Geschichte der Stadt Hebron

Die Geschichte der Stadt Hebron beginnt mit einer befestigten Stadt der Frühbronzezeit auf dem Tell er-Rumēde. Hebron (arabisch الخليل al-Chalīl, DMG al-Ḫalīl), eine Großstadt in den Palästinensischen Autonomiegebieten und Hauptstadt des Gouvernements Hebron, ist insofern eine der ältesten Städte der Welt. Von der Spätantike bis in die Frühe Neuzeit war Hebron allerdings eher ein großes Dorf, bekannt vor allem wegen des Heiligtums der Patriarchengräber. Dieses hat für Juden (unter der Bezeichnung Machpela) und Muslime (als Haram al-Chalīl) herausragende Bedeutung; im Schatten des Heiligtums siedelten sich religiöse Institutionen beider Gemeinschaften an. In frühbyzantinischer Zeit und während der Kreuzfahrerherrschaft war das Heiligtum als Abrahamskirche auch ein christliches Pilgerziel. Es stand für christliche Pilger aber immer im Schatten ihrer Hauptziele in Jerusalem und Bethlehem.

Nach der israelischen Einnahme des Westjordanlandes im Sechstagekrieg 1967 stand die Stadt Hebron neben der Jerusalemer Altstadt im besonderen Fokus der Siedlerbewegung. Mosche Levingers Gruppe bezog zunächst Wohneinheiten auf für vorgeblich militärischen Gebauch enteignetem Land östlich von Hebron (Neugründung Kirjat Arba) und etablierte ab 1979 (Beit Hadassah) eine Reihe von Enklaven innerhalb der Altstadt von Hebron. Beim Osloer Friedensprozess bestand für Hebron daher die singuläre Situation, dass die Stadt nicht nur wie alle Städte des Westjordanlandes von einem Kranz jüdischer Siedlungen umgeben ist, sondern sich eine Kette von jüdischen Mini-Siedlungen quer durch die Innenstadt zieht.

Die Altstadt von Hebron gehört seit 2017 zum UNESCO-Welterbe.

Topographie Hebrons

Etwa 30 Kilometer südlich von Jerusalem befindet sich die Stadt Hebron in verkehrsgünstiger Lage im Zentrum des Berglands von Hebron (Dschabal al-Chalil), „an der Grenze zwischen fruchtbarem Ackerland und dem Steppengebiet des Negeb.“[1] Die Niederschlagsmengen (450 mm im jährlichen Mittel) erlauben Landwirtschaft ohne künstliche Bewässerung, doch müssen die meist steilen Hänge des Berglands terrassiert werden. Sie sind prädestiniert für Ölbaum- und Feigenbaumhaine; auch Weinbau war seit dem Altertum im Bergland von Hebron üblich. Zu den Vorzügen Hebrons gehören mehrere Quellen; einen besonderen Stellenwert hat die ganzjährig wasserführende Quelle ʿAin el-Dschudēde am Fuß des Dschebel er-Rumēde, auf halbem Wege zwischen dem bronzezeitlich-eisenzeitlichen Tell und dem Heiligtum der Patriarchengräber.[2] Ursprünglich trat in ʿAin el-Dschudēde Grundwasser an der Geländeoberfläche aus; da sich der Schutt des Tell auftürmte, wurde (möglicherweise im Mittelalter) ein Kuppelbau über der Quelle errichtet, der schließlich auch von Schutt bedeckt wurde, so dass das Quellwasser heute scheinbar in einer Höhle austritt.[3]

Die Ortsmitte Hebrons liegt auf etwa 927 m ü. NN in einem von Südost nach Nordwest verlaufenden Tal (Wādī el-Chalīl) zwischen dem Dschebel Dschaʿābire im Osten und dem Dschebel er-Rumēde (974 m ü. NN) im Westen.[4] Damit ist Hebron die höchstgelegene Stadt Palästinas.

Die Keimzelle der Stadt ist ein Siedlungshügel (Tell er-Rumēde) auf einem niedrigen Ausläufer des Dschebel er-Rumēde in der Nähe der Quelle ʿAin el-Dschudēde. Der Schutt bedeckt ein Areal von etwa sieben Hektar, aber das Gebiet der Stadt Hebron im Altertum schätzt Avi Ofer auf nicht mehr als fünf Hektar. Der Preis für den guten Zugang zum Wasser war die militärisch ungünstige topographische Situation, denn die Siedlung wurde vom Dschebel er-Rumēde überragt.[5] Auf der Kuppe des Tell befindet sich der mittelalterliche, im Kern vielleicht frühbyzantinische Gebäudekomplex Deir al-Arbaʿin.

Etwa einen Kilometer östlich vom Dschebel er-Rumēde, am Osthang des Dschebel Dschaʿābire, befindet sich das von Muslimen und Juden gleichermaßen verehrte Heiligtum der Patriarchengräber (Haram el-Chalīl / Machpela). Um dieses Zentrum entwickelte sich die mittelalterliche Stadt. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts besaß Hebron drei Stadtviertel:[6]

  1. das Viertel ar-Raʾs in der Nachbarschaft des Haram el-Chalīl;
  2. im Nordwesten das Viertel um die Moschee des ʿAli al-Bakkaʿ;
  3. im Süden das größte Viertel, namens ḥārat al-ḳaytūn.

Hebron im Altertum

Forschungsgeschichte

Archäologische Forschung in Israel und Palästina hat immer eine politische Komponente; Hebron ist dafür ein eindrückliches Beispiel. Deshalb wird vorab der Kontext dargestellt, in dem hier Grabungen stattfanden:

Im Januar und Februar 1920 vermaß und untersuchte Ernest J. H. Mackay als Chefinspektor der Altertümerverwaltung im Britischen Mandatsgebiet Palästina zusammen mit Louis-Hugues Vincent (École biblique) das Heiligtum der Patriarchengräber. Ihre Befunde wurden 1923 in zwei Bänden unter dem Titel Hébron, le ḥaram el-khalil, sépulture des patriarchs veröffentlicht.[7]

Ein Team der American Expedition to Hebron unter Leitung von Philip C. Hammond (Princeton Theological Seminary) grub im Auftrag der Jordanischen Altertümerverwaltung auf dem Tell er-Rumēde nach einem ersten Besuch 1963 in drei Kampagnen von 1964 bis 1966. Nach dem Sechstagekrieg (Juni 1967) kam das Westjordanland und damit auch Hebron unter israelische Kontrolle. Hammond, der dem Haschemitischen Königreich verbunden war, kehrte nicht nach Hebron zurück.[8] Ein Abschlussbericht erschien nicht.[9]

Die Höhle unter dem Heiligtum der Patriarchengräber wurde am 10. Oktober 1968 Ziel einer israelischen Untersuchung: Yehuda Arbel, Distriktsleiter des Schin Bet in der Region Jerusalem und nach dem Sechstagekrieg auch zuständig für das Westjordanland, seilte seine 13-jährige Tochter nächtens durch die schmale Öffnung in der Moschee ab, welche muslimische Gläubige nutzten, um Zettel mit Gebeten einzuwerfen.[10] Im September 1981 fand der nächste Vorstoß statt: Eine Gruppe von Síedlern unter Leitung von Noam Arnon brach einen versiegelten Eingang auf und drang in die Höhle ein, während andere Siedler mit lauten Gebeten die Aufmerksamkeit der für die Moschee zuständigen Waqf-Angestellten ablenkten.[11][12] Vier Keramikgefäße wurden mitgenommen und ins Museum von Kirjat Arba gebracht. Im Oktober/November 1981 wurde dieselbe Höhle mehrmals von einer „‚formelleren‘ archäologischen Gruppe“ betreten, zu der neben Personal des Archäologischen Stabsoffiziers für Judäa und Samaria, israelischen Militärangehörigen und Repräsentanten des Waqf die Archäologen Zeev Yeivin und Doron Chen gehörten.[13]

Nachdem 1984 jüdische Siedler auf dem Dschebel er-Rumēde eingetroffen waren, beabsichtigte der damalige Verteidigungsminister Yitzhak Rabin, die Ausdehnung ihrer Siedlung zu verhindern, indem er auf dortigen Landparzellen, die in jüdischem Privatbesitz waren, archäologische Grabungen initiierte.[14] Ein Team der Universität Tel Aviv unter Leitung von Avi Ofer (Judean Hills Survey Expedition) grub von 1984 bis 1986 im Auftrag des Archäologischen Stabsoffiziers für Judäa und Samaria auf dem Tell er-Rumēde. Ziel war es, in einer zentralen Sektion (Area S) einen Schnitt durch den gesamten Tell anzulegen und damit die stratigraphische Abfolge zu bestimmen: Früharabische Periode, byzantinische Periode (zwei Phasen), römische Periode, hellenistische Periode, Eisenzeit IIC (zwei Phasen), Eisenzeit IIA–IIB (zwei Phasen), Eisenzeit I, Mittelbronzezeit und ausgehende Frühbronzezeit.[15] Die Arbeiten wurden mit dem Beginn der Ersten Intifada eingestellt. Ofer veröffentlichte nur Vorberichte, verfasste aber auch den Artikel Hebron in der New Encyclopedia of Archaeological Excavations in the Holy Land (NEAEHL).

Ebenfalls beauftragt vom Archäologischen Stabsoffizier grub Yuval Peleg 1998 ein spätbronzezeitliches Grab am Nordwesthang des Tell aus.[16]

Emanuel Eisenberg grub 1999 im Auftrag der Israel Antiquities Authority am Nordhang des Tell auf Parzellen, die für permanente Wohnungen der Siedler-Enklave Admot Yishai/Tel Chevron vorgesehen waren (die Häuser wurden dann mit einer Säulenkonstruktion über Teilen des Grabungsgeländes errichtet). Eisenberg leitete 2014 zusammen David Ben-Shlomo Ausgrabungen der Universität Ariel am südlichen und südwestlichen Rand[17] des Tell er-Rumēde (jetzt hebräisch bezeichnet als Tel Chevron). Diese erhielten die Lizenz des Archäologischen Stabsoffiziers für Judäa und Samaria; auf dem Gelände war die Einrichtung eines Archäologischen Parks vorgesehen.[18] Der Abschlussbericht wurde 2017 veröffentlicht.[19]

Hebron in der Bronzezeit

In der Frühbronzezeit III (zweite Hälfte des 3. Jahrtausends v. Chr.) und in der Mittelbronzezeit II (18.−16. Jahrhundert v. Chr.) gab es auf dem Tell er-Rumēde eine befestigte Stadt, die einen Durchmesser von etwa 200 m hatte. Ob die Stadt in der Mittelbronzezeit I bewohnt war, ist schwer einzuschätzen. Schachtgräber im heutigen Stadtgebiet von Hebron deuten jedenfalls darauf hin, dass Hebron in der Mittelbronzezeit I mindestens ein Zentrum für nomadisierende Gruppen war.[20]

Von der frühbronzezeitlichen Stadtmauer wurden durch die Grabungen Eisenbergs 1999 zwei 14 und 12 m lange Abschnitte bekannt.[21][22] Sie war mit Vorsprüngen und Türmen gesichert. Die neu errichtete mittelbronzezeitliche Mauer (Zyklopenmauerwerk) wich in ihrem Verlauf etwas von der früheren Stadtmauer ab.[23] Diese vieldiskutierte Zyklopenmauer, aus bis zu zwei Meter langen Steinen errichtet, war etwa drei Meter breit, im Bereich turmartiger Mauervorsprünge sogar bis zu neun Metern.[24]

Der wichtigste Befund der Grabung Ofers 1986 auf dem Tell er-Rumēde in Area S war ein Raum nahe der mittelbronzezeitlichen Stadtmauer, in dem Asche, Tierknochen (meist Kleinvieh) und Scherben deponiert worden waren. Ofer interpretiert diesen Raum als Teil eines kanaanäischen Kultkomplexes, ein Depot für die Knochen von Opfertieren und die Gefäße, in denen sie zubereitet und gegessen wurden.[25] In diesem Raum wurde eine fragmentarische akkadische Keilschrifttafel aus altbabylonischer Zeit gefunden: eine Auflistung von Schafen und Ziegenböcken, die möglicherweise (Lesung unsicher) als Opfergaben dienen sollten. Keilschrifttafeln sind in der Region Palästina seltene Funde; Schreiber gab es nur in bedeutenden Städten. Nadav Na’aman folgert, dass Hebron in der Mittelbronzezeit II ein Jerusalem benachbartes Stadtkönigtum war.[26] Nahe bei der Tontafel lag eine Bulla mit Abdrücken von Siegelskarabäen der ägyptischen Zwölften Dynastie. Im Nachbarraum wurde unter anderem ein Tüllenbeil gefunden.[27]

Ob es auf dem Tell er-Rumēde in der Spätbronzezeit eine städtische Siedlung gab, ist strittig. Chadwick argumentiert aufgrund der Grabungsbefunde Hammonds für eine Weiternutzung der Zyklopenmauer durch eine wenn auch kleinere spätbronzezeitliche Stadt, doch sind die dafür beigebrachten Funde nicht signifikant, und Jericke vermutet, dass aufgrund der Bibelstelle Jos 10,36 f. eine Stadt Hebron in der Spätbronzezeit postuliert wird.[28] Ofer zufolge lebte in der Spätbronzezeit in der Gegend von Hebron eine tribale Bevölkerung, die in der Umgebung und auch am Rande des Tell ihre Toten begrub.[29]

Yuval Peleg untersuchte 1998 eine spätbronzezeitliche Grabhöhle am Nordhang des Tell er-Rumēde, in der 53 Individuen beigesetzt waren: 41 Kinder unter 15 Jahren und 12 Erwachsene. Das Beigabenspektrum umfasste hunderte von Keramikgefäßen, außerdem Metallobjekte, Schmuck und Skarabäen.[30] Die Keramik datiert größtenteils ins 14./13. Jahrhundert.[31] Die Grabhöhle war ausweislich der Funde seit der ausgehenden Mittelbronzezeit und bis ins 13. Jahrhundert in kontinuierlicher Nutzung. Peleg argumentiert damit gegen Ofer, dass der Tell er-Rumēde auch in der Spätbronzezeit besiedelt gewesen sei.[32]

Das eisenzeitliche Hebron

Eisenzeit I

Biblischer Darstellung zufolge war Hebron zeitweilig Residenzstadt Davids; er soll in Hebron sieben Jahre als König regiert haben, bevor er Jerusalem zu seiner Hauptstadt erhob.[33] Die historisch-kritische Exegese hat die Hypothese eines Davidisch-salomonischen Großreichs, wie sie Mitte des 20. Jahrhunderts von der Alt-Noth-Schule vertreten wurde, weitgehend aufgegeben. David gilt gleichwohl als historische Gestalt, aber mit weit geringerem Aktionsradius. Ernst Axel Knauf und Hermann Michael Niemann charakterisieren ihn als Apiru, „der als Freischärler und Bandenführer zwischen Schefela und judäischem Bergland beginnt, wahrscheinlich mit Unterstützung des Stadtstaates Gat in Hebron das judäische Stammeskönigtum gründet und 7 Jahre später den Sauliden Jerusalem entreißt […]“[34]

Auf schmaler archäologischer Materialbasis postuliert Avi Ofer mit Bezug auf die biblische Darstellung eine Blütezeit Hebrons im 11./10. Jahrhundert: Die früheisenzeitliche Stadt sei größer als ihre mittelbronzezeitliche Vorgängerin gewesen, die Zyklopenmauer habe weiter dem Schutz der Oberstadt gedient. „Historisch gesprochen, reflektiert dieses goldene Zeitalter in Hebron die Position der Stadt als tribales und religiöses Zentrum der Bevölkerung des Judäischen Berglands und die erste Residenzstadt König Davids.“[35]

Eisenzeit II

Jeffrey R. Chadwick wertete die Unterlagen der American Expedition to Hebron aus den 1960er Jahren aus und verglich sie mit späteren israelischen Grabungsbefunden. Ein Stadttor an der Südseite des Mauerrings, in der Frühbronzezeit errichtet, war laut Chadwick bis zum Ende der Eisenzeit IIB in Gebrauch. In der Eisenzeit II wurde die Befestigung der Südmauer durch Aufschüttung eines Erdwalls verstärkt.[36]

Dagegen datiert David Ussishkin den Bau der Zyklopenmauer in die Eisenzeit II. Sie sei etwa gleichzeitig mit dem zu ihrer Verstärkung aufgeschütteten Erdwall errichtet worden. Die Datierung der Zyklopenmauer in die Mittelbronzezeit sei im archäologischen Befund unzureichend begründet und verdanke sich (bei Chadwick offensichtlichen) biblizistischen Interessen. Durch die im Erdwall enthaltene Keramik kann diese Baumaßnahme in das 8./7. Jahrhundert datiert werden, d. h. dass Hebron nach Ussishkin in der Spätzeit des Reichs Juda, wahrscheinlich in der langen Regierungszeit des Manasse, eine befestigte Stadt war, davor aber nicht.[37]

Aus mehreren archäologischen Stätten der Region sind Krugfragmente mit dem Stempeleindruck למלך חברן („für den König – Hebron“) in althebräischer Schrift bekannt. Diese Königsstempel deuten darauf hin, das Hebron ein Verwaltungszentrum des Reichs Juda war. Hebron war demnach aufgrund seiner verkehrsmäßig günstigen Lage einer von mehreren Sammelplätzen, zu denen vor allem Wein, Öl und Getreide „aus der Umgebung im Auftrag der königlichen Verwaltung angeliefert und in die genormten und entsprechend gekennzeichneten Krüge zum Weitertransport umgefüllt wurden.“[38] Ein auf dem Tell er-Rumēde gefundenes skaraboides Privatsiegel passt gut zu einem Verwaltungszentrum Hebron. Das ovale Objekt aus hartem dunklem Kalkstein trägt auf der Bildseite eine Tierdarstellung (Gazelle?) und den Namen des Inhabers in althebräischer Schrift, Schepatjahu (Sohn des) Samak (לשפטיהו סמך). Ein in der Nähe gefundenes Ostrakon weist eine stark verwaschene und nicht leserliche althebräische Inschrift auf.[39]

Bei der Untersuchung einer Höhle unter dem Heiligtum der Patriarchengräber 1981 wurden vier Keramikgefäße der Eisenzeit IIB gefunden, außerdem eisenzeitliche Keramikscherben (10.–8. Jahrhundert).[40] Entweder handelt es sich um ein wiederverwendetes Schachtgrab der Mittelbronzezeit oder um eine in der Eisenzeit ausgebaute Naturhöhle.[41]

Nach Zerstörungen, die Chadwick mit dem assyrischen Angriff auf das Königreich Juda im Jahr 701 v. Chr. erklärt, wurde in der Eisenzeit IIC die Stadtmauer beim noch bestehenden westlichen Torturm wieder aufgebaut. Danach, so Chadwick, sei Hebron bei der neubabylonischen Eroberung des Reiches Juda 588 v. Chr. eingenommen, die überlebende Bevölkerung deportiert und die Stadt aufgegeben worden.[42] Dagegen argumentiert Jericke, dass die Strafaktion der Neubabylonier sich vorrangig gegen Jerusalem richtete und auch einige Orte in der Schefela zerstört wurden. Die Orte im Judäischen Bergland seien aber nicht direkt betroffen gewesen, und ein Einschnitt in der materiellen Kultur 588/587 sei deshalb für Hebron nicht anzunehmen.[43]

Perserzeit

Perserzeitliche Besiedlung ist weder auf dem Tell er-Rumēde noch im Wādī el-Chalīl (heutige Altstadt) nachgewiesen, wohl aber einen Kilometer nördlich der Altstadt: Eine Rettungsgrabung auf der Chirbet Nimrā brachte im Jahr 1989 ein mehrräumiges Gebäude des 6./5. Jahrhunderts ans Licht; die gefundene Keramik ist perserzeitliche lokale Ware. Die Funktion des Bauwerks bleibt unsicher, die für öffentliche Gebäude jener Zeit kennzeichnende Hofanlage fehlt. Insgesamt war das judäische Bergland in der Perserzeit nicht dünner besiedelt als in der Endphase des Königreichs Juda, aber die Orte konzentrieren sich nun im Norden des Berglands, wodurch Hebron in eine Randlage geriet. Wahrscheinlich gehörte Hebron nicht zur persischen Provinz Jehud.[44]

Das letzte Jahrhundert des Königreichs Juda und besonders die Perserzeit ist aus historisch-kritischer Sicht für das Entstehen vieler Schriften, die in der Hebräischen Bibel gesammelt sind, eine formative Zeit. Die Patriarchen-Erzählungen (für Hebron besonders relevant: Abrahams Kauf der Höhle Machpela, Gen 23, 1−20) und Erzählungen über die Landnahme der Israeliten (hier die Eroberung Hebrons Jos 10, 35−36) spielen zwar, wenn man die biblische Chronologie mit modernen Epochengliederungen in Beziehung setzt, in der Mittelbronzezeit (Abraham) und der ausgehenden Spätbronzezeit (Landnahme). Ihre Niederschrift erfolgte aber erst jetzt, Jahrhunderte später. Gerade die Abraham-Erzählungen waren, so Jan Christian Gertz, eine Antwort auf das Ende des Reiches Juda und die Zerstörung Jerusalems. Sie bieten „Volksgeschichte im Modus der Familienerzählung“; Abraham war eine sehr attraktive „Identifikationsfigur in nachexilischer Zeit,“ also für Judäer und Samaritaner unter persischer Oberherrschaft.[45]

Zu den Lokalisierungen der Abraham-Erzählungen im Raum Hebron bemerkt Detlef Jericke: Mamre (מַמְרֵא), der zeitweilige Wohnort Abrahams, war für die älteste Überlieferung „ein bewaldeter Geländepunkt, etwa eine Kuppe oder ein Hügel“ in der Nähe von Hebron; die Identifikation Mamres mit Hebron ist sekundär.[46] „Die Machpela“ (הַמַּכְפֵּלָה, immer mit Artikel), der Begräbnisort der Erzeltern, ist möglicherweise ein Eigenname und bezeichnet ein Feld oder eine auf diesem Feld gelegene Höhle; Jericke erwägt, dass diese Uneindeutigkeit beabsichtigt sein könnte, um „die Lage der Machpela zu verschleiern“ und (ähnlich wie beim Grab des Mose, dessen Ort niemand kennt) eine Verehrung des Grabes zu verhindern.[47]

Hellenistische und römische Zeit

Das südlich an Jehud anschließende Gebiet wurde in persischer Zeit von Arabisch sprechenden Kedariten kontrolliert; als Alexander der Große 332 Gaza eroberte, verloren die Kedariten ihren Zugang zum Mittelmeer und zogen sich aus der Region zurück. In der Schefela (Lachisch, Marissa) und dem Bergland von Hebron entstand nun als Teil der zwischen den Diadochenreichen umkämpften südlichen Levante eine Verwaltungseinheit (unterschiedlich bezeichnet als Eparchie oder Hyparchie) Idumäa.[48]

Im 3. Jahrhundert v. Chr. begann in der ägyptischen Metropole Alexandria das große Übersetzungswerk der jüdischen heiligen Schriften ins Koine-Griechische (Septuaginta) mit der Bearbeitung des Buches Genesis. Sie zeigt, wie die Abrahamüberlieferungen zu dieser Zeit im hellenistischen Judentum verstanden wurden. Für Hebron ergibt sich folgendes Bild:

  • Abraham ließ sich „bei der Eiche (von) Mambre nieder, die in Hebron war, und er erbaute dort dem Herrn eine Opferstätte“ (Gen 13,18).[49]
  • Sara starb „in der Stadt Arbok, die in der Schlucht − das ist Hebron − im Lande Kanaan liegt“ (Gen 23,2).[50] Abraham erwarb eine Grabstätte und begrub seine Frau „in der Doppelhöhle auf dem Feld, die gegenüber von Mambre − das ist Hebron − im Land Kanaan liegt“ (Gen 23,19).[51]

Hasmonäer

Der Hasmonäer Johannes Hyrkanos I., der als Ethnarch und Hohepriester von 135 bis 104 v. Chr. in Jerusalem regierte, vergrößerte das Territorium Judäas durch Eroberungskriege. Unter anderem gliederte er Idumäa seinem Reich ein. Josephus zufolge zwang Hyrkanos die Idumäer, zum Judentum zu konvertieren, wenn sie im Lande bleiben wollten. „Wirklich nahmen sie auch aus Liebe zu ihrer Heimat die Beschneidung wie die übrigen Gewohnheiten der Juden an und waren also von dieser Zeit an ebenfalls Juden.“[52] Benedikt Eckhardt vermutet, dass die idumäische Oberschicht zur Konversion bereit war, wenn sie dadurch Aufstiegsmöglichkeiten in der hasmonäischen Verwaltung erhielt – ein Beispiel ist die Familie des Herodes. Die Akzeptanzprobleme, die Herodes als König hatte, zeigen aber, dass Teile der judäischen Bevölkerung die Idumäer weiterhin als fremd betrachteten und die Abstammung höher bewerteten als die Beschneidung.[53]

Die Kultur der Idumäer ist vor allem durch die Ausgrabungen Amos Kloners in Marissa bekannt. Ausweislich der Inschriften waren Aramäisch und Griechisch in Marissa gleichermaßen in Gebrauch, die Namen zeigen griechische, phönizische und judäische Einflüsse und weisen Qaus als Hauptgottheit der Idumäer aus. Die archäologischen Befunde aus Marissa zeigen eine Verschmelzung religiöser Traditionen: „Altäre, Phalli (ein griechischer Brauch, aber beschnitten), Figurinen und mehr. Einige Praktiken wie Grabhöhlen, Badevorrichtungen (bathing installations) und perforierte Gefäße zeigen eine Affinität zum späteren Judentum und können sehr wohl die Entwicklung dieser ‚jüdischen‘ Bräuche beeinflusst haben.“[54] Ian Stern sieht in diesen Befunden Hinweise auf einen komplexen Veränderungsprozess der ethnischen Identitäten (a complex ongoing process of morphing ethnicities) der Idumäer. Manche Idumäer waren bereit, für bereits praktizierte Rituale wie Tauchbäder und Beschneidung die judäische Interpretation anzunehmen. Andere hielten an traditionellen Elementen wie der Verehrung der Gottheit Qaus fest.[55]

Herodes

Herodes (73 v. Chr. – 4 v. Chr.) war ein gebürtiger Idumäer, der die in Jerusalem regierende Hasmonäer-Dynastie mit römischer Unterstützung entmachtete und ein Klientelkönigreich mit multiethnische und multireligiöser Bevölkerung regierte. Seine Herrschaft stützte Herodes auf seine eigene ethnische Gruppe.[57]

Die in Idumäa gelegenen Abrahamsheiligtümer von Hebron und Mamre gelten als Bauten des Herodes,[58] obwohl Josephus sie nicht unter den Baumaßnahmen des Königs erwähnt. In seiner Nacherzählung des Buchs Genesis (um 90 n. Chr.) beschrieb Josephus die Patriarchengräber folgendermaßen:

„[Als Sara gestorben war, begrub man sie] in Hebron, wo die Kanaaniter ihr auf öffentliche Kosten eine Begräbnisstätte aufschütteten; Abraham aber hatte das Gelände für vierhundert Sekel von einem Efrajim aus Hebron gekauft. Auch Abraham und seine Nachkommen legten sich dort ihre Grabstätten an.“

Flavius Josephus: Jüdische Altertümer 1,237[59]

Möglicherweise waren Hebron und Mamre von Herodes als gemeinsame heilige Orte für Judäer und Idumäer gedacht:[60]

  • In Hebron schuf Herodes das Heiligtum der Patriarchengräber neu, bei der Ortswahl möglicherweise angeregt durch vorhandene Grabanlagen der Bronze- und Eisenzeit. Das herodianische Bauwerk war ein 59 × 34 Meter großes, von einer Temenos-Mauer aus Bossenquadern eingefasstes Podium unter freiem Himmel.[61] „Seine Ähnlichkeit mit den Substruktionen des Tempelplatzes in Jerusalem aus der herodianischen Zeit wurde … immer wieder konstatiert.“[62]
  • Das weit schlechter erhaltene Heiligtum von Mamre befindet sich in Ramet el-Chalil nördlich der Altstadt von Hebron: ein gepflasterter rechteckiger Platz von 49 × 65 Metern, der ebenfalls von einer Temenos-Mauer aus Bossenquadern eingefasst war.[63]

In Mamre fanden dem archäologischen Befund zufolge Opfer statt; aus Sicht der jüdischen Priesteraristokratie war der Jerusalemer Tempel die einzig legitime Opferstätte. Achim Lichtenberger vermutet: „Eine semitische Religion – die der Idumäer –, die bereits in vorhellenistischer Zeit eng mit der jüdischen verwandt ist und in hasmonäischer Zeit judaisiert wurde und dennoch eine gewisse Eigenständigkeit bewahrte, scheint vergleichbare Orte wie die Juden verehrt zu haben. Es ist schwierig zu entscheiden, ob man diese Gruppe als ‚Juden‘, ‚Idumäer‘ oder ‚Heiden‘ bezeichnen soll; die Übergänge sind offensichtlich fließend.“[64]

Römische Provinz Syria Palaestina

Die Grabungen von 2014 am Süd- und Südwestrand des Tell er-Rumēde brachten ein Wohn- und Gewerbegebiet aus frührömischer Zeit ans Licht. Eine breite getreppte Straße führte den Tell hinauf. Hier, im Bereich des Ausgrabungen nicht zugänglichen Baudenkmals Deir al-Arbaʿin, vermuten die Ausgräber das Zentrum des frührömerzeitlichen Hebron. Beiderseits der Straße gab es Wohnhäuser; zum Gewerbegebiet rechnet eine Töpferei mit Brennofen und zwei Absetzbecken (settling pools), außerdem zwei Weinpressen und eine Ölpresse. Zwei große verputzte Becken, zu denen Stufen hinabführen, werden als Mikwaot angesprochen, was aus Sicht der Ausgräber auf eine jüdische Bevölkerung Hebrons hindeutet (doch vgl. oben zum Synkretismus der Idumäer und deren eigener Tradition religiöser Badevorrichtungen). Eine Zerstörungsschicht wird der Endphase des Jüdischen Krieges (70 n. Chr.) zugeordnet. Keramik- und Münzfunde deuten darauf hin, dass der Tell er-Rumēde weiter bewohnt war. Mit den schweren Zerstörungen Judäas im Bar-Kochba-Aufstand (132−135) ist eine rund hundertjährige Siedlungspause auf dem Tell erklärbar.[65]

Hebron war in das römische Straßennetz einbezogen: Es lag an der Straße, die der Wasserscheide folgend von Jerusalem (Aelia Capitolina) südwärts über Chermula nach Mampsis im Negev verlief. Eine weitere Straße führte von Hebron aus südwestlich und gabelte sich in einen Abstieg in die Schefela nach Eleutheropolis, von wo aus Diospolis/Lydda, Ascalon und Gaza in der Küstenebene erreicht werden konnten. Ein weiterer Abstieg verband Hebron mit Elusa und Nessana im Negev.[66]

Wegen dieser strategisch günstigen Lage war wahrscheinlich eine Militäreinheit in oder nahe bei Hebron stationiert. Dazu passt, dass ein auf 186 n. Chr. datiertes Militärdiplom eines Soldaten der Cohors I Thracum milliaria bei Hebron gefunden worden sein soll.[67]

Hebron in der Spätantike und im Byzantinischen Reich

Die Ausgrabungen am Süd- und Südwestrand des Tell er-Rumēde 2014 belegen, dass der Tell in spätrömisch-frühbyzantinischer Zeit erneut, aber viel dünner als zuvor, besiedelt war. Die beiden als Mikwaot interpretierten Bassins wurden zu überkuppelten Zisternen umgebaut. Andere Funde deuten auf landwirtschaftliche Aktivitäten. Denkbar ist, dass römische Veteranen hier Landbesitz erhielten. Wenn der Gebäudekomplex von Deir al-Arbaʿin auf der Kuppe des Tell bis in frühbyzantinische Zeit zurückgeht, kann es sich auch ein Kloster handeln.[68]

In seinem Onomastikon der biblischen Ortsnamen bezeichnete Eusebius von Caesarea Chebrṓn (Χεβρών) als „großes Dorf“; einen Bischofssitz gab es hier nicht. Der Pilger von Bordeaux erwähnte im frühen 4. Jahrhundert die Patriarchengräber:[69]

„Dort ist ein viereckiges Steindenkmal von wunderbarer Schönheit (memoria per quadrum ex lapidibus mirae pulchritudinis), in dem Abraham, Isaak, Jakob, Sarah, Rebekka und Lea bestattet liegen.“

In frühbyzantinischer Zeit wurde in dem unter Herodes ummauerten Bezirk, welcher als Heiligtum der Patriarchengräber verehrt wurde, eine Basilika neu errichtet.[71] Diesen Kirchenbau erwähnte der Pilger von Piacenza im späten 6. Jahrhundert und vermerkte eigens, dass Juden Zutritt zu den Patriarchengräbern hatten, die laut Heribert Busse wohl schon in frühbyzantinischer Zeit als Kenotaphe gestaltet worden waren:[72]

„Da ist eine Basilika, mit vier Säulen errichtet, im mittleren Atrium ungedeckt: mitten hindurch läuft eine Schranke, und von der einen Seite treten die Christen ein, von der anderen die Juden, und bringen viel Weihrauch dar.“

Anonymus von Piacenza: Itinerarium 30[73]

Erhalten blieb an der Ostecke des Haram eine verzierte Tabula ansata, deren griechische Inschrift eine Anrufung Abrahams enthält: „Heiliger Abraham, hilf deinem Diener Nilus, dem Marmorarbeiter, und dem Agathemeros und der Hygia und dem Omabis und der Tomasia und dem Abdallah und der Anastasia.“[74]

In Mamre wurde, wie Sozomenos im 5. Jahrhundert schrieb, jeden Sommer ein Markt abgehalten, zu dem Besucher aus Palästina, Phönizien und Arabien anreisten. Christen, Juden und Heiden vollzogen dort ihre je eigenen kultischen Handlungen. Zentren der Verehrung waren ein Altar und ein Brunnen, die beide von Abraham gebaut worden sein sollten. Auf dem Altar wurden Wein und Weihrauch dargebracht und Opfertiere verbrannt. Am Brunnenrand wurden Lampen aufgestellt und Kuchen, Münzen und Spezereien hineingeworfen – das Brunnenwasser war ungenießbar.[75] Das synkretistische Treiben endete, nachdem Kaiser Konstantin in Mamre eine Abrahamskirche hatte errichten lassen.[76] Diese Abrahamskirche ist auf der Mosaikkarte von Madaba dargestellt, nördlich anschließend ein mit roten Ziegeln gedecktes, anscheinend zweistöckiges Gebäude, dessen oberes Stockwerk Kolonnaden aufweist. Möglicherweise handelt es sich um ein Nebengebäude der Basilika, vielleicht ein Kloster. Südlich von diesem Gebäudekomplex ist das Baumheiligtum von Mamre zu sehen und noch weiter südlich eine Kirche, die Herbert Donner zufolge bereits zu Hebron gehört: „Es ist die byzantinische Kirche der Patriarchengräber ... Das Bild der Stadt Hebron, südlich davon, ist verloren.“[77]

Frühislamische Zeit

Am 30. Juli 634 errang das muslimische Heer in Idschnaydīn (zwischen Ramla und Bait Dschibrīn) einen entscheidenden Sieg über die Byzantiner. Daraufhin nahm es die meisten Städte Palästinas ein, darunter wohl auch Hebron.[78] Die Rivalität zwischen den Abrahamheiligtümern von Hebron und Mamre war spätestens jetzt zugunsten Hebrons entschieden; Mamre war vermutlich beim sassanidischen Vorstoß nach Palästina (Eroberung Jerusalems 614) zerstört worden und wurde nicht mehr instandgesetzt.[79]

Die Islamisierung Hebrons wurde dadurch erleichtert, dass die Stadt und ihr Umland eine römisch-byzantinische Staatsdomäne gewesen war, die bald nach der Eroberung von der Familie Dāriyūn mit dem Argument beansprucht wurde, der Prophet Mohammed habe sie ihr als Lehen übergeben. Diese Familie war in der Gegend ansässig, wahrscheinlich in Eleutheropolis, 20 Kilometer nordnordwestlich von Hebron. Sie führte sich auf den Prophetengefährten Tamīm ad-Dārī zurück, der vom Christentum zum Islam konvertiert war.[80] Die Traditionen über Tamīm ad-Dārī, der christliche Elemente wie die Kanzel im Islam eingeführt haben soll, sind größtenteils legendarisch. Sie zeigen aber Busse zufolge, dass den Dāriyūn an Kultkontinuität am Abrahamsheiligtum gelegen war; die materielle Aneignung Hebrons sollte mit der religiösen Aneignung Hand in Hand gehen.[81]

Der 935 in Jerusalem geborene Geograph al-Muqaddasī ging bei der Beschreibung von Ḥabrā (= Hebron) besonders auf die Patriarchengräber ein:

Ḥabrā ist das Dorf Abrahams, des Freundes Gottes; darin ist eine feste Burg von grossen, schön ausgehauenen Steinen, die die Genien gebaut haben sollen; innerhalb dieser ist eine im Islām gebaute, steinerne Kuppel über dem Grab Abrahams, während das Grab Isaaks vorn in dem überdachten Theil und das Jakobs im hinteren Theil ist; jedem Propheten gegenüber liegt seine Frau. Die Ummauerung wurde zur Moschee gemacht und um sie für die zu geistlichen Zwecken sich dort Aufhaltenden Wohnungen gebaut, die sich unmittelbar daran anschliessen. Sie haben eine schwache Wasserleitung.

Bis auf etwa eine halbe Tagereise weit hat dies Dorf ringsum Dörfer, Weinstöcke, Trauben und Äpfel […] deren größter Theil nach Ägypten verführt und getrocknet wird.

In dem Dorfe ist ein stets offenes Hospiz mit angestellten Köchen, Bäckern und Dienern, welche jedem sich einstellenden Armen Linsen mit Öl vorsetzen; auch wird dies Wohlhabenden gereicht, wenn sie es annehmen wollen.“

al-Muqaddasī: Aḥsan at-taqāsīm[82]

Das von al-Muqaddasī erwähnte Hospiz (funduq) wurde aus Waqf-Einkünften finanziert. Mehrere testamentarische Verfügungen ermöglichten es, auf diese Weise in Hebron Abrahams berühmte Gastfreundschaft gegenüber Fremden zu pflegen.[83] Nāsir-i Chusrau erwähnte im 11. Jahrhundert in seinem Reisebericht (Safarnameh), dass es auf dem Dach der Maqsūra innerhalb des Heiligtums Zellen für Reisende gab; jedem, der dort einkehrte, wurden Brot, Linsengericht und Rosinen gereicht. An manchen Tagen seien 500 Pilger eingetroffen und in dieser Weise bewirtet worden.[84]

Anders als beim Tempelberg / al-Haram asch-Scharif in Jerusalem gestatteten Muslime Juden und Christen den Besuch des Heiligtums der Patriarchengräber in frühislamischer Zeit, was Busse zufolge durch die Architektur erleichtert wurde: Weil sich das als Abrahams Grab verehrte Kenotaph im Atrium befand, war es für Nichtmuslime nicht nötig, die Moschee zu betreten.[85]

Dokumente der Kairoer Geniza belegen sowohl eine karäische als auch eine rabbinische Gemeinde in Hebron im 10. und 11. Jahrhundert; Hebron wird in diesen Quellen gewöhnlich „Patriarchengräber“ (קברי אבות) genannt.[86] Die karäische Gemeinde ist in Hebron ab 1001 nachweisbar. Zwei Familien lassen sich über mehrere Generationen rekonstruieren, deren Synagoge in Nachbarschaft des Heiligtums der Patriarchengräber stand. Eine Familie führte den erblichen Titel „Freund der Patriarchengräber“ oder „Leute der Patriarchengräber“. Ihre Mitglieder waren mit der Wartung der heiligen Stätte betraut und bestatteten auch Verstorbene, die von jüdischen Gemeinden der näheren und weiteren Umgebung nach Hebron überführt wurden.[87]

Jüdische Pilger fanden im 11. Jahrhundert in der Gegend von Hebron eine Landschaft voller biblischer Erinnerungsorte. Da gab es das Haus Abrahams, die Eiche von Mamre, den steinernen Sitzplatz der Engel, Saras Zelt, Hagars Quelle und als Höhepunkt und Ziel ihres Pilgerwegs die Patriarchengräber.[88]

Kreuzfahrerzeit

Während des Ersten Kreuzzugs plünderte das provençalische Heer unter Graf Raimund von Toulouse Ende Juli 1099 Hebron; das kastellartige Heiligtum der Patriarchengräber wurde aber noch von den Muslimen gehalten. Einige Monate später nahm Gottfried von Bouillon dieses castellum im Handstreich ein. Als St.-Abrahams-Kastell (castellum ad Sanctum Abraham) wurde in der Kreuzfahrerzeit dann ganz Hebron und Umgebung bezeichnet. Diese besonders fruchtbare, für die Versorgung Jerusalems wichtige Gegend, verkehrsgünstig gelegen, blieb als Kronland unter dem direkten Zugriff der Könige von Jerusalem. Hebron wurde von Kastellanen (nicht Seigneurs) verwaltet.[89]

Seit etwa 1100 gab es eine Klerikergemeinschaft am Heiligtum der Patriarchengräber, das nun zur Abrahamskirche wurde. Die ersten Chorherren von St. Abraham gehörten wahrscheinlich zum Gefolge von lothringischen, flandrischen und normannischen Kreuzfahrern. Sie lebten in Hebron zunächst als Säkularkanoniker, um sich später als Regularkanoniker einer an der Augustinusregel orientierten Lebensform anzuschließen. Mit den Chorherren Jerusalems konnten sie sich hinsichtlich des Prestiges und Reichtums nicht messen. Also betonten sie ihr musterhaftes Ordensleben. Außerdem war ihnen daran gelegen, die Bedeutung Hebrons in der Heilsgeschichte herauszustellen.[90] Der Tractatus de Inventione Sanctorum Patriarchum beschrieb, wie die Chorherren zur Zeit des Priors Ranerius 1119/1120 eine Grabhöhle unter dem Bodenbelag ihrer Abrahamskirche entdeckten, freilegten und darin die Gebeine von Abraham, Isaak und Jakob fanden (die Ehefrauen Sara, Rebekka und Lea blieben unerwähnt). Außerdem entdeckten sie 15 Keramikgefäße, die Knochen enthielten und die man für die Graburnen der Söhne der Patriarchen hielt. Die Gebeine der Patriarchen wurden den Gläubigen in feierlicher Prozession gezeigt und schließlich auf dem Altar der Abrahamskirche deponiert.[91] Die Reaktion der Zeitgenossen war verhalten; die Chronisten Wilhelm von Tyrus und Jakob von Vitry erwähnten die Erhebung der Patriarchenreliquien in Hebron nicht. Insbesondere blieb den Hebroner Chorherren der Wunsch, Hebron zum Bistum zu erheben, zunächst verwehrt.[92]

Immerhin nahm die christliche Verehrung der biblischen Patriarchen und der Pilgerverkehr nach Hebron in der Folge zu. Auswärtige Priorate und Kirchen wurden errichtet, eine Gebetsbruderschaft gegründet. Die nun reichlich fließenden Einnahmen ermöglichten den Hebroner Chorherren, die byzantinische Basilika, zwischenzeitlich als Moschee genutzt, zu einer dreischiffigen Kirche „mit mächtigen Bündelpfeilern und Kreuzrippengewölben“ umzubauen.[93]

Die Höhle wurde für den Pilgerverkehr hergerichtet. Lateinische Inschriften auf stelenartigen Gedenksteinen erinnerten dort an die Patriarchen und ihre Frauen:

„Und die Heiden machten dort sechs Gräber wegen Abraham und Sara, Isaak und Rebekka, Jakob und Lea. Und sie sagen zu den Umherirrenden, daß es die Gräber der Väter sind. Und man gibt dort Geld. Aber wenn ein Jude dorthin kommt, der dem Türhüter der Höhle eine Belohnung gibt, dann öffnet er ihm eine Tür aus Eisen …, und der Betreffende kann auf Stufen nach unten steigen. Und ein brennendes Licht ist in seiner Hand. Und er steigt nach unten in die Höhle hinab, und dort gibt es nichts, und ebenso in die zweite, bis er zu der dritten kommt. Und siehe, dort sind sechs Gräber: das Grab Abrahams und das Isaaks und das Jakobs und das Saras und das Rebekkas und das Leas, jeweils eins dem andern gegenüber.“

Benjamin von Tudela: ספר המסעות[94]

Bei der irregulären Höhlenexpedition 1981 wurden ein vollständiger Krug und Fragmente „leuchterförmiger Glasgefäße“ gefunden, die ins 12. Jahrhundert datiert werden.[95]

König Amalrich I. und der lateinische Patriarch von Jerusalem, Amalrich von Nesle, veranlassten in der letzten Phase der Kreuzfahrerherrschaft die Erhebung Hebrons zum Bistum; erster Bischof wurde 1168 Rainerius, ein Neffe des vorherigen Jerusalemer Patriarchen Fulko von Angoulême.[96]

Nach der Schlacht bei Hattin 1187 nahmen die siegreichen Ayyubiden auch Hebron ein. Saladin wandelte die Abrahamskirche der Kreuzfahrer in eine Moschee um, indem er einen Mihrab einfügen ließ. Er brachte außerdem einen Minbar aus Aschkelon nach Hebron mit, der seinerzeit von Emir Badr al-Dschamali in Auftrag gegeben worden war, dem fatimidischen Oberbefehlshaber von 1091/1092: eine „prachtvoll geschnitzte Kanzel mit Intarsienarbeit,“ die zu den ältesten erhaltenen Minbaren gehört.[97]

Mamlukensultanat

Bautätigkeit

Im Jahr 1266 besuchte Sultan Baibars I. Hebron. Er untersagte Juden und Christen den Zugang zum Heiligtum der Patriarchengräber, der ihnen zuvor gegen Zahlung einer Gebühr möglich gewesen war. Zwei Jahre später stattete Baibars das Heiligtum mit Waqf-Zuwendungen aus und ordnete eine Generalrestaurierung an. Er verfügte außerdem, dass die Armenspeisungen in einiger Entfernung vom Haram stattfanden.[98] Die Höhle im Heiligtum der Patriarchengräber stand nun nicht mehr für Besucher offen, diente aber weiter als Zufluchtsort in Notzeiten. Der Eingang zur Edlen Höhle (al-ġār aš-šarīf) wurde besonders verehrt und ähnlich einer Brunnenöffnung gestaltet, die mit einer Marmorplatte in Gestalt einer zwölfblättrigen Blume abgedeckt war. Darüber erhebt sich ein überkuppelter Baldachin.[99]

Emir Tankiz veranlasste 1332/1333 weitere Bauarbeiten im Heiligtum der Patriarchengräber. Dabei wurden die Wände mit farbigem Marmor verkleidet, ein typisches Merkmal mamlukischer Architektur.[100] Weitere Ergänzungen aus mamlukischer Zeit sind die unter Schihab ad-Din al-Jaghmuri 1393/1394 erbaute Säulenhalle entlang der Westwand des überdachten Teils (sogenannte „Freitagsmoschee der Frauen“, ǧāmiʿ an-Nisaʾ) und die Vorbetertribüne (dikkat al-muballigh) mit ihren auffälligen Säulen und Kapitellen, die mit Kunstschmiedearbeiten geschmückten sechs Kenotaphe der Patriarchen und ihrer Frauen, die Bibliothek im Norden des Hofes und die beiden je 15 Meter hohen Minarette.[101]

1280/1281 ließ Sultan An-Nāsir Muhammad ibn Qalāwūn eine Zitadelle (ar-Ribāt al-Manṣūrī) östlich des Haram erbauen und stiftete ein Hospital (Bīmāristān). Zum Nutzen der Einwohner, Reisenden und Pilger beauftragte Qalawun den Emir ʿAlāʾ ad-Dīn Aidughdī ar-Ruknī damit, ein großes Wasserreservoir (Birkat as-Sulṭān) etwa 200 m südwestlich des Heiligtums anzulegen; hierfür bestimmte er die Einnahmen der Dhimma-Steuer aus Jerusalem, Bethlehem, Bait Dschala und Hebron.[102]

Die Moschee des ʿAli al-Bakkaʿ im Nordwesten der Altstadt ist nach einem lokalen Heiligen benannt. Sie wurde dem Chronisten Mujīr ad-Dīn zufolge als Zawiya errichtet. Man betritt sie durch ein repräsentatives Tor, über dem sich ein Minarett im typisch mamlukischen Baustil erhebt. In der ersten Bauphase (1269) wurden die Zawiya und die Empfangshalle (Iwan) errichtet. In der zweiten Bauphase 1282 kamen der Hof und die Nebengebäude hinzu. Aus der dritten Bauphase stammen Portal und Minarett, errichtet 1302/1303 von Sayf ad-Dīn Salār al-Manṣūrī, dem Vizekönig von Syrien und Ägypten, in der Regierungszeit des Sultans Qalawun.[103]

Im Jahr 1320/1321 stiftete Emir ʿAlam ad-Din Sandschar al-Dschawali die nach ihm benannte al-Dschawali-Moschee, die an das Heiligtum der Patriarchengräber angrenzt: ein dreischiffiges, kreuzgratgewölbtes Bauwerk, dessen Mitte durch eine mit Muqarnas verzierte Steinkuppel hervorgehoben wird. Licht fällt durch eine Fensterreihe des Tambours ein. Der Mihrab wurde in den Fels geschlagen und mit Marmor verkleidet.[104]

Von mehreren Zāwiyas, die in mamlukischer Zeit in Hebron erbaut wurden, ist die Zāwiya al-Dschaʿabira bemerkenswert. Das undatierte Bauwerk aus spätmamlukischer Zeit erhebt sich auf einer kleinen Parzelle nur 20 Meter südlich des Heiligtums der Patriarchengräber. Durch das Portal und ein kleines Vestibül betritt der Besucher einen großen rechteckigen Saal, der durch einen Giebelbogen in zwei von Gewölben überdachte Räume geteilt ist.[105]

Die Zawiya der Maghrebiner aus frühmamlukischer Zeit befindet sich links vom Hauptportal des Haram. Ihr Name lässt vermuten, dass sie für Pilger aus Nordafrika und al-Andalus errichtet wurde. Sie besteht aus einem Gebetsraum und einem großen, von einem Kreuzgratgewölbe überspannten Mausoleum. Hier wurden Mitglieder der Familie asch-Scharif beigesetzt, die leitende Funktionen in der Hebroner Niederlassung der Halveti-Rahmani-Tariqa hatten.[106]

Das Hammam al-Chalil im Stadtviertel Daridscha ist seiner Architektur nach zu urteilen ein Bauwerk aus spätmamlukischer Zeit. Es umfasst neben verschiedenen Serviceräumen einen vorderen Empfangs- und Ruheraum, der von einem Kreuzgratgewölbe mit polygonaler Laterne überdacht ist und in dessen Mitte sich ein marmorverkleideter Springbrunnen befindet, und den achteckigen Heißraum, dessen Flachkuppel mit farbigem Glas gedeckte Lüftungslöcher aufweist. Das Hammam diente in den 1990er Jahren als städtisches Museum.[107]

Wirtschaftliche Entwicklung

Rabbi Isaac Hilo aus Larissa schrieb 1333, dass die jüdischen Hebroner ein gutes Einkommen durch den Handel mit selbstgesponnenen und selbstgewebten Baumwollstoffen hatten und alle Arten von Glaswaren herstellten. Daraus wird manchmal geschlossen, venezianische Juden seien in der Mamlukenzeit nach Hebron gezogen und hätten die Glasindustrie, für die Hebron berühmt ist, dort eingeführt. Dies ist aber unbelegt.[108]

Hebron im Blick von Reisenden

Der mālikitische Rechtsgelehrte Abū ʿAbdallāh Muhammad ibn Muhammad al-ʿAbdarī aus Nordafrika besuchte Mekka und Medina und hielt sich auf der Rückreise 1289 eine Woche in Hebron auf. Er kritisierte, dass die aus frommen Stiftungen gewährte Speisung von Einheimischen und Besuchern mit Brot und einem Linsengericht als „Bewirtung Abrahams“ (diyāfat al-Ḫalīl) bezeichnet wurde. Nach dem Nachmittagsgebet führten Bläser und Trommler eine sogenannte „Parademusik Abrahams“ (naubat al-Ḫalīl) auf, zu der sogar getanzt wurde. Beides missbilligte er. Da die Lage der Gräber innerhalb der Temenos-Mauer nicht bekannt sei, erklärte er es für verboten, diesen Bereich überhaupt zu betreten; Muslime sollten außerhalb des Temenos ihr Gebet verrichten. Noch strenger äußerte sich der hanbalitische Rechtsgelehrte Ibn Taimīya (1263−1328), der den Bau einer Moschee über den Patriarchengräbern zur unerlaubten Neuerung (Bidʿa) erklärte.[109]

Der florentinisch-jüdische Kaufmann Meshullam da Volterra besuchte die „schöne und fruchtbare Stadt“ Hebron 1481 auf seiner Palästinareise:

„Die Höhle Machpela befindet sich auf einem Feld in der Mitte von Hebron. Die Ismaeliten haben, wie es ihr Brauch ist, darüber eine Moschee errichtet und den Eingang zur Höhle mit einer Mauer umgeben. In dieser Mauer ist ein kleines Fenster angebracht, an dem die Juden beten und durch das man Münzen und wohlriechende Spezereien in die Höhle wirft. […] In Hebron leben ungefähr zwanzig jüdische Familienoberhäupter. Mehr sind es jedenfalls nicht.“

Meshullam da Volterra: מסע … בארץ ישראל[110]

Meshullam beschrieb die von Muslimen zu Ehren der biblischen Patriarchen täglich in großen Mengen verteilten Speisen. Von den Hebroner Juden erfuhr er Details zu den kostbar geschmückten Leuchtern im Inneren der Moschee. Jüdische Frauen konnten die heilige Stätte besuchen, weil sie wegen ihres Gesichtsschleiers nicht erkannt wurden.[111] Dass jüdische Pilger an einem kleinen Fenster des Heilgtums beteten und dass die örtliche Gemeinde rund 20 Familien umfasste, liest man auch bei Obadja Bertinoro (1488).[112] Bertinoro, der sich längere Zeit in Hebron aufhielt, schrieb, dass die Hälfte der Gemeinde aus den Nachkommen von Conversos bestanden habe, die zum jüdischen Glauben zurückgekehrt seien.[113]

Der Franziskaner Paul Walther aus Güglingen kam im Rahmen seiner Heilig-Land-Pilgerfahrt 1482/1483 nach Hebron. Ein Besuch der Patriarchengräber war für seine Pilgergruppe gegen Bezahlung möglich, aber wegen des Fanatismus der Hebroner Muslime gefährlich und sollte nachts geschehen. Als sich das Warten auf eine passende Gelegenheit in die Länge zog, verzichtete Walther ganz darauf, da sein Besuch „mehr aus Neugier denn aus Frömmigkeit“ motiviert und das Risiko nicht wert sei.[114]

Osmanisches Reich

Nach der osmanischen Eroberung 1516 wurde Hebron (osmanisches Türkisch: Halilürrahman[115]) Verwaltungszentrum eines Subdistrikts im Distrikt Jerusalem. Eine osmanische Garnison bezog die Zitadelle, die unter Sultan Süleyman I. instandgesetzt wurde. Osmanische Sultane führten den Titel „Wächter der zwei edlen Heiligtümer“, der so verstanden wurde, als sei damit Jerusalem und Hebron gemeint. Die osmanische Regierung war dadurch veranlasst, Hebrons islamische Bauwerke instandzuhalten und dortige religiöse Stiftungen zu unterstützen, insbesondere die traditionelle Pilger- und Armenspeisung („Tisch Abrahams“). Letztere wurde Vorbild für ähnliche wohltätige Einrichtungen in Damaskus, Mekka und Medina.[116]

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerung stieg im 16. und 17. Jahrhundert durch Zuwanderung von Beduinen aus Transjordanien. (Die Bezeichnung Beduinen wurde in zeitgenössischen Quellen allgemein für tribal organisierte Gruppen im ländlichen Raum gebraucht, nicht nur für nomadische Viehzüchter.[117]) In der Bebauung des Wādī el-Chalīl ließ sich im späten 19. Jahrhundert noch nachvollziehen, wie die Niederlassungen beduinischer Gruppen zu Kernen von Nachbarschaften wurden, die schließlich zu drei jeweils durch Gärten getrennten Stadtteilen Hebrons zusammenwuchsen. Eine eigentliche Stadtbefestigung gab es nicht; die Häuser an den Außengrenzen der drei Stadtteile waren aber wie eine durchgehende Mauer aneinandergebaut – ohne Haustüren, mit nur wenigen Fenstern und seltenen Einlässen in das Innere des Stadtviertels. Das bot einen gewissen Schutz vor Angriffen. Wenn man sich doch verteidigen musste, so verbündeten sich die Hebroner mit den Dörfern des umgebenden Berglandes.[118]

Aus dem 16. Jahrhundert sind fünf Jahrgänge osmanischer Steuerregister erhalten geblieben, die von Amnon Cohen und Bernard Lewis für die Städte Palästinas ausgewertet wurden. Für Hebron ergibt sich folgendes Bild:[119]

Steuerjahr Haushalte insgesamt muslimisch jüdisch christlich
1525/1526 133 133 (100 %)
1538/1539 776 749 (96 %) 20 (3 %) 7 (1 %)
1548/1549 977 969 (99 %) 8 (1 %)
1556/1557 994 983 (99 %) 11 (1 %)
1596/1597 698 687 (98 %) 11 (2 %)

Muslimisches Pilgerziel

Viele Muslime verbanden ihre Haddsch mit dem Besuch der islamischen heiligen Stätten in Jerusalem und im nahegelegenen Hebron. Um die Wasserversorgung für Hebrons Einwohner und Pilger zu verbessern, wurden zwei Reservoirs in frühosmanischer Zeit instandgesetzt und vergrößert: Birkat al-Qazzāzīn und Birkat as-Sultān. Die osmanischen Behörden integrierten die im 17. Jahrhundert ins Bergland von Hebron neu zugezogenen tribalen Gruppen („Beduinen“), indem sie deren Scheichs mit der Sicherung der Pilgerroute beauftragten.[120]

Kabbalisten, Asketen, Sabbatianer

Im Verlauf des 16. Jahrhunderts zogen jüdische Familien, die ihre Heimat aufgrund des Alhambra-Edikts 1492 verlassen mussten, nach Hebron. Als Organisator trat Malkiel Aschkenasi hervor, der sich 1540 in Hebron niederließ. Er erwarb das Areal, in dem die Hebroner Juden wohnten, und ließ mehrere Gebäude erbauen, darunter die Avraham-Avinu-Synagoge. Aschkenasi war der erste Rabbiner der Hebroner Gemeinde, und seine halachischen Entscheidungen standen in hohem Ansehen. Im späteren 16. / frühen 17. Jahrhundert zogen einige Kabbalisten von Safed nach Hebron, darunter Elija de Vidas. In der Hebroner Gemeinde dominierten nun für rund 300 Jahre Kabbalisten und Asketen; Jesaja Horovitz, der seit 1621 in Jerusalem lebte, beschrieb ihre Bußübungen aus eigener Anschauung. Wirtschaftlich war die Gemeinde von Spendengeldern (Chaluqa) abhängig, die ihr teils direkt gesandt, teils von Emissären gesammelt wurden. Die Hebroner Gemeinde konnte sich bis Mitte des 17. Jahrhunderts keinen eigenen Emissär leisten.[121] Nazmi al-Juʿbeh erwähnt darüber hinaus einige Metzger, Schuhmacher, Gerber, Geldwechsler, Gewürz- und Weinhändler.[122]

In den 1640er Jahren waren Hebron, Safed und Tiberias die wichtigsten Zentren des Judentums in Eretz Israel. Die Gemeindeleiter beschlossen, die Spendenwerbung in der Diaspora besser zu organisieren; jede Stadt entsandte einen Emissär. Nach der Neugründung der jüdischen Gemeinde von Tiberias 1740 trat diese dem Dreierbündnis bei; seitdem gab es das Konzept der Vier heiligen Städte des Judentums. Die vier Gemeinden besaßen aber nie eine effektive zentrale Organisation.[123] Von den Spendengeldern, die für die Vier heiligen Städte eingesammelt wurden, erhielt die arme Hebroner Gemeinde den kleinsten Teil, nämlich ein Achtel. Trotz dieser finanziell schwierigen Situation wuchs das spirituelle Ansehen Hebrons. Dazu trug die von dem Amsterdamer Philanthropen Abraham Pereira 1659 gegründete Jeschiwa Chesed leAvraham maßgeblich bei.[124]

Ein Jahrzehnt später verursachte der Sabbatianismus eine schwere Krise: Nathan von Gaza proklamierte Schabbtai Zvi 1665 als künftigen Messias-König, der in Kürze mit der Kraft des Gebets die Herrschaft über das Osmanische Reich antreten werde. Als Schabbtai Zvi 1666 zum Islam konvertierte, argumentierte Nathan mit Bezug auf die jüdische Traditionsliteratur, dies sei theologisch notwendig.[125] Die meisten Hebroner Rabbinen erkannten Schabbtai Zvis Anspruch an und blieben auch nach seiner Konversion dessen Anhänger, ebenso wie ihre Nachkommen. Bekannte Hebroner Sabbatianer sind Abraham Conki und Nehemia Chajon.[126]

Wirtschaftliche Entwicklung

Fast die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche in der Umgebung von Hebron gehörte islamischen Stiftungen (Auqaf); die Erträge waren zum Unterhalt des Haram-Komplexes bestimmt. Ortsansässige Familien hatten das Recht der Stiftungsverwaltung, was in der Praxis einem privaten Landbesitz nahekam. Dieses System verhinderte die Entstehung von Großgrundbesitz und schuf Anreize, die landwirtschaftlichen Erträge zu steigern. Innerhalb einer solchen Familie gab es Bauern, Kaufleute und Geistliche; einige waren in der Stadt ansässig, andere auf den Dörfern. Verwandte taten sich zu wirtschaftlichen Kooperationen zusammen, um beispielsweise einen Weinberg zu bewirtschaften und die Ernte zu vermarkten.[127]

Im Jahr 1571 wurde in der Nähe von Hebron ein Salpetervorkommen entdeckt. Eine lokale Industrie widmete sich der Schießpulverherstellung für die osmanische Armee. Es ließ sich allerdings nicht verhindern, dass größere Quantitäten von Schießpulver und Feuerwaffen in den Besitz von Beduinen gelangten. Die Einwohner Hebrons hatten sowohl unter Übergriffen ihrer beduinischen Nachbarn als auch unter den Dauerstreitigkeiten zwischen Qays und Yaman zu leiden (wobei Hebron auf Seiten der Qays stand).[128][129]

Außerdem entwickelte sich die Glasindustrie, für die Hebron berühmt wurde; ein ganzes Stadtviertel wurde nach den Glasbläsern benannt. Weitere Wirtschaftszweige waren die Seifenproduktion, Gerberei, Herstellung von Wasserschläuchen und Baumwollspinnerei.[130] Beduinen lieferten den Glasfabrikanten Mineralien vom Toten Meer und Brennholz.[131]

„In dem Glasquartier, Háret el Ksásy, fand ich 4 Glasöfen zu grünen Gläsern, 12 zu Armringen und 10 zu Korallen [= Perlen[132]]. Es arbeiten bei jedem Ofen 4 bis 9 Leute, wovon viele kleine Knaben sind. Den Sand dazu holt man zwey Stunden weit von hier; die Soda von den Beduinen. … Man verfertigt hier Korallen und Armringe von weisser, gelber, schwarzer, blauer, grüner, brauner und rother Farbe. Der Fritte setzt man Bley und Zinn zu.“

Ulrich Jasper Seetzen: Reisen durch Syrien, Palästina, Phönicien … (1805–1807)[133]

Handelskarawanen aus Ägypten, die nach Jerusalem unterwegs waren, bevorzugten in osmanischer Zeit die als vergleichsweise sicher geltende Route durch den Negev und das Bergland von Hebron gegenüber der Küstenroute. Das erleichterte die überregionale Vermarktung von Hebroner Glaswaren bis nach Kairo. Von untergeordneter Bedeutung waren landwirtschaftliche Produkte, Leder, Seife und Baumwollgarn aus Hebron.[134] Die Stadt wurde allerdings nicht zum dominanten Handelszentrum im Bergland von Hebron, und mehrere Dörfer besaßen eigene attraktive Märkte. Das lag auch daran, dass der Auqaf-Landbesitz die städtische Elite daran hinderte, Großgrundbesitz zu erwerben, wie es andernorts geschah. Hier bahnte sich eine Sonderentwicklung Hebrons an.[135]

Ägyptische Besatzung (1831–1840)

Seit den Napoleonischen Kriegen war die Lokalpolitik im Bergland von Hebron gekennzeichnet von Allianzen und Konflikten zwischen Familienclans und tribalen Gruppen, wobei man sich gern mit den „imaginierten Gruppen“ Qays und Yaman identifizierte.[136]

Im Jahr 1834 kam es in Palästina zum Aufstand wegen der von den ägyptischen Besatzern neu eingeführten Zwangsrekrutierung. Die Hebroner hatten darin eine führende Rolle. Truppen Ibrahim Paschas belagerten die Stadt. Ihre Kanonade zerstörte die Zitadelle, die nicht mehr aufgebaut wurde.[137][138] Die Soldaten töteten zahlreiche Menschen, plünderten Hebron und zerstörten einen Teil der Häuser. 1837 richtete ein Erdbeben weitere Schäden an.[139] Hebron litt zusätzlich unter Abholzungsaktionen, die Ibrahim Pascha in Palästina zwecks Aufbau einer ägyptischen Flotte anordnete. Die Versorgung mit Brennholz stockte infolgedessen, und die Glasindustrie kam fast zum Erliegen.[140]

Unter den Lokalherren des ʿAmr-Clans (1840–1859)

Abgesehen von seinem religiösen Prestige, war Hebron für die osmanische Regierung strategisch und wirtschaftlich uninteressant; das Steueraufkommen aus der Region war so gering, dass es in osmanischen Unterlagen des 18. Jahrhunderts gar nicht verzeichnet wurde. Entsprechend schwach ausgeprägt war das Engagement der Zentralregierung, in Hebron zu intervenieren. Präsent war der Staat hier nur mit wenigen Verwaltungsbeamten und Militärs. Damit hatte Hebron de facto weitgehende Autonomie. Daraus entstanden für die Stadtbevölkerung allerdings erhebliche Probleme:[141] In den 1840er und 1850er Jahren dominierte der ʿAmr-Clan das Bergland von Hebron; die Kontrolle der Stadt Hebron war für diese Lokalherren von sekundärer Bedeutung, war diese Stadt doch „eher ein Appendix ihres ruralen Umlandes.“[142] Zwei Brüder des ʿAmr-Clans, ʿAbd ar-Rahmān und Salāma, lieferten sich einen Machtkampf, wobei sie von verschiedenen, unter anderem beduinischen Verbündeten unterstützt wurden; die osmanischen Gouverneure waren zwar der gemeinsame äußere Feind, förderten aber auch die Rivalität der Brüder nach Kräften. Als die Ägypter sich 1840 zurückzogen, hatte zunächst ʿAbd ar-Rahmān al-ʿAmr die Oberhand und regierte das Bergland von Hebron aus bis 1846. Bei einer Strafexpedition Qıbrıslı Paschas 1846 plünderten osmanische Truppen Hebron; ʿAbd ar-Rahmān wurde mit mehreren anderen Lokalherren deportiert, kehrte aber 1848 zurück. Er wurde 1852 erneut festgesetzt, entkam aber aus Jerusalemer Haft, offenbar durch hohe Bestechungsgelder, die er nun wieder einzutreiben gedachte. Er hielt mit einem Gefolge von Bewaffneten und Scheichs im Stadthaus von Hebron Hof, erklärte den osmanischen Mutesellim für abgesetzt und begann, in der Bevölkerung „Steuern“ zu erheben. Die dadurch besonders unter Druck gesetzten Hebroner Juden baten den englischen und den österreichischen Konsul um Hilfe. Als beide bei ʿAbd ar-Rahmān vorsprachen, erklärte er ihnen, wenn er 300.000 Piaster eingetrieben habe, wolle er sich in sein Dorf Dūra zurückziehen. Die beiden Konsuln forderten den osmanischen Gouverneur in Jerusalem auf, reguläre Truppen nach Hebron zu entsenden, um die staatliche Autorität wieder herzustellen. Das geschah nur inkonsequent.[143]

In den folgenden Jahren entwickelte sich ein „Katz-und-Maus-Spiel“ zwischen ʿAbd ar-Rahmān und den osmanischen Behörden. 1855 eskalierte der Streit der ʿAmr-Brüder, da Salāma einen Waffenstillstand gebrochen hatte. ʿAbd ar-Rahmān beschloss die „Generalmobilmachung“, besetzte Halhul und belagerte Hebron, das nun von der Außenwelt abgeschlossen war. Für Kāmil Pascha als Gouverneur von Jerusalem war das der Anlass, gegen ʿAbd ar-Rahmān militärisch entschiedener vorzugehen. Er setzte Salāma als Nāzir des Distrikts ein; Konstantinopel erließ einen Haftbefehl gegen ʿAbd ar-Rahmān, und ein Kopfgeld wurde auf ihn ausgesetzt. Er floh ins Ostjordanland, und unter Salāma al-ʿAmr herrschte vier Jahre relative Ruhe in Hebron. Aber 1859 setzte Surayyā Pascha Salāma ab und ernannte ʿAbd ar-Rahmān zum Nāzir – ein hohes Bestechungsgeld ist anzunehmen. Salāma, der dagegen aufbegehrte, kam in Haft, aber ʿAbd ar-Rahmān hatte keine Zeit mehr, seine Auslagen bei der Bevölkerung wieder einzutreiben. Beide Brüder wurden auf Dauer nach Konstantinopel verbannt, und damit endete Anfang der 1860er Jahre die Ära der Lokalherren. Für die Hebroner brachen ruhigere Zeiten an, obwohl lokale Fehden zwischen Dörfern öfter wieder aufflammten.[144]

Integration ins Osmanische Reich

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts integrierte sich Hebron zunehmend in die Verwaltungsstruktur des Osmanischen Reichs. Angedeutet hatte sich das bereits mit dem von osmanischen Behörden veranlassten Bau einer neuen Quarantänestation 1848/1849. Im Jahr 1862 erhielt der Subdistrikt Hebron den Status einer Verwaltungseinheit (kaza) mit vier ländlichen Distrikten (nawāhī) entsprechend den Einflussbereichen der großen Familienclans. In den 1880er Jahren gründeten Mitglieder der Hebroner Oberschichtfamilien die Kommune Hebron gemäß osmanischem Recht. Im Jahr 1882 nahm eine osmanische Mittelschule (mekteb-i rüşdiye) als erste moderne Schule in Hebron ihren Betrieb auf.[145]

Die Hebroner Wirtschaft erholte sich dank stabilerer politischer Verhältnisse in den 1860er Jahren, wenn auch keine besondere Blüte zu verzeichnen ist. Hemmende Faktoren waren die Verlegung der Haddsch-Route ins Ostjordanland (seit den 1840er Jahren) und die Verlagerung des Warentransports auf den Seeweg seit Eröffnung des Suezkanals (17. November 1869). Die Hebroner lebten vor allem vom Weinbau, von der Glasherstellung und der Produktion von Wasserschläuchen. Weinreben wurden auf rund 800 Hektar des umgebenden Berglandes kultiviert. Aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen konnte der Markt fast ein halbes Jahr mit frischen Trauben beliefert werden. Hebroner Rosinen und Traubensirup (Dibs) fanden über Palästina hinaus Abnehmer. Die Hebroner Glasfabrikanten spürten zwar die Konkurrenz europäischer Exporte, aber ihre Produkte wurden in der ländlichen Bevölkerung Palästinas weiterhin viel gekauft und beispielsweise in Jerusalem von europäischen Reisenden und Pilgern erworben. Die Weltausstellung in Wien 1873 zeigte bunten Glasschmuck aus Hebron. Für 1886 nennt ein Bericht vier Glasfabriken in Hebron, Angaben zur Zahl der Schmelzöfen und der Beschäftigten gibt es nicht.[146]

Entwicklung der jüdischen Gemeinde

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die jüdische Gemeinde Hebrons durch Zuwanderung vor allem aus Osteuropa und dem Irak. Sie erreichte in den 1890er Jahren ihre maximale Größe mit etwa 1500 Mitgliedern (etwa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung); danach wanderten vor allem junge Leute in andere Städte Palästinas, nach Ägypten und nach Übersee ab. Die Gesamtbevölkerung Hebrons im Jahr 1905 wird auf 17.500 Menschen geschätzt, davon waren etwa 700 jüdische osmanische Bürger – nur knapp die Hälfte der gesamten jüdischen Gemeinschaft in Hebron. Viele jüdische Hebroner lebten als Gelehrte in traditioneller Weise ganz von Spendengeldern (Chaluqa), andere waren insbesondere als Händler und Geldverleiher wirtschaftlich selbständig. Die Bauern im Bergland von Hebron waren wegen der Monetarisierung der Steuern auf Kredite angewiesen. Sie waren die Stammkundschaft der Bank Anglo-Palestine Company (APC), deren Filiale 1907 in Hebron öffnete und deren Angestellte als Mitglieder der örtlichen jüdischen Gemeinschaft den Kunden vertraut waren. Die jüdisch-muslimischen Beziehungen in Hebron waren in dieser Zeit den Quellen zufolge pragmatisch. Probleme gab es durch arabische Kriminelle. Da die Polizeipräsenz in Hebron sehr schwach war, setzten die jüdischen Hebroner auf traditionelle Konfliktlösungen besonders durch ihren in der arabischen Gesellschaft angesehenen Rabbiner. Europäische Besucher dagegen erlebten im konservativen Hebron Belästigungen durch arabische Jugendliche. Im Bergland von Hebron wurden in der Spätphase des Osmanischen Reichs keine jüdischen Siedlungen gegründet. Pläne zum Neubau eines modernen jüdischen Viertels in Hebron verliefen im Sande, wohl wegen des Desinteresses der örtlichen Gemeinde. Ein solches Bauprojekt realisierte der Montefiore-Fonds später in Jerusalem. Hebron blieb eine Stadt des Alten Jischuw mit hohem religiösem Prestige. Als Sprachen dominierten Ladino, Jiddisch und Arabisch gegenüber Hebräisch.[147]

Talmud-Tora-Schulen und Jeschiwot waren für jüdische Kinder in Hebron ohne Alternative; das nächste Angebot säkularer Bildung gab es in Jerusalem seit 1882 mit der Schule der Alliance Israélite Universelle. Insbesondere die Aschkenasim, schließlich aber auch die Sephardim Hebrons widersetzten sich 1904 den Plänen der Alliance, eine solche Schule auch in Hebron zu gründen. Im Jahr 1907 konkurrierten die Alliance, die eine Schule einrichten wollte, die aschkenasische Chabad-Bewegung, christliche Missionsorganisationen und lokale Araber um den Erwerb einer zentral gelegenen Immobilie (Beit Romano). Chabad setzte sich gegen die Mitbewerber durch und richtete im Beit Romano 1912 die Jeschiwa Torat Emet ein, die bis 1914 zahlreiche Studenten anzog. Mittelfristig war der Hilfsverein der Deutschen Juden damit erfolgreich, modern ausgebildete Lehrer an Hebrons Talmud-Tora-Schulen einzusetzen; davon profitierte der Hebräischunterricht sowie der Unterricht von Mädchen.[148]

Hebrons führende Familien

Die große Rolle des Islam für das wirtschaftliche und soziale Leben gab der Hebroner Lokalpolitik ihr besonderes Kolorit. Hebrons muslimische Oberschicht wohnte in osmanischer Zeit in direkter Nachbarschaft des Heiligtums der Patriarchengräber. Diese sogenannten Aschraf-Familien hatten das größte soziale Prestige, verfolgten aber keine gemeinsame Politik, da ihre Mitglieder um religiöse und administrative Ämter konkurrierten und sich dafür Unterstützer in weniger prominenten Familien suchen mussten. Die Mitgliedschaft in Sufi-Orden wirkte wie ein dichtes soziales Netzwerk, das Familien zu gemeinsamen wirtschaftlichen und sozialen Projekten verband. Meist lokal begrenzt, konnten unter günstigen Umständen überregionale, sogar reichsweite Sufi-Netzwerke entstehen. Ein Beispiel hierfür ist die Rifāʿīya-Tarīqa. Der syrische Mystiker Abu al-Huda al-Sayyadi (1849–1909) war geistlicher Berater des Sultans Abdülhamid II.; ihm war es zu verdanken, dass Rifāʿīya-Mitglieder als lokale Notabeln reichsweit Protektion genossen und beispielsweise seit 1886 vom Militärdienst befreit waren. Vor Ort in Hebron wurde die Rifāʿīya vom Dschaʿbari-Clan geleitet. Die Dschaʿbaris kultivierten einerseits ihr lokales soziales Netzwerk und sprachen andererseits öfter bei der Hohen Pforte vor, um ihre Interessen wahrzunehmen.[150]

Britische Verwaltung und Völkerbundsmandat

Als sich die osmanischen Truppen im November 1917 aus Hebron zurückzogen, begann eine rund dreiwöchige Periode der Unsicherheit. Plünderer nutzten den Zusammenbruch der sozialen Ordnung aus. Der Einmarsch britischer Truppen ab dem 1. Dezember 1917 wurde daher in der Hebroner Bevölkerung allgemein begrüßt.[151]

Dem Palestine Census von 1922 zufolge hatte die Stadt Hebron 16.577 Einwohner: 16.074 Muslime (97 %), 430 Juden (2,6 %) und 73 Christen (0,4 %).[152] Gegenüber dem osmanischen Zensus von 1905 (geschätzt 17.400 Personen)[153] war die Bevölkerungszahl Hebrons leicht zurückgegangen. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Zahl der jüdischen Einwohner während des Krieges erheblich gesunken war.[154]

Touristenziel Hebron

Für die Touristen, die nach Ende des Ersten Weltkriegs wieder nach Hebron kamen, war das Hotel Eschel Avraham die beste Adresse. In arabischem Besitz, wurde es von der jüdischen Familie Schnerson betrieben, 1920 nach Renovierung neu eröffnet und 1923 mit zusätzlichem Komfort ausgestattet. Daneben gab es einfachere Unterkünfte. Hebron war wegen der Höhenlage und der schönen Landschaft für Sommerfrischler attraktiv, doch blieb die Zahl der Erholungssuchenden hinter den Erwartungen zurück, auch infolge der Wirtschaftskrise. Die religiös motivierten Besucher Hebrons waren mehrheitlich Juden, aber auch russische Christen, deren Ziel die 1925 eingeweihte orthodoxe Kirche an der Abrahamseiche war. Meist Tagesgäste, profitierten sie von der in der Mandatszeit verbesserten Busverbindung nach Jerusalem.[155]

Der Zugang zum Heiligtum der Patriarchengräber zeigt, dass Christen in den ersten Jahren der Mandatszeit privilegiert wurden. Anfangs gelangten sie mit Sondergenehmigung des District Officers hinein, ab 1925 war der Besuch der Patriarchen-Kenotaphe für sie problemlos möglich, während Juden strikt ausgeschlossen blieben. Anfang 1928 sollten alle Touristen gegen ein Eintrittsgeld Zutritt erhalten, das bald massiv erhöht wurde. Aus den 1930er Jahren ist bekannt, dass jüdische Besucher teils genötigt waren, sich als Christen auszugeben, teils den Haram-Wächtern eine erhöhte Gebühr zahlen mussten. Ob diese intransparenten Regelungen vom Supreme Muslim Council oder den örtlichen Waqf-Behörden ausgingen, ist unklar. Jüdinnen gelangten relativ problemlos ins Innere der Moschee, wenn sie sich verschleiert unter Musliminnen mischten.[156]

Wirtschaftliche Entwicklung

In einem Radius von fünf Kilometern um Hebron nahm die landwirtschaftliche Nutzfläche während der Mandatszeit (von 1917 bis 1943/45) erheblich zu: von 4,2 auf 20,3 km2 für Obstgärten (darunter Olivenhaine) und von 14,4 auf 20,5 km2 für Weinberge. Besonders im Südosten der Stadt wurde bisher nicht kultiviertes Land nutzbar gemacht. War der Weinbau in spätosmanischer Zeit auf ein Gebiet im Nordwesten konzentriert, so wurde er am Ausgang der Mandatszeit rings um Hebron betrieben.[157] Gad Schaffer vermutet als Hintergrund die britische Landwirtschaftspolitik, die in der Phase der Zivilverwaltung auf traditionelle Produkte wie Weintrauben und Oliven setzte und die Bauern durch Ausbildung und Bewässerungstechnik unterstützte.[158]

Menasche Mani und Alter Rivlin eröffneten 1919 wieder die Hebroner Filiale der Anglo-Palestine Company (APC). Sie galt zwar als offizielle Bank der zionistischen Bewegung, ihre Kundschaft in Hebron bestand aber größtenteils aus arabischen Händlern und Notabeln (das war auch in anderen mehrheitlich arabischen Orten Palästinas der Fall). Eine Besonderheit der Hebroner Filiale war nach Einschätzung Andreas Wagners, dass diese als „so etwas wie die Stellvertreterin und der Horchposten der zionistischen Führung in Jerusalem“ fungierte. Die Zentrale der APC würdigte 1928 die sicherheitspolitische Bedeutung ihrer Hebroner Filiale, da ihre Geschäftsbeziehungen mit Hebroner arabischen Notabeln antijüdische Aggressionen verhindere.[159]

Neben den Aktivitäten der Bank gab es das Kreditgeschäft, das viele jüdische und einige arabische Hebroner privat betrieben, oft als Lieferung von Ware gegen nachträgliche Zahlung des um einen Zins erhöhten Normalpreises. Einer Quelle von 1922 zufolge konnte der jährliche Zins 120 Prozent betragen; 1929 heißt es, dass jüdische Kreditgeber dadurch zu de-facto-Eigentümern dörflicher Landwirtschaftsbetriebe geworden seien. Um der stark steigenden Verschuldung arabischer Bauern entgegenzuwirken, setzte die Mandatsregierung 1922 einen jährlichen Höchstzinssatz von neun Prozent fest. Diese Regelung wurde in Hebron erst Ende 1924 umgesetzt und sorgte für Unruhen in der Bevölkerung, da unzureichend kommuniziert wurde, dass sie nur für Neukredite galt. Die Geldverleiher dagegen waren nicht bereit, ihren Zinssatz zu senken; da sie nun Prozesse fürchten mussten, kam das Kreditgeschäft zum Erliegen. Das war aber, so Wagner, wohl nur ein vorübergehendes Phänomen, da der Geldbedarf der Landbevölkerung bald wieder so wuchs, dass sie Kredite über dem Höchstzinssatz akzeptieren musste.[160]

Hebrons jüdische Gemeinde bis 1929

Mit verschiedenen Entwicklungsprojekten versuchte der Neue Jischuw in den 1920er Jahren, eine Präsenz in Hebron aufzubauen. Sie scheiterten aus unterschiedlichen Gründen. Ein Beispiel ist die von Agrarpionieren 1920 angelegte, nach einem Jahr wieder aufgegebene Baumschule.[161]

Ein Erfolg war dagegen 1924 die Gründung einer Zweigstelle der berühmten litauischen Slobodka-Jeschiwa (auch: Knesset-Jisrael-Jeschiwa) in Hebron. Sie war seit 1882 in Kaunas ansässig und den Idealen der Mussar-Bewegung verpflichtet, d. h. sie verband orthodoxes Judentum mit einem modernen Lebensstil. Als die litauische Regierung die Wehrdienst-Befreiung von Jeschiwa-Studenten aufhob, suchte die Leitung der Jeschiwa einen Standort im Palästina, um jungen Männern die Fortsetzung ihrer Studien zu ermöglichen. Für Hebron sprach neben der schönen Lage und dem niedrigen Preisniveau auch die Abgeschiedenheit, in der man sich konzentriert den Studien widmen konnte und die Hoffnung, der demographisch stagnierenden Hebroner Gemeinde neue Impulse zu geben.[162] Das gelang. „Einerseits brachte sie [= die Slobodka-Jeschiwa] eine wirtschaftliche Belebung, andererseits bewirkte sie eine eigentlich demographische Revolution, die den Anteil von aschkenasischen Neuansässigen in die Höhe schnellen ließ. Die Yeshiva zog dank ihrer Qualität und der Berühmtheit ihrer Musar-Lehrer Studenten aus aller Welt an. Von den 265 Studenten im Jahr 1929 stammten 85 aus Polen, 68 aus Litauen, 37 aus den USA, 36 aus der Sowjetunion, 25 aus Palästina, 7 aus Großbritannien, 4 aus Rumänien und 3 aus Lettland.“[163] Zum ersten Mal verließen jüdische Gelehrte und Studenten etablierte Schulen in Europa und Amerika, um im Heiligen Land ihren Studien nachzugehen. Die Hebroner Slobodka-Jeschiwa war ein Pilotprojekt, das andere europäische Institutionen zu Filialgründungen in Palästina anregte.[164] Erhaltene Briefe von Jeschiwa-Studenten zeigen, dass die biblische Landschaft und die Stadt Abrahams und Davids faszinierten, die arabische Kultur aber unbekannt war. Das barg Konfliktpotential. So kam es öfter vor, dass Studenten in arabische Innenhöfe eintraten und sich über die Aufregung wunderten, die sie damit auslösten. Sie verstanden nicht, dass ein solches Eindringen in den familiären Privatbereich aus Sicht arabischer Hebroner eine schwere Provokation war.[165]

„Vor vier Jahren, als die Jeschiwa von Slobodka nach Hebron zog, gab es nicht wenig Ärger mit den hiesigen Arabern. Steine wurden auf die Gebäude der Institution geworfen, Studenten auf der Straße angegriffen usw. Die jetzige Situation sagt viel aus über den exzellenten Charakter der Jeschiwa-Studentenschaft. Durch die schiere Kraft guter Umgangsformen und edler Gesinnung haben die Jeschiwa-Studenten die Araber, ihre früheren Feinde, zu ihren zuverlässigen Freunden gemacht. Mit jedem Schritt, jedem Wort, in Rede und Handlung ist der Student ein Gentleman. Sogar Araber wurden von diesen Waffen besiegt.“

Aharon Dovid Shainberg (1906–1929): Privatbrief, 19. Dezember 1928[166]

Im Jahr 1926 wurde Eliezer Dan Slonim (1900–1929) vom britischen District Commissioner zum Mitglied des Stadtrats von Hebron ernannt. Er entstammte einer führenden aschkenasischen Familie der Stadt. Sein Vater Jaakov Josef Slonim (1880–1937), ein Nachkomme Schneur Salmans von Ljadi und 1912 Sekretär Jeschiwa Torat Emet, war in der Mandatszeit aschkenasischer Rabbiner von Hebron. Er hatte ungeachtet seiner Verwurzelung in der Chabad-Bewegung gute Beziehungen zu zionistischen Organisationen. Bei den ersten Kommunalwahlen 1927 konnte Eliezer Dan Slonim nicht antreten, da die Altersgrenze bei 30 Jahren lag; der Stadtrat war danach rein arabisch.[167] Als Filialleiter der Anglo-Palestine Company war es seine Aufgabe, gute Beziehungen zu arabischen Notabeln zu pflegen, die regelmäßig seine Gäste waren.[168]

In den 1920er Jahren kam es zu einer Abwanderung aus dem seit dem 16. Jahrhundert in der Altstadt bestehenden jüdischen Viertel, dessen Mittelpunkt die Avraham-Avinu-Synagoge war. Hebrons Neubaugebiet lag im Nordwesten, an der Straße nach Jerusalem. Der Umzug jüdischer Familien in diese Gegend wurde verstärkt durch das schwere Erdbeben des Jahres 1927, das in der Altstadt erhebliche Schäden verursachte. Zurück blieben in der traditionsreichen Wohngegend nur etwa 80−90 sehr arme Sephardim, die als „Hüter der Mauern“ bezeichnet wurden.[169]

Medizinische Versorgung

Schon seit 1893 gab es in Hebron dank der Spenden aus der nordafrikanischen Diaspora ein jüdisches Hospital. In der Mandatszeit wurde es von der zionistischen Frauenorganisation Hadassah finanziert (daher bekannt als Beit Hadassah) und bot freie medizinische Versorgung für alle Einwohner Hebrons an.[170] Ebenfalls seit den 1890er Jahren existierte ein anglikanisches Missionshospital mit 20 Betten, das im Sommer 1928 für umfangreiche Renovierungen geschlossen wurde. Im Februar 1928 öffnete die muslimische Poliklinik Hebrons. Als medical officer für den Sub-Distrikt Hebron berichtete der ägyptische, in London ausgebildete Arzt ʿAbd el-ʿAl im Mai 1929, die medizinische Situation sei seit Schließung der anglikanischen Klinik prekär, denn die neue Poliklinik funktioniere nicht gut, und das Hadassah-Hospital nehme zwar auch Araber auf, sei aber in erster Linie für Juden da. Ab September 1929 stand das anglikanische Krankenhaus, nun bezeichnet als St. Luke’s, mit erweitertem Angebot und in Trägerschaft der Jerusalem and the East Mission für die Bevölkerung Hebrons zur Verfügung.[171]

Pogrom 1929

Seit September 1928 schwelte in Jerusalem ein Konflikt zwischen muslimischen und jüdischen politischen Gruppen um die Nutzung des Platzes vor der Klagemauer. Im Sommer 1929 verschärfte die Wirtschaftskrise die Spannungen. Am 15. August, dem jüdischen Feiertag Tischa beAv, veranstaltete Betar einen Flaggenmarsch zur Klagemauer, wo die HaTikwa gesungen wurde. Am Folgetag, zufällig das islamische Fest Maulid an-Nabī, fanden am gleichen Ort antijüdische und antizionistische Demonstrationen statt. In Jerusalem gab es danach massive Unruhen. Was sich dort abspielte, war unklar; die Gerüchte überschlugen sich. Viele arabische Hebroner hatten Verwandte in Jerusalem und waren ihretwegen in Sorge. Bewaffnete Hagana-Mitglieder trafen in der Nacht auf den 23. August in Hebron ein, wurden aber von der britischen Polizei entdeckt und nach Jerusalem zurückgeschickt.[172] Ob es in Hebron ein Waffendepot der Hagana gab, etwa in den Tresoren der Anglo-Palestine Company, ist unklar – eindeutig hingegen, dass den angegriffenen Juden keine Waffen zur Verteidigung zur Verfügung standen.[173] (Ausnahme: E. D. Slonim, der eine private Schusswaffe besaß und nutzte, die ihm jedoch entwunden wurde.)

Am 23. August zog ein gewalttätiger muslimischer Mob nach dem Hebroner Freitagsgebet zur Slobodka-Jeschiwa und ermordete den einzigen dort anwesenden Studenten. Vorübergehend bekam die Polizei die Lage unter Kontrolle. Die Nacht blieb ruhig, doch am Morgen sammelten sich in Hebron 2000−3000 bewaffnete Muslime, rund die Hälfte aus den Dörfern der Umgebung. Der Mob drang plündernd, mordend und vergewaltigend[175] in die jüdischen Häuser ein. Hauptziel waren die Aschkenasim und hier besonders die Jeschiwa-Studenten. Erst nach etwa zwei Stunden gab der auf seinem Posten noch unerfahrene Polizeichef Raymond Cafferata Schusswaffen an seine Leute aus und erteilte grundsätzlichen Schießbefehl. Damit wurde dem Morden schließlich Einhalt geboten. Das Massaker forderte 67 jüdische Todesopfer. Die meisten Mordopfer gab es im Haus Eliezer Dan Slonims. Wegen seines Ansehens in der arabischen Gesellschaft hatten viele Aschkenasim hier vergeblich Schutz gesucht. 19 Araber wurden von der Polizei erschossen. Während ein Teil der Hebroner Muslime an dem Gewaltexzess beteiligt war, hatte ein anderer Teil jüdische Nachbarn und Freunde geschützt, teilweise unter Lebensgefahr. Ihr Einsatz rettete 435 jüdische Hebroner. Die insgesamt 484 überlebenden Juden wurden zunächst in die Hebroner Polizeistation gebracht, dann nach Jerusalem evakuiert. Erst dort konnten ihre teils lebensgefährlichen Verletzungen behandelt werden.[176] Der Mediziner ʿAbd el-ʿAl begleitete mit seinen Assistenten die Mandatspolizei bei ihren Einsätzen; er traf dabei mehrfach auf versteckte Juden, nahm sie unter seinen Schutz und brachte sie in Sicherheit. Dafür wurde er später mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet.[177] Das Pogrom zeigt, so Alex Winder, eine Krise der traditionellen gesellschaftlichen Ordnung: Die Autorität von Hebroner Notabeln reichte zwar, um jüdische Familien zu schützen, aber die Gewalttätigkeiten konnten sie nicht steuern. Die starke Beteiligung der Landbevölkerung an den Ausschreitungen zeigt, dass die traditionelle Dominanz der Stadt über das Land ins Gegenteil verkehrt war.[178]

Was die Angreifer bei ihrem Gewaltexzess antrieb, kann nur vermutet werden. Viele glaubten, die muslimischen heiligen Stätten in Jerusalem und Hebron würden durch die Zionisten bedroht. Vertreter des Supreme Muslim Council hatten das ja in ihren Reden behauptet. Andere hatten finanzielle Motive, wollten sich bereichern oder Schuldscheine vernichten.[179] Mahmūd Jamjūm, ein Hebroner, bekannte sich schuldig, fünf Juden ermordet zu haben, aber das seien ausschließlich Fremde gewesen, „die nach Palästina kommen, um die dortige Bevölkerung zu verdrängen; es war kein arabischer Jude unter ihnen.“ ʿAtā al-Zīr, der drei Menschen ermordet hatte, äußerte sich ähnlich. Beide wurden zum Tode verurteilt.[180]

Die Mandatsbehörden verhängten in Hebron bis Januar 1930 eine nächtliche Ausgangssperre. Die Täter, soweit identifizierbar, wurden strafrechtlich mit Härte verfolgt. Für Empörung sorgte die kollektive Strafe von 14.000 Lira, die gegen Hebron und drei Dörfer verhängt wurde; sie trug zur gesellschaftlichen Solidarisierung mit den Tätern und ihren Familien bei.[181]

Am 17. Juni 1930 wurden in Akkon drei als Mörder zum Tode verurteilte Teilnehmer des Massakers von 1929 hingerichtet: al-Zīr und Jamjūm sowie ein weiterer Täter aus Safed. Hebron erklärte sich durch einen zweitägigen Generalstreik mit ihnen solidarisch, und ein Komitee unter Leitung des Hebroner Muftis ʿAbdalhayy al-Chātib plante, ein Denkmal für sie zu errichten – ausgerechnet al-Chātib, der in der Vergangenheit Landverkäufe an Zionisten pragmatisch gesehen hatte, nun aber anscheinend der öffentlichen Meinung nachgeben musste.[182]

Aufstieg der Dschaʿbari-Familie

Der Hebroner Dschaʿbari-Familie gehörten in der Mandatszeit einige hundert Personen an; sie waren weder besonders wohlhabend noch hatten sie eine familiäre Tradition politischer Führungsämter vorzuweisen. Der Aufstieg des Dschaʿbari-Clans zur stärksten politischen Kraft im Bergland von Hebron in den 1930er Jahren war, so Harel Chorew-Halewa, wesentlich einer Persönlichkeit zu verdanken: Scheich Muhammad ʿAli al-Dschaʿbari (1900–1980). Als Absolvent der al-Azhar-Universität verfügte er über eine sehr gute orthodox-islamische Ausbildung. Die Verwurzelung seiner Familie im Rifāʿīya-Orden war nach dem Ende der osmanischen Herrschaft kein Vorteil mehr – im Gegenteil. Al-Dschaʿbari ließ diese Sufi-Tradition deshalb in den Hintergrund treten und wandte sich zunächst dem modernen Islam zu. Er war 1928 der Gründer der Hebroner Sektion der Dschamʿīyat asch-schubbān al-muslimīn, die er fortan leitete. Durch die Vereinsarbeit knüpfte er Kontakte zu Repräsentanten anderer Hebroner Familien. Er legte seiner Familie einen Stammbaum zu, der bis auf die Schwiegersöhne des Propheten, Hassan und Hussein, zurückreichte – was zwar nicht unbedingt geglaubt wurde, dem Dschaʿbari-Clan aber doch Prestige verschaffte. Im Konflikt zwischen den Jerusalemer Familien Husseini und Naschaschibi stand der Dschaʿbari-Clan zunächst, wie die Hebroner Oberschicht generell, eher auf Seiten der Naschaschibis. Muhammad ʿAli al-Dschaʿbari pflegte aber Kontakte zu beiden Seiten und wurde schließlich mitsamt seinem Clan zum Parteigänger der Jerusalemer Husseinis. Das ermöglichte ihm neue Allianzen. Denn zum Husseini-Lager gehörte der Tausende Mitglieder und 17 Linien zählende Tamimi-Clan, eine der reichsten Familien des Hebroner Berglands mit großem sozialem Prestige. Er wurde in den 1930er Jahren von der Chatib-Linie geleitet; Muhammad ʿAli al-Dschaʿbari schloss ein Bündnis mit den Brüdern Raschad und Anwar, das durch die Verheiratung seiner Tochter mit Anwar al-Chatib bekräftigt wurde. Das Dreierbündnis aus al-Dschaʿbari und den al-Chatib-Brüdern dominierte nun die Hebroner Lokalpolitik.[183]

Von 1929 bis zum Arabischen Aufstand

Anfang der 1930er Jahre litt Hebron unter einer schweren Wirtschaftskrise. Das jährliche Durchschnittseinkommen lag bei 40.000 Lira, von denen aber 32.000 für den Schuldendienst aufgewendet werden mussten. Besucher der Stadt berichteten über Scharen von Bettlern und Kindern mit Trachomen. Die Kindersterblichkeit in der Region von Hebron wird für 1936 mit 13 Prozent angegeben; drei Mediziner waren für etwa 62.000 Einwohner zuständig. Analphabetismus war weit verbreitet. In dieser Situation wurde die Hebroner Sektion der Dschamʿīyat asch-schubbān al-muslimīn vielfältig aktiv. Sie gründete den örtlichen Fußballverein, der dem Hebroner Lokalpatriotismus Auftrieb gab. Sie machte Bildungsangebote, organisierte Besuche bei den in Haft befindlichen Tätern des Massakers von 1929 und unterstützte deren Familien. Es gab weitere Basisorganisationen, darunter die „Freie Hebroner Jugend“ (Schabāb al-Chalīl al-Ahrār), die dazu aufrief, palästinensische Produkte zu kaufen.[184]

Unter dem Druck der Mandatspolizei hatten die Oberhäupter der großen arabischen Familien Hebrons die Juden zur Rückkehr eingeladen und versichert, für etwaige Schäden an Hab und Gut, wenn der Täter nicht ermittelbar war, künftig selbst aufkommen zu wollen. Ab 1931 gab es in Hebron wieder eine kleine, mehrheitlich sephardische Gemeinde von insgesamt 150 Personen. Zwei Drittel hatten vor dem Massaker im alten Judenviertel gewohnt, waren also arm; sie wohnten nun in sechs angemieteten Häusern außerhalb der Altstadt und lebten mehrheitlich von Chaluqa (dem sephardischen Kolel), wenige hatten als Schneider oder Ladenbesitzer eine eigene wirtschaftliche Basis. Das Zusammenleben mit der muslimischen Mehrheitsgesellschaft wird als korrekt beschrieben, erleichtert durch die gemeinsame arabische Sprache, doch litten die Opfer darunter, im Alltag immer wieder den früheren Tätern zu begegnen. Hebrons Notabeln und eine starke Polizeipräsenz sorgten dafür, dass es keine Übergriffe bei mehreren antizionistischen Demonstrationen gab. Bewaffnete Hagana-Mitglieder bewachten während einiger Demonstrationen, bei denen Unruhen befürchtet wurden, die von Juden bewohnten Häuser. 1935 kam es zu einer Schlägerei am Heiligtum der Patriarchengräber, als sich ein chassidischer Rebbe aus Polen mit seiner Gruppe dort Zutritt verschaffen wollte, doch das betraf die örtliche jüdische Gemeinde nicht.[185]

Ende 1935 öffneten die Barclay’s Bank und die Arab Bank Filialen in Hebron.[186] Die Mandatsregierung sah in der Bildung von Agrargenossenschaften das geeignete Mittel gegen die Überschuldung der arabischen Landbevölkerung. Barclay’s sollte dieses Konzept bekannt machen und erklärte sich Mitte 1935 bereit, an Genossenschaften Kredite mit einem Jahreszins von sechs Prozent auszugeben, die ihrerseits den Mitgliedern Kredite mit neun Prozent gewähren würden.[187] Da die Mandatsregierung Barclays förderte, hinderte sie den Stadtrat von Hebron im Juli 1935 daran, seine Konten bei der zionistischen Anglo-Palestine Bank auf die Arab Bank zu übertragen; eine Filiale von Barclays werde in Kürze öffnen.[188] Der Beginn des Abessinienkrieges (3. Oktober 1935) hatte eine kurze, aber heftige Finanzkrise in Palästina zur Folge, da die Anleger in Panik Kapital abzogen. Anglo-Palestine Bank und Barclays stützten mit Regierungshilfe die jüdischen Banken, überließen aber die lokalen arabischen Banken sich selbst, da diese als zu risikoreich galten. Die taumelnde Arab Bank hatte in den nächsten Jahren keine Kapazitäten, um Kleinbauern vorteilhafte Kredite zu gewähren, und war mit ihrer Selbstrettung beschäftigt.[189]

Arabischer Aufstand

Wie andernorts in Palästina, wurde in Hebron im April 1936 ein Generalstreik ausgerufen und bildeten sich lokale Streik- und Demonstrations-Komitees. Die Mandatsbehörden verhängten das Kriegsrecht. Am 21. April skandierten Hebroner Demonstranten: „Weg mit dem Mandat! Weg mit den Juden! Weg mit den Briten!“ Zwar gab es keine Zwischenfälle, aber am Folgetag evakuierten die britischen Behörden mit Einverständnis der jüdischen nationalen Organisationen die Hebroner jüdische Gemeinde mit Omnibussen nach Jerusalem. Ob eine aktuelle Gefährdung für sie bestand, ist unklar. Die erste Phase des Aufstands endete im Oktober 1936, doch die Situation in Hebron war weiterhin so unsicher, dass sich nur ein Mitglied der jüdischen Gemeinde wieder in der Stadt niederließ: der Käsehersteller Jaakov Ezra. Er wohnte hier bis November 1947. Die zweite Phase des Aufstands begann im Herbst 1937, und im Sommer 1938 kontrollierten arabische Aufständische fast ganz Hebron bis auf ein Stadtviertel, das von den Mandatsbehörden und ihren Sicherheitskräften gehalten wurde. Im ländlichen Raum etablierten sich während des Aufstands bewaffnete arabische Widerstandsgruppen.[190]

Die Kommunalwahlen 1934 waren in Hebron durch Unregelmäßigkeiten und Parteienkämpfe überschattet gewesen. Daraus ging ein Bürgermeister hervor, der als Person polarisierte und bei schlechter Gesundheit war. Er starb im September 1936; sein Stellvertreter wurde ermordet, und der Stadtrat trat daraufhin geschlossen zurück. ʿAbd el-ʿAl, der als Mediziner in der Hebroner Gesellschaft angesehen war und das Vertrauen der Mandatsbehörden hatte, nahm zusammen mit einer weiteren Person kommissarisch die Aufgaben des Stadtrats wahr.[191]

Während des Arabischen Aufstands war St. Luke’s das einzige Krankenhaus für Hebron und Umgebung. Es stand seit 1933 unter Leitung von Elliot D. Forster, der sich als Kritiker der Mandatspolitik weigerte, das Krankenhaus in den Dienst der Aufstandsbekämpfung zu stellen. Er handelte eine von ihm so bezeichnete „Genfer Konvention“ aus, der zufolge kein Patient verhört oder verhaftet wurde. St. Luke’s behandelte sowohl britische Soldaten als auch Aufständische. Außerdem besuchte Forster, wie er es vor Beginn des Aufstands getan hatte, auf regelmäßigen Rundreisen die Dörfer, um dort die Patienten zu versorgen. Dafür lehnte er nun militärischen Begleitschutz ab, der ihn kompromittiert hätte. Der anglikanische Bischof von Jerusalem, Francis Graham Brown, unterstützte seine Position (die Kirche versuchte im Aufstand, sich als eine gegenüber der Mandatsregierung unabhängige Kraft zu profilieren.) De facto reiste Forster im Bergland von Hebron unter dem Schutz der Aufständischen, allerdings mit dem Risiko, dass diese nicht alle Militanten unter ihrer Kontrolle hatten.[192]

Im Jahr 1938 wurde el-ʿAl von Aufständischen entführt und von einem Tribunal wegen verschiedener, nicht spezifizierter Vergehen verurteilt. Wegen seiner Kommissionstätigkeit war er offenbar kompromittiert. Er verließ Hebron und lebte später in Nazareth.[193]

Seit der ersten Phase des Aufstands wurden Pläne zu einer Aufteilung Palästinas diskutiert. Die Peel-Kommission schlug in ihrem im Juli 1937 vorgelegten Bericht vor, den gesamten Süden (mit Hebron) und das Bergland nördlich von Jerusalem (mit Nablus) einem arabischen Staat zuzuschlagen, Galiläa dagegen einem jüdischen Staat; die Region Jerusalem-Bethlehem und die Küstenebene sollten unter britischer Verwaltung bleiben. Die Ablehnung des Teilungsplans auf arabischer Seite war Hauptgrund für die Eskalation zur zweiten Phase des Aufstands im Herbst 1937. Der Teilungsplan wurde auf dem 20. Zionistenkongress im August 1937 in Zürich diskutiert; hier war Hebron als Teil eines arabischen Staats wegen der religiösen Bedeutung der Stadt für Juden umstritten. Akzeptabel schien allenfalls eine Ausdehnung der britisch verwalteten Enklave Jerusalem-Bethlehem um einen Korridor nach Hebron, so dass für eine jüdische Gemeinde in Hebron sichere Rahmenbedingungen herrschen würden. Die Woodhead-Kommission, die ihren Bericht im November 1938 vorlegte, lehnte diese Ausdehnung der Enklave aber wegen der wirtschaftlichen Bedeutung Hebrons in einem künftigen arabischen Staat ab.[194]

Im Bergland von Hebron endete der Aufstand nicht wie andernorts 1939, sondern setzte sich bis 1941 fort: Nach britischen Schätzungen waren hier bis zu 600 militante Araber aktiv, die meisten stammten nicht aus der Region. Kriminelle machten sich diese Situation zunutze. Abd al-Qadir al-Husaini, der Aufstandsführer in der Region Hebron, verlor in der von Anarchie geplagten Landbevölkerung an Sympathie. Muhammad ʿAli al-Dschaʿbari, der Leiter der Dschamʿīyat asch-schubbān al-muslimīn, war Parteigänger der Husseinis, orientierte sich aber Ende der 1930er Jahre neu und unterstützte nun Abdallah, den Emir von Transjordanien, der seinen Einfluss ins Westjordanland ausdehnen wollte. Als die britische Mandatsregierung al-Dschaʿbari 1940 zum Bürgermeister von Hebron ernannte, verfügte er über „den Status und die Ressourcen, die er nutzen konnte, um Koalitionen mit städtischen Familienoberhäuptern zu schmieden.“[195] Zunehmend gelang es den städtischen Notabeln um al-Dschaʿbari, als Autorität auf den Dörfern anerkannt zu werden – die dörflichen Eliten hatten wegen der anarchischen Zustände an Autorität verloren. Notabeln aus der Stadt Hebron führten an ihrer Stelle das traditionelle Ritual der Konfliktbeilegung (ṣulḥa) durch, das zum wichtigsten Instrument der Stiftung eines regionalen Zusammenhalts wurde.[196]

Palästinakrieg

Das Bergland von Hebron war verglichen mit anderen arabisch bewohnten Regionen Palästinas auf die 1947 eskalierenden Spannungen, die zum Palästinakrieg führten, gut vorbereitet. Es gab mehrere Waffenlager und eine relativ starke lokale Führung (das Hebroner Nationalkomitee) unter dem Bürgermeister al-Dschaʿbari. Im Dezember 1947 strömten in Hebron Zehntausende zusammen und skandierten nationalistische Parolen; die Stadt wurde zum regionalen Mobilisationszentrum. Das Nationalkomitee sicherte die Lebensmittelversorgung. Es ging gegen Kriminelle vor und verhinderte anarchische Zustände. Ein Anschlag auf einen britischen Soldaten wurde von al-Dschaʿbari in einem Artikel der Zeitung al-Schaʿb (22. Januar 1948) verurteilt; er beteuerte, die Briten seien Verbündete, die Täter würden bestraft und derartiges werde sich nicht wiederholen.[197]

Auf halbem Weg zwischen Jerusalem und Hebron waren von 1943 bis 1947 auf Land, das der Jüdische Nationalfonds erworben hatte, in isolierter Lage vier Kibbutzim gegründet worden: der Etzion-Block (Gusch Etzion). Im Januar 1948 leitete al-Dschaʿbari einen verlustreichen, aber erfolglosen Angriff von Milizen der arabischen Nachbardörfer auf Gusch Etzion. Unter seiner Führung wurden alle 35 Hagana- und Palmach-Kämpfer des Gebirgszuges (Machleket haHar), die als Verstärkung nach Gusch Etzion unterwegs waren, nahe dem Dorf Sūrīf getötet.[198]

Weil der Siedlungsblock strategisch günstig an der Straße Jerusalem-Hebron lag, wies die zionistische Führung Gusch Etzion an, arabische Konvoys, die aus Hebron kamen, aufzuhalten. In den letzten Tagen des Mandats ordnete John Bagot Glubb die Zerstörung des Etzion-Blocks an, um der Arabischen Legion den Weg nach Jerusalem freizuräumen. (Bei dieser Militäraktion hatte al-Dschaʿbari laut Harel Chorev-Halewa eine „Schlüsselrolle.“[199]) Nach zwei Schlachten ergab sich der Kibbutz Kfar Etzion. Die Angehörigen der Arabischen Legion und verbündete Milizen töteten fast alle Verteidiger dieses Kibbutz bei der Übergabe. Die Verteidiger der drei übrigen Kibbutzim wurden als Kriegsgefangene nach Transjordanien verbracht. Am 13. Mai plünderte und zerstörte die Arabische Legion alle Gebäude von Gusch Etzion. Wegen der hohen eigenen Verluste bzw. wegen des Heroismus der Kibbutz-Pioniere wurde Gusch Etzion nach Gründung des Staates Israel zum nationalen Symbol.[200]

Seit dem 15. Mai 1948 rückte die ägyptische Interventionsarmee in zwei Hauptstoßrichtungen nach Palästina vor: einerseits in der Küstenebene via Gaza in Richtung auf Tel Aviv, andererseits durch den Negev via Beʾer Scheva in Richtung auf Jerusalem. Direkt nach dem Ende des britischen Mandats ernannte der jordanische Verteidigungsminister Militärgouverneure für die Distrikte Jerusalem, Nablus und Hebron. Für Hebron war dies Mustafa al-Rifa‘i. Ihre Aufgabe war es, Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten, sowie Leben und Eigentum der Einwohner zu schützen. Anfangs kontrollierte die Arabische Legion Hebron. Am 22. Mai traf die von Generalleutnant Abd al-Aziz geleitete vierte ägyptische Brigade, eine aus Muslimbrüdern gebildete Freiwilligeneinheit, in Hebron ein und wurde von den städtischen Notabeln herzlich empfangen. Sie forderte die Übergabe des Sektors. Glubb Pascha vereinbarte den freien Abzug der Legion. Anscheinend blieb der jordanische Militärgouverneur al-Rifa‘i im Amt und wurde am 29. Juni vom jordanischen Premierminister durch Salih al-Majali ersetzt. Er vereinbarte bei seinem Amtsantritt, dass alle Verwaltungsaufgaben in Hebron fortan „im Namen beider Könige“ erfüllt werden sollten. Beide Staaten suchten die Zustimmung der palästinensischen Bevölkerung; beide umwarben die städtische Elite Hebrons.[201]

Harel Chorev-Halewa beschreibt die Situation aus Sicht der pro-jordanischen Fraktion in Hebron: Das Hebroner Nationalkomitee erklärte, man sei von Abd al-Qadir al-Husaini und seiner Armee des heiligen Krieges enttäuscht; es lud Emir Abdallah ein, in Palästina Ordnung zu schaffen, unterstützte also offen dessen Ambitionen zur Annexion des Westjordanlandes. Unter Führung al-Dschaʿbaris, so Chorev-Halewa, leistete die Bevölkerung Hebrons den ägyptischen Truppen Widerstand und machte deutlich, dass sie die Kontrolle durch Transjordanien vorzog.[202] Am 1. Dezember 1948 unterstellte sich der Zweite Palästinensische Kongress, der in Jericho zusammengetreten war, formell der Herrschaft König Abdallahs.[203] Den Vorsitz hatte der Hebroner Bürgermeister al-Dschaʿbari.[204]

Der Waffenstillstand zwischen Ägypten und Israel trat am 24. Februar 1949 in Kraft und enthielt eine Klausel, Hebron und Bethlehem betreffend. Der Waffenstillstand zwischen Israel und Jordanien datiert vom 3. April 1949. Ägyptische Einheiten zogen erst am 30. April 1949 aufgrund einer Vereinbarung der jordanischen und ägyptischen Regierung aus Hebron ab. Mit ihnen verließen Einwohner Hebrons die Stadt, die als Zivilangestellte für das ägyptische Militär gearbeitet hatten oder aus anderen Gründen gegenüber Ägypten loyal waren. Die ägyptische Regierung war allerdings nicht bereit, diesen Hebronern eine Anstellung in der Verwaltung des Gazastreifens zu geben.[205]

Jordanische Besatzung

Während der gesamten Zeit der jordanischen Herrschaft bestimmte das Bündnis von al-Dschaʿbari und den al-Chatib-Brüdern (in einem amerikanischen Geheimdienstbericht 1962 als „Triumvirat“ bezeichnet) die Hebroner Politik. Muhammad ʿAli al-Dschaʿbari wurde für seine Loyalität zum Haschemitischen Königshaus 1950 durch Ernennung zum Senator belohnt; 1958 stieg er zum Justizminister auf. Raschad al-Chatib war von 1963 bis 1965 Minister für religiöse Stiftungen, was ihm ermöglichte, Führungsämter an Personen der Hebroner Oberschicht zu vergeben. Das religiöse Establishment wurde damit zur Machtbasis des Dschaʿbari-Chatib-Bündnisses. Anwar al-Chatib wurde 1949 zum Bürgermeister von Jerusalem ernannt, 1950 zum Wirtschaftsminister, 1963 zum jordanischen Botschafter in Ägypten und 1966 zum Gouverneur des Distrikts Jerusalem. Ihre Spitzenämter ermöglichten al-Dschaʿbari und den al-Chatib-Brüdern, ökonomische und administrative Förderung in den Distrikt Hebron zu lenken. Das geschah teilweise auf Kosten Jerusalems, was aber im Sinne der jordanischen Regierung war, die Ammans Führungsrolle stärken wollte.[206]

Die bedeutende Rolle, die Hebron in der wirtschaftlichen Entwicklung des Haschemitischen Königreichs spielte, zeigt sich in einem erheblichen Bevölkerungsanstieg. Die rund 35.000 Zugezogenen wohnten teils im Stadtgebiet, teils in Neubauvierteln im Nordwesten, an der Straße nach Jerusalem.[207] Im Bereich des alten jüdischen Viertels bestand nun ein Gemüsemarkt; das Gebäude Beit Hadassah wurde von der UNRWA bis 1967 als Mädchenschule genutzt.[208]

Die jordanische Altertümerbehörde folgte dem Rat eines ägyptischen Fachmanns und ließ 1965 die aus mamlukischer Zeit stammenden Gebäude rings um das Heiligtum der Patriarchengräber niederreißen, um die Monumentalität und Bedeutung dieses Bauwerks augenfällig zu machen.[209][210]

Am Morgen des 13. November 1966 führte die israelische Armee einen groß angelegten Vergeltungsangriff gegen das Dorf as-Samu in der Region Hebron durch. Die Einwohner wurden beschuldigt, Fedajin Unterschlupf geboten zu haben. Nachdem die Dorfbewohner zusammengetrieben worden waren, begann das Militär, ihre Häuser zu zerstören. Eine in Hebron stationierte jordanische Militäreinheit eilte nach as-Samu, um den Angriff zurückzuschlagen. Sie geriet aber in einen israelischen Hinterhalt und erlitt schwere Verluste: mindestens 18 tote und doppelt so viele verletzte jordanische Soldaten. Die jordanische Regierung wurde wegen dieses militärischen Misserfolgs außen- und innenpolitisch stark kritisiert. Weigerte sie sich doch, die palästinensischen Bewohner von Grenzdörfern wie as-Samu zu bewaffnen, so dass sie sich selbst verteidigen konnten.[211] Das Dorf as-Samu verzeichnete fast 100 verwundete Zivilisten, Dutzende zerstörte Häuser und eine schwer beschädigte Infrastruktur. Demonstrationen von Palästinensern im ganzen Westjordanland, die die Anerkennung der PLO forderten, wurden von der jordanischen Armee niedergeschlagen. Die Ereignisse gelten als Wendepunkt in den Beziehungen der jordanischen Regierung zu den Palästinensern. Das Dschaʿbari-Chatib-Bündnis indes beruhigte die Bewohner des Distrikts Hebron und erwirkte dort eine frühere Aufhebung der verhängten Ausgangssperre. Einige Monate später bat die Hebroner Stadtverwaltung um königliche Erlaubnis, um ihr lokales Tourismusprojekt Al-Hussein Tourism City nennen zu dürfen. In der Hebroner Oberschicht gab es weiter Sympathien für das jordanische Königshaus.[212]

Israelische Besatzung

Einnahme von Hebron

Nachdem das israelische Militär im Sechstagekrieg die Kontrolle über das Bergland von Jerusalem erlangt hatte, war nicht nur die Einnahme der Altstadt, sondern auch die Eroberung der wichtigen Städte des Westjordanlands absehbar.[213] Während David Elazar von Jenin aus Nablus angriff, wandte sich Yitzhak Ben-Ari von Jerusalem aus nach Hebron. „Am späten Morgen des 7. Juni 1967 brachen Jordaniens 24. Infanteriebrigade und 40. Panzerbrigade, schwer getroffen durch Luftschläge und Bombardierungen, als Kampfeinheiten zusammen. Alle großen Städte der Westbank waren in der Hand Israels.“[214]

Im Laufe dieses Tages zog israelisches Militär in Hebron ein. Oberstleutnant Zvi Ofer diktierte die Bestimmungen für die bedingungslose Kapitulation der Stadt, die Bürgermeister al-Dschaʿbari unterzeichnete. Ofer bezog sein Hauptquartier im Park Hotel.[215]

Militärrabbiner Shlomo Goren ließ umgehend die Flagge Israels über dem Heiligtum der Patriarchengräber hissen. Das Militärrabbinat, dem Goren vorstand, erklärte seine Zuständigkeit für die heilige Stätte und ließ einen Toraschrein und eine Torarolle hineinbringen. Goren führte in Hebron mehrere Trauungen von Militärangehörigen durch. Verteidigungsminister Moshe Dayan gab aber nicht Gorens Wunsch nach, auch im Heiligtum der Patriarchengräber Trauungen (heikel wegen der liturgischen Verwendung von Wein) vornehmen zu dürfen.[216]

Dayans Lösung für das Heiligtum der Patriarchengräber

Über die Hebroner Bevölkerung wurde eine mehrwöchige Ausgangssperre verhängt. In dieser Zeit handelte Dayan mit Bürgermeister al-Dschaʿbari und der Waqf-Verwaltung die Modalitäten des jüdischen Zugangs zu den Patriarchen-Kenotaphen aus. Dass die muslimische Seite zu Zugeständnissen genötigt war, hatte mehrere Gründe. Sie wurde durch die Ausgangssperre stark unter Druck gesetzt und erhoffte sich eine Erleicherung dieser Beschränkungen. Al-Dschaʿbari war bekanntermaßen Pragmatiker. Um die muslimische Position weiter zu schwächen, erklärte der schwedische Diplomat Nils-Goran Gussing, der im Auftrag des UN-Generalsekretärs U Thant die Situation in Hebron überprüfen sollte, das Heiligtum der Patriarchengräber habe zwei Teile: der untere Teil (die Höhle) sei jüdisch, der obere Teil (das Gebäudeensemble) sei muslimisch. Die Vereinten Nationen waren anscheinend bereit, einen biblisch begründeten jüdischen Anspruch auf das Heiligtum anzuerkennen, das seit dem 13. Jahrhundert ausschließlich als Moschee genutzt wurde. Die Höhle als jüdischen Gebetsraum zu beanspruchen und die Moschee darüber den Muslimen zu überlassen, hatte Dayan ursprünglich vorgeschwebt, es war aber nicht realisierbar. Am 1. August 1967 einigte sich Dayan mit seinen Hebroner Gesprächspartnern auf eine zeitlich-räumliche Trennung der Gebäudenutzung: Da die Muslime ihre täglichen Gebete in der östlichen Isaak-Halle verrichteten, wurde diese den Muslimen zugesprochen, und Juden erhielten die Möglichkeit, die Moschee außerhalb dieser Gebetszeiten zu besuchen. Al-Dschaʿbari und die Waqf-Repräsentanten konnten zustimmen, weil in diesem Dokument die Einrichtung einer Synagoge im Heiligtum der Patriarchengräber nicht zugestanden bzw. nicht thematisiert wurde.[217]

Bürgermeister Muhammad ʿAli al-Dschaʿbari

Während des Sechstagekriegs orientierte sich Muhammad ʿAli al-Dschaʿbari neu. So wie er im Palästinakrieg auf das haschemitische Königshaus gesetzt hatte, setzte er jetzt zur Verfolgung seiner politischen Ziele auf Kooperation mit Israel. Sichtbar wurde das, als er am 5. August 1967 seine Unterschrift unter eine Solidaritätsadresse an König Hussein verweigerte. Jordanien brandmarkte ihn als Verräter, hatte aber wenig Sanktionsmöglichkeiten. Das Bündnis mit den al-Chatib-Brüdern zerbrach, und al-Dschaʿbari stieg zu einer Art Alleinherrscher über die Palästinenser im Bergland von Hebron auf – mit Unterstützung der israelischen Militärverwaltung, die Raschad al-Chatib und ihm nahestehende Personen 1969 nach Jordanien abschob.[218]

Bis zu seinem Rückzug aus dem öffentlichen Leben 1978 verhinderte al-Dschaʿbari nach Möglichkeit politische Unruhen. Mehrere Jahre lang kämpfte er erfolgreich gegen Versuche der PLO, Zellen im Raum Hebron zu gründen. Israel belohnte ihn mit Einflussmöglichkeiten, die seine offiziellen Funktionen in jordanischer Zeit überstiegen: „Er etablierte Beziehungen zu hochrangigen israelischen Politikern, die ihm fast jeden Wunsch erfüllten, von der Zustimmung zu Familienzusammenführung bis zum Verzicht auf Hauszerstörungen.“[219] Seinen guten Kontakten zu Israel war auch die erste Gründung einer akademischen Institution im besetzten Westjordanland zu verdanken – die 1971 eröffnete und von der Stadt Hebron verwaltete Islamische Hochschule.[220] Aus pragmatischen Gründen näherte sich Jordanien al-Dschaʿbari wieder an, da es einen Ansprechpartner im südlichen Westjordanland suchte. Nun vergab der Hebroner Bürgermeister auch Reise- und Exportgenehmigungen nach Jordanien, was seine Position weiter stärkte.[221]

Im Jahr 1975 hielt die israelische Militärverwaltung ihre Kontrolle des Westjordanlandes für so gefestigt, dass sie für das Frühjahr 1976 Kommunalwahlen ansetzte. Al-Dschaʿbari war indigniert, dass er gegen Kandidaten antreten solle, die ihm früher „die Hand geküsst und Kaffee serviert“ hätten. Um al-Dschaʿbari für die Idee von Wahlen zu gewinnen, schob die Militärverwaltung Ahmad Hamza Natschih, der gegen ihn zu kandidieren beabsichtigte, nach Jordanien ab. Dies verärgerte allerdings den großen Natschih-Clan und hatte ein Neuarrangement familiärer Bündnisse in Hebron zur Folge. Das Lager der Dschaʿbari-Parteigänger war nun stark verkleinert. Aus der Wahl ging in Hebron der „Nationale Block“ als Sieger hervor, hinter dem ein Bündnis der großen Clans Natschih, Qawāsmih, Zughayir und Tamīmī stand. Al-Dschaʿbari verlor seine frühere Machtfülle, auch wenn er als ʿUrf-Experte und (dank seiner Kontakte zu israelischen Stellen) als Problemlöser weiter einflussreich blieb.[222]

Der neue Bürgermeister hieß Fahd Qawāsmih (1939–1984). Sein Vater war als Anhänger Gamal Abdel Nassers im Palästinakrieg nach Ägypten gezogen, und so hatte der gebürtige Hebroner Fahd Qawāsmih an der Universität Kairo studiert und den Mastergrad in Landtechnik erlangt. Er war ins Westjordanland zurückgekehrt, um für das Hilfswerk UNRWA zu arbeiten.[223]

Die Levinger-Gruppe in Hebron

Seit Anfang 1968 warben Eljakim Haetzni, Israel Harel und Moshe Levinger für den Aufbau einer neuen jüdischen Gemeinde in Hebron. Der Plan nahm Gestalt an, sich zum Pessachfest im Hebroner Park Hotel einzuquartieren, das im Besitz des späteren Bürgermeisters Fahd Qawāsmih war, und die weitere Entwicklung abzuwarten. Schwach getarnt als Schweizer Touristen, mietete Levingers Gruppe einige Hotelzimmer und begann mit den Pessachvorbereitungen. Durch ein unglückliches Zusammentreffen waren sowohl Dayan als auch sein Stellvertreter Shlomo Gazit beurlaubt; ohne ihren Evakuierungsbefehl wollte Generalmajor Uzi Narkis keine Entscheidung treffen, und so wurde die Chance vertan, die Aktivitäten der Levinger-Gruppe frühzeitig zu beenden.[224]

Nach dem Pessachfest machte die Levinger-Gruppe erstmals Widerstand in der israelischen Regierung gegen ihr Siedlungsprojekt in Hebron aus. Dahinter wurde Bürgermeister al-Dschaʿbari vermutet, der seine guten Beziehungen besonders zu Dayan spielen ließ. Yigal Allon nahm den Standpunkt der Siedler ein, aber Dayan hielt dagegen; der Kompromiss sah so aus, dass die Levinger-Gruppe aus dem Park Hotel auszog und in einem Flügel des Polizeigebäudes (zugleich Hauptquartier der Militärregierung) untergebracht wurde – solange, bis 1971 die ersten Wohnungen einer neuen jüdischen Siedlung bezugsfertig waren: Kirjat Arba am östlichen Stadtrand von Hebron.[225] Die provisorische Unterbringung von Siedlern auf militärisch genutztem (und gesichertem) Gelände war ein Muster, das sich in der Zukunft mehrfach wiederholte.[226] Im Juli 1970 fand ein Treffen im Büro des Verteidigungsministers statt, an dem außer Dayan der Generaldirektor des Wohnungsbauministeriums, der IDF-Kommandeur des Westjordanlandes und der Koordinator von Regierungsaktivitäten in den besetzten Gebieten teilnahmen. Dabei wurde die Umsetzung des Kirjat-Arba-Projekts verabredet: Das Land, auf dem die Siedlung gebaut werden sollte, wurde für eine nur vorgeschobene militärische Nutzung beschlagnahmt; der Bau von Wohneinheiten auf diesem Gelände sollte gegenüber Bürgermeister al-Dschaʿbari als militärische „Vorbereitung für den Winter“ deklariert werden.[227]

Dynamik der de-facto-Situation am Heiligtum der Patriarchengräber

Ohne Dayans Erlaubnis einzuholen, richteten jüdische Siedler aus Hebron und Umgebung eine Synagoge im westlichen Teil des Heiligtums der Patriarchengräber ein (Abrahams- und Jakobs-Halle mit dem zunächst offenen, später überdachten Innenhof dazwischen). Da sie nun einmal bestand, sah Dayan keine Möglichkeit, sie zu entfernen. Wachsende Siedlerzahlen hatten auch steigende jüdische Besucherströme im Heiligtum der Patriarchengräber zur Folge. Der Militärgouverneur von Hebron verfügte am 31. Oktober 1972, dass Abrahams- und Jakobs-Halle während jüdischer Gebetszeiten von Muslimen nicht betreten werden durften und Juden an hohen Feiertagen das gesamte Heiligtum der Patriarchengräber zur Verfügung hatten. Von 1979 bis 1994 bestand außerdem eine Teilung der Isaak-Halle: ein Drittel für Juden – zwei Drittel für Muslime. Um die Gläubigen in diesem Bereich voneinander zu trennen, brachte das israelische Militär metallene Absperrvorrichtungen an.[228]

Aus Sicht der Hebroner Siedler war das ganze Heiligtum der Patriarchengräber ewiger jüdischer Besitz, da Abraham die Höhle Machpela biblischer Darstellung zufolge gekauft hatte. Es ging für sie nicht um jüdische Mitnutzung des Gebäudekomplexes, sondern um sukzessive Ausdehnung des jüdisch genutzten Areals auf Kosten der Hebroner Muslime. Dayan als säkularer Israeli hielt die Machpela ebenfalls fraglos für jüdisch, hatte aber an ihr ein mehr archäologisches Interesse, das für die Siedler bedeutungslos war.[229] In der mehrheitlich säkularen, modernen israelischen Öffentlichkeit war die Behauptung, eine Transaktion aus der Bronzezeit sei bis heute gültig, nicht allgemein einsichtig. Deshalb bildete „Tarpat“ (תרפ״ט, das Akronym für 5689 nach jüdischer Zeitrechnung, entspricht 1929 n. Chr.) die zweite Säule der Siedler-Ideologie. Es gelte, das Verbrechen des Hebron-Massakers nach 1967 durch neue jüdische Niederlassungen in Hebron zu beantworten. Levinger nahm zunächst Kontakt zu Avraham Franco auf, dem letzten sefardischen Rabbiner Hebrons und Leiter des Hebroner Flüchtlingskomitees; Franco war aber nicht daran interessiert, nach Hebron zurückzukehren und unter den Siedlern zu wohnen. Unter Überlebenden und Nachkommen von Tarpat-Opfern gab es ein weites Spektrum an Meinungen zu Levingers Siedlungsplänen. Einige ließen sich in Kirjat Arba nieder, einige übertrugen der Levinger-Gruppe ihre Besitzrechte an Immobilien. Andere distanzierten sich.[230] Chaim Bayajo, der 1967 Rabbiner der Tarpat-Überlebenden war, veröffentlichte als überzeugter Linker nach dem Sechstagekrieg eine Erklärung, der zufolge die Hebroner Juden erst dann in ihre Häuser zurückkehren wollten, wenn die Nakba-Flüchtlinge zurückgekehrt seien.[231]

Enklaven jüdischer Siedler in der Altstadt von Hebron

Kirjat Arba entwickelte sich zum Zentrum der Gusch Emunim, von hier gingen weitere Siedlungsprojekte im Westjordanland aus. Kirjat Arba war auch das Basislager, als Siedler sich anschickten, in der arabischen Altstadt Häuser zu beziehen, und über Kirjat Arba lief die Versorgung der wenigen Bewohner dieser Enklaven. Voraus gingen dem zwei symbolische Akte:

  • Der alte jüdische Friedhof am Nordhang des Tell er-Rumēde wurde letztmalig 1929 bei der Beisetzung der Pogrom-Opfer genutzt. Er war in jordanischer Zeit profaniert worden. Da die Levinger-Gruppe sich mit der jüdischen Gemeinde Hebrons vor 1929 identifizierte, war es für sie wichtig, ihre Toten auf diesem Friedhof beizusetzen; die israelische Armee war aber wegen der Lage dieses Friedhofs mitten im arabischen Wohngebiet dagegen. Nach Darstellung der Siedlerbewegung war es die junge Mutter Sarah Nachschon, die den Leichnam ihres als Säugling gestorbenen Sohnes Avraham 1975 an den unentschlossenen Soldaten vorbei zum Friedhof trug und ihn mit eigenen Händen begrub. Damit war das Recht auf Nutzung des alten Hebroner Friedhofs erstritten.[232]
  • Die Avraham-Avinu-Synagoge im alten jüdischen Viertel war eine Ruine („zerstört von den Jordaniern“[233]) und wurde wegen ihrer Nähe zum Markt als Müllabladeplatz und Aufstellungsort für Kleinvieh genutzt. Die Siedlerbewegung restaurierte sie in Eigenarbeit und übergab sie der sefardischen Gemeinde Hebrons (die Levinger-Gruppe war vorwiegend aschkenasisch).[234]

Am späten Abend des 26. April 1979 zog eine Frauengruppe aus Kirjat Arba unter Leitung von Miriam Levinger und Sarah Nachschon mit ihren Kindern im leerstehenden ersten Stock des Beit Hadassah in der Hebroner Altstadt ein. Die Wahl fiel auf dieses Gebäude, weil die Levinger-Gruppe die alten Besitzurkunden übernommen hatte und weil sich im zweiten Stock ein Wachtposten israelischer Soldaten befand; militärischer Schutz war also gegeben. Knessetmitglieder wie Geula Cohen und Ariel Sharon kamen nach Hebron, um ihre Solidarität zu bekunden. Das Medieninteresse war groß, Unterstützer und Gegner hielten Demonstrationen ab. Premierminister Menachem Begin drohte der Gruppe mit Zwangsevakuierung, bevorzugte dann aber Zermürbung durch spartanische und sanitär unzureichende Wohnverhältnisse. Je länger sich die Besetzung des Beit Hadassah hinzog, desto laxer wurden die Regeln für die Hausbesetzerinnen gehandhabt, so dass die Frauen einen großen Teil ihrer Zeit in Kirjat Arba verbringen konnten. Eine Räumung wäre nun leicht möglich gewesen, geschah aber nicht. Seit 1980 wurde Beit Hadassah renoviert, um neue Stockwerke vergrößert und Nachbargebäude als Wohnungen hergerichtet.[235]

Nachdem ein Jeschiwastudent aus Kirjat Arba im März 1980 von einem palästinensischen Einwohner Hebrons erschossen worden war, entschied das Kabinett Begin, die Restaurierung der Avraham-Avinu-Synagoge zur Restaurierung und Neubesiedlung des ehemaligen jüdischen Viertels in Hebron auszuweiten. Das Wohnungsbauministerium beauftragte die Architekten Saadja Mandel und Erol Packer, die in Abkehr vom Tel Aviver Modernismus Anleihen bei lokalen (also palästinensischen) Bautraditionen machten. Die von ihnen entworfenen Wohneinheiten gruppieren sich um Innenhöfe, die durch Gassen erschlossen werden. Das alte jüdische Viertel war kleinräumig bebaut gewesen. Diese Parzellen wurden teils von Juden, teils von Muslimen bewohnt; oft waren die einstigen Besitzverhältnisse nicht feststellbar. Deshalb mutierten alle Parzellen mit unklarem Besitzer im Avraham Avinu Settlement zu Innenhöfen. Die ersten Wohneinheiten wurden 1987 von Siedlern bezogen.[236]

Das Komitee für die Erneuerung der jüdischen Siedlung in Hebron veröffentlichte 1984 einen Masterplan, dem zufolge in einem ersten Schritt jüdisches Eigentum, das 1929 oder 1936 aufgegeben werden musste, wieder beansprucht werden sollte. Anschließend sollten die arabischen Bewohner Hebrons allmählich aus der Altstadt verdrängt werden.[237]

Wirtschaftliche Entwicklung

Auch nach 1967 blieb die Altstadt von Hebron Einkaufszentrum für die Bewohner des umgebenden Berglandes. Ihre Zugänglichkeit wurde allerdings erschwert, als das israelische Militär 1983 die Busstation besetzte und Besucher der Altstadt zu längeren Fußwegen gezwungen waren. Das Geschäftszentrum verlagerte sich dadurch nach Bab al-Zawiya. Noch hatte die Altstadt aber einen attraktiven Tiermarkt, Metzgereien und Gerbereien sowie den Gemüsemarkt. Letzterer litt in den 1980er Jahren durch israelische Bauarbeiten bei Errichtung des benachbarten Avraham Avinu Settlement. In der Ersten Intifada verstärkten sich Streiktage und Ausgangssperren in ihrer negativen Wirkung auf den Einzelhandel, aber auch den Arztpraxen im Stadtzentrum blieben die Patienten weg. Das Viertel um die Moschee des ʿAli al-Bakkaʿ wurde seit Beginn der 1990er Jahre ob seiner günstigen Lage an der Straße nach Jerusalem zum attraktiven neuen Einkaufsgebiet und zog viele Kunden von der Innenstadt ab. Hier in einiger Entfernung von den Siedler-Enklaven und den damit für Palästinenser verbundenen Schikanen entstanden mehrere Supermärkte, die historische Bebauung dieser Gegend wurde dabei nicht geschützt.[238]

Wohnqualität der Altstadt

Viele Wohnungen in der Altstadt von Hebron sind waqf dhurri, d. h. ein Familienclan hat sie zur unveräußerlichen Nutzung. Die wohlhabenden Mitglieder dieser Clans zogen längst in Neubaugebiete und überließen ärmeren Verwandten mit solidarischer Geste die Altstadtwohnungen, freilich ohne in deren Modernisierung und Renovierung viel zu investieren: Nach einer Erhebung Anfang der 1990er Jahre hatten von den 270 noch genutzten Wohneinheiten der Altstadt 255 kein fließendes Wasser, 236 kein Bad, 83 keine private Toilette, 50 keine eigene Küche. Der Leerstand war groß.[239]

Nachbarn der israelischen Enklaven waren täglich Belästigungen ausgesetzt, die die meisten zum Wegzug veranlassten (1967 wohnten rings um das spätere Avraham Avinu Settlement 25 Familien, von denen 1993 nur noch drei geblieben waren). Die israelisch kontrollierte Stadtverwaltung hielt einerseits Renovierungsgenehmigungen zurück, ordnete andererseits den Abriss von Gebäuden an, die sie als baufällig beurteilte.[240]

Anschläge

2. Mai 1980

Am Freitag, dem 2. Mai 1980 fand im Heiligtum der Patriarchengräber das jüdische Abendgebet statt. Anschließend zog eine Gruppe von rund hundert Sympathisanten der Siedlerbewegung quer durch die Altstadt zum Beit Hadassah.[241][242] Da das regelmäßig an Freitagabenden geschah, hatten drei Fatah-Mitglieder (Yasser Hussein Mohammed Zedat, Adnan Jabar und Tayseer Abu Sneineh) am Beit Hadassah einen Hinterhalt vorbereitet und griffen die Gruppe mit Handgranaten und Maschinengewehren an. Fünf junge Jeschiwa-Studenten und der Kahanist Eli Hazeev aus Kirjat Arba starben, zahlreiche weitere Teilnehmer erlitten Verletzungen.[243] An der Beerdigung Hazeevs auf dem alten jüdischen Friedhof Hebrons nahmen Tausende teil.

Mit der quasi-militärisch durchgeführten Aktion erreichte der bewaffnete Widerstand in Hebron eine neue Qualität.[244] Die Besatzungsbehörden reagierten mit Härte. Sie verhängten eine zweiwöchige totale Ausgangssperre über Hebron. Fahd Qawāsmih als Bürgermeister und Scheich Radscha Bayud Tamimi als Mufti wurden zusammen mit dem Bürgermeister von Halhul in einer Nachtaktion verhaftet und per Militärhubschrauber in den Südlibanon verbracht. Ihnen wurde nicht vorgeworfen, von den Anschlagsplänen gewusst zu haben, aber sie hätten mit eskalierenden Aussagen zu einem aggressiven Klima in der Stadt beigetragen.[245] Die Militärbehörden ernannten den Stellvertreter Qawāsmihs Mustafa ʿAbd an-Nabi an-Natscha, zum Bürgermeister. Sie setzten an-Natscha aber im Juli 1983 wieder ab und ernannten den Israeli Zamir Shemesh zum Bürgermeister von Hebron.[246]

In der Gusch Emunim wurde die israelische Reaktion als unzureichend betrachtet. Der Jüdische Untergrund (HaMachteret haJehudit) verübte seitdem eigene Vergeltungsaktionen, von denen angenommen wurde, dass die israelische Gesellschaft sie guthieß.

26. Juli 1983

Nachdem der Jeschiwa-Student Aharon Gross auf dem Weg zum Heiligtum der Patriarchengräber niedergestochen worden war, plante der Untergrund einen Anschlag auf die Islamische Hochschule in Hebron mit der Absicht, so viele Studenten wie möglich zu töten. Am 26. Juli 1983 fuhren zwei wie Palästinenser gekleidete Mitglieder des Untergrund, Barak Nir und Usia Scharabaf, in einem Auto mit Westbank-Kennzeichen an der Hochschule vor. Schaʾul Nir war dort bereits zu Fuß eingetroffen. Die drei schossen mit Maschinengewehren und warfen eine Handgranate in den Korridor. Drei Studenten starben, über dreißig andere wurden teils schwer verletzt. Die Nir-Brüder und Scharabaf stiegen in ein wartendes Fluchtauto, entledigten sich unterwegs ihrer Waffen und wechselten die Kleidung, während ein weiteres Mitglied der Gruppe mit dem geparkten Auto in die Golanhöhen fuhr.[247]

25. Februar 1994

Am 25. Februar 1994 wurde das jüdischen Purim-Fest gefeiert; der Tag lag zugleich mitten im Monat Ramadan. Zahlreiche muslimische Männer und Jungen verrichteten das morgendliche Fadschr-Gebet im Heiligtum der Patriarchengräber. Hinter ihnen war Baruch Goldstein eingetreten, ein Mediziner aus Kirjat Arba. Er trug seine Reservistenuniform und führte ein Sturmgewehr (IWI Galil) und mehrere Magazine mit sich. Goldstein wartete ab, bis im Ritualgebet der Sudschud vollzogen wurde. Als die Beter mit der Stirn den Boden berührten,[248] feuerte er rund 100 Schüsse auf die Rücken der Knienden ab. Schließlich wurde er von den Opfern zu Boden gerungen und erschlagen. Goldstein tötete 29 Menschen und verletzte über 125 weitere.[249] Eine internationale Juristenkommission, die Hebron im März 1994 besuchte, stellte fest, dass sich zum Zeitpunkt des Anschlags nur vier der eigentlich neun IDF-Soldaten am Eingang des Heiligtums befanden; sie regierten auf die aus ihrer Sicht chaotische Situation, indem sie das Osttor schlossen und das Feuer eröffneten. Der Abtransport der Verwundeten wurde von ihnen behindert.[250]

Die Verwundeten wurden ins Al-Aghli-Krankenhaus im Westen Hebrons gebracht. Vor dem Krankenhaus sammelten sich Tausende, die in Sorge um Angehörige und Freude waren. Das israelische Militär interpretierte das unruhige Verhalten der Menge als Aufruhr und erschoss zwölf Menschen.[251]

Der Anschlag wurde von der israelischen Regierung, allen Parteien der Knesset und weltweit verurteilt.

Die israelische Regierung setzte eine Untersuchungskommission unter dem Richter Meir Shamgar ein, die ihre Ergebnisse am 26. Juni vorlegte. Demnach war Goldstein ein Einzeltäter, dessen Absichten für Politik und Sicherheitskräfte nicht vorhersehbar waren. Der Kommissionsbericht legte aber auch erhebliche Defizite in der Koordination und dem Einsatz der IDF-Soldaten offen, die für die Sicherheit im Heiligtum der Patriarchengräber die Alleinzuständigkeit hatten.[252] „Die Kommissionsmitglieder […] stellten fest, dass die IDF-Soldaten an dieser Stätte bisher [nur] das Leben von Juden geschützt hatten, da nicht angenommen wurde, dass Juden Terrorakte gegen Muslime verüben würden.“[253]

Als Folge des Anschlags vom 25. Februar 1994 wurden der muslimische Bereich und der jüdische Bereich im Heiligtum der Patriarchengräber baulich getrennt, mit separaten Eingängen, an denen Sicherheitskontrollen stattfinden.

Eine weitere Folge des Anschlags war die Einrichtung der internationalen Beobachtermission TIPH durch einen Vertrag zwischen Israel, der PLO und mehreren europäischen Staaten am 31. März 1994.

Oslo-Friedensprozess und die Folgen

Als einzige Stadt im Westjordanland war Hebron in den 1990er Jahren nicht nur von jüdischen Siedlungen umgeben – eine Kette von Mini-Siedlungen zog sich durch die Altstadt. Der Rückzug der isralischen Armee gemäß dem Interimsabkommen über das Westjordanland und den Gazastreifen („Gaza II“) vom September 1995 hätte rund 400 Siedler unter 160.000 palästinensischen Hebronern schutzlos zurückgelassen, bzw. die Evakuierung der Enklaven erzwungen. Premierminister Shimon Perez ordnete diesen Rückzug nicht an; erst recht war Benjamin Netanjahu nach seinem Wahlsieg im Mai 1996 dazu nicht bereit. In dem unter amerikanischer Vermittlung nachverhandelten Hebron-Abkommen vom Januar 1997 setzte Netanjahu durch, dass Israel Ort und Umfang künftiger Truppenverlegungen einseitig bestimmen konnte und nur Israel feststellen werde, ob die Palästinenser ihre Verpflichtungen erfüllt hatten, so dass israelische Zugeständnisse folgen konnten. Vor der Knesset erklärte Netanjahu, Israel werde die jüdische Gemeinde in Hebron „erhalten und festigen“. In Hebron feierten Zehntausende Palästinenser im Januar 1997 die Übergabe der Zone H1 an die Palästinensische Autonomiebehörde, aber die Altstadt mit dem Heiligtum der Patriarchengräber und den jüdischen Enklaven blieb als Zone H2 unter Verwaltung der isralischen Armee.[254]

Hebrons Altstadt (H2-Zone)

Als das Hebron-Abkommen unterzeichnet wurde, lebten in der Zone H2 etwa 600–700 Siedler (meist mit israelischer Staatsbürgerschaft, dazu einige ausländische Jeschiwa-Studenten) und 20.000−25.000 (meist staatenlose) Palästinenser. Die Zahl der Palästinenser in dieser Zone sank seitdem durch Abwanderung in die Zone H1 drastisch.[255] Auf israelischer Seite gibt es keinen offiziellen Entwicklungsplan für die H2-Zone. Dem Militär ist es überlassen, die Infrastruktur so zu gestalten, dass die Sicherheit der Siedler optimal geschützt ist.[256] Siedler-Enklaven sind durch Straßen verbunden, die von Palästinensern nicht genutzt werden dürfen; einige Plätze, an denen Siedler sich aufhalten möchten, wurden ebenfalls für Palästinenser gesperrt. Bei den regelmäßig verhängten Ausgangssperren ist der gesamte öffentliche Raum für Palästinenser gesperrt und den Siedlern und ihren Besuchern überlassen. Das israelische Militär, und zwar untergeordnete Offiziere nach eigenem Ermessen, greifen aber viel tiefer in das Alltagsleben der Menschen ein: Die von Palästinensern bewohnte Altstadt wird durch Checkpoints sowie feste und temporäre Straßensperren in „urbane Brocken“ zerlegt, deren Zuschnitt nicht konstant bleibt, so dass die Bewohner ihren Alltag schwer planen können. Soldaten zeigen nicht nur im öffentlichen Raum Präsenz, etwa durch Hissen ihrer Flagge und große Graffiti mit dem Namen ihrer Brigade. Sie üben bei spontanen „Hausbesuchen“ (mapping operations) völlige Kontrolle über die Privatsphäre palästinensischer Familien aus, wobei ein solcher Besuch in wenigen Minuten vorüber sein kann, sich aber auch beliebig ausdehnen lässt – bis dahin, dass die Soldaten die Wohneinheit für militärische Zwecke beschlagnahmen, etwa um von dort aus die Umgebung zu überwachen.[257]

Mit Beginn der Zweiten Intifada (2000−2005) nutzte das israelische Militär die Ausgangssperre als Mittel der Wahl, um die Palästinenser in der H2-Zone unter Kontrolle zu halten und für Anschläge kollektiv zu bestrafen. Sie wurde nach Berechnungen der NGO B’Tselem in den ersten drei Jahren an mehr an 377 Tagen verhängt, davon 182 Tage non-stop (mit kurzen Pausen, in denen die Einwohner Lebensmittel besorgen konnten). Die ökonomischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen für die palästinensische Bevölkerung waren gravierend. Familien standen in den beengten Wohnverhältnissen der Altstadt unter permanentem Stress. Schulbesuch war unmöglich. Chronisch Kranke und Schwangere konnten nicht versorgt werden. Die Folge war eine massive Abwanderung in die H1-Zone; in der H2-Zone blieben die Menschen zurück, die die Mieten in der H1-Zone nicht zahlen konnten.[258]

Hebrons Neustadt (H1-Zone)

Obwohl das israelische Militär auch in der H1-Zone regelmäßig intervenierte, entwickelte sich die Neustadt demografisch und wirtschaftlich, verglichen mit anderen Westbank-Städten, relativ günstig. Anfang des 21. Jahrhunderts ist sie „ein dynamisches ökonomisches Zentrum, das etwa ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts des Westjordanlandes generiert,“ das wichtigste industrielle Zentrum der Palästinensischen Autonomiegebiete, außerdem Standort zweier Universitäten, und bildet mit den Nachbarstädten Halhul, Dura und Yatta eine städtische Agglomeration.[259]

Zu den Bürgermeisterwahlen des Jahres 2017 trat Tayseer Abu Sneineh als Kandidat der Fatah an, was scharfe israelische Kritik auslöste. Abu Sneineh gehörte zu den Fatah-Kämpfern, die den Anschlag am Beit Hadassah 1980 verübt hatten; die ganze Gruppe war zeitnah gefasst und zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden, aber nach etwa drei Jahren im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigekommen. 1998 kehrte Abu Sneineh nach Hebron zurück, da er zum Vorsteher des Waqf am Heiligtum der Patriarchengräber ernannt wurden war – auch das unter israelischem Protest. Nun gewann er die Bürgermeisterwahl, trat wegen politischer Differenzen aus der Fatah aus und wurde bei den Wahlen 2021 als unabhängiger Kandidat im Amt bestätigt. Anfang September 2025 wurde Abu Sneineh von israelischem Militär in seinem Haus in Hebron verhaftet. Als Grund wurde „Anstiftung zum und Unterstützung von Terrorismus“ genannt, doch hatte sich Abu Sneineh nach Ansicht von Beobachtern nicht exponiert geäußert.[260] Eyal Gelman, Vorsitzender des Siedler-Stadtrats von Hebron, erklärte dazu: „Die Verhaftung des Terroristen Abu Sneineh zeigt wieder die Pflicht des Staates Israel, selbst die Zügel in die Hand zu nehmen und einen Bürgermeister zu ernennen, wie es vor dem Hebron-Abkommen 1997 war. Die Zeit ist reif, Hebron wieder unter völliger israelischer Kontrolle zu vereinen.“[261]

Seit dem Sommer 2025 sind Pläne im Gespräch, die Palästinensische Autonomiebehörde in Hebron zu entmachten und eine tribale Regierung unter Führung des Dschaʿbari-Clans zu etablieren.[262][263] Ein „Emirat Hebron“ wird von den dortigen Siedlern schon seit Jahren beworben; ihr Sprecher Noam Arnon erläuterte 2025: „Das ist kein Emirat wie die Vereinigten Arabischen Emirate. Hier strebt man nicht nach eigenem Militär oder auswärtigen Beziehungen − es ist eine Stadtregierung, die auf Tradition, Familie und kommunaler Verantwortung aufbaut.“[264]

Literatur

Lexikonartikel

Monographien und Sammelbände

  • Jerold S. Auerbach: Hebron Jews. Memory and Conflict in the Land of Israel. Rowman & Littlefield Publishers, Lanham u. a. 2009, ISBN 978-0-7425-6615-6.
  • Johann Büssow: Hamidian Palestine: Politics and Society in the District of Jerusalem. Brill, Leiden / Boston 2011, ISBN 978-90-04-20569-7.
  • Jeffrey R. Chadwick: The Archaeology of Biblical Hebron in the Bronze and Iron Ages: An Examination of the Discoveries of the American Expedition to Hebron. Dissertation, University of Utah 1992.
  • Harel Chorev-Halewa: Networks of Power in Palestine. Family, Society and Politics since the Nineteenth Century. Bloomsbury, London 2018.
  • Amnon Cohen, Bernard Lewis: Population and Revenue in the Towns of Palestine in the Sixteenth Century. Princeton University Press, Princeton 1978.
  • Emanuel Eisenberg, David Ben-Shlomo (Hrsg.): The Tel Ḥevron 2014 Excavations. Final Report. Ariel University Press, Ariel 2017.
  • Clizia Franceschini: UNESCO, Religious Cultural Heritage and Political Contestation: Conflict of Values or Values in Conflict? Palgrave Macmillan, Cham 2024, darin S. 95 ff.: Contested Religious Heritage in the Middle-Eastern Region: The Old City of Hebron.
  • Ulrich Hofeditz: Die Ortslagen des judäischen Berglandes und des nördlichen Negev von der späten Eisenzeit bis zum Hellenismus. Zaphon, Münster 2020.
  • Detlef Jericke: Abraham in Mamre. Historische und exegetische Studien zur Region von Hebron und zu Genesis 11,27–19,38 (= Culture and History of the Ancient Near East, Band 17). Brill, Leiden / Boston 2003, ISBN 90-04-12939-1.
  • Amnon Kapeliouk: Hébron. Un massacre annoncé. Arléa–Le Seuil, Paris 1994, ISBN 2-86959-211-6.
  • Jeffrey Kaplan: The Early Israeli Settler Movement: The Birth Pangs of Gush Emunim. Routledge, New York 2025.
  • Othmar Keel, Max Küchler: Orte und Landschaften der Bibel. Ein Handbuch und Studien-Reiseführer zum Heiligen Land. Band 2: Der Süden. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen und Benziger, Zürich 1982, S. 670–713.
  • Menachem Klein: Lives in Common. Arabs and Jews in Jerusalem, Jaffa and Hebron. Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN 978-0-19-939626-9.
  • Gudrun Krämer: Geschichte Palästinas. Von der osmanischen Eroberung bis zur Gründung des Staates Israel. Beck, München 2002. ISBN 3-406-47601-5.
  • Tamara Neumann: Settling Hebron. Jewish Fundamentalism in a Palestinian City. University of Pennsylvania Press, Philadelphia 2018, ISBN 978-0-8122-4995-8
  • Yitzhak Reiter: Contested Holy Places in Israel–Palestine: Sharing and Conflict Resolution. Routledge, New York 2017.
  • Alexander Schölch: Palästina im Umbruch 1856–1882: Untersuchungen zur wirtschaftlichen und sozio-politischen Entwicklung (= Berliner Islamstudien, Band 4). Steiner-Verlag-Wiesbaden, Stuttgart 1986, ISBN 3-515-04467-1.
  • Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938) (= Islamkundliche Untersuchungen, Band 248). Klaus Schwarz Verlag, Berlin 2002 (Online)

Artikel

Altertum

  • David Ben-Shlomo: Tel Hebron during the Late Roman – Early Byzantine Period. In: Judea and Samaria Research Studies, Band 25, Nr. 1 (2016), S. 29–43.
  • David Ben-Shlomo: New Evidence of Iron Age II Fortifications at Tel Hebron. In: Filip Čapek, Oded Lipschits (Hrsg.): The Last Century in the History of Judah: The Seventh Century BCE in Archaeological, Historical, and Biblical Perspectives. SBL, Atlanta 2019, S. 63–88.
  • Noam Arnon, David Ben-Shlomo, Hans Mommsen: Iron Age Pottery from the Cave of the Patriarchs at Hebron, in: Israel Exploration Journal, Band 70, Nr. 1 (2020), S. 49–63.
  • Jeffrey R. Chadwick: Hebron in Early Bronze Age III and Middle Bronze Age II: Fortification Walls in Area I.3 of the American Expedition to Hebron (Tell er-Rumeide). In: Itzhaq Shai, Jeffrey R. Chadwick, Louise Hitchcock, Amit Dagan, Chris McKinny, Joe Uziel (Hrsg.): Tell it in Gath. Studies in the History and Archaeology of Israel. Essays in Honor of Aren M. Maeir on the Occasion of his Sixtieth Birthday (= Ägypten und Altes Testament, Band 90). Zaphon, Münster 2018, S. 167–186.
  • Jeffrey R. Chadwick: Hebron in the Late Bronze Age: Discoveries of the American Expedition to Hebron (Tell er-Rumeide). In: Aren Maeir, Itzhaq Shai, Chris McKinny (Hrsg.): The Late Bronze and Early Iron Ages of Southern Canaan (= Archaeology of the Biblical Worlds, Band 2). De Gruyter, Berlin / Boston 2019, S. 185–216.
  • Jeffrey R. Chadwick: Hebron in Iron Ages I–II: Finds of the of the American Expedition to Hebron (Tell er-Rumeide). In: Aren Maeir, Shira Albaz, Angelika Berlejung (Hrsg.): Urbanism in the Iron Age Levant and Beyond: Research on Israel and Aram in Biblical Times VII (= Orientalische Religionen in der Antike, Band 59). Mohr Siebeck, Tübingen 2025, S. 65–102.
  • Yoav Farhi, David Ben-Shlomo: The Settlement of Tel Hebron in the Hellenistic to Byzantine Periods: New Numismatic Evidence, in: Tel Aviv, Band 43 (2016), S. 243–265.
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  • Achim Lichtenberger: Juden, Idumäer und „Heiden“. Die herodianischen Bauten in Hebron und Mamre. In: Linda-Marie Günther (Hrsg.): Herodes und Rom, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2007.
  • Clément Moussé: Les sanctuaires des prophètes chez les pèlerins chrétiens et musulmans, le sanctuaire d’Hébron ou le Ḥaram al-Ḫalīl. In: Semitica, Band 60 (2018), S. 335–363.
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  • Avi Ofer: Tell Rumeideh (Hebron) – 1986. In: Excavations and Surveys in Israel, Band 6 (1987/88), S. 92 f.
  • Yuval Peleg, Irina Eisenstadt: A Late Bronze Age tomb at Ḥebron (Tell Rumeideh). In: Hananya Hizmi, Alon De-Groot (Hrsg.): Burial Caves and Sites in Judea and Samaria, from the Bronze and Iron Ages (= Judea and Samaria Publications, Band 4). Old City Press, Jerusalem 2004, S. 231–259.
  • Manfred Weippert: el-Ḫalīl (Archäologischer Jahresbericht). In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins, Band 82 (1966), S. 282 f.
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  • Zeev Yeivin: המערכת התת קרקעית של מערת המכפלה [„Das unterirdische System der Machpela-Höhle“], in: ישראל עם וארץ, Band 3, 1986, S. 53–62.

Mittelalter und Frühe Neuzeit

  • David Ben-Shlomo: Excavations at Tel Ḥevron, 2017: Ritual Baths and Early Islamic Remains. In: Judea and Samaria Research Studies, Band 27, Nr. 1 (2018), S. 5–58.
  • David Ben-Shlomo: Early Islamic Pottery from Tel Roumeida–Hebron. In: Strata, Band 36 (2018), S. 57–74.
  • Megan Boomer: Landscapes of Salvation: Architecture And Memory In The Latin Kingdom Of Jerusalem. Dissertation, University of Pennsylvania 2019. S. 95–171. (Digitalisat)
  • Heribert Busse: Die Patriarchengräber in Hebron und der Islam. In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins, Band 114 (1998), S. 71–94.
  • Kaspar Elm: Nec minori celebritate a catholicis cultoribus observatur et colitur: Zwei Berichte über die 1119/20 erfolgte Auffindung und Erhebung der Gebeine der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob. In: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte, Band 49 (1997), S. 318–344.
  • Peter Francis: Beadmaking in Islam: The African trade and the Rise of Hebron, in: Beads, Band 2 (1990), S. 15–28.
  • Amir Gorzalczany, David Amit: The early Islamic Aqueducts to Ramla and Hebron. In: Christoph Ohlig, Tsvika Tsuk (Hrsg.): Cura Aquarum in Israel II. Water in Antiquity. Papierfliegerverlag, Clausthal-Zellerfeld 2014.
  • Nazmi al-Juʿbeh: Hebron: Die Stadt Abrahams. In: Eva Schubert, Walid Sharif (Hrsg.): Pilger, Sufis und Gelehrte: Islamische Kunst im Westjordanland und Gazastreifen (= Museum ohne Grenzen, Palästinensische Autonomiegebiete). Wasmuth, Tübingen / Berlin 2004, S. 199–215. ISBN 3-8030-4101-5.
  • Tamar Kadari, Gila Vachman: Rituals of Holy Places in the 11th Century: the Circling of the Gates of Jerusalem and Pilgrimage to the Cave of Machpelah. In: Pieter B. Hartog, Shulamit Laderman, Vered Tohar, Archibald L.H.M. van Wieringen (Hrsg.): Jerusalem and Other Holy Places as Foci of Multireligious and Ideological Confrontation (= Jewish and Christian Perspective Series, Band 37). Brill, Leiden / Boston 2021, S. 193–212.
  • Denys Pringle: The Churches of the Crusader Kingdom of Jerusalem: A Corpus. Band 1: A–K (excluding Acre and Jerusalem). Cambridge University Press, Cambridge 1993, S. 223–239. (Digitalisat)
  • Moshe Sharon: Hebron (Al-Khalīl). In: Corpus Inscriptionum Arabicarum Palaestinae, Band 5. Brill, Leiden / Boston 2013, S. 1–261.

Osmanische Zeit

20. / 21. Jahrhundert

Anmerkungen

  1. Matthias Köckert, Ernst Axel Knauf: Hebron. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 5, Metzler, Stuttgart 1998, ISBN 3-476-01475-4, Sp. 219.
  2. Detlef Jericke: Abraham in Mamre, Leiden / Boston 2003, S. 16 f.
  3. Avi Ofer: Hebron, NEAEHL, Jerusalem 1993, S. 608.
  4. Ortsangaben im Buch Genesis - Ortsnamen. Abgerufen am 16. Oktober 2025.
  5. Avi Ofer: Hebron, NEAEHL, Jerusalem 1993, S. 607.
  6. Moshe Sharon: Al-Khalīl, 1978, S. 955.
  7. Othmar Keel, Max Küchler: Orte und Landschaften der Bibel, Göttingen und Zürich 1982, S. 688.
  8. Jeffrey R. Chadwick: Hebron in Iron Ages I–II, Tübingen 2025, S. 67.
  9. Vgl. Philip C. Hammond: Hébron. In: Revue Biblique, Band 75 (1968), S. 253–258. Die Aufzeichnungen Hammonds nutzte Jeffrey R. Chadwick für seine Promotionsschrift: The archaeology of biblical Hebron in the Bronze and Iron ages: An examination of the discoveries of the American Expedition to Hebron, die 1992 von der University of Utah angenommen wurde (Vorschau bei ProQuest) Vgl. aber Detlef Jericke: Abraham in Mamre, Leiden / Boston 2003, S. 20 f.: Der wissenschaftliche Standard der Arbeit entspricht „in vielen Punkten nicht demjenigen, der von einer in Europa angefertigten Dissertation erwartet wird.“ Chadwick sei einer Biblischen Archäologie im Stile von William F. Albright verpflichtet und entnehme absolute Datierungen von Grabungsbefunden „nicht dem archaologischen Material im Vergleich zu anderen Ausgrabungen, sondem biblischen Texten und anderen altvorderorientalischen Quellen.“
  10. Ronit Hemyan: “My Father, His Daughter”: A Memoir of the Year 1967 in Hebron as a Metonym for the Relationship between Fathers and Daughters as Told by Five Israeli Women. In: Regina F. Bendix, Aziz Haidar, Hagar Salamon (Hrsg.): June 1967 in Personal Stories of Palestinians and Israelis. Universitätsverlag Göttingen, Göttingen 2022, S. 393−429, hier S. 425; Dalia Karpel: The Little Match Girl. In: Haʾaretz, 31. Mai 2006.
  11. Amanda Borschel-Dan: LISTEN: Purloined pottery from Tomb of Patriarchs gets 1st scientific study. In: The Times of Israel. 16. September 2020, ISSN 0040-7909 (timesofisrael.com [abgerufen am 29. Oktober 2025]).
  12. Secrets of the Cave of the Patriarchs exposed
  13. Noam Arnon, David Ben-Shlomo, Hans Mommsen: Iron Age Pottery from the Cave of the Patriarchs at Hebron, 2020, S. 51.
  14. Emek Shaveh: Tel Rumeida – Hebron’s Archaeological Park, 2014, S. 6.
  15. Avi Ofer: Hebron, NEAEHL, Jerusalem 1993, S. 607. Vgl. Avi Ofer: Tell Rumeideh (Hebron) – 1985. In: Excavations and Surveys in Israel, Band 5 (1986), S. 93: " No material earlier than Early Bronze was found, nor did any evidence of the Late Bronze Age come to light or of the Persian period."
  16. Vgl. Yuval Peleg, Irina Eisenstadt: A Late Bronze Age tomb at Hebron (Tell Rumeideh). In: Hananya Hizmi, Alon De-Groot (Hrsg.): Burial Caves and Sites in Judea and Samaria, from the Bronze and Iron Ages. Israel Antiquities Authority, 2004, S. 231–259.
  17. David Ben-Shlomo: Tel Hebron during the Late Roman – Early Byzantine Period, 2018, S. 29.
  18. Emanuel Eisenberg, David Ben-Shlomo: Tel Hevron: Preliminary Report, in: Hadashot Arkheologiyot, Band 128 (2016).
  19. Emanuel Eisenberg, David Ben-Shlomo: The Tel Hevron 2014 excavations: final report. (= Ariel University Institute of Archaeology Monograph Series, Band 1). Ariel University Press, 2017.
  20. Vgl. Avi Ofer: Hebron, NEAEHL, Jerusalem 1993, S. 608: "It is not clearly understood whether the site was completely abandoned during the Intermediate Bronze Age (Middle Bronze Age I). In any event, the shaft tombs within the modern city limits testify that the area was at the very least a tribal-nomandic center, like other sites in the hill region."
  21. Vgl. Judith Sudilovsky: Hebron’s earliest defenses found. In: Biblical Archaeology Review, Band 25/6 (1999), S. 14.
  22. Detlef JerickeHebron. In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart Mai 2016
  23. Detlef Jericke: Hebron. In: Ortsangaben der Bibel (odb)
  24. Detlef Jericke: Abraham in Mamre, Leiden / Boston 2003, S. 21.
  25. Avi Ofer: Tell Rumeideh (Hebron) – 1986. In: Excavations and Surveys in Israel, Band 6 (1987/88), S. 92.
  26. Nadav Na’aman, Moshe Anbar: An Account Tablet of Sheep from Ancient Hebron. In: Tel Aviv, Band 13/14 (1986/1987), S. 3–12; Nadav Na’aman: Canaanite Jerusalem and its Central Hill Country Neighbors, in: ders., Canaan in the Second Millennium B.C.E. Eisenbrauns, Winona Lake 2005, S. 173–194, hier S. 182 f.; vgl. Yoram Cohen: Cuneiform Writing in Bronze Age Canaan. In: Assaf Yasur-Landau, Eric H. Cline, Yorke Rowan (Hrsg.): The Social Archaeology of the Levant: From Prehistory to Present. Cambridge University Press, 2018, S. 245−264, hier S. 252: “Hebron 1 is a tabulated account of sheep: It exhibits the knowledge of drawing up ledger tables, the use of logographic writing for denoting livestock, and the employment of numerals in the conventional Mesopotamian numbering system. The repeated mention of a (or the) king suggests that the tablet was the product of the palace administration in Hebron.”
  27. Avi Ofer: Hebron, NEAEHL, Jerusalem 1993, S. 607.
  28. Detlef Jericke: Abraham in Mamre, Leiden / Boston 2003, S. 22–24; vgl. Helga Weippert: Palästina in vorhellenistischer Zeit. Mit einem Beitrag von Leo Mildenberg (= Handbuch der Archäologie, Vorderasien II, Band 1). Beck, München 1988, S. 268: „vermutlich während der gesamten Spätbronzezeit unbesiedelt.“
  29. Avi Ofer: Hebron, NEAEHL, Jerusalem 1993, S. 608 f.
  30. Yuval Peleg, Irina Eisenstadt: A Late Bronze Age tomb at Ḥebron (Tell Rumeideh), Jerusalem 2004, S. 231–234.
  31. Yuval Peleg, Irina Eisenstadt: A Late Bronze Age tomb at Ḥebron (Tell Rumeideh), Jerusalem 2004, S. 238: “The cooking pots …, the late Base-Ring-I and Base-Ring II imported Cypriote ware … and particularly the Mycenaean pyxis with two handles …, dated to LH IIIB, all point to the 13th century as the main period of use. The cylindrical juglet … is the only vessel which apparently belonged originally to an earlier assemblage, dating as it does from MB IIB or LB I.”
  32. Yuval Peleg, Irina Eisenstadt: A Late Bronze Age tomb at Ḥebron (Tell Rumeideh), Jerusalem 2004, S. 242.
  33. Vgl. 2 Sam 1–4.11; 2 Sam 5,5; 1 Kön 2,11.
  34. Ernst Axel Knauf, Hermann Michael Niemann: Geschichte Israels und Judas im Altertum. De Gruyter, Berlin / Boston 2021, S. 131.
  35. Avi Ofer: Hebron. In: NEAEHL, Band 2, Jerusalem 1993, S. 609.
  36. Jeffrey R. Chadwick: Hebron in Iron Ages I–II, Tübingen 2025, S. 99.
  37. David Ussishkin: The Date of the Cyclopean Wall at Tell er-Rumēde / Tẹ̄l Ḥevrōn, 2021, S. 134 f.; vgl. Gen 23; Num 13,22.28; Jos 14,12; Jos 15,13 f.
  38. Detlef Jericke: Abraham in Mamre, Leiden / Boston 2003, S. 29 f.
  39. Daniel Vainstub, David Ben-Shlomo: A Hebrew Seal and an Ostracon from Tel Hebron. In: Israel Exploration Journal, Band 66 (2016), S. 151–160.
  40. Zeev Yeivin: המערכת התת קרקעית של מערת המכפלה [Das unterirdische System der Machpela-Höhle]. In: ישראל עם וארץ, Band 3, 1986, S. 53–62, hier S. 58.
  41. David Ben-Shlomo: Iron Age Pottery from the Cave of the Patriarchs at Hebron, 2020, S. 51 f. und 59.
  42. Jeffrey R. Chadwick: Hebron in Iron Ages I–II, Tübingen 2025, S. 99.
  43. Detlef Jericke: Abraham in Mamre, Leiden / Boston 2003, S. 32.
  44. Detlef Jericke: Abraham in Mamre, Leiden / Boston 2003, S. 32 f. und 49 f. Zu Chirbet Nimrā vgl. Orit Shamir: Loomweights of the Persian Period From Khirbet Nimra. In: 'Atiqot, Band 32 (1997), S. 1*-8*
  45. Jan Christian Gertz: Tora und Vordere Propheten. In: Ders. (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. 6. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019, S. 193−312, hier S. 275−278.
  46. Detlef Jericke: Die Ortsangaben im Buch Genesis. Ein historisch-topographischer und literarisch-topographischer Kommentar (= Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments, Band 248). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, S. 110. Vgl. dagegen aber Ernst Axel Knauf, Hermann Mihael Niemann: Geschichte Israels und Judas im Altertum. De Gruyter, Berlin / Boston 2021, S. 110. Mamre, der „Kern der Abrahams-Tradition“, sei im ausgehenden 2. Jahrtausend vielleicht ein „Heiligtum der Baumgöttin“ gewesen, zu denen Frauen mit Kinderwunsch pilgerten.
  47. Detlef Jericke: Die Ortsangaben im Buch Genesis. Ein historisch-topographischer und literarisch-topographischer Kommentar (= Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments, Band 248). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, S. 156.
  48. Yigal Levin: The Southern Frontier of Yehud and the Creation of Idumea. In: Ders. (Hrsg.): A Time of Change: Judah and its Neighbors in the Persian and Early Hellenistic Period (= Library of Second Temple Studies, Band 65). T & T Clark, London 2007, S. 239–252, hier S. 250−252. (Online)
  49. καὶ ἀποσκηνώσας Αβραμ ἐλθὼν κατῴκησεν παρὰ τὴν δρῦν τὴν Μαμβρη, ἣ ἦν ἐν Χεβρων, καὶ ᾠκοδόμησεν ἐκεῖ θυσιαστήριον κυρίῳ. Übersetzung: Septuaginta Deutsch.
  50. καὶ ἀπέθανεν Σαρρα ἐν πόλει Αρβοκ, ἥ ἐστιν ἐν τῷ κοιλώματι (αὕτη ἐστὶν Χεβρων) ἐν γῇ Χανααν. Übersetzung: Septuaginta Deutsch.
  51. μετὰ ταῦτα ἔθαψεν Αβρααμ Σαρραν τὴν γυναῖκα αὐτοῦ ἐν τῷ σπηλαίῳ τοῦ ἀγροῦ τῷ διπλῷ, ὅ ἐστιν ἀπέναντι Μαμβρη (αὕτη ἐστὶν Χεβρων) ἐν τῇ γῇ Χανααν. Übersetzung: Septuaginta Deutsch. Der Septuaginta-Interpretation des Namens Machpela folgt die Vulgata: spelunca duplex.
  52. Flavius Josephus: Jüdische Altertümer 13,257 f.
  53. Benedikt Eckhardt: Ethnos und Herrschaft. Politische Figuationen judäischer Identität von Antiochos III. bis Herodes I. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2013, S. 312–314, 321–324, 334 und 339 f.
  54. Yigal Levin: The Religion of Idumea and Its Relationship to Early Judaism. In: Religions 11/10 (2020), Artikel 487 (Online)
  55. Ian Stern: Ethnic Identities and Circumcised Phalli at Hellenistic Maresha. In: Strata, Band 30 (2012), S. 57–87, hier S. 74−77. (Digitalisat)
  56. Othmar Keel, Max Küchler: Orte und Landschaften der Bibel, Göttingen und Zürich 1982, S. 689.
  57. Mark Alan Chancey, Adam Lowry Porter: The Archaeology of Roman Palestine. In: Near Eastern Archaeology 64/4 (2001), S. 164–203, hier S. 169.
  58. Vorsichtig David Ben-Shlomo: Tel Hebron during the Late Roman – Early Byzantine Period, 2016, S. 30: “… the monumental structure or Mausoleum built on top of the Cave of the Patriarchs is probably dated to the early Roman period, possibly built by Herod the Great.”
  59. Καὶ Σάρρα μὲν οὐ πολὺ ὕστερον ἀποθνήσκει βιώσασα ἔτη ἑπτὰ καὶ εἴκοσι πρὸς τοῖς ἑκατόν. θάπτουσι δ᾽ αὐτὴν ἐν Νεβρῶνι συγχωρούντων μὲν τῶν Χαναναίων καὶ δημοσίᾳ χοῦν αὐτῆς τὸν τάφον, Ἁβράμου δὲ ὠνησαμένου τὸ χωρίον σίκλων τετρακοσίων παρ᾽ Ἐφραίμου τινὸς ἐκ τῆς Νεβρῶνος. καὶ τὰ μνημεῖα Ἅβραμός τε καὶ οἱ ἀπόγονοι αὐτοῦ ταύτῃ κατεσκευάσαντο. Deutsche Übersetzung: Institutum Judaicum Delitzschianum (PDF)
  60. Peter Richardson: Herod: King of the Jews and Friend of the Romans, Columbia 1996, S. 60–62.
  61. Detlef Jericke: Die Ortsangaben im Buch Genesis. Ein historisch-topographischer und literarisch-topographischer Kommentar (= Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments, Band 248). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, S. 156.
  62. Detlef Jericke: Abraham in Mamre, Leiden / Boston 2003, S. 18.
  63. Othmar Keel, Max Küchler: Orte und Landschaften der Bibel, Göttingen und Zürich 1982, S. 711.
  64. Achim Lichtenberger: Juden, Idumäer und „Heiden“. Die herodianischen Bauten in Hebron und Mamre. In: Linda-Marie Günther (Hrsg.): Herodes und Rom, Stuttgart 2007, S. 59–78, hier S. 70. Anders Achim Lichtenberger: Die Baupolitik Herodes des Großen, Wiesbaden 1999, S. 148f.: Dass Herodes idumäische Kulttraditionen stärken wollte, scheint Lichtenberger in dieser früheren Arbeit ebenso möglich wie der Ausbau der beiden Stätten für judäische Pilger bei Unterdrückung spezifisch idumäischer Elemente.
  65. David Ben-Shlomo: Tel Hebron during the Late Roman – Early Byzantine Period, 2016, S. 31.
  66. Israel Roll: Imperial Roads Across and Trade Routes Beyond the Roman Provinces of Judaea-Palaestina and Arabia: The State of Research. In: Tel Aviv, Band 32 (2005), S. 107−118, hier S. 110 (Karte).
  67. Benjamin Isaac: Hebron (Kiriath Arba, Mamre), Berlin / Boston 2018, S. 1310; CIIP, Band 4/1, Nr. 3827; vgl. den gestempelten Ziegel EDCS-08901174 aus Hebron.
  68. David Ben-Shlomo: Tel Hebron during the Late Roman – Early Byzantine Period, 2016, S. 31−39.
  69. Benjamin Isaac: Hebron (Kiriath Arba, Mamre), Berlin / Boston 2018, S. 1307 f.
  70. Deutsche Übersetzung: Herbert Donner: Pilgerfahrt ins Heilige Land. Die ältesten Berichte christlicher Palästinapilger (1.-7. Jahrhundert). KBW, Stuttgart 1997, S. 63.
  71. Detlef Jericke: Die Ortsangaben im Buch Genesis. Ein historisch-topographischer und literarisch-topographischer Kommentar (= Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments, Band 248). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2013, S. 156.
  72. Heribert Busse: Die Patriarchengräber in Hebron und der Islam, 1998, S. 72.
  73. Deutsche Übersetzung: Herbert Donner: Pilgerfahrt ins Heilige Land. Die ältesten Berichte christlicher Palästinapilger (1.-7. Jahrhundert). KBW, Stuttgart 1997, S. 292.
  74. Deutsche Übersetzung: Othmar Keel, Max Küchler: Orte und Landschaften der Bibel, Göttingen und Zürich 1982, S. 691; CIIP Band 4/1, Nr. 3823. Das Kreuz am Beginn der Inschrift wurde unkenntlich gemacht.
  75. Sozomenos: Historia ecclesiastica 2,4,4 ff. (prüfen! FC)
  76. Heribert Busse: Die Patriarchengräber in Hebron und der Islam, 1998, S. 72.
  77. Herbert Donner: The Mosaic Map of Madaba: An introductory guide (= Palaestina antiqua, Band 7). Kok Pharos Publishing House, Kampen 1992, S. 61.
  78. Moshe Gil: A history of Palestine, 634–1099. Cambridge University Press, Cambridge 1992, S. 42 f.
  79. Heribert Busse: Die Patriarchengräber in Hebron und der Islam, 1998, S. 73.
  80. Heribert Busse: Die Patriarchengräber in Hebron und der Islam, 1998, S. 71 und 73–76.
  81. Heribert Busse: Die Patriarchengräber in Hebron und der Islam, 1998, S. 80.
  82. Deutsche Übersetzung: Johann Gildemeister: Beiträge zur Palästinakunde aus arabischen Quellen. In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins, Band 7 (1887), S. 143–172, hier S. 165.
  83. Moshe Gil: A history of Palestine, 634–1099. Cambridge University Press, Cambridge 1992, S. 205.
  84. Hier zitiert nach: Tamar Kadari, Gila Vachman: Rituals of Holy Places in the 11th Century: the Circling of the Gates of Jerusalem and Pilgrimage to the Cave of Machpelah, Leiden / Boston 2021, S. 207.
  85. Heribert Busse: Die Patriarchengräber in Hebron und der Islam, 1998, S. 90. Busse bemerkt ebd., dass Juden das Abrahamsgrab auch während der Kreuzfahrerherrschaft besuchen konnten. Das von Baibars ausgesprochene Verbot galt demnach bis Mitte des 19. Jahrhunderts. „Der Krimkrieg brachte die ersten Lockerungen, später fielen die Schranken ganz.“
  86. Abraham David: Hebron (Place) C. Medieval and Early Modern Judaism. In: Encyclopedia of the Bible and Its Reception (EBR). Band 11, De Gruyter, Berlin/Boston 2015, ISBN 978-3-11-031328-4, Sp. 699.
  87. Moshe Shapira: Hebron – Arab Conquest. In: Encyclopaedia Judaica, 2007, S. 749.
  88. Tamar Kadari, Gila Vachman: Rituals of Holy Places in the 11th Century: the Circling of the Gates of Jerusalem and Pilgrimage to the Cave of Machpelah, Leiden / Boston 2021, S. 204.
  89. Kaspar Elm: Nec minori celebritate a catholicis cultoribus observatur et colitur, 1997, S. 325−327.
  90. Kaspar Elm: Nec minori celebritate a catholicis cultoribus observatur et colitur, 1997, S. 327−330.
  91. Kaspar Elm: Nec minori celebritate a catholicis cultoribus observatur et colitur, 1997, S. 322 f.
  92. Kaspar Elm: Nec minori celebritate a catholicis cultoribus observatur et colitur, 1997, S. 331−333.
  93. Kaspar Elm: Nec minori celebritate a catholicis cultoribus observatur et colitur, 1997, S. 333 f. und 342.
  94. Deutsche Übersetzung: Syrien und Palästina: nach dem Reisebericht des Benjamin von Tudela (= Abhandlungen des Deutschen Palästina-Vereins, Band 12). Übersetzt und erklärt von Hans Peter Rüger. Harrassowitz, Wiesbaden 1990, S. 49.
  95. Zeev Yeivin: המערכת התת קרקעית של מערת המכפלה [Das unterirdische System der Machpela-Höhle]. In: ישראל עם וארץ, Band 3, 1986, S. 53–62, hier S. 58.
  96. Kaspar Elm: Nec minori celebritate a catholicis cultoribus observatur et colitur, 1997, S. 334.
  97. Nazmi al-Juʿbeh: Hebron: Die Stadt Abrahams, Tübingen / Berlin 2004, S. 203.
  98. Moshe Sharon: Hebron (Al-Khalīl), Leiden / Boston 2013, S. 14 f.; Nazmi al-Juʿbeh: Hebron: Die Stadt Abrahams, Tübingen / Berlin 2004, S. 203.
  99. Moshe Sharon: Hebron (Al-Khalīl), Leiden / Boston 2013, S. 23.
  100. Nazmi al-Juʿbeh: Hebron: Die Stadt Abrahams, Tübingen / Berlin 2004, S. 203.
  101. Nazmi al-Juʿbeh: Hebron: Die Stadt Abrahams, Tübingen / Berlin 2004, S. 203 f.
  102. Moshe Sharon: Hebron (Al-Khalīl), Leiden / Boston 2013, S. 7 und 15.
  103. Moshe Sharon: Hebron (Al-Khalīl), Leiden / Boston 2013, S. 58−62.
  104. Nazmi al-Juʿbeh: Hebron: Die Stadt Abrahams, Tübingen / Berlin 2004, S. 204 f.
  105. Nazmi al-Juʿbeh: Hebron: Die Stadt Abrahams, Tübingen / Berlin 2004, S. 206.
  106. Nazmi al-Juʿbeh: Hebron: Die Stadt Abrahams, Tübingen / Berlin 2004, S. 207.
  107. Nazmi al-Juʿbeh: Hebron: Die Stadt Abrahams, Tübingen / Berlin 2004, S. 209 f.
  108. Moshe Shapira: Hebron – Mamluk Rule. In: Encyclopaedia Judaica, 2007, S. 746.
  109. Heribert Busse: Die Patriarchengräber in Hebron und der Islam, 1998, S. 88 f.
  110. Deutsche Übersetzung: Daniel Jütte: Meshullam da Volterra: Von der Toskana in den Orient: Ein Renaissance–Kaufmann auf Reisen. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2012, S. 71.
  111. Daniel Jütte: Meshullam da Volterra: Von der Toskana in den Orient: Ein Renaissance–Kaufmann auf Reisen. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2012, S. 72.
  112. Moshe Shapira: Hebron – Mamluk Rule. In: Encyclopaedia Judaica, 2007, S. 745.
  113. Abraham David: Hebron (Place) C. Medieval and Early Modern Judaism. In: Encyclopedia of the Bible and Its Reception (EBR). Band 11, De Gruyter, Berlin/Boston 2015, ISBN 978-3-11-031328-4, Sp. 700.
  114. Heribert Busse: Die Patriarchengräber in Hebron und der Islam, 1998, S. 90 f.
  115. Johann Büssow: Hamidian Palestine, Leiden / Boston 2011, S. 194.
  116. Johann Büssow: Hebron since 1516. In: Encyclopedia of Islam, Three, Online.
  117. Johann Büssow: Hebron since 1516. In: Encyclopedia of Islam, Three, Online.
  118. Johann Büssow: Hamidian Palestine, Leiden / Boston 2011, S. 195 f.
  119. Amnon Cohen, Bernard Lewis: Population and Revenue in the Towns of Palestine in the Sixteenth Century. Princeton University Press, Princeton 1978, S. 111.
  120. Johann Büssow: Hebron since 1516. In: Encyclopedia of Islam, Three, Online.
  121. Moshe Shapira: Hebron – Ottoman Rule. In: Encyclopaedia Judaica, 2007, S. 746.
  122. Nazmi al-Juʿbeh: The Jews in Jerusalem and Hebron during the Ottoman Era, Princeton / Oxford 2013, S. 214.
  123. Art. Holy Cities. In: Geoffrey Wigoder (Hrsg.): The Encyclopedia of Judaism. Macmillan, New York / London 1989, S. 347 f. (Digitalisat)
  124. Moshe Shapira: Hebron – Ottoman Rule. In: Encyclopaedia Judaica, 2007, S. 746 f.
  125. Joseph DanNathan von Gaza. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 61.
  126. Moshe Shapira: Hebron – Ottoman Rule. In: Encyclopaedia Judaica, 2007, S. 747.
  127. Johann Büssow: Hamidian Palestine, Leiden / Boston 2011, S. 196−198.
  128. Moshe Sharon: Hebron (Al-Khalīl), Leiden / Boston 2013, S. 17.
  129. Johann Büssow: Hebron since 1516. In: Encyclopedia of Islam, Three, Online.
  130. Moshe Sharon: Hebron (Al-Khalīl), Leiden / Boston 2013, S. 18.
  131. Johann Büssow: Hamidian Palestine, Leiden / Boston 2011, S. 198.
  132. Korallen: allgemein auch für Perlen einer Halskette, vgl. Deutsches Wörterbuch, Band 11, Sp. 1795. (Online)
  133. Ulrich Jasper Seetzen: Reisen durch Syrien, Palästina, Phönicien ... Band 2. Reimer, Berlin 1854, S. 49.
  134. Johann Büssow: Hebron since 1516. In: Encyclopedia of Islam, Three, Online.
  135. Harel Chorev-Halewa: The Evolution of the Hebronite Regionalism 1929–48, 2024, S. 491.
  136. Johann Büssow: Hebron since 1516. In: Encyclopedia of Islam, Three, Online.
  137. Moshe Sharon: Hebron (Al-Khalīl), Leiden / Boston 2013, S. 18.
  138. Johann Büssow: Hebron since 1516. In: Encyclopedia of Islam, Three, Online.
  139. Alexander Schölch: Palästina im Umbruch 1856–1882, Stuttgart 1986, S. 150.
  140. Johann Büssow: Hamidian Palestine, Leiden / Boston 2011, S. 198.
  141. Johann Büssow: Hamidian Palestine, Leiden / Boston 2011, S. 199.
  142. Alexander Schölch: Palästina im Umbruch 1856–1882, Stuttgart 1986, S. 218.
  143. Alexander Schölch: Palästina im Umbruch 1856–1882, Stuttgart 1986, S. 150 und 218 f. Vgl. Moshe Sharon: Hebron (Al-Khalīl), Leiden / Boston 2013, S. 18: “Towards the end of the Egyptian rule in 1840, a rebel from Dūrā, ʿAbd ar-Raḥmān al-ʿAmr killed the Egyptian governor of Hebron, proclaimed the Ottoman sultan and made himself the governor of the city, terrorizing the inhabitants, particularly the Jews and the Christians, from whom he extorted heavy taxes. In 1846, the Ottoman army, in pursuit of him, destroyed part of the city by gunfire and the troops looted it. The rebel was not caught and he continued to infest the area for a long time.”
  144. Alexander Schölch: Palästina im Umbruch 1856–1882, Stuttgart 1986, S. 220–222.
  145. Johann Büssow: Hebron since 1516. In: Encyclopedia of Islam, Three, Online.
  146. Alexander Schölch: Palästina im Umbruch 1856–1882, Stuttgart 1986, S. 150 f.; Johann Büssow: Hamidian Palestine, Leiden / Boston 2011, S. 199.
  147. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 15 und 18–26.
  148. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 26 f.
  149. Wisam H. Shaded: Palestine Hotel in The Old City of Hebron, Between Modernity and Traditional Dwelling Architecture During the 19th-20 Century
  150. Harel Chorev-Halewa: Networks of Power in Palestine, London 2018, S. 46−48.
  151. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 28; Harel Chorev-Halewa: The Evolution of the Hebronite Regionalism 1929–48, 2024, S. 493.
  152. Palestine Census, Table V, Sub-District of Hebron (Digitalisat)
  153. Das Konzept des „Haushalts“ in osmanischen Statistiken ist künstlich und wurde von den meldenden Behörden inkonsistent verwendet, manchmal im Sinne von Großfamilie (mit über 50 Mitgliedern). Vgl. Uziel O. Schmelz: Population characteristics of the Jerusalem and Hebron regions according to the Ottoman census of 1905, Leiden 1990, S. 48.
  154. Uziel O. Schmelz: Population characteristics of the Jerusalem and Hebron regions according to the Ottoman census of 1905, Leiden 1990, S. 33.
  155. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 90 f.
  156. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 42 f.
  157. Gad Schaffer: Agricultural Land-Use Changes in the Judean Region from the End of the Ottoman Empire to the End of the British Mandate: A Spatial Analysis, 2021, S. 7.
  158. Gad Schaffer: Agricultural Land-Use Changes in the Judean Region from the End of the Ottoman Empire to the End of the British Mandate: A Spatial Analysis, 2021, S. 11.
  159. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 111−114.
  160. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 47.
  161. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 58−66.
  162. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 92−96.
  163. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 96.
  164. Lester S. Eckmann: The History of the Musar Movement 1840–1945. Shengold Publishers, New York 1975, S. 95.
  165. Jeffrey Kaplan: The Early Israeli Settler Movement, New York 2025, S. 147−150.
  166. Akiva Males: When a Memphian Thrived in Hebron: The Letters of Aharon Dovid Shainberg (1906–1929), in: Tradition, Band 51, Nr. 2, 2019, S. 76–92, hier S. 87. (Digitalisat)
  167. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 40; Hillel Cohen: 1929: Year Zero of the Arab-Israeli Conflict. Brandeis University Press, Waltham 2015, S. 141 f.
  168. Alex Winder: The “Western Wall” Riots of 1929, 2012, S. 17 f.
  169. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 33−35.
  170. Etya Zar, Yossi Goldstein, Miriam Billig: The settlement of Jewish mothers in Hebron, 1979, 2025, S. 66.
  171. Chris Sandal-Wilson: The Colonial Clinic in Conflict, 2022, S. 17 f. und 20.
  172. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 149−151.
  173. Jeffrey Kaplan: The Early Israeli Settler Movement, New York 2025, S. 146 und 150 f.
  174. Jerold S. Auerbach: Hebron Jews, Lanham u. a. 2009, S. 69.
  175. Dass es Vergewaltigungen jüdischer Frauen gab, wurde von arabischer Seite entschieden bestritten. Es ist aber gut bezeugt. Vgl. Jeffrey Kaplan: The Early Israeli Settler Movement, New York 2025, S. 154: “Going through the accounts, contemporary and secondary, it seems clear that rape did occur, and probably more often than some would like to credit. Even today, rape goes unreported in traditional cultures.” Andererseits wurden Frauen und Kinder häufig verschont: “We have numerous surviving eyewitness accounts, but none can attest with certainty as to why women and children were spared in greater proportions than were men. But it is uncontestable that many women and children survived when their men did not.”
  176. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 151−153. Vgl. Tom Segev: Es war einmal ein Palästina: Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels. 5. Auflage. Siedler Verlag, München 2005, S. 357: „Manche Beschützer mögen für ihre Hilfe eine Belohnung erwartet haben. Die meisten retteten die Juden jedoch aus menschlichem Anstand, ohne Rücksicht auf die eigene Gefährdung. … Es gibt in der jüdischen Geschichte nicht viele Beispiele einer solchen Massenrettung.“
  177. Chris Sandal-Wilson: The Colonial Clinic in Conflict, 2022, S. 17.
  178. Alex Winder: The “Western Wall” Riots of 1929, 2012, S. 20.
  179. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 154 f. Ähnlich Tom Segev: Es war einmal ein Palästina: Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels. 5. Auflage. Siedler Verlag, München 2005, S. 356.
  180. Alex Winder: The “Western Wall” Riots of 1929: Religious Boundaries and Communal Violence. In: Journal of Palestine Studies, Band 42 (2012), S. 6−23, hier S. 17.
  181. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 158; Harel Chorev-Halewa: The Evolution of the Hebronite Regionalism 1929–48, 2024, S. 495.
  182. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 200. Vgl. Gudrun Krämer: Geschichte Palästinas, München 2002, S. 273: „Die Arabische Exekutive distanzierte sich anfangs von den Gewaltakten, doch schürten die harten Maßnahmen der Briten … die Erbitterung unter der arabischen Bevölkerung. Diese feierte die Männer, die von den Briten vor Gericht gestellt, zum Tode verurteilt und – in drei von 27 Fällen – im Juni 1930 tatsächlich hingerichtet wurden, als Helden, Märtyrer und Opfer des Imperialismus, für deren Familien auch in anderen arabischen Ländern Spenden gesammelt wurden.“
  183. Harel Chorev-Halewa: Networks of Power in Palestine, London 2018, S. 86−90.
  184. Harel Chorev-Halewa: The Evolution of the Hebronite Regionalism 1929–48, 2024, S. 497−499
  185. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 200–213 und 217.
  186. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 210.
  187. Roza I. M. El-Eini: Rural Indebtedness and Agricultural Credit Supplies in Palestine in the 1930s. In: Middle Eastern Studies, Band 33 (1997), S. 313−337, hier S. 329.
  188. Sreemati Mitter: Bankrupt: Financial Life in Late Mandate Palestine. In: International Journal of Middle East Studies, Band 52 (2020), S. 289−310, hier S. 296.
  189. Sreemati Mitter: Bankrupt: Financial Life in Late Mandate Palestine. In: International Journal of Middle East Studies, Band 52 (2020), S. 289−310, hier S. 297.
  190. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 220 f. Vgl. Jeffrey Kaplan: The Early Israeli Settler Movement: The Birth Pangs of Gush Emunim. Routledge, New York 2025, S. 160: Der Käsemacher Ezra, der aus einer alten sephardischen Hebroner Familie stammte und regelmäßig zwischen Jerusalem und Hebron pendelte, war demnach ein Informant des Irgun.
  191. Chris Sandal-Wilson: The Colonial Clinic in Conflict, 2022, S. 18 f.
  192. Chris Sandal-Wilson: The Colonial Clinic in Conflict, 2022, S. 21−31; zur Arbeit Forsters unter kirchenpolitischer Perspektivevgl. Karène Sanchez-Summerer, Inger Marrie Okkenhaug: The role of protestant missionaries during the Great Arab Revolt in Jerusalem and South Palestine (1936–1939) – towards humanity? In: British Journal of Middle Eastern Studies, Band 52 (2025), S. 139−158. (Open Access)
  193. Chris Sandal-Wilson: The Colonial Clinic in Conflict, 2022, S. 19.
  194. Andreas Wagner: Die Juden Hebrons von der Lokalgesellschaft zur „Nationalen Heimstätte“ (1904–1938), Berlin 2002, S. 224 f.
  195. Harel Chorev-Halewa: The Evolution of the Hebronite Regionalism 1929–48, 2024, S. 504.
  196. Harel Chorev-Halewa: The Evolution of the Hebronite Regionalism 1929–48, 2024, S. 504−506.
  197. Harel Chorev-Halewa: The Evolution of the Hebronite Regionalism 1929–48, 2024, S. 506 f.
  198. Harel Chorev-Halewa: The Evolution of the Hebronite Regionalism 1929–48, 2024, S. 504−506.
  199. Harel Chorev-Halewa: The Evolution of the Hebronite Regionalism 1929–48, 2024, S. 507.
  200. Yossi Katz, John C. Lehr: Symbolism and Landscape: The Etzion Bloc in the Judean Mountains. In: Middle Eastern Studies, Band 31 (1995), S. 730−743, hier S. 732−734.
  201. Kimberly Katz: Hebron between Jordan and Egypt, 2019, S. 135−138; Howard M. Sachar: A History of Israel: From the Rise of Zionism to Our Time. Knopf, New York 1985, S. 310.
  202. Harel Chorev-Halewa: The Evolution of the Hebronite Regionalism 1929–48, 2024, S. 507 f. Vgl. Harel Chorev-Halewa: .The rise of the Hebronite alliance, 2024, S. 624: “However, under Jaʿbari’s leadership, the local population reacted aggressively, including with arms, to the Egyptians, who in October found themselves cut off from their lines in the Negev and dependent on Transjordan.”
  203. Jean-Pierre Filiu: Gaza: A History. Zweite Auflage. Hurst & Co., London 2024, S. 86 f.
  204. Harel Chorev-Halewa: The Evolution of the Hebronite Regionalism 1929–48, 2024, S. 508.
  205. Kimberly Katz: Hebron between Jordan and Egypt, 2019, S. 143 f.
  206. Harel Chorev-Halewa: The rise of the Hebronite alliance, 2024, S. 626 f.
  207. Johann Büssow: Hebron since 1516. In: Encyclopedia of Islam, Three, Online.
  208. Etya Zar, Yossi Goldstein, Miriam Billig: The settlement of Jewish mothers in Hebron, 1979, 2025, S. 66.
  209. Moshe Sharon: Hebron (Al-Khalīl), Leiden / Boston 2013, S. 19.
  210. Johann Büssow: Hebron since 1516. In: Encyclopedia of Islam, Three, Online.
  211. Kamal Salibi: The Modern History of Jordan. Tauris, London / New York 1993, S. 217 f.
  212. Harel Chorev-Halewa: The rise of the Hebronite alliance, 2024, S. 630 f.
  213. Howard M. Sachar: A History of Israel: From the Rise of Zionism to Our Time. Knopf, New York 1985, S. 652.
  214. Howard M. Sachar: A History of Israel: From the Rise of Zionism to Our Time. Knopf, New York 1985, S. 654.
  215. Jerold S. Auerbach: Hebron Jews, Lanham u. a. 2009, S. 82.
  216. Jerold S. Auerbach: Hebron Jews, Lanham u. a. 2009, S. 85 f.
  217. Yitzhak Reiter: Contested Holy Places in Israel–Palestine, New York 2017, S. 247–250.
  218. Harel Chorev-Halewa: Networks of Power in Palestine, London 2018, S. 174−178 und 183−186.
  219. Harel Chorev-Halewa: Changes in the Status of the Palestinian Elite Families, 2018, S. 11 f.
  220. Harel Chorev-Halewa: Changes in the Status of the Palestinian Elite Families, 2018, S. 12.
  221. Harel Chorev-Halewa: Changes in the Status of the Palestinian Elite Families, 2018, S. 12.
  222. Harel Chorev-Halewa: Changes in the Status of the Palestinian Elite Families, 2018, S. 13 f.
  223. Jeffrey Kaplan: The Early Israeli Settler Movement, New York 2025, S. 170.
  224. Moshe Elad: The Core Issues of the Israeli-Palestinian Conflict. Cambridge Scholars, 2024, 205–211.
  225. Moshe Elad: The Core Issues of the Israeli-Palestinian Conflict. Cambridge Scholars, 2024, 217–219.
  226. Jeffrey Kaplan: The Early Israeli Settler Movement, New York 2025, S. 175 f.
  227. Yotam Berger: Secret 1970 document confirms first West Bank settlements built on a lie. In: Haaretz.com. (haaretz.com [abgerufen am 12. November 2025]). “A ‘few days’ after Base 14 had ‘completed its activities,’ the document continued, ‘the commander of the Hebron district will summon the mayor of Hebron, and in the course of raising other issues, will inform him that we’ve started to build houses on the military base in preparation for winter.’”
  228. Yitzhak Reiter: Contested Holy Places in Israel–Palestine, New York 2017, S. 253 f.
  229. Jeffrey Kaplan: The Early Israeli Settler Movement, New York 2025, S. 177−179.
  230. Michael Feige: Jewish settlement of Hebron, 2001, S. 327.
  231. Jeffrey Kaplan: The Early Israeli Settler Movement, New York 2025, S. 179−188.
  232. Michael Feige: Jewish settlement of Hebron, 2001, S. 328: “The first to die in Kiryat-Arba in 1975 was a baby, the first born in the place, named (obviously) Abraham. The settlers brought him to be buried in the graveyard against the objections of the Israeli soldiers guarding it. As the history-mythology of the place goes, the mother, significantly named Sara, took her son’s body to the graveyard and buried it there with her bare hands.”
  233. Etya Zar, Yossi Goldstein, Miriam Billig: The settlement of Jewish mothers in Hebron, 1979, 2025, S. 67.
  234. Michael Feige: Jewish settlement of Hebron, 2001, S. 328.
  235. Etya Zar, Yossi Goldstein, Miriam Billig: The settlement of Jewish mothers in Hebron, 1979, 2025, S. 68−74.; zum Anschlag 1980 vgl. Armed Jews Hold Funeral Procession in Silent Hebron; Member of Group Led by Kahane Arabs Get Israeli Court Injunction (Published 1980). 6. Mai 1980 (nytimes.com [abgerufen am 13. November 2025]).
  236. Noam Shoked: Design and Contestation in the Jewish Settlement of Hebron, 1967–87. In: Journal of the Society of Architectural Historians, Band 79 (2020), S. 82-102, hier S. 93−96.
  237. Patricia Sellick: The Old City of Hebron, 1994, S. 75.
  238. Patricia Sellick: The Old City of Hebron, 1994, S. 78 f.
  239. Patricia Sellick: The Old City of Hebron, 1994, S. 71 f.
  240. Patricia Sellick: The Old City of Hebron, 1994, S. 77 f.
  241. Israel Holds 10 Arabs for Hebron Slaying of 6 Jews in May; Angry Mixture of Symbols Six Jews Were Killed Military Identifies Suspects (Published 1980). 17. September 1980 (nytimes.com [abgerufen am 14. November 2025]). “Every Friday night, Jews from the settlement and their weekend guests would pray in the Tomb of the Patriarchs, which is also a mosque, then walk to the old Hadassah clinic …”
  242. Joseph A. Grob: The Blogs: Searching for Zvi “Howie” Glatt z’l – On His 35th Yurtzeit. Abgerufen am 17. November 2025 (amerikanisches Englisch). “The boys learning in Kiryat Arba and others would pray at the Mearat Hamachpela on Friday nights and they would then dance in the streets to the Beit Hadassah to give strength and encouragement to the women and children who were there.”
  243. Armed Jews Hold Funeral Procession in Silent Hebron; Member of Group Led by Kahane Arabs Get Israeli Court Injunction (Published 1980). 6. Mai 1980 (nytimes.com [abgerufen am 13. November 2025]).
  244. Arafat Asserts Attack In Hebron Is the Start Of New P.L.O. Phase; Meeting of U.N. Council Sought (Published 1980). 5. Mai 1980 (nytimes.com [abgerufen am 17. November 2025]).
  245. Two Palestinian Mayors Return To Attend Deportation Hearing; Court Ruled for an Appeal Taken Into Custody by Israelis (Published 1980). 15. Oktober 1980 (nytimes.com [abgerufen am 17. November 2025]).
  246. Patricia Sellick: The Old City of Hebron, 1994, S. 74.
  247. Terror Against Terror, in: Encyclopedia of the Israeli-Palestinian Conflict. Band 3, Boulder / London 2010, S. 143–144; Ami Pedahzur, Arie Perliger: Jewish Terrorism in Israel, New York 2011 (ePUB ohne Seitenzählung)
  248. Amnon Kapeliouk: Hébron, Paris 1994, S. 15.
  249. Amir Pedahzur, Arie Perliger: Jewish Terrorism in Israel, s. 69.
  250. Yearbook of the United Nations, Band 48 (1994), S. 647.
  251. 1994: Jewish settler kills 30 at holy site. 25. Februar 1994 (bbc.co.uk [abgerufen am 14. November 2025]).
  252. Yearbook of the United Nations, Band 48 (1994), S. 647.
  253. Yitzhak Reiter: Contested Holy Places in Israel–Palestine, New York 2017, S. 258.
  254. Mike Lukasch: Zwischen Hoffnung und Scheitern: Die USA und der Nahostfriedensprozeß 1997-2005 (= Sammlung Schöningh zur Geschichte und Gegenwart). Schöningh, Paderborn 2011, S. 68–72.
  255. Ilan Amit, Oren Yiftachel: Urban Colonialism and Buffer Zones, 2016, S. 150.
  256. Ilan Amit, Oren Yiftachel: Urban Colonialism and Buffer Zones, 2016, S. 153 f.
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  258. B’Tselem: Ghost Town, 2007, S. 18 f.
  259. Johann Büssow: Hebron since 1516. In: Encyclopaedia of Islam, Three, Online.
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  261. IDF arrests Hebron terrorist mayor Tayseer Abu Sneineh | The Jerusalem Post. 2. September 2025, abgerufen am 19. November 2025 (englisch).
  262. Deborah Danan: This Palestinian sheikh has a plan for peace with Israel — but few think it can work. In: The Times of Israel. 10. Juli 2025, ISSN 0040-7909 (timesofisrael.com [abgerufen am 19. November 2025]).
  263. ynet: The unusual letter from the sheikhs of Hebron: Recognize the 'Emirate of Hebron' and we will recognize Israel. In: Ynetglobal. 6. Juli 2025 (ynetnews.com [abgerufen am 19. November 2025]).
  264. Shimon Cohen: Noam Arnon: The sane majority in Hebron wants Israeli sovereignty. Abgerufen am 19. November 2025 (englisch).