Gertrud Gönnenwein
Gertrud Gönnenwein (* 3. September 1912 in Winterbach; † unbekannt) war eine deutsche Hauptwachtmeisterin und Aufseherin im Arbeitserziehungslager für Frauen in Rudersberg.
Leben
Nach dem Schulbesuch absolvierte sie 1928 verschiedene hauswirtschaftliche Kurse, lernte Maschinenschreiben und Stenografie und lebte während dieser Zeit bei ihren Eltern in Winterbach. Im Juli 1942 stellte sie die württembergische Gestapo auf Vermittlung von Friedrich Mußgay, dem Leiter der Staatspolizeileitstelle Stuttgart, als Hauptwachtmeisterin und Aufseherin für das Arbeitserziehungslager in Rudersberg ein, das sich im Hotel „Zur Ritterburg“ befand.[1] Mußgay war mit Gönnenweins Tante verheiratet. Im Lager mussten die Gefangenen Zwangsarbeit verrichten und wurden von der Gestapo-Abteilung „Ausländische Arbeiter“ im „Hotel Silber“ in Stuttgart etwa wegen „Arbeitsbummelei“ oder „Arbeitsvertragsbruch“ inhaftiert. Gönnenwein misshandelte die Inhaftierten oft durch Schläge ins Gesicht und demütigte die gefangenen Frauen, insbesondere neu angekommene Häftlinge waren ihren Schikanen ausgesetzt. Im Dezember 1943 wurde Gönnenwein als Aufseherin in das „Sicherungslager“ Schirmeck-Vorbruck im Elsass abkommandiert; über ihre dortige Tätigkeit liegen keine Informationen vor.[2]
Nach Kriegsende erhoben mehrere ehemalige Zwangsarbeiterinnen schwere Vorwürfe gegen sie und andere Aufseherinnen. Vor der Spruchkammer versuchte Gönnenwein, die Vorwürfe herunterzuspielen und abzuschwächen. 1947 wurde sie von der Spruchkammer als Hauptschuldige eingestuft. Sie legte Berufung ein und erreichte in einer neuen Verhandlung die Herabstufung zur Belasteten. Ihr ehemaliger Vorgesetzter und Leiter des Arbeitserziehungslagers Friedrich Klein wurde in seinem Verfahren lediglich als Mitläufer eingestuft.
Das weitere Schicksal von Gertrud Gönnenwein ist unbekannt.
Einzelnachweise
- ↑ Stuttgarter Nachrichten: Lager und Zwangsarbeit im Rems-Murr-Kreis: NS-Terror gab es auch direkt vor der Haustüre. Abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Gertrud Gönnenwein. In: www.bildung-ns-zwangsarbeit.de. Abgerufen am 7. Januar 2026 (deutsch).