ein Glas trinken müssen. Nach einigen Runden werden alle zum Essen und Trinken ins Haus gebeten.[81] Dabei sind die Jubilare gehalten, reichlich Bier und Korn fließen zu lassen.[82]
Der am Vorabend des ersten Mais aufgestellte Maibaum muss bis zum Morgengrauen des 1. Mai bewacht werden, was sich durch dauerndes Handanlegen eines der Besitzer ausdrückt.[83][84] Andernfalls kann er mit drei symbolischen Spatenstichen „geklaut“ werden. Die Rückgabe erfolgt meist gegen einen Kasten Bier und Schnaps.[85]
Beim Richten des Dachstuhls ist es in Neubaugebieten Tradition, dass die zukünftigen Nachbarn in der Nacht zuvor einen Sparren verstecken.[86] Das Bauherrenpaar muss ihn suchen und mit Schnaps auslösen. Anschließend tragen die Nachbarn es durch die Siedlung zu ihrem Haus, wo der fehlende Sparren eingesetzt wird. Danach beginnt das Richtfest: Am Dachgiebel wird ein Richtkranz oder – zunehmend – ein Richtbäumchen befestigt. Das Fest dient auch als Dank an die am Bau beteiligten Handwerker.[87]
Während das Konsumieren von Alkohol beim Friesensport bei den aktiven Sportlern während der Vereinswettkämpfe meist verpönt ist und erst nach der Partie üblich ist,[88][89] wird unter Hobbyboßlern weiterhin viel getrunken.[90][91]
Am Vorabend des Nikolaus-Tages finden am 5. Dezember im Einzelhandel, in der Gastronomie und bei verschiedenen Organisationen und Vereinen traditionell Verknobelungen statt.[92] Dabei wird um Torten, Backwaren sowie Geflügel-, Fleisch- und Wurstwaren gewürfelt. Jeder Mitspieler zahlt einen Einsatz und hat einen Wurf. Gewürfelt wird meist mit drei Würfeln im Lederbecher. Wer die höchste Zahl erzielt, gewinnt einen der Preise.[93][94][95] „Die Ausspielung von Alkohol ist verboten“, stellte die Bezirksregierung Aurich in einem Erlass vom 23. Oktober 1974 klar. Das hat allerdings nur Auswirkungen auf die Gewinne. Der Konsum dagegen ist erlaubt und üblich.[96][97]
Ein besonders im Winter gepflegter Brauch sind die sogenannten Kohltouren, die traditionell mit einem Grünkohlessen verbunden sind. Familien oder Freundeskreise machen sich dabei zu Fuß mit Bollerwagen, mit dem Fahrrad und Anhänger oder auch mit Pferde- bzw. Traktorengespannen auf den Weg zu einem meist mehrere Kilometer entfernten Ziel. Unterwegs wird dabei reichlich Alkohol ausgeschenkt.[98]
Quellen und Literatur
Zur Geschichte des Alkoholkonsums in Ostfriesland existieren sowohl zeitgenössische Quellen wie die Ostfriesische Mäßigkeitszeitung als auch neuere Forschungen. Besonders hervorzuheben ist die Monografie von Heinrich Buurmann zur „Branntweinpest“:
- Heinrich Buurmann: Der Schnapsteufel. Alkohol und Gesellschaft in Ostfriesland 1800–1900. Aurich 2017.
- Wilhelma Müller: De Utrooper's kleines Buch vom ostfriesischen Bier und Schnaps. Leer 2000. ISBN 978-3-934370-11-1
Einzelnachweise
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- ↑ Plinius: Naturalis Historia XVI 1, 2–4.
- ↑ Tacitus’ Germania 23
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- ↑ Entwässerungsverband Emden: Die Acht und ihre sieben Siele. Kulturelle, wasser- und landwirtschaftliche Entwicklung einer ostfriesischen Küstenlandschaft. Hrsg.: Jannes Ohling. Pewsum 1963, S. 191.
- ↑ a b c Johann Haddinga: Das Buch vom ostfriesischen Tee. 2. Auflage. Leer 1986, ISBN 978-3-7963-0237-4, S. 47.
- ↑ a b c d Hanne Klöver: Ostfriesland kocht: Van Pottjekiekers un Pottjeslikkers. Edition Temmen, Bremen 2008, ISBN 3-928327-53-4, S. 138.
- ↑ a b c Gerhard Canzler: Altes Handwerk in Ostfriesland: von der Zunft zur Innung. 1. - 5. Tsd Auflage. Dunkmann, Aurich 1991, ISBN 978-3-928160-07-0, S. 175 f.
- ↑ Hanne Klöver: Ostfriesland kocht: Van Pottjekiekers un Pottjeslikkers. Verlag Soltau Kurier, Norden 2008, ISBN 978-3-928327-53-4, S. 138.
- ↑ a b c Johann Haddinga: Das Buch vom ostfriesischen Tee. 2. Auflage. Leer 1986, ISBN 978-3-7963-0237-4, S. 21.
- ↑ Entwässerungsverband Emden: Die Acht und ihre sieben Siele. Kulturelle, wasser- und landwirtschaftliche Entwicklung einer ostfriesischen Küstenlandschaft. Hrsg.: Jannes Ohling. Pewsum 1963, S. 191.
- ↑ Entwässerungsverband Emden: Die Acht und ihre sieben Siele. Kulturelle, wasser- und landwirtschaftliche Entwicklung einer ostfriesischen Küstenlandschaft. Hrsg.: Jannes Ohling. Pewsum 1963, S. 192.
- ↑ Ostfriesland kocht: van Pottjekiekers un Pottjeslikkers (= Edition Ostfriesland-Magazin). 1. Auflage. Verl. Soltau-Kurier-Norden, Norden 2004, ISBN 978-3-928327-53-4, S. 138.
- ↑ Heinrich Buurmann: Der Schnapsteufel. Alkohol und Gesellschaft in Ostfriesland 1800–1900. Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 2017.
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- ↑ deutschlandfunk.de: Sommerserie: Dialekte in Deutschland - Teestunde auf Ostfriesisch. 21. Juli 2016, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Katrin Rodrian, Etta Bengen: Praxisleitfaden nachhaltiger Kulturtourismus. Inwertsetzung von Immateriellem Kulturerbe in Niedersachsen am Beispiel der Ostfriesischen Teekultur. In: Ostfriesische Landschaft. Ostfriesische Landschaft, 2021, abgerufen am 29. September 2025.
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- ↑ Entwässerungsverband Emden: Die Acht und ihre sieben Siele. Kulturelle, wasser- und landwirtschaftliche Entwicklung einer ostfriesischen Küstenlandschaft. Hrsg.: Jannes Ohling. Pewsum 1963, S. 194.
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- ↑ Ostfriesland kocht: van Pottjekiekers un Pottjeslikkers (= Edition Ostfriesland-Magazin). 1. Auflage. Verl. Soltau-Kurier-Norden, Norden 2004, ISBN 978-3-928327-53-4, S. 150.
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- ↑ a b c d e f „Die öffentliche Stimme“ und die „Säuferlisten“ – Maßnahmen gegen die Branntweinpest im 19. Jahrhundert. In: Niedersächsisches Landesarchiv Aurich. April 2023, abgerufen am 12. September 2025.
- ↑ Fritz Wolff: Was sich Wolff und Samson erzählen. Die Geschichte einer Ostfriesischen Kaufmannsfamilie S. 96. Abgerufen am 22. Dezember 2015.
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- ↑ RedaktionsNetzwerk Deutschland: Streit um Maibaum eskaliert: Männer fesseln Kinder mit Spanngurt. 1. Mai 2019, abgerufen am 27. Februar 2025.
- ↑ kulturagentur: Ostfrieslands Bräuche. 1. August 2022, abgerufen am 26. Februar 2025.
- ↑ Harm Ehmen: Sitten und Gebräuche in Ostfriesland. In: Karl-Ernst Behre, Hajo van Lengen: Ostfriesland. Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft. Aurich 1995, ISBN 3-925365-85-0. S. 338
- ↑ Jörg Hartmann: Tradition: Das Richtfest in Ostfriesland. In: ostfriesland-baut.de. Jörg Hartmann, abgerufen am 27. Februar 2025.
- ↑ Boßeln in Ostfriesland: Die Kugelwerfer der Straße. In: Der Spiegel. 3. März 2018, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 29. September 2025]).
- ↑ Boßeln in Ostfriesland - Hier spricht ein Profi | Freilenzen in Dornum. 31. März 2022, abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Boßeln - Männer, die auf Kugeln starren. 3. März 2018, abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Stilfrage: Bitte, was ist eigentlich Boßeln? - WELT. Abgerufen am 29. September 2025.
- ↑ Harm Ehmen: Sitten und Gebräuche in Ostfriesland. In: Karl-Ernst Behre, Hajo van Lengen: Ostfriesland. Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft. Aurich 1995, ISBN 3-925365-85-0. S. 335
- ↑ Hamburger Abendblatt: Ostfriesland knobelt, vom 4. Dezember 2010, eingesehen am 11. Februar 2012.
- ↑ In Ostfriesland gibt es vorm Nikolaus Verknobelungen. Abgerufen am 27. Februar 2025.
- ↑ NWZonline.de: Tradition des Verknobelns in Ostfriesland. 3. Dezember 2024, abgerufen am 27. Februar 2025.
- ↑ NWZonline.de: Im Dörphuus rollen zu Nikolaus die Knobel-Würfel. 6. Dezember 2013, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ NWZonline.de: Wenn Ostfriesen zu Zockern werden. 2. Dezember 2019, abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Störtebeckerland.de: Ostfriesische Bräuche. Kohlfahrt ( vom 18. Dezember 2015 im Internet Archive). Abgerufen am 30. November 2015.