Geschichte der Stadt Bethlehem
Die Geschichte der Stadt Bethlehem beginnt mit der Nekropole Chalet al-Dschamʾa, die von der mittleren Bronzezeit bis in die Eisenzeit genutzt wurde. Im eisenzeitlichen Bethlehem war der Hebräischen Bibel zufolge die Familie des Königs David ansässig.
Bethlehem (arabisch بيت لحم Bait Lahm, DMG Bayt Laḥm), eine Kleinstadt in den Palästinensischen Autonomiegebieten und Hauptstadt des Gouvernements Bethlehem, ist als Geburtsort Jesu Christi seit der Spätantike nach Jerusalem das wichtigste christliche Pilgerziel. In der Geburtskirche wurden in der Kreuzfahrerzeit Herrscher des Königreichs Jerusalem gekrönt. Franziskaner („Lateiner“) und griechisch-orthodoxe Mönche stritten im Osmanischen Reich um die Nutzungsrechte an der Geburtskirche. Auch armenische Mönche feiern in dieser Kirche ihre Liturgie. Diese drei Gemeinschaften haben ihre Klöster in Nachbarschaft der Kirche.
Die Bevölkerung Bethlehems war Anfang des 17. Jahrhunderts griechisch-orthodox; durch franziskanische Mission unter den Orthodoxen entstand seitdem eine römisch-katholische Ortsgemeinde, die im späten 19. Jahrhundert größer war als die griechisch-orthodoxe. Eine muslimische Minderheit lebte in Bethlehem seit etwa 1750.
Perlmutt-Einlegearbeiten Bethlehemer Kunsthandwerker wurden im 19. Jahrhundert international vermarktet; der damit erzielte Gewinn trug zum Entstehen einer christlichen Oberschicht bei. Um 1900 erbaute Villen zeigen den durch Handel und Grundbesitz erworbenen Reichtum ihrer Besitzer. Viele Familien wanderten nach Übersee aus, hielten aber Kontakte nach Bethlehem.
Seit etwa 1840 hatten europäische Staaten und Kirchen größere Betätigungsmöglichkeiten in Palästina. Neben Schulen entstanden in Bethlehem Ende des 19. Jahrhunderts repräsentative Kirchen für Katholiken und Lutheraner und als karitatives Großprojekt des preußischen evangelischen Jerusalemsvereins das Armenische Waisenhaus. Das Schulgebäude der katholischen La-Salle-Brüder dient seit 1973 der Universität Bethlehem.
Seit dem 1995 abgeschlossenen Interimsabkommen über das Westjordanland und den Gazastreifen (Oslo II) bildet Bethlehem zusammen mit den Nachbarstädten Bait Dschala und Bait Sahur, drei Flüchtlingslagern und mehreren Dörfern eine Zone-A-Enklave, die der Palästinensischen Autonomiebehörde untersteht. Seit Errichtung der israelischen Sperranlage (2002), die im Norden von Bethlehem als Stahlbetonmauer ausgeführt wurde, sind die jahrhundertelang für Bethlehems Stadtgeschichte prägenden Verbindungen nach Jerusalem sehr stark eingeschränkt.
Im Jahr 2012 wurde die Geburtsstätte Jesu Christi: Geburtskirche und Pilgerweg, Bethlehem als UNESCO-Welterbe eingetragen.
Topographie
Bethlehem liegt etwa 10 km südlich von Jerusalem[1] östlich der überregionalen Nord-Süd-Verbindung von Jerusalem nach Hebron und somit etwas abseits historischer Verkehrswege. In diesem durch Regenfälle recht fruchtbaren Gebiet werden seit altersher Getreide, Oliven, Feigen und Wein angebaut. Die Stadt wurde auf einem halbmondförmigen Höhenrücken erbaut, der etwa 1000 m lang und maximal 300 m breit ist. Der höchste Punkt, el-Baten, liegt im Westen auf etwa 830 m; dann folgt ein Sattel von etwa 750 m, jenseits davon steigt der Höhenrücken im Osten wieder etwas an. Besonders im Süden, aber auch im Osten und Norden sind die Hänge recht steil. Bethlehem besitzt keine Quelle. Die Bethlehemer waren daher für ihre Wasserversorgung jahrhundertelang auf Zisternen angewiesen.[2] Am nördlichen Stadtrand, rās al-ftēs, befinden sich große Zisternen, die als „Davidsbrunnen“ bezeichnet werden. Die Geburtskirche im Südosten von Bethlehem ist von drei Klosteranlagen umgeben: im Norden das Franziskanerkloster, im Süden die Klöster der Armenier und der Griechen.[3]
Im ausgehenden 19. Jahrhundert hatte Bethlehem acht Stadtviertel:[4]
- ʿAntari-Viertel (ḥārat al-ʿanātera) südlich der Geburtskirche;
- Qawāwseh- oder Schützenviertel (ḥārat al-ḳawāwsi) südlich des Krippenplatzes;
- Nadschādschreh- oder Schreinerviertel (ḥārat an-naǧāǧri) westlich des Krippenplatzes;
- Taradschmeh- oder Dolmetscherviertel (ḥārat at-taraǧme) nördlich des Krippenplatzes;
- Rijādīje-Viertel (ḥārat ar-rijādīje);
- Farahīje-Viertel (ḥārat al-faraḥīje) nordwestlich des Krippenplatzes und entlang der alten Sternstraße;
- Viertel der Leute aus Faghur (ḥārat al-fawāghre);
- Herēzat-Viertel (ḥārat al-ḥerēzāt) nördlich des Krippenplatzes.
Weniger als 2 km nördlich des Stadtzentrums von Bethlehem befindet sich an der Straße nach Jerusalem das Rahelgrab, ein Bauwerk des 18. Jahrhunderts im Stil eines muslimischen Heiligengrabes (Wālī); hier oder in der Nähe wurde bereits im Altertum und dann wieder seit der Kreuzfahrerzeit das in Gen 35,19 und Gen 48,7 erwähnte Grab der Erzmutter Rahel verehrt.[5]
Bethlehem im Altertum
„Die starke moderne Überbauung und die Tradition des Geburtsortes Jesu hat dazu geführt, dass ältere Spuren kaum noch sichtbar oder auffindbar sind.“[6]
Bronze- und Eisenzeit
Südlich des Stadtzentrums von Bethlehem liegen in einem Radius von 1,5 km vier archäologisch untersuchte Nekropolen: Chalet al-Dschamʾa, Dschebel Dhaher, Bardhaa und el-Atan. Die lange Belegungszeit (etwa 2200 bis 650 v. Chr.) und die Zahl der Bestattungen (mindestens hundert Schachtgräber) deuten darauf hin, dass Chalet al-Dschamʾa die Nekropole einer regional bedeutenden, vermutlich städtischen Siedlung war, die von der Mittelbronzezeit bis in die Eisenzeit bestand, möglicherweise mit einer Siedlungslücke in der Spätbronzezeit.[7] Die Lage dieser Vorgängersiedlung von Bethlehem ist archäologisch nicht nachgewiesen, wahrscheinlich aber der höchste Punkt des halbmondförmigen Höhenrückens, auf dem das moderne Bethlehem liegt, da die steilen Flanken dieses Hügels eine strategisch vorteilhafte Situation schufen.[8]
Das eisenzeitliche Bethlehem ist der Schauplatz der biblischen Ruth- und David-Erzählungen. Wenn man sie als historisch belastbar ansieht, kann man ihnen entnehmen, dass Bethlehem eine Stadtmauer besaß und beim Stadttor ein Brunnen oder eine Zisterne vorhanden war.[9]
Archäologische Befunde ergeben folgendes Bild des eisenzeitlichen Bethlehem: Nicht nur in der Nekropole von Chalet al-Dschamʾa, sondern auch an weiteren Fundorten südlich, westlich und nördlich des modernen Stadtzentrums wurden in den Fels gehauene Grabkammern mit Bänken und Ossuaren ähnlich zeitgenössischen Jerusalemer Grabanlagen festgestellt. Zu den Grabbeigaben gehören Keramik, Schmuck, Waffen sowie Salbgefäße aus Calcit.[10] Bei der Ausgrabung dreier Zisternen im Norden der Stadt (der sogenannten Davidsbrunnen) wurden 1968, allerdings ohne ihren archäologischen Kontext, Fragmente von zwei „Kragenrand-Krügen“ (collared rim jars) gefunden, die für die Eisenzeit charakteristisch sind.[11]
Auf dem Jerusalemer Antikenmarkt tauchten 1953/1954 drei westsemitisch beschriftete und mehrere unbeschriftete bronzene Speer- oder Pfeilspitzen auf, die von Józef T. Milik, Frank M. Cross und Gerald Lankester Harding erworben wurden. Milik und Cross hielten die Provenienz für gesichert: die Objekte gehörten demnach zu einem Hort von 26 Speer- und Pfeilspitzen, den ein Fellache im Dorf el-Chadr, 5 km westlich von Bethlehem, gefunden hatte.[12] Israel Finkelstein und Benjamin Sass dagegen betonen, dass wegen der Herkunft aus dem Antikenmarkt Fundort und -kontext unbekannt sind.[13]
Im Auftrag des Stabsoffiziers von Judäa und Samaria führte ein Team um Uri Dinur 1985 eine Rettungsgrabung nahe Bait Sahur durch, bei der eine Wohnhöhle untersucht wurde, die ausweislich der Keramik von der Kupfersteinzeit bis in die Eisenzeit II genutzt und dann mit Schutt gefüllt wurde. Zum Fundspektrum dieser Höhle gehörten Tierknochen, Mahlsteine, ein kleiner Mörser aus Kalkstein, eine Feuersteinklinge und eine kleine Knochenplatte. In Nachbarschaft der mittlerweile aufgegebenen Wohnhöhle wurde in herodianischer Zeit ein Grab mit sechs Kokhim angelegt, das zwar geplündert worden war, von dessen Ausstattung aber zerbrochene Kochtöpfe, Kosmetikkännchen, Reste eines steinernen Ossuars, Glas- und Metallreste gefunden wurden. Auf einem terrassierten und landwirtschaftlich genutzten Gelände von 50 Dunam führte Dinurs Team außerdem einen Survey durch. Er ergab, so Dinur, dass Bethlehem „in der Zeit der Patriarchen und der Zeit der Landnahme (patriarchal and settlement periods) auf den Abhang des Osthügels beschränkt war und sich erst in der späteren Eisenzeit auf die Hügelkuppe ausdehnte.“[14]
Römische Kaiserzeit
Im Jahr 1904 waren bei Bauarbeiten in der Nachbarschaft des Rahelgrabs Segmente eines Aquädukts entdeckt worden, das der Wasserversorgung Jerusalems diente. Dieses sogenannte Obere Aquädukt begann bei den Teichen Salomos nahe Bethlehem und endete in der Nähe des Jaffators der Jerusalemer Altstadt.[15] Auf dem modernen Gemeindegebiet von Bethlehem identifizierten israelische Archäologen in den 1990er Jahren sechs Siphon-Segmente dieses Aquädukts.[16] Joseph Germer-Durand, Charles Clermont-Ganneau und Ludovicus Vetrali datierten das Bauwerk in die Zeit des Septimius Severus um 200 n. Chr., während sich Charles Wilson und Ruth Amiran für eine Bauzeit kurz nach Gründung von Aelia Capitolina etwa siebzig Jahre zuvor aussprachen.[17] David Amit datiert die Anlage des Oberen Aquädukts sogar in die Zeit des Herodes. Das Bauwerk blieb aber wartungsaufwändig und wurde bis in byzantinische oder sogar frühislamische Zeit immer wieder instandgesetzt, bis es dann möglicherweise infolge eines Erdbebens aufgegeben wurde.[18]
In frührömischer Zeit war Bethlehem wahrscheinlich ein kleines Dorf, in dessen Umgebung weitere Bauernhöfe lagen. Das regionale Verwaltungszentrum war das Herodion südöstlich von Bethlehem.[19] Nach der Zerstörung Jerusalems im Jüdischen Krieg (70 n. Chr.) wurde die Legio X Fretensis der römischen Armee in oder bei den Ruinen Jerusalems stationiert. Bethlehem gehörte danach mit Emmaus, Bet Guvrin und Hebron zu den Orten in der Umgebung, die (im Gegensatz zu Jerusalem selbst) weiterhin eine große jüdische Bevölkerung hatten.[20] Während des Bar-Kochba-Aufstands 132–136 fanden im Gebiet von Bethlehem heftige Kämpfe statt, was durch unterirdische Verstecke der Aufständischen und Münzfunde belegt ist. Tertullian schrieb, dass zu seiner Zeit (um 200) keine Juden in Jerusalem und im benachbarten Bethlehem wohnen durften.[21]
Spätantike
Grundlegend für die ganze weitere Stadtgeschichte Bethlehems wurde die christliche Tradition, dass Jesus von Nazareth als Nachkomme König Davids in Bethlehem geboren wurde – und zwar unabhängig davon, ob Bethlehem, historisch gesehen, wirklich sein Geburtsort war.
„[Wer einen außerbiblischen Beleg für den Geburtsort Jesu sucht, sollte beachten,] dass man […] die Grotte in Betlehem zeigt, wo er geboren wurde, und in dieser Grotte die Krippe, wo er in Windeln gewickelt wurde. Und was man da zeigt, ist in diesen Gegenden auch bei denen bekannt, die dem Glauben fern stehen, dass nämlich in dieser Grotte der von den Christen angebetete und verehrte Jesus geboren worden ist.“
Konstantinische Geburtskirche
Kaiser Konstantin trug mit einem Bauprogramm für die christlichen Hauptheiligtümer in Jerusalem und Bethlehem zum Aufschwung des Pilgerwesens im Heiligen Land bei. Die Bethlehemer Geburtskirche des 4. Jahrhunderts ist durch Ausgrabungen nur unzureichend bekannt. Achim Arbeiter nimmt folgende Abfolge an: Atrium, fünfschiffige Basilika und an deren „Kopfende ein wohl fünfseitig gebrochener Raumteil (bis vor kurzem meist als ein Oktogon rekonstruiert), welcher den Brennpunkt des Ganzen umschloss: Im Zentrum hatte der Fußboden anscheinend eine runde Öffnung von knapp 4 m Durchmesser, wo man, auf eine Brüstung gestützt, hinabschauen konnte in die Geburtsgrotte des Heilands. Umgeben war die Öffnung von einem Ambulatorium, wo man die Kultstätte auf jener oberen Ebene umrunden konnte.“[23] Erhalten blieben die Reste eines Mosaikteppichs von 16,40 m Länge und 6,80 m Breite in der Basilika, der um das Jahr 400 gelegt wurde.[24]
Justinianische Geburtskirche
Beschädigungen des Bodenmosaiks dokumentieren, dass die konstantinische Geburtskirche durch einen Brand zerstört wurde. Zeitgenössische Quellen schweigen über dieses Ereignis; viel rezipiert wurde Louis-Hugues Vincents Vermutung, Samaritaner hätten bei ihrem Aufstand gegen die byzantinische Regierung Ende des 5. / Anfang des 6. Jahrhunderts die Kirche niedergebrannt.[25] Es ist aber unwahrscheinlich, dass die Samaritaner so weit nach Süden vorstießen.[26]
Fachleute der Universitäten Fribourg und Siena untersuchten die heutige Geburtskirche 2012 im Auftrag der Palästinensischen Autonomiebehörde mit dem Ergebnis, dass es sich um eine Baumaßnahme handelt, die in den letzten Regierungsjahren Justinians († 565) begonnen wurde und im späten 6. Jahrhundert zum Abschluss kam. Die Basilika hatte einen Drei-Konchen-Chor; zwei Treppen ermöglichten es den Pilgern, in die Geburtsgrotte hinunterzusteigen. Benachbarte Grotten wurden für den Pilgerverkehr eingerichtet.[27]
Klöster in und um Bethlehem
Der Asket und Übersetzer Hieronymus unternahm mit der römischen Aristokratin Paula und ihrer Tochter Eustochium eine Pilgerreise ins Heilige Land, bei der auch die Geburtskirche besucht wurde. Die Gruppe beschloss, sich in Bethlehem niederzulassen, das Hieronymus als ruhiges Landstädtchen im Gegensatz zu dem von Besuchern überlaufenen Jerusalem beschrieb. Im Jahr 389 waren die von Paula finanzierten Klostergebäude fertiggestellt: außer einer Pilgerherberge an der Durchgangsstraße ein Mönchskloster, vielleicht am Ortsrand gelegen, und ein Nonnenkloster, das direkt an die Geburtskirche grenzte. Das von Paula geleitete Nonnenkloster hatte drei Abteilungen entsprechend dem sozialen Stand der Frauen. Das Mönchskloster besaß ein Skriptorium und eine Bibliothek, Hieronymus erteilte hier auch Unterricht. Außerdem war er wissenschaftlich tätig. Unter anderem übersetzte er hier die Bibel ins Lateinische (Vulgata).[28] Augustinus zufolge wurden die Bethlehemer Klostergebäude 416 von Plünderern niedergebrannt, Hieronymus entkam knapp in einen Wehrturm.[29] Die von Paula gestifteten Klosteranlagen wurden archäologisch nicht nachgewiesen.
In Bir el-Qutt, etwa 1,5 km nordöstlich von Bethlehem, befand sich ein frühbyzantinisches georgisches Kloster, das durch Virgilio Corbos Ausgrabungen 1952/1953 bekannt ist. Um einen zentralen Innenhof gruppieren sich eine Kirche, ein Refektorium, mehrere Wirtschaftsräume, Zisternen sowie Öl- und Weinpressen. Das Kloster wurde etwa 532/552 angelegt und bestand bis in die frühislamische Zeit. Die Mosaikfußböden weisen georgische Inschriften auf.[30][31] Dieses Bodendenkmal befindet sich nördlich der 2002 errichteten israelischen Sperranlage nahe der israelischen Siedlung Har Choma.
Frühislamische Zeit (634–1099)
Am 30. Juli 634 errang das muslimische Heer in Idschnaydīn (zwischen Ramla und Bait Dschibrīn) einen entscheidenden Sieg über die Byzantiner. Daraufhin nahm es die meisten Städte Palästinas ein.[32] Muslimischen Quellen des 10./11. Jahrhunderts zufolge nahm Kalif ʿUmar ibn al-Chattāb die Geburtskirche unter seinen Schutz. In der Südapsis soll ein Mihrāb eingebaut worden sein. Muslimische Pilger verehrten hier die Palme, unter der Maria dem Koran zufolge Jesus geboren hatte. Bei den christenfeindlichen Maßnahmen des Kalifen al-Hākim 1009 blieb die Geburtskirche unbeschädigt.[33]
Viele christliche Familien Bethlehems sehen sich als Nachkommen christlicher arabischer Stämme, die im frühen 7. Jahrhundert nach Palästina einwanderten: Die Bewohner des Nadschādschreh-Viertels kamen demnach aus Nadschran im heutigen Saudi-Arabien, die Bewohner des Farahīje-Viertels kamen aus dem heute jordanischen Wadi Musa. Eine weitere Bevölkerungsgruppe im Nadschādschreh-Viertel, die Gathabreh, soll aus Griechenland zugewandert sein.[34]
Kreuzfahrerzeit (1099–1260)
Wie der Chronist Wilhelm von Tyrus schrieb, bat eine Delegation von Christen aus Bethlehem im Feldlager des Kreuzfahrerheeres in Emmaus um Hilfe. Eine Reiterabteilung unter Tankred von Tarent nahm Bethlehem daraufhin in der Nacht vom 6. auf den 7. Juni 1099 ein. Die Kleriker an der Geburtskirche waren Wilhelm zufolge Orthodoxe, die die Liturgie in syrischer Sprache feierten.[35]
Durch die Eroberung Jerusalems am 15. Juli 1099 entstand das Königreich Jerusalem; Gottfried von Bouillon übernahm die Herrschaft als „Vogt des heiligen Grabes“ (advocatus sancti sepulchri) und verzichtete auf die Königswürde. Damit beugte er sich dem Argument des lateinischen Klerus, dass in der Stadt, in der Christus die Dornenkrone trug, kein König die goldene Krone tragen solle. Sein Bruder und Nachfolger Balduin von Boulogne geriet in einen Konflikt mit dem Lateinischen Patriarchen Dagobert von Pisa, der sich als Herrscher von Jerusalem sah, jedoch einlenken musste. Balduin beanspruchte die Königswürde. Indem er sich von Dagobert am Weihnachtstag 1100 in der Bethlehemer Geburtskirche krönen ließ, wurden die Bedenken des Klerus gegen den Krönungsort Jerusalem berücksichtigt, und Dagobert konnte sein Gesicht wahren – „eine elegante Lösung, denn die Geburtskirche war zweifellos so ehrwürdig wie die Grabeskirche, für eine Krönung zu Weihnachten erschien Bethlehem sowohl als Geburtsort Christi wie als die Stadt Davids … als eine zwanglos getroffene Wahl, und das mißliche Problem, ob man in Jerusalem eine Krone tragen dürfe, war vorerst umgangen.“[36] Am Weihnachtstag 1119 wurden Balduin II. und seine Ehefrau Morphia von Melitene in Bethlehem gekrönt; danach riss diese Tradition ab, da sich beide Herrscher in Jerusalem öfter mit Krone gezeigt hatten und die Bedenken gegen die Krönung in der ranghöchsten christlichen Kirche, der Grabeskirche, nun gegenstandslos geworden waren.[37]
In seinem für König Roger II. von Sizilien verfassten geographischen Werk beschrieb al-Idrisi Bethlehem um 1150 folgendermaßen:
„Bethlehem hat an der Geburtsstelle eine schöne Kirche von fester Bauart und solidem Grunde, geräumig, äußerst geschmückt, so dass unter allen Kirchen an Bau keine ihr gleich ist; sie liegt auf einer Bodenstufe und hat im Westen ein Thor. Darin sind die elegantesten Säulen und in der Nordecke des Chores ist die Höhle, in der der Herr Christus geboren ist, und zwar unter demselben, und innerhalb der Höhle die Krippe, in der er gefunden ward. Von Bethlehem ausgehend, sieht man östlich die Kirche der Engel, welche den Hirten die Geburt des Herrn Christus verkündeten.“
Wie aus zeitgenössischen Quellen hervorgeht, befand sich die frühbyzantinische Kirche bei Ankunft der Kreuzfahrer in recht gutem Zustand, so dass sie einen würdigen Rahmen für die Krönungszeremonien bildete. Der Kirchenbau wurde für den Gottesdienst nach lateinischem Ritus umgestaltet: Glockentürme schmückten die Fassade. Glocken, Orgel und kostbare Vasa sacra wurden neu geschaffen, die Geburtsgrotte mit Marmor verkleidet. Heute noch vorhanden sind die Votivbilder, die vornehme Pilger an den Säulen anbringen ließen.[39]
Ein Priorat der Augustiner-Chorherren in Bethlehem ist erstmals 1106 belegt. Bethlehem gehörte zur orthodoxen Diözese Aschkelon; doch da Aschkelon zunächst weiter unter fatimidischer Kontrolle stand, setzte sich Balduin I. für die päpstliche Erhebung von Bethlehem zum lateinischen Bischofssitz ein. Das geschah wohl 1108, brauchte aber einige Jahre zur Umsetzung. Das Bethlehemer Chorherrenstift war nun eng verbunden mit der Amtsführung des Bischofs von Bethlehem, der zum Hof des Patriarchen von Jerusalem gehörte und enge Beziehungen zum Königshof pflegte. Ob die Bischöfe dem Orden angehörten oder nicht – sie förderten ihre Kathedralkirche und vermehrten ihren Reliquienbesitz. Ein Höhepunkt war die Amtszeit des 1156 ordinierten Bischofs Ralph († 1174), eines Engländers, der den Quellen zufolge sehr gebildet und sehr weltlich gesonnen war. Durch Schenkungen mit großem Grundbesitz ausgestattet und von Pilgern mit Spenden bedacht, stieg das Chorherrenstift zu den reichsten Klöstern des Königreichs Jerusalem auf. Es stellte der Krone 200 Kriegsknechte. Da die Einkünfte zwischen dem Bischof und dem Konvent geteilt wurden, lebten die Bethlehemer Chorherren in großem Reichtum.[41]
„König Amalrich, Wächter der Tugend, freigiebiger Freund, Beschützer der Ehre und Feind des Unglaubens, Patron der Gerechtigkeit und der Frömmigkeit, Bestrafer des Verbrechens, war fünfter auf dem Thron, und über die Griechen herrschte Manuel, der großzügige Spender und fromme Herrscher, und als Vorsteher und Lehrer der Kirche lebte hier Ralph, würdig der Ehre des Bischofsamtes, der gütige, als die Hand des Ephraim dieses Werk, wie berichtet wird, vollendete.“
Es gab auch eine orthodoxe Mönchsgemeinschaft an der Grabeskirche. Beleg dafür ist ein Lektionar von 1167, das im Kolophon die Mönchssiedlung von Bethlehem als Besitzer nennt (es wird heute im Katharinenkloster auf dem Sinai aufbewahrt). Der fragmentarisch erhaltene Mosaikenzyklus im Kirchenschiff der Geburtskirche trägt griechische und lateinische Inschriften.[43] Diese Mosaiken standen für das kirchenpolitische Programm des Kaisers Manuel I. († 1180), der an einem quasi-ökumenischen Austausch mit Lateinern und Miaphysiten interessiert war, sich in den Mosaiken aber zugleich als Wächter der Orthodoxie und Schirmherr der heiligen Stätte darstellen ließ.[44]
Die schwere Niederlage der Kreuzfahrer in der Schlacht bei Hattin (4. Juli 1187) hatte auch zur Folge, dass Sultan Saladin Bethlehem einnahm. Die Geburtskirche ließ er unbeschädigt, erhob aber von christlichen Pilgern eine Abgabe.[45]
Die Geburtskirche besitzt eine mit Chatschkar-Schnitzereien verzierte Holztür im Narthex, die inschriftlich in armenischer und arabischer Sprache auf das Jahr 1227 datiert ist. Sie war demnach eine Stiftung Hethums I., des Königs von Kleinarmenien.[46]
In der Kreuzfahrerzeit entstand das neue Stadtviertel Tarādschmeh. Die dort ansässigen Familien betrachten sich als Nachkommen von Italienern, Franzosen, Spaniern und Portugiesen, die sich hier niederließen, um europäischen Pilgern als Übersetzer und Führer zu den heiligen Stätten zu dienen.[47]
Mamlukensultanat (1260–1516)
Sultan Baibars I., der von 1260 bis 1277 regierte, ließ das Kloster der Augustiner-Chorherren in Bethlehem zerstören. Der Dominikaner Burchardus de Monte Sion bereiste das Heilige Land zwischen 1274 und 1285 und kam dabei auch nach Bethlehem. Seiner Beschreibung zufolge sah die Geburtskirche mit Wandmosaiken und Marmorböden ungefähr so aus, wie die Kreuzfahrer sie hinterlassen hatten. Griechische Mönche hatten das Kloster wieder aufgebaut und lebten dort.[48]
Eine Vereinbarung des Königs von Neapel, Robert von Anjou, und seiner zweiten Frau Sancha von Mallorca mit Sultan an-Nāsir Muhammad ibn Qalāwūn ermöglichte den Franziskanern 1333 die Rückkehr nach Palästina, das sie nach der Einnahme von Akkon 1291 verlassen mussten.[49] Sie waren die ersten Vertreter der katholischen Kirche, die sich wieder in der Region Palästina niederließen, und gründeten einen Konvent beim Abendmahlssaal (Coenaculum) auf dem Berg Zion in Jerusalem. Papst Clemens VI. konstituierte 1342 mit den Bullen Nuper charissimae und Gratias agimus die Kustodie des Heiligen Landes als Ordensorganisation der Franziskaner im Heiligen Land und legte die Regelungen dafür fest.[50] So konnten aus jeder franziskanischen Ordensprovinz „geeignete und gottesfürchtige Brüder“ ins Heilige Land geschickt werden. Kustos der Kustodie und somit Oberer aller Franziskaner dort war der Guardian des Konvents auf dem Berg Zion.[51]
Spätestens 1347 hatten sich die Franziskaner auch in Bethlehem im ehemaligen Kloster der Augustiner-Chorherren neben der Geburtskirche niedergelassen.[52] Im 15. Jahrhundert war das bleigedeckte Dach der Geburtskirche so verfallen, dass die Bausubstanz stark gefährdet war. Der Guardian Giovanni Tomacelli erhielt 1479 die Genehmigung des Sultans für eine Neueindeckung der Basilika. Das englische Königshaus und das Herzogtum Burgund finanzierten die Renovierung, die von venezianischen Zimmerleuten durchgeführt wurde.[53]
Osmanisches Reich (1516–1917)
Bevölkerungsentwicklung
Für das Steuerjahr 1690/1691 legten die osmanischen Behörden ein namentliches Verzeichnis der zur Kopfsteuer (cizye)[54] verpflichteten Christen in Jerusalem und den benachbarten Kleinstädten Bethlehem (osmanisches Türkisch: Beytüllahm) und Bait Dschala an. Obwohl auch Kleriker die Kopfsteuer zahlen mussten, erscheinen sie nicht in diesem Verzeichnis, das nur die erwachsenen männlichen Laien erfasst. In Bethlehem zählte man 144 kopfsteuerpflichtige Männer, in Bait Dschala 143; in beiden Kleinstädten gehörten alle Laien der griechisch-orthodoxen Kirche an.[55] Handwerker stellten die größte Gruppe (94) der Bethlehemer Kopfsteuerzahler, gefolgt von Männern, die als Bauern oder Schäfer landwirtschaftlich tätig waren (38). Verglichen mit Bait Dschala, war die christliche Bevölkerung Bethlehems 1690/1691 stärker urbanisiert.[56] Gegenüber der im tahrir-Register von 1562/1563 erfassten Zahl von Haushalten war die christliche Laienbevölkerung in Jerusalem 1690/1691 um 63 Prozent gestiegen, in Bethlehem um 25 Prozent gesunken (von geschätzt 870 auf 650 Personen), in Bait Dschala sogar um 40 Prozent.[57]
In osmanischer Zeit entstanden drei neue christliche Stadtviertel Bethlehems: Im ʿAntari-Viertel ließen sich Bewohner des Dorfs Antar (nahe dem Herodion) nieder, im Qawāwseh-Viertel siedelten Leute aus Tekoa, und das Herēzat-Viertel wurde von Christen aus Umm Tuba bei Jerusalem angelegt.[58]
Um 1750 zogen die ersten Muslime nach Bethlehem. Sie stammten aus dem Dorf Faghur südwestlich der Teiche Salomos und wohnten in Bethlehem im Stadtviertel Fawāgreh. Als sie Anfang der 1830er Jahre gegen Ibrahim Pascha rebellierten, ließ dieser ihre Häuser zerstören. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wohnten deshalb nur noch wenige Muslime in Bethlehem. Mitglieder zweier Oberschicht-Familien aus Fawāgreh, Schachur und Schowkeh, hatten das Amt des Scheichs von Bethlehem inne, d. h. sie vermittelten beispielsweise in Fragen der Besteuerung, des Militärdienstes und des Landverkaufs zwischen der Stadtbevölkerung und den Ansprüchen des Osmanischen Reiches.[59]
Machtkämpfe um die Nutzung der Geburtskirche
Im frühen 17. Jahrhundert wurde nur noch die Geburtsgrotte von den Franziskanern liturgisch genutzt, und Muslime besuchten die wegen der zugemauerten Fenster recht dunkle Basilika, um der Geburt Jesu zu gedenken. Im Jahr 1614 protestierte der venezianische Botschafter in Konstantinopel dagegen, dass muslimische Eiferer versuchten, den Franziskanern den Schlüssel der Geburtskirche abzunehmen. Die osmanische Regierung wies den Qādī von Jerusalem an, die Rechte der Franziskaner zu wahren. Der Status quo änderte sich, nachdem Dositheos II. 1669 sein Amt als griechischer Patriarch von Jerusalem antrat: Mit Unterstützung des reichen Sponsors Manolakis von Kastoria ließ er 1672 nicht nur die Basilika neu eindecken, sondern auch die Fenster öffnen und verglasen, die Wände verputzen und die Eingänge zur Geburtsgrotte neu mit Marmor verkleiden. Daraufhin wurde die Basilika wieder für den griechisch-orthodoxen Gottesdienst genutzt. Führende Jerusalemer Muslime beschwerten sich beim Qādī darüber, dass die Mönche eine heilige Stätte des Islam in Besitz genommen hätten. Die Streitsache wurde nach Konstantinopel verwiesen und dort durch eine Fatwa des Schaich al-Islam entschieden, die in einem Ferman 1675 veröffentlicht wurde. Demnach ist die Geburtskirche eine heilige Stätte der Christen; es ist tadelnswert (makrūh), wenn Muslime sie betreten.[60]
Die Nutzungsrechte der Geburtskirche waren im 17. Jahrhundert zwischen Lateinern und Griechen heftig umstritten. Zunächst gewährte Sultan Murad IV. auf französischen Druck hin den Lateinern in einem Ferman von 1630 die alleinige Nutzung sowohl der Basilika als auch der Geburtsgrotte. Der Qādī von Jerusalem gestattete den Griechen aber 1632 per Dekret, die Grotte zu nutzen; im gleichen Jahr erwirkte der franziskanische Kustos, diesmal mit Unterstütung Venedigs, die Wiederherstellung der lateinischen Rechte. Der griechische Patriarch Theophanes III. erwirkte 1634 mit einem Geldgeschenk an den Sultan, dass alle heiligen Stätten in Jerusalem und Bethlehem den Griechen zugesprochen wurden. Papst Urban VIII. erreichte mit Unterstützung europäischer Fürstenhöfe, dass die heiligen Stätten 1636 wieder an die Lateiner gingen. Zwischenzeitlich hatten noch einmal die Griechen die Oberhand, aber je mehr das Osmanische Reich in den Türkenkriegen in die Defensive geriet, desto dringender brauchte es Frankreich als Verbündeten – und Frankreich sah sich als Schutzmacht der Lateiner im Heiligen Land. Das war der Hintergrund für die Kapitulationen, die 1740 zwischen Ludwig XV. und Sultan Mahmud I. ausgehandelt wurden und die den Lateinern die Rechte an den heiligen Stätten zusprachen. De facto wurden aber ab 1757 wieder die Griechen begünstigt.[61]
Der armenische Patriarch Grigor Baronder (1613–1645) förderte das Mönchtum. Das armenische Kloster, das die Bethlehemer Geburtskirche an der Südseite festungsartig abschließt, wurde in seiner Amtszeit erbaut.[62]
Römisch-katholische Mission
Im Verlauf des 17. Jahrhunderts entstanden durch aktive Mission der franziskanischen Kustodie unter Christen anderer Kirchen kleine katholische Gemeinden des lateinischen Ritus in mehreren Orten Palästinas, darunter die Pfarrei St. Katharinen in Bethlehem, zu der Bait Dschala und Bait Sahur gehörten.[63] St. Katharinen war die Kapelle des Franziskanerklosters neben der Grabeskirche.
Um Repressionen besonders durch die griechische Kirche zu vermeiden, gaben sich viele Neukatholiken weiter als orthodox aus, lebten also mit Billigung der Missionare eine Art Doppelmitgliedschaft. Eine Alternative für Konvertiten war der Umzug nach Jerusalem. Um Eheschließungen in ihrer kleinen Gemeinde zu erleichtern, billigten die Franziskaner Ehen mit Partnern anderer Konfession und reduzierten die verbotenen Verwandtschaftsgrade. Konfliktträchtige Heiraten wurden auswärts geschlossen bzw. waren mit einem (nicht unbedingt dauerhaften) Umzug der Brautleute verbunden.[64] Nach Angaben der Kustodie wuchs das Kirchspiel Bethlehem von 128 Seelen im Jahr 1664 auf 325 im Jahr 1702.[65] Die Lateiner wohnten anfangs geschlossen im Tarādschmeh-Viertel; je größer die Gemeinde aber im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurde, desto mehr breitete sie sich auch in die anderen Stadtviertel aus.[66]
Kunsthandwerk
Zur Attraktivität der katholischen Kirche in Bethlehem trug ihr 1652 gegründetes Terra-Sancta-Kolleg für Jungen bei. Es vermittelte die Kenntnis des Italienischen und ermöglichte den Absolventen so einen selbständigen Kontakt mit europäischen Besuchern Bethlehems.[67]
Die Kustodie gab einen starken Impuls für die Bethlehemer Devotionalienindustrie, indem sie bei örtlichen Handwerkern seit dem späten 16. Jahrhundert maßstabsgerechte Holzmodelle der Grabeskirche und anderer heiliger Stätten in Auftrag gab. Diese exklusiven Sammelobjekte wurden von der Kustodie vermarktet und finden sich heute in Museen weltweit (vgl. die Liste historischer Architekturmodelle aus Palästina). Abgesehen von diesen Spitzenprodukten stellten Bethlehemer Kunsthandwerker große Mengen von Kruzifixen, Rosenkränzen und anderen Devotionalien aus heimischem Olivenholz her, teils mit Perlmutt-Einlegearbeiten. Sie wurden von Klerikern der Kustodie gesegnet und vor allem via Akkon und Venedig nach Europa exportiert.[68] Die für Kreuze, Rosenkränze oder Medaillons benötigten Perlmuschel-Schalen wurden am Roten Meer eingekauft. Weitere Rohstoffe waren Doumpalmen-Kerne von der Arabischen Halbinsel, außerdem der sogenannte Mosesstein vom Toten Meer – ein glänzend schwarzgrauer bituminöser Kalkstein mit eigenartigem Geruch, aus dem Trinkgefäße, Schüsseln, Tintenfässer und ähnliches hergestellt wurden. Angeblich vermittelten Gefäße aus Mosesstein darin aufbewahrten Flüssigkeiten Heilkräfte.[69]
Tanzimat-Zeit
Silberner Stern von Bethlehem und Krimkrieg
Am Vorabend des Krimkrieges war die Bethlehemer Geburtskirche ein Brennpunkt der Machtkämpfe zwischen Lateinern und Griechen. Umstritten war, ob die Franziskaner einen Schlüssel der von den Orthodoxen genutzten Basilika erhalten sollten, um auf einfachem Wege in die Geburtsgrotte zu gelangen, wo sie ihre Gottesdienste feierten. Für die griechischen Mönche war der silberne Stern ein Ärgernis, der im 18. Jahrhundert an der traditionellen Stelle der Geburt Christi am Boden in der Grotte angebracht worden war. Er trug die lateinische Inschrift Hic de virgine Maria Iesus Christus natus est („Hier wurde Jesus Christus von der Jungfrau Maria geboren“) – und das französische Wappen. Von den orthodoxen Griechen wurde dieser Stern als „Zeichen der Eroberung“ verstanden. Im Jahr 1847 war der Stern von Unbekannten aus dem Marmorboden gestemmt worden und verschwunden. Der Verdacht fiel auf die griechischen Mönche. Frankreich legte diplomatischen Protest bei der Hohen Pforte ein und verwies auf den Vertrag von 1740, der nach französischer Lesart besagte, dass die Katholiken das Recht auf die Grotte und speziell auf den silbernen Stern hatten. Die Griechen argumentierten dagegen mit dem Gewohnheitsrecht und diversen Konzessionen, die die osmanische Regierung ihnen gemacht hatte. Im Hintergrund wurden sie vom Russischen Kaiserreich unterstützt, das sich seit dem Vertrag von Kutschuk Kainardsche 1774 als Interessenvertretung aller Orthodoxen im Osmanischen Reich verstand.[70]
Einige zeitgenössische Beobachter bezeichneten den Streit um den Bethlehemer Stern ironisch als „Mönchsgezänk“. An sich, so Dieter Ruloff, hätte das Osmanische Reich diesen lokalen Konflikt schlichten können, hätten Frankreich und Russland nicht interveniert. „Frankreich […] sandte ein Kriegsschiff an den Bosporus, prompt erhielten die Katholiken die begehrten Schlüssel zu den heiligen Stätten. Russland […] sandte daraufhin eine Armee an die türkische Grenze im Donaugebiet; die Katholiken verloren ebenso prompt die Schlüssel und die Orthodoxen erhielten sie,“ doch ausschlaggebend für die weitere Eskalation hin zum Krieg war nach Ruloff nicht die Wahrung konfessioneller Interessen im Heiligen Land, sondern das Kräftegleichgewicht im östlichen Mittelmeergebiet.[71]
Ein Ferman der Hohen Pforte vom 8. Februar 1852 legte die konfessionellen Nutzungsrechte an den heiligen Stätten fest (Status quo de droit). Die Franziskaner konnten sich in Bethlehem nicht mit ihrem Anspruch auf die Nutzung der Geburtskirchen-Basilika durchsetzen. Auch die Niederlage Russlands im Krimkrieg änderte nichts mehr; der Status quo wurde 1878 vom Berliner Kongress bestätigt.[72]
Europas „friedlicher Kreuzzug“ in Palästina
Die Öffnung des Osmanischen Reich seit 1840 ermöglichte europäischen Akteuren eine Vielzahl von Aktivitäten in Palästina, die durch eine Verflechtung von „christlicher Kreuzzugsromantik und imperialistischem Expansionsdrang“ (Barbara Haider-Wilson) gekennzeichnet waren. Bethlehem stand neben Jerusalem und Nazareth im Brennpunkt des Interesses und der Phantasien, denn hier gab es nicht nur bedeutende heilige Stätten, sondern auch eine eingesessene christliche Bevölkerung. In der Palästina-Literatur des 19. Jahrhunderts wurde die Schönheit der Frauen von Bethlehem und Nazareth gerühmt. Ihnen sehe man die normannische Abstammung, das „Kreuzfahrerblut“, an.[73]
Im Jahr 1841 wurde das anglikanisch-preußische Bistum Jerusalem gegründet. Der erste Bischof, Samuel Gobat, sammelte in Bethlehem eine aus etwa 40 Personen bestehende Hausgemeinde. Sie wurde seit 1848 von der Church Missionary Society betreut und 1860 vom Jerusalemsverein übernommen und ging damit sozusagen vom englischen ins deutsche Missionsgebiet über. Der Jerusalemsverein erwarb am Westrand der Stadt ein Grundstück, auf dem eine Kapelle gebaut und 1864 eingeweiht wurde. Die Gemeindegliederzahl stagnierte, aber die Jungen- und Mädchenschule wurden gut angenommen. Aus Prestigegründen erhob der Jerusalemsverein die Missionsstation Bethlehem 1884 zur Pfarrstelle, die durch Ludwig Schneller besetzt wurde. Dieser gewann neue Gemeindemitglieder unter Abgängern des von seinem Vater geleiteten Syrischen Waisenhauses in Jerusalem, die sich in Bethlehem niederließen. Schneller initiierte auch den Bau der lutherischen Weihnachtskirche, der 1887 begonnen wurde.[74]
Papst Pius IX. reagierte auf die anglikanisch-preußische Bistumsgründung 1847 mit der (Wieder-)Errichtung des Lateinischen Patriarchats Jerusalem. Als erster Patriarch empfing der Orientmissionar Giuseppe Valerga von ihm die Bischofsweihe. Valerga gründete 1853 in Bait Dschala gegen den Willen der mehrheitlich griechisch-orthodoxen Einwohner eine erste Missionsstation. Darin wurden Valerga, einige Priester und bewaffnete Diener von aufgebrachten Einwohnern mit Unterstützung eines benachbarten Scheichs belagert. Der französische Konsul Botta ließ Valerga und seine Begleiter durch einen Reitertrupp nach Jerusalem bringen – eine spektakuläre Aktion, über die die europäische Presse berichtete. Auf französischen Druck hin und im Blick auf französische Unterstützung im Krimkrieg fertigte Sultan Abdülmecid I. einen Ferman aus, der Valerga gestattete, in Bait Dschala eine Missionsstation zu gründen und eine Kirche zu errichten. Dieser neogotische Bau wurde 1858 geweiht. Im Missionshaus von Bait Dschala wurde das Priesterseminar für arabischstämmige lateinische Kleriker eingerichtet.[75] Durch diese repräsentativen Gebäude, ergänzt um die Sommerresidenz des Patriarchen Valerga, wurde Bait Dschala zu einem regionalen Zentrum des Katholizismus. Hier fassten auch die Lutheraner erfolgreich Fuß, anfangs durch Abgänger des Syrischen Waisenhauses, dann aber durch einen Familienclan, dessen Mitglieder als Bauarbeiter für das Syrische Waisenhaus gearbeitet hatten und der nun konvertierte. Als relativ große und geschlossen auftretende Gruppe konnten die Lutheraner von Bait Dschala eine Kirche bauen, die 1886 eingeweiht wurde.[76]
In der Amtszeit Valergas wurde 1853 eine Niederlassung der Kongregation Soeurs de St-Joseph de l’Apparition gegründet; die seit 1886 in Jerusalem tätigen Filles de la Charité de St. Vincent de Paul wurden auch in Bethlehem tätig.[77]
Für die wirtschaftliche Entwicklung Bethlehems hatte Ambrogio Belloni eine Schlüsselstellung, der 1859 als Dozent an das Priesterseminar Bait Dschala berufen wurde. 1863 gründete er in Bethlehem die Gemeinschaft der Brüder von der Heiligen Familie. Sie betrieben ein Waisenhaus mit angeschlossener Werkstatt, in der die Zöglinge im Anfertigen von Olivenholz- und Perlmuttarbeiten ausgebildet wurden. Aus dieser Einrichtung gingen die Spezialisten hervor, die in den Devotionalien-Manufakturen von Bethlehem arbeiteten.[78] Der Gebäudekomplex des Waisenhauses der Heiligen Familie wurde mit Spendengeldern des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande kontinuierlich erweitert. 1890 schloss sich Belloni den Salesianern an, die seine Einrichtungen übernahmen.[79]
Die aus Palästina stammende Karmelitin Marie de Jesus Crucifié war 1867 in den Karmel von Pau eingetreten und wurde als Dichterin und Charismatikerin bekannt. Die finanzielle Unterstützung von Berthe Dartigaux (Tochter eines Ministers Karls X.[80]) ermöglichte ihr 1874, südlich von Bethlehem ein Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen zu gründen.[81]
Während sich Frankreich als Unterstützer des Lateinischen Patriarchen profilierte, verstand sich die Habsburgermonarchie als Schutzmacht der mit dem Patriarchen nicht immer einigen franziskanischen Kustodie. Auf besonderen Wunsch des Kaisers Franz Joseph ermöglichte die österreichische Diplomatie einen mit kaiserlicher „Gnadengabe“ finanzierten Ausbau franziskanischer Gebäude in Jerusalem und Bethlehem. Die Katharinenkirche in Bethlehem wurde an der Stelle der Katharinenkapelle beim Fraziskanerkloster am Kaisergeburtstag, dem 18. August 1882, feierlich geweiht.[82]
Die La-Salle-Brüder (Frères des écoles chrétiennes) waren seit 1887 im Heiligen Land präsent. Zunächst nutzten sie Räumlichkeiten in Jerusalem. Ihre Niederlassung in Bethlehem (1893) bot ihnen die Möglichkeit, mehr Aspiranten aufzunehmen. Die französische Regierung unterstützte dieses Bauprojekt des Ordens finanziell, da seine Schularbeit die Sprache und Kultur Frankreichs in Palästina verbreiten würde. Die Bethlehemer Gründung, gelegen auf dem höchsten Punkt der Altstadt, war eine Normalschule, die nur die besten Bewerber der Region aufnahm. Sie konnten nach zwei Jahren ein brevet de capacité erwerben und nach drei Jahren ein brevet supérieur.[83]
Das Prestigeprojekt des Jerusalemsvereins war das auf einem Weinberggelände südlich von Bethlehem errichtete und beim Besuch des deutschen Kaiserpaars am 30. Oktober 1898 feierlich eingeweihte Armenische Waisenhaus, das überlebende Kinder des Massakers an den Armeniern 1894–1896 aufnehmen und eine ähnliche Ausstrahlung wie das Syrische Waisenhaus in Jerusalem entwickeln sollte: „sowohl Asylstätte für elternlose Kinder zu sein als auch Anstalt zur Heranziehung eines evangelischen Nachwuchses: mithin der Kern einer späteren deutsch-evangelisch geprägten Kolonie“.[84] Konsequenterweise lehnte der Verein die Bitte des armenischen Patriarchen von Jerusalem ab, das Waisenhaus von einem armenisch-orthodoxen Lehrer besuchen zu lassen und die Teilnahme der Kinder an armenischen Gottesdiensten zu ermöglichen. Nachdem der osmanische Staat die Überführung armenischer Waisen nach Palästina unterbunden hatte, wurden auch arabische Waisen und zusätzlich einige Jungen aus den vom Jerusalemsverein betreuten Gemeinden aufgenommen.[85]
Nach Informationen der lokalen osmanischen Behörden und Einsicht in die Kirchenbücher verschiedener Konfessionen gab Paul Palmer die Bevölkerungszahl von Bethlehem im Jahr 1894 mit 8035 Personen an: davon 3827 Lateiner, 3662 Griechen, 260 Muslime, 185 Armenier, 54 Protestanten sowie 47 Kopten und Syrisch-Orthodoxe.[86]
Landbesitz
Nach dem Krimkrieg erließ die Hohe Pforte auf Druck Großbritanniens, Frankreichs und Österreichs hin am 18. Februar 1856 das Reformedikt Hatt-ı Hümâyûn. Damit entfielen bisherige Beschränkungen des christlichen Landbesitzes. Die wohlhabenden Geschäftsleute Bethlehems nutzten das, um im Umland der Stadt Grundbesitz zu erwerben, was die christliche Prägung Bethlehems zwischenzeitlich weiter verstärkte. Das Land wurde zwar von einer Einzelperson erworben, galt aber als Besitz der ganzen Familie. Gerade diese christlichen Oberschicht-Familien Bethlehems waren es aber auch, die im späten 19. Jahrhundert nach Übersee auswanderten (siehe unten). Falls die Auswanderer ihren Grundbesitz verkauften, traten oft muslimische Familien aus der Gegend von Hebron als Käufer auf. Dies führte im Verlauf des 20. Jahrhunderts zum allmählichen Anwachsen des muslimischen Bevölkerungsanteils in der Gegend von Bethlehem und auch in der Stadt selbst; da die Hebroner Muslime als besonders konservativ gelten, beklagten christliche Bethlehemer, dass der Charakter ihrer Stadt sich allmählich ändere.[87]
Stadtvillen
Um 1900 zeigten einige christliche Geschäftsleute ihren durch internationalen Handel und Landspekulation erworbenen Reichtum durch Aufsehen erregende Villenarchitektur. Am bekanntesten ist der Palast der Gebrüder Dschāsir, der um 1900 begonnen und 1914 fertiggestellt worden war: Ein französischer Architekt entwarf dieses eklektizistische Bauwerk mit 800 m2 Grundfläche und drei Stockwerken, das in den Wandmalereien einige typisch osmanische Elemente aufnahm. Qasr Dschāsir war kein Einzelfall. Am 27. August 1913 las man in der Zeitung Filastīn, die Villen von Bethlehem seien nur mit denen Beiruts zu vergleichen. Namentlich aufgeführt wurden sechs christliche Familien, die zwischen 3000 und 8000 Lira für ihre Villa in Bethlehem aufgewendet hatten – enorme Summen, die fast dem Jahresbudget der Stadt Jaffa gleichkamen.[88]
Internationale Netzwerke
Die Bethlehemer Kunsthandwerker profitierten von der Beliebtheit von Perlmutt-Einlegearbeiten im zeitgenössischen Europa. Neben den traditionellen Familienbetrieben gab es Manufakturen mit bis zu 50 spezialisierten Arbeitern und Arbeiterinnen.[89]
Die Schalen der pazifischen Perlmuschel (Pinctada maxima) ließen sich feiner verarbeiten als die Perlmuscheln aus dem Roten Meer. Mindestens vierzehn Bethlehemer Familien ließen sich auf den Philippinen nieder, um für ihre Verwandten das Material an der Quelle einzukaufen. Sie waren auch im Handel mit Juwelen und Textilien erfolgreich. (Alle Auslands-Bethlehemer mussten die Philippinen bei der japanischen Invasion 1941 plötzlich verlassen.)[90]
Die katholische Familie Katan eröffnete 1880 ein Devotionaliengeschäft in Kiew – günstig positioniert an der Straße zum Höhlenkloster –, das dem orthodoxen Geschmack angepasste Bethlehemer Olivenholzschnitzereien und Perlmuttarbeiten im Angebot hatte. Der Erfolg ermöglichte den Katans, ihr Sortiment zu erweitern und die gesamte Ukraine zu beliefern. Weitere Bethlehemer Familien zogen nach. 1919 flohen sie aus Kiew, um einer Beschlagnahmung ihres Vermögens durch die Bolschewiki zuvorzukommen.[91]
Baugewerbe
Seit Anfang der 1860er Jahre setzte in Jerusalem ein Bauboom ein. Die notwendigen Fachleute gab es vor Ort nicht, so dass beispielsweise die Jerusalemer Christuskirche in den 1840er Jahren von Malteser Bauhandwerkern errichtet wurde. Aber Einwohner von Bethlehem und Bait Dschala erwarben zügig das notwendige Spezialwissen und profitierten von den hohen Löhnen, die im Baugewerbe gezahlt wurden. „Vor allem Bethlehemiten bauten das neue Jerusalem,“ und in den 1890er Jahren war rund die Hälfte der selbständigen Bethlehemer Handwerker und Kleinunternehmer als Maurer, Steinhauer, Steinbrecher und Gipser tätig.[92]
Die größten Steinbrüche des Westjordanlandes liegen in der Umgebung von Bethlehem. Eine Besonderheit ist der Slayb-Steinbruch bei Bait Dschala wegen des hier gebrochenen rötlichen Kalksteins.[93]
Erster Weltkrieg
Seit Kriegsbeginn 1914 wurden alle Italiener, die sich in Palästina aufhielten, von den osmanischen Behörden in der Niederlassung der Salesianer in Bethlehem interniert.[94] Sämtliche Einrichtungen der Kriegsgegner Frankreich, Großbritannien und Russland wurden geschlossen, die Gebäude in der Regel vom türkischen Militär genutzt. Bei den deutschen Schulen in Bethlehem, Bait Dschala und Bait Sahur wurden infolgedessen viele neue Schüler angemeldet. Da die Einrichtungen aber wie die gesamte Bevölkerung Palästinas von wirtschaftlicher Not betroffen waren, wurden die Expansionspläne des Jerusalemsverein erst einmal nicht angegangen – und hatten sich 1917 erübrigt.[95]
Die Region stand unter Kriegsrecht. Zur Zwangskonskription für das osmanische Militär kam Zwangsarbeit im Straßen- und Schienenbau für militärische Zwecke und Konfiskation von Lebensmitteln. Von den Soldaten verbreitete Krankheiten, besonders Typhus, forderten viele Tote unter der Zivilbevölkerung. Im Jahr 1915 zerstörte eine Heuschreckenplage die komplette Ernte, 1916 folgte eine Hitzewelle, die zum Ausfall der Getreideernte führte.[96] Etwa die Hälfte der Einwohner Bethlehems und ein Drittel der Einwohner Bait Dschalas zog fort: ins Ostjordanland, in größere Städte wie Lydda oder Haifa – wenn sie sich nicht Auswanderergruppen, unter anderem nach Amerika, anschlossen.[97]
Britische Verwaltung und Völkerbundsmandat (1917–1948)
Im Dezember 1917 übernahm britisches Militär die Kontrolle über Bethlehem. Die Bevölkerung hungerte. Seit März 1918 trafen monatliche Überweisungen der Bethlehem Charity Commission ein, in der sich Bethlehemer Emigranten in Nord- und Südamerika zusammengeschlossen hatten. Der Emigrant Khalil Dakkarat organisierte damit Lebensmittelzuteilungen und medizinische Versorgung. Unter Bürgermeister Saleh Jaqaman nahm die Stadtverwaltung wieder ihre Arbeit auf.[98] Die Schulen des Jerusalemsvereins wurden beschlagnahmt, aber unter neuer Leitung mit einem Großteil der arabischen Angestellten weitergeführt. Eine Ausnahme war das Bethlehemer Armenische Waisenhaus, das als Militärlazarett beansprucht wurde, dann verschiedenen Zwecken diente, schließlich als psychiatrische Anstalt.[99]
In der Endphase des Osmanischen Reichs waren zahlreiche Bethlehemer nach Übersee ausgewandert. Einige kehrten wieder in die Levante zurück: beispielsweise die in Chile aufgewachsenen Gebrüder Badr und Ibrahim Lama, die seit 1924 bis in die 1940er Jahre Pioniere des ägyptischen Films waren.[100][101] Im Jahr 1913 verließ der Bethlehemer Emigrant Ibrahim Hazboun Haiti, weil es dort Ausschreitungen gegen „Türken“ (d. h. Araber) gab, und kehrte nach Palästina zurück. Seine in mehreren Kontinenten ansässige Familie war durch den Handel mit Haushaltswaren zu Wohlstand gekommen. Nun investierte er in Immobilien in Bethlehem und Jerusalem, besonders aber in Orangenhaine in der Gegend von Jaffa. Orangen der Marke Hazboun wurden in den 1920er und 1930er Jahren nach Europa vermarktet.[102]
Seit 1920 war der Subdistrikt Bethlehem des britischen Mandatsgebiets Palästina dem Distrikt Jerusalem zugeordnet (zu den Details vgl. Distrikte im Mandatsgebiet Palästina). Dem Palestine Census von 1922 zufolge hatte die Stadt Bethlehem 6658 Einwohner: 818 Muslime (12,3 %), 2 Juden (0,03 %) und 5838 Christen (87,7 %).[103] Der Palestine Census von 1931 unterschied zwischen der Stadt Bethlehem mit 6814 Einwohnern (davon 1219 Muslime, 2 Juden, 5588 Christen und 5 Areligiöse) und Bethlehems Vororten (suburbs) mit 503 Einwohnern (davon 251 Muslime, 39 Juden und 216 Christen).[104]
Syrisches Viertel
Während des Ersten Weltkriegs waren Aramäisch sprechende Syrer vor dem Völkermord an den syrischen Christen (seyfo) nach Palästina geflohen. Die meisten ließen sich in Bethlehem nieder und gründeten das syrische Stadtviertel, das sich nördlich der Marktplatzstufen am Sternplatz befindet.[105] Die britische Mandatsregierung erkannte 1923 die syrisch-orthodoxe Kirche als Religionsgemeinschaft mit interner Selbstverwaltung an. In Bethlehem identifizierten bzw. identifizieren sich die Mitglieder dieser Kirche meist als syrische (nicht arabische) Palästinenser mit städtisch-bethlehemischer Identität (im Gegensatz zu muslimischen Neuzugezogenen mit ländlichem Hintergrund).[106] Mit Hilfe des Wohltätigkeitsvereins St. Afram erwarb die Gemeinde ruinöse Altbauten im Bereich des Sternplatzes, die dem Neubau der syrisch-orthodoxen Marienkirche (1927) weichen mussten.[107] Im Jahr 1935 wurde die St.-Afram-Kirche eingeweiht.[108]
Säkularer Nationalismus – der Literarische Club
Unter den verschiedenen meist karitativen Clubs, die nach Kriegsende in Bethlehem entstanden, sticht der Literarische Club (al-Nadi al-Adabi) durch seine säkular-nationalistische Ausrichtung hervor. Als Probleme sahen die Clubmitglieder einerseits den Zionismus, andererseits die traditionellen Rollenbilder der arabischen Gesellschaft, welche die individuelle Lebensplanung behinderten. Dass der höhere Klerus sowohl der römisch-katholischen als auch der griechisch-orthodoxen Kirche aus dem Ausland kam, war ein besonderer Kritikpunkt. Der Literarische Club bot Abendkurse an, für die sich rund hundert Studenten einschrieben. Am 27. Februar 1920 organisierte der Literarische Club eine große Demonstration in Bethlehem gegen die Balfour-Deklaration, bei der Juhanna Dakkarat als Präsident und Isa Bandak als Sekretär anti-zionistische Reden hielten. Beide hatten am 19. September 1919 die rund zwei Jahre bestehende Monatsschrift Bayt Lahm gegründet, zu der Dakkarat selbstverfasste Erzählungen beisteuerte. Im Juli/August 1921 nahm er mit „Quelle des Elends“ Missstände im Klerus aufs Korn. Das Lateinische Patriarchat verklagte ihn wegen Verleumdung. In erster Instanz wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt, ging aber in Revision und wurde freigesprochen. Dakkarat, der in Argentinien aufgewachsen war, wartete den Ausgang seines Prozesses nicht ab, sondern zog zu seinem Bruder nach Santiago de Chile; damit verlor der säkulare Nationalismus in Bethlehem einen Vordenker. Bandak blieb; er gehörte zur Exekutive des Palästinensisch-Arabischen Kongresses, war Mitgründer der Reformpartei (al-Islah), in den 1930er und 1940er Jahren Bürgermeister von Bethlehem und Herausgeber der relativ langlebigen Bethlehemer Wochenzeitung Sawt al-Schab (1922–1939 und 1947/48).[109] Säkularen Nationalisten war auch eine Alternative zum Schulwesen in religiöser Trägerschaft ein Anliegen. Ein Komitee unter Leitung von Ibrahim Dschasir gründete 1921 die Nationalschule, die 1925 zu den größten Schulen in Bethlehem zählte.[110]
Jordanische Besatzung (1948–1967)
Während die Mitgliederzahl der römisch-katholischen Kirche auf dem Staatsgebiet Israels im Palästinakrieg einbrach, stieg sie durch palästinensische Flüchtlinge im Westjordanland und Transjordanien an, im Raum Bethlehem beispielsweise in Beit Dschala von 735 (1946) auf 1248 (1951) und in Beit Sahur im gleichen Zeitraum von 360 auf 550. Zur Gemeindemitgliederzahl der Pfarrei Bethlehem schwanken die Angaben zwischen 4456 und etwa 7000.[111] Die lutherische Gemeinde von Bethlehem hatte vor Beginn des Zweiten Weltkrieges nur 86 Mitglieder und war in ihrem Fortbestand gefährdet. Vertriebene protestantische Palästinenser, darunter viele Anglikaner, ließen die Gemeindegliederzahl auf 376 ansteigen.[112] Die Zahl der Lutheraner in Beit Dschala, die zwischenzeitlich durch Auswanderung nach Südamerika stark zurückgegangen war, stieg bis 1964 auf 277 Personen. Darunter waren viele Flüchtlinge, die als Arbeiter oder Tagelöhner ein Auskommen suchten.[113]
Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) pachtete 1949 an der Straße von Bethlehem nach Hebron 0,33 km2 Land von der Regierung Transjordaniens, um darauf das Zeltlager Dheischeh für 3400 palästinensische Flüchtlinge einzurichten. Sie stammten aus 45 Dörfern westlich von Jerusalem und westlich von Hebron. In den späten 1950er Jahren wurden die Zelte durch 10-m2-Einraumwohnungen aus Beton ersetzt, die als provisorische Unterkünfte bis zur Rückkehr in die Heimatdörfer galten.[114][115] Zwischen Bethlehem, Bait Dschala und Jerusalem pachtete UNRWA 1950 weitere 0,071 km2 Land, auf denen das Lager Aida angelegt wurde.[116] In der Nachbarschaft von Aida wurde ebenfalls 1950 das kleinste Flüchtlingslager des Westjordanlandes auf 0,027 km2 angelegt: Bait Dschibrin.[117]
Die medizinische Versorgung der Kinder in den Flüchtlingslagern bei Bethlehem war völlig unzureichend. Ernst Schnydrig, der die Lager im Auftrag des Schweizer und des Deutschen Caritasverbands besuchte, mietete zunächst ein Haus mit 14 Kinderbetten und gründete 1963 die Caritas Kinderhilfe Bethlehem. Daraus entwickelte sich das Caritas Hospital Bethlehem, das einzige Kinderkrankenhaus des Westjordanlandes.[118]
Nach dem Palästinakrieg präsentierte sich das Haschemitische Königreich Jordanien als „Heiliges Land“, besaß es doch die wichtigsten christlichen heiligen Stätten in Jerusalem und Bethlehem. Der Tourismus blühte auf.[119]
„Der Blick von der Terrasse des Franziskaner-Klosters läßt die nach Osten hin geöffnete Halbkreisform Bethlehems erkennen. Sein ältester Teil ist der Südhügel mit Araberwohnungen. Im Nordwesten erstrecken sich die modernen Viertel. […] In den engen dunklen Gassen herrscht besonders an Markttagen echt orientalisches Leben. Die Christinnen bewahren noch ihre alte Tracht, eine haubenähnliche, mit Münzen verzierte spitze Kappe, von der ein weißer Schleier über den Rücken herabfällt.“
Im Jahr 1954 wurde die Omar-Moschee an der Westseite des Krippenplatzes erbaut. Das Gelände hatte der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem bereits 1861 den Bethlehemer Muslimen zum Moscheebau geschenkt.[121]
Im Jahr 1964 wurde ein Gotteshaus der Melkitischen Griechisch-katholischen Kirche in Bethlehem geweiht.[122]
Israelische Besatzung (seit 1967)
Israelisches Militär nahm Bethlehem während des Sechstagekrieges am 5. Juni 1967 ein. Viele Einwohner fanden Zuflucht in der Geburtskirche und richteten sich dort mit Matratzen und Lebensmitteln ein, während Soldaten die Häuser durchsuchten.[123]
Nach einer Erhebung des Israelischen Zentralbüros für Statistik hatten die drei Städte Bethlehem, Bait Dschala und Bait Sahur zusammen mit dem Flüchtlingslager Dheischeh 1967, direkt nach dem Sechstagekrieg, 31.883 Einwohner (gegenüber 35.735 Einwohnern, die beim jordanischen Zensus 1961 gezählt wurden). Der Anteil der christlichen Bevölkerung betrug in Bethlehem[124] 40,1 %, in Bait Dschala 71,6 % und in Bait Sahur 69,5 %.[125]
Bürgermeister Elias Freij
Im Jahr 1975 hielt die israelische Militärverwaltung ihre Kontrolle des Westjordanlandes für so gefestigt, dass sie für das Frühjahr 1976 Kommunalwahlen ansetzte. Die alte pro-jordanische Elite in den Stadtverwaltungen wurde dabei entmachtet; aus den Wahlen gingen nationalistische, PLO-nahe Bürgermeister hervor. Die meisten Bürgermeister und Stadträte wurden 1982 von Israel abgesetzt, weil sie sich weigerten, mit der sogenannten Zivilverwaltung (civil administration) des israelischen Militärs zu kooperieren; das israelische Militär verwaltete die Städte des Westjordanlandes daraufhin direkt (Kommunalwahlen gab es nach 1976 nicht mehr). Die Ausnahme war der Bürgermeister von Bethlehem, Elias Freij; er blieb im Amt.[126] Freij (1920–1998), ein orthodoxer Christ, war seit 1970 Präsident der Handelskammer von Bethlehem und seit 1973 Kuratoriumsvorsitzender der Universität Bethlehem. Wie viele Vertreter der alten Elite hatte er gute Kontakte nach Jordanien. Aus israelischer Sicht galt Freij als gemäßigt. Indem er aber während der Ersten Intifada 1987–1993 die Bethlehemer Weihnachtsfeierlichkeiten absagte (ein schwerer Schlag für den heimischen Tourismus), trug er dazu bei, die Weltöffentlichkeit auf die Lage der Palästinenser aufmerksam zu machen. Freij, der oft von der PLO abweichende Positionen vertrat, wurde 1991 trotzdem zum Mitglied der palästinensischen Delegation auf der Madrider Konferenz ernannt. 1993 wurde er Tourismusminister der Palästinensischen Autonomiebehörde, blieb aber Bethlehemer Bürgermeister. Im Jahr 1997 gab er seine Ämter aus gesundheitlichen Gründen ab.[127]
Universität Bethlehem
Die Universität Bethlehem, die am 1. Oktober 1973 ihren Betrieb aufnahm, ist die einzige Universität des Westjordanlandes in christlicher Trägerschaft – ein Joint Venture des Vatikans (Kongregation für die orientalischen Kirchen), der sie finanziell unterstützt, und der La-Salle-Brüder, die ihr Schulgebäude in Bethlehem zur Verfügung stellten und denen die Verwaltung der Universität obliegt. Dabei ist die Universität direkt dem Vatikan und dem Generalat des Ordens in Rom zugeordnet. Während der Ersten Intifada schloss die israelische Militärverwaltung den Campus für drei Jahre (1988–1990). Für die stark am Fremdenverkehr interessierte Stadt Bethlehem ist das universitäre Institut für Hotelmanagement und Tourismus von Bedeutung, außerdem ist die Universität (Stand 2019) der größte Arbeitgeber Bethlehems.[128]
Kunsthandwerk
Nachdem bereits in den 1950er Jahren elektrische Sägen in die Werkstätten der Bethlehemer Olivenholzschnitzer Einzug gehalten hatten, veränderte die Einführung der Kopiermaschine Anfang der 1970er Jahre den Produktionsprozess grundlegend. Etwa 70 Prozent einer Figur werden seitdem maschinell gefertigt, der Rest (insbesondere das Schnitzen der Gesichtszüge von Krippenfiguren) geschieht in Handarbeit. Anfangs wurden zusätzliche Schnitzer eingestellt, um die Endbearbeitung der maschinellen Rohlinge vorzunehmen. Auf diese Weise wurde ein Vielfaches an Olivenholzprodukten hergestellt; die Preise sanken, die Qualität auch. Schnitzereien wurden zu günstigen Souvenirs für die großen Touristengruppen, die seit 1967 Bethlehem besuchten. Eine neuartige Figur, die in einer Werkstatt zeitaufwendig geschnitzt worden war, ließ sich in jeder anderen Werkstatt maschinell kopieren, so dass die Vielfalt des Sortiments der Souvenirhändler wuchs. Von 1980 bis 1985 sank die Zahl der Betriebe von 250 auf 150, von denen viele ohne Lizenz in Heimarbeit tätig waren. Eine Qualitätskontrolle gab es nicht, die Souvenirhändler kauften bei den günstigsten Herstellern. Bethlehem-Touren waren meist so organisiert, dass den Besuchern kaum Zeit blieb, verschiedene Anbieter zu vergleichen. Die Touristen wurden in wenige Geschäfte geführt, die den Großteil des Umsatzes machten.[129]
Oslo-Friedensprozess und die Folgen
In Folge des am September 1995 abgeschlossenen Interimsabkommen über das Westjordanland und den Gazastreifen (Oslo II) wurde Bethlehem kurz vor Weihnachten 1995 unter palästinensische Verwaltung gestellt. Jassir Arafat besuchte gemeinsam mit seiner aus griechisch-orthodoxer Familie stammenden, zum Islam konvertierten Ehefrau Suha at-Tawil die Mitternachtsmesse in der Geburtskirche. Das palästinensische Fernsehen übertrug den Gottesdienst. Auf dem Dach des armenischen Klosters war eine Tribüne errichtet worden, von der Arafat verkündete: „Bethlehem ist eine für die Ewigkeit befreite palästinensische Stadt. Sie wurde geheiligt durch die Geburt Jesu, eines Palästinensers.“ Im nächsten Jahr werde man in Jerusalem beten, sowohl in der Grabeskirche als auch in der Al-Aqsa-Moschee.[130]
Bethlehem war jahrhundertelang eine Kleinstadt mit engen Beziehungen zum benachbarten Jerusalem. Nach 1995 kappte Israel die Verbindungen Bethlehems in die Metropolitanregion Jerusalem durch ein System von Siedlungen, Checkpoints und Grenzzäunen. Das neu gebildete Gouvernement Bethlehem besteht zu 87 Prozent aus Territorium, über das Israel volle administrative Kontrolle hat (Zone C) und 13 Prozent, die von der Palästinensischen Autonomiebehörde (mit Einschränkungen) verwaltet werden, nämlich eine große urbane Enklave (Zone A), zu der neben Bethlehem die Städte Bait Dschala, Bait Sahur und al-Doha sowie die Flüchtlingslager Dheischeh, Aida und Bait Dschibrin und die Dörfer al-Chader und Artās gehören, sowie Dutzende voneinander getrennter dörflicher Enklaven (Zone B). Im Norden trennen die Siedlungen Gilo und Har Choma Bethlehem von Jerusalem, seit 2002 besteht hier eine acht Meter hohe Mauer aus Stahlbeton. Im Westen von Bethlehem liegt der Siedlungsblock Gusch Etzion. Hier zögert der Widerspruch von Siedlern die Ausführung einer Sperrmauer hinaus, da der geplante Verlauf der Mauer weitergehende Expansionswünsche zunichtemachen würde.[131]
Die Palästinensische Autonomiebehörde schuf in den 1990er Jahren wirtschaftliche Anreize für wohlhabende Palästinenser in der Diaspora, nach Bethlehem zurückzukehren. Zusammen mit Angehörigen der alten Eliten, einigen Geschäftsleuten und einer „NGO-Elite“ bildeten diese Rückkehrer in den 1990er Jahren eine neue palästinensische Oberschicht, deren Reichtum durch Villen und einen gehobenen Lebensstil ins Auge fällt, während der Großteil der Bevölkerung, in deren direkter Nachbarschaft sie wohnt, arm ist. Das macht die A-Zone zu einem Gebiet mit konzentrierter sozialer Ungleichheit.[132]
Operation Defensive Shield (2002)
Israelisches Militär drang im Rahmen der Operation Defensive Shield am frühen Morgen des 2. April 2002 „mit hunderten von Panzern und Militärfahrzeugen und begleitet von Apache-Helikoptern“ in die Zone-A-Enklave von Bethlehem ein.[133] Bethlehem wurde ebenso wie Ramallah zu einem „geschlossenen Militärgebiet“ erklärt, in dem Journalisten nicht arbeiten durften. Israelische Soldaten durchsuchten Haus für Haus, angeblich um Terroristen aufzuspüren, wobei viel Verwüstung angerichtet wurde. UNRWA, Rotes Kreuz und andere Organisationen warnten vor einer humanitären Krise der in ihren Wohnungen eingesperrten Bevölkerung.[134]
Bewaffnete PLO-Mitglieder, die meisten von ihnen Muslime, verschanzten sich in der Geburtskirche. Das israelische Militär verhängte vom 2. April bis zum 10. Mai 2002 eine Belagerung über die Kirche, um die Bewaffneten durch Aushungern zur Aufgabe zu zwingen. Die Mönche der verschiedenen Konfessionen entschieden sich größtenteils, in dem Geburtskirchen-Gebäudekomplex zu bleiben. Während Franziskaner und Armenier sich in ihre Klöster zurückzogen und die Basilika selten betraten, feierten die Griechen dort wie gewohnt weiter ihre Liturgie.[135] Am Ende stand eine Verhandlungslösung – die meisten Militanten wurden in den Gazastreifen ausgewiesen, einige in westliche Staaten.[136] Die Palästinensische Autonomiebehörde war im Nachhinein bestrebt, die Belagerung der Geburtskirche als leuchtendes Beispiel christlich-muslimischer Zusammenarbeit darzustellen. In der christlichen Minderheit blieb aber in Erinnerung, dass die Militanten mit Waffengewalt eingedrungen waren und sich in der Endphase der Belagerung chaotische Szenen abgespielt hatten: Militante durchsuchten jeden Raum des armenischen Klosters nach Lebensmitteln und Wertgegenständen; ein älterer armenischer Mönch wurde ausgeraubt und terrorisiert. Das war, so Joshua Hammer, „Kooperation, erzwungen mit vorgehaltener Waffe, und die christliche Gemeinschaft war sich dieser Tatsache bitter bewusst“.[137]
Die Belagerung der Geburtskirche endete nach mehr als fünf Wochen, und Diplomaten, Journalisten und Kirchenführer kamen, um die Schäden an der Geburtskirche und am Gebäudekomplex der lutherischen Weihnachtskirche in Augenschein zu nehmen. Dann trat die Ausgangssperre, die für die Bethlehemer Bevölkerung seit Beginn der israelischen Invasion galt, wieder in Kraft – für zehn weitere Wochen.[138]
Grundbesitz und Kriminalität
In den 1990er Jahren waren christliche Familien weiterhin die größten Grundbesitzer in Bethlehem und Umgebung. Der mehrfache Wechsel der politischen Zugehörigkeit seit osmanischer Zeit verkompliziert aber den Nachweis der Besitzrechte. Insbesondere führte Jordanien im Westjordanland ein modernisiertes Landregister ein, das den Grundbesitz verstorbener Familienoberhäupter unter ihren Nachkommen aufteilte. Dieses Register war für Bethlehem 1967 aber noch nicht abgeschlossen. Israel konfiszierte seit 1967 Land (das häufig im Besitz christlicher Familien war[139]) in großem Umfang für militärische Zwecke, Siedlungen, von Siedlern genutzte Umgehungsstraßen und seit 2002 für den Mauerbau zwischen Bethlehem und den jüdischen Siedlungen im Südwesten der Jerusalemer Altstadt, die israelischerseits als Stadtteile Jerusalems und damit auch als Staatsgebiet Israels betrachtet werden. Innerhalb der Zone-A-Enklave Bethlehem ist Grundbesitz beschränkt und daher begehrt. Die komplizierte Rechtslage hat zahlreiche Prozesse zur Folge, wobei auch fingierte Dokumente vorgelegt werden. Einerseits haben christliche Grundbesitzer oft finanzielle Ressourcen, um den Rechtsweg zu beschreiten, und sind im Besitz der amerikanischen oder einer anderen ausländischen Staatsbürgerschaft, so dass sie konsularischen Beistand erhalten. Andererseits erweist sich die Autonomiebehörde als außerstande, die lokale „Landmafia“ zu entmachten, deren Mitglieder unter den Bethlehemer Muslimen mit Hebroner Hintergrund, Personen in den Flüchtlingslagern und Beduinen (siehe unten) vermutet werden. Diese Akteure haben über die Fatah persönliche oder familiäre Beziehungen in die Stadtverwaltung, die Sicherheitsbehörden und die Zivilgerichte. Teilweise gelingt es ihnen, Land unberechtigt an sich zu bringen, teilweise ziehen sich die Prozesse jahrelang hin. Die palästinensische Polizei kann nur in Zone A die Entscheidung eines palästinensischen Gerichts durchsetzen, in Zone B war sie auf die Kooperation mit dem israelischen Militär angewiesen, die 2001 abgebrochen wurde. Damit befindet sich umfangreicher Grundbesitz von Bethlehemern in einem rechtlichen Vakuum.[140]
Die Autonomiebehörde, die einen Archipel von A-Zonen regiert, ist ohnehin (im Gegensatz zur britischen Mandatsregierung und dem jordanischen Staat) keine starke Zentralregierung, die die Rechte von Einzelnen gegen mächtige Familienclans zur Geltung bringen könnte. Sie setzt außerdem zum Machterhalt auf diese Clans und ermutigt dazu, Konflikte aller Art durch traditionelle Schlichtung (sulha) beizulegen – ein im Nahen Osten weit verbreitetes Verfahren, das aber mächtige Clans gegenüber schwachen bevorteilt. Beispiele zeigen, dass die palästinensische Polizei im Raum Bethlehem dem Konflikt mit einem starken Clan oder einer entschlossen auftretenden Dorfgemeinschaft vermeidet und so rechtsfreie Räume entstehen. In der Zweiten Intifada (2000–2005) waren die palästinensischen Sicherheitskräfte bevorzugtes Angriffsziel des israelischen Militärs, und ihre Zerschlagung stärkte die Macht der Clans weiter. Seitdem wurden die Institutionen der Autonomiebehörde, auch die Polizei, wieder aufgebaut. Nun zeichnet sich ab, dass Bethlehemer Muslime und Christen gleichermaßen die Beduinen (Bedu genannt) als größte Bedrohung ihrer Sicherheit empfinden; gemeint sind 60.000 bis 80.000 Einwohner der Dörfer östlich von Bethlehem, die eine starke Clan-Zusammengehörigkeit haben.[141]
Baard Helge Kaartveit weist darauf hin, dass die Christen der Nachbarstadt Bait Sahur ebenfalls großen Grundbesitz haben, im Gegensatz zu den Bethlehemern aber kaum von der Landmafia ins Visier genommen werden, da sie Landverkauf an Auswärtige bis in jüngste Zeit ablehnten und außerdem selbst starke Clanstrukturen haben. Christliche und muslimische Sahuris kultivieren ihre Zusammengehörigkeit als Stadtgemeinde. In Bethlehem und Bait Dschala ist die Stadtbevölkerung stärker fragmentiert und von Spannungen zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen, Städtern, Dörflern und Bewohnern der benachbarten Flüchtlingslager gekennzeichnet. Hinzu kommt die Emigration von Christen aus diesen beiden Städten – einzelne Familien bleiben durch Auswanderung ihrer Mitglieder stark geschwächt und sozial isoliert zurück und werden dadurch zu leichten Zielen von Kriminellen.[142]
Bethlehemer Kirchenführer sind sehr gut mit internationalen Partnern vernetzt. Es ist aber nach Kaartveits Einschätzung für sie heikel, die Themen Landmafia und Kriminalität anzusprechen, ohne das bei ihren Gemeindegliedern verbreitete Framing „Muslime unterdrücken Christen“ zu übernehmen. Ein solches Bild Bethlehems in der internationalen Presse, bei ökumenischen Partnern oder Sponsoren wäre aus ihrer Sicht kontraproduktiv, zumal die christlichen Gemeinden von Bethlehemer Muslimen nicht als Ghettos der Unterdrückten wahrgenommen werden, sondern als immer noch privilegierte, mit vielen Ressourcen ausgestattete alte Eliten. Traditionell waren Bethlehemer Christen starke Befürworter eines säkularen Nationalismus und deshalb auch der PLO. Seit der Ersten Intifada findet der Islamismus unter muslimischen Palästinensern verstärkt Zustimmung, was unter Christen Zweifel am säkular-nationalistischen Leitbild weckt. Kaartveit macht daher unter Bethlehemer Christen Sympathien für die Wahrnehmung der eigenen Kirche als sozio-religiöse Heimat einerseits, eine weltflüchtige und unpolitische Frömmigkeit andererseits aus. Immerhin wurden die Reformen der Autonomiebehörde, die seit Herbst 2007 unter Premierminister Salam Fayyad unternommen wurden, in Bethlehem mit Erleichterung aufgenommen; sie umfassten eine bessere Ausbildung der nun nicht mehr entsprechend von Clanstrukturen rekrutierten Polizei, die Verhaftung von Personen im Umkreis der Landmafia und eine Überprüfung zweifelhafter Erwerbungen von Grundbesitz in den letzten 15 Jahren. Damit wurde im Gouvernement Bethlehem der Anfang gemacht.[143]
Touristenziel Bethlehem
Hauptproblem des Bethlehem-Tourismus ist es, dass viele Besucher mit Jerusalemer Busunternehmen anreisen, die Geburtskirche besichtigen und vom übrigen Bethlehem wenig wahrnehmen; es gilt, die Stadt als Kontext der Geburtskirche in Wert zu setzen.[144]
In Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen und finanziell gefördert von der japanischen Regierung fand in den 1990er Jahren unter dem Namen Bethlehem 2000 eine groß angelegte Restaurierung der historischen Stadtkerne von Bethlehem, Bait Dschala und Bait Sahur statt. „Sechs historische Gewölbe und Teile der städtischen Wassersysteme aus römischer und islamischer Zeit wurden restauriert. Ein ethnologisches Museum zur Geschichte der Olivenölproduktion ist in der Altstadt von Bethlehem entstanden.“[145] Bethlehem 2000 verbesserte die städtische Infrastruktur; in Bethlehem entstanden Luxushotels und ein Konferenzzentrum.[146]
Mit finanzieller Förderung der spanischen Regierung wurde 1999 die Sternstraße aufgewertet – einst eine Hauptgeschäftsstraße Bethlehems mit Altbauten aus osmanischer Zeit, nun aber durch Leerstand gezeichnet. Die noch geöffneten Läden boten meist Waren an, die in Fernost, den arabischen Nachbarländern oder Israel hergestellt worden waren. In den renovierten Läden sollten dagegen regionale Produkte angeboten werden. Als die Sternstraße im Dezember 1999 mit einem Weihnachtsmarkt öffnete, kamen relativ wenige Bustouristen, die von ihren Guides vor Diebstahl, Gewalt und überhöhten Preisen gewarnt wurden und an den Läden vorbeieilten. Für die Investoren war das eine herbe Enttäuschung, und mit der Zweiten Intifada ab September 2000 kam in Bethlehem, wie im gesamten Westjordanland, das wirtschaftliche Leben zum Stillstand.[147]
Mit seinem Projekt Santa’s Ghetto schuf der britische Streetart-Künstler Banksy im Jahr 2005 neue Touristenziele in Bethlehem, insbesondere trug er zu einem Mauer-Tourismus bei. Die Botschaft seiner Murals ist besatzungskritisch, wendet sich aber an ein internationales Publikum und nicht an die Bethlehemer Bevölkerung. Deutlich wird das, wenn jenseits der illusionistisch geöffneten Sperrmauer in Banksys Werken nicht die palästinensische Landschaft mit ihren Hügeln und Olivenbäumen erscheint, sondern ein Touristenparadies mit Palmen und Meer. Banksys Mural Donkey Documents zeigt einen israelischen Soldaten, der die Papiere eines Esels kontrolliert. Wie immer es gemeint war, Palästinenser sahen sich dadurch verhöhnt. Das Mural wurde abgenommen und versteigert.[148] Im Jahr 2016 kehrte Banksy nach Bethlehem zurück und eröffnete The Walled Off Hotel direkt neben der Sperrmauer. Die Einnahmen gehen in soziale Projekte vor Ort. Zum 100-jährigen Bestehen der Balfour-Deklaration veranstaltete Banksy vor dem Hotel eine Straßenparty, bei der Theresa May und Benjamin Netanjahu ironisiert wurden; palästinensische Kinder, mit Süßigkeiten belohnt, waren Teil des Events. Bewohner des angrenzenden Lagers Aida störten die Performance und pflanzten eine Palästinafahne in die übergroße Torte. Ebenfalls in Nachbarschaft der Sperrmauer befindet sich ein Fischrestaurant. Der Eigentümer schloss nach dem Mauerbau sein Restaurant, lebte einige Jahre in den USA und kehrte dann, inspiriert von Banksy, nach Bethlehem zurück: er nutzte die Mauer als Werbefläche und benannte einen Trakt seines neu eröffneten Restaurants als Wall Lounge.[149]
Literatur
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