Gertrud Pfister

Gertrud Pfister (* 12. Dezember 1945 in Eichstätt) ist eine deutsche Sportwissenschaftlerin und -historikerin sowie Sachbuchautorin.

Leben

Gertrud Pfister wurde als Tochter von Pauline Pfister, geborener Hofmann, und des Oberstudienrats Erhard Pfister in Eichstätt geboren. Nach dem Studium 1966 bis 1971 von Leibeserziehung und Latein sowie von 1971 bis 1976 Geschichte und Sozialwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Examen als Staatlich geprüfte Skilehrerin wurde sie in Regensburg 1976 im Fach Alte Geschichte zum Dr. phil. promoviert. Horst Ueberhorst holte sie im selben Jahr als Assistentin im Sport an die Ruhr-Universität Bochum, wo sie 1980 in Sportsoziologie zum Dr. rer. soc. promoviert wurde, ehe sie 1980 einem Ruf an die PH Berlin / FU Berlin auf eine Professur für Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Sportgeschichte/Sportsoziologie folgte. Sie war Mitherausgeberin der Reihe Sportsoziologische Arbeiten. Neben Skifahren übte sie als Sportlerin auch Tennis und Fallschirmspringen aus. 1986 habilitierte sich die ledige Wissenschaftlerin an der Ruhr-Universität in Sportwissenschaft. Im Jahr 2001 wechselte sie auf einen Lehrstuhl für Sportwissenschaft an der Universität Kopenhagen. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt in der Geschichte und Soziologie des Frauensports. Hierbei hat sie sich sowohl mit Sportlerinnen als auch mit Sportfunktionärinnen und Sportwissenschaftlerinnen auseinandergesetzt.[1] Von 1996 bis 2007 war Gertrud Pfister Vizepräsidentin Gesellschaftspolitik des Deutschen Turner-Bundes.[2]

Veröffentlichungen (Auswahl)

Gertrud Pfister hat über 20 Bücher und 250 Beiträge veröffentlicht, die vor allem in Fachkreisen Beachtung finden.

  • Frau und Sport. Frühe Texte. Frankfurt am Main 1980.
  • Geschlechtsspezifische Sozialisation und Koedukation im Sport. Mit 33 Abbildungen und 67 Tabellen. Bartels und Wernitz, Berlin 1983, ISBN 3870390646 ISBN 9783870390648; zugleich Habilitationsschrift 1981.
  • mit Marie-Luise Klein: Goldmädel, Rennmiezen, Turnkücken. Die Darstellung der Frau in der Sportberichterstattung der BILD-Zeitung. Bartels und Wernitz, Berlin 1985, ISBN 978-3870390747.
  • Zurück zur Mädchenschule? Beiträge zur Koedukation. Centaurus, Pfaffenweiler 1988, ISBN 978-3890852263.
  • Fliegen – Ihr Leben: Die ersten Pilotinnen. Orlanda Frauenverlag, Berlin 1989, ISBN 978-3922166498.
  • Spiele der Welt im Spannungsfeld von Tradition und Moderne. Academia, Sankt Augustin 1996, ISBN 3-883458988.
  • Sport im Lebenszusammenhang von Frauen. Ausgewählte Themen. Karl Hofmann, Schorndorf 1999, ISBN 978-3778009048.
  • Frauen und Sport in der DDR. Sport und Buch Strauß, Köln 2002, ISBN 3-890013686.
  • Dieter H. Jütting, Michael Krüger (Hrsg.): Sport für alle. Idee und Wirklichkeit. (Beitrag) S. 233 ff. Waxmann, Münster / New York 2013, ISBN 978-3-8309-3586-5.

Ehrungen

Literatur

  • Annette R. Hofmann, Else Trangbæk (Hrsg.): International perspectives on sporting women in past and present. A Festschrift for Gertrud Pfister. Institute of Exercises and Sport Studies of the University, Kopenhagen 2005, ISBN 87-89361-99-7.
  • Pfister, Gertrud. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 944.

Einzelnachweise

  1. Gertrud Pfister: Frauen im Netzwerk internationaler Organisationen – die ersten lAPESGW-Präsidentinnen: Dorothy Ainsworth, Marie Thérèse Eyquem und Liselott Diem. In: Arnd Krüger, Bernd Wedemeyer-Kolwe (Hrsg.): Aus Biographien Sportgeschichte lernen. Festschrift zum 90. Geburtstag von Prof. Dr. Wilhelm Henze. 2000, S. 211–251.
  2. Die Führung des Deutschen Turner-Bundes seit 1950. DTB, abgerufen am 11. März 2021.
  3. Prof. Dr. Dr. Dr. Gertrud Pfister. Abgerufen am 11. März 2021.