Gerald Bigurube
Gerald Bigurube ist ein tansanischer Naturschützer und früherer Generaldirektor der Nationalparkbehörde Tanzania National Parks (TANAPA).[1] Im Jahr 2018 wurde er gemeinsam mit Clovis Razafimalala mit dem Deutschen Afrika-Preis ausgezeichnet.[2][3] Später leitete er das Tansania-Programm der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt.[1]
Leben
Bigurube begann seine Laufbahn in den 1970er-Jahren in der staatlichen Wildlife Division Tansanias und studierte unter anderem an der University of Alberta in Edmonton.[4] In den 1980er-Jahren war er Leiter des Selous Game Reserve, wo er sich in einer Phase intensiver Wilderei profilierte.[4] Im Jahr 1994 wechselte er zu TANAPA, wurde dort zunächst Director of Conservation und 2004 Generaldirektor der Behörde.[4] Nach seinem Ausscheiden aus der TANAPA trat er 2009 in die Zoologischen Gesellschaft Frankfurt ein und wirkte dort als Landesdirektor; 2019 folgte ihm Ezekiel Amani Dembe in dieser Funktion nach.[1]
Wirken
Bigurube verband Naturschutz konsequent mit lokaler Entwicklung und spielte eine wichtige Rolle bei der Einführung von Wildlife Management Areas (WMA) zur Beteiligung von Gemeinden an Einnahmen aus Safaritourismus.[2][3] Unter seiner Führung wurde die Bekämpfung der Wilderei intensiviert; Berichte heben eine deutliche Erholung von Wildtierbeständen in TANAPA-Gebieten hervor.[3] Zu den organisatorischen Modernisierungen zählten auch die Beschaffung und der Einsatz von Kleinflugzeugen für Überwachung und Schutz der Schutzgebiete.[4] Als Landesdirektor der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt verantwortete er Programme unter anderem in der Serengeti und in den Mahale-Bergen und begleitete den Ausbau praktischer Schutz- und Managementkapazitäten vor Ort.[1] Wissenschaftlich wirkte Bigurube als einer der Verfasser einer 2015 in Conservation Biology erschienenen Studie, welche eine Umfahrung der geplanten Straße durch die Serengeti aus naturschutz- und ökonomischen Gründen befürwortete.[5] Für seinen jahrzehntelangen Einsatz erhielt er am 27. November 2018 in Berlin den von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble überreichten Deutschen Afrika-Preis.[2][6] Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt würdigte ihn zudem als ersten Tansanier unter den Hauptpreisträgern dieser Auszeichnung.[7]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Tanzania: Frankfurt Zoological Society gets new country director. In: The Citizen. 26. März 2019, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ a b c Gerald Bigurube (Tanzania) and Clovis Razafimalala (Madagascar) — Winners of the German Africa Award 2018. In: deutsche-afrika-stiftung.de. 27. November 2018, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ a b c German Africa Prize 2018 for nature conservationists. In: deutschland.de. 26. November 2018, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ a b c d German Africa Prize: Conservationist about to hang his boots after 45. In: The Guardian (IPP Media). 3. Oktober 2018, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ Conservation and economic benefits of a road around the Serengeti. In: Princeton University. 1. Juni 2015, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ ZGF Gorilla 3/2018. In: fzs.org. 27. November 2018, abgerufen am 20. September 2025.
- ↑ Annual Report 2018 – Mission: Wilderness. In: fzs.org. 2019, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).