Clovis Razafimalala
Clovis Razafimalala ist ein madagassischer Umweltschützer und Menschenrechtler, der öffentlich den illegalen Handel mit Rosenholz anprangert.[1] Er ist Koordinator der Coalition Lampogno und regionaler Koordinator der Coalition Nationale de Plaidoyer Environnemental (CNPE).[1] Im Jahr 2018 erhielt er gemeinsam mit dem tansanischen Naturschützer Gerald Bigurube den Deutschen Afrika-Preis.[2] Das Umweltmedium Mongabay bezeichnete ihn 2017 als „vielleicht den bekanntesten Aktivisten des Landes“.[3]
Leben und Wirken
Im Jahr 2009 moderierte Razafimalala zusammen mit Freunden in Maroantsetra eine wöchentliche Aufklärungssendung beim lokalen Sender Radio 2000, in der sie die Zerstörung der Nationalparks Makira und Masoala thematisierten.[4] Wenige Wochen später wurde sein Haus von Unbekannten in Brand gesetzt, und kurz darauf war auch der Radiosender Ziel eines Anschlags; die Sendung wurde vorübergehend eingestellt.[4] Er ist Vater zweier Kinder und erhielt wiederholt Todesdrohungen; zudem lehnte er Geldangebote zur Beendigung seines Einsatzes ab.[5][3]
Razafimalala leitete in der Folge die zivilgesellschaftliche Plattform Lampogno (später Lampogno MaMaBaie), die sich in der Bucht von Antongil gegen den Schmuggel natürlicher Ressourcen einsetzt und etwa die Wiedereröffnung der Zollstelle in Maroantsetra betrieb.[4] Am 16. September 2016 wurde er festgenommen und wegen „Rebellion“, „Zerstörung öffentlicher Gebäude“ und „Brandstiftung an Verwaltungsdokumenten“ angeklagt; er verbrachte zehn Monate in Untersuchungshaft, fast 400 Kilometer von seinem Wohnort entfernt.[6][7] Am 24. Juli 2017 sprach ihn das Gericht vom Vorwurf der Rebellion frei, verhängte jedoch wegen Sachbeschädigung und Brandstiftung eine fünfjährige Bewährungsstrafe; nach über zehn Monaten Haft wurde er entlassen.[8][9] Im Jahr 2019 hob das Kassationsgericht das frühere Urteil auf und ordnete eine Neuverhandlung an; im Dezember 2020 forderte Amnesty International angesichts weiter laufender Verfahren die Einstellung der Vorwürfe und verwies auf einen Gerichtstermin am 17. Dezember 2020.[8] Internationale Organisationen wie Front Line Defenders und die American Bar Association dokumentierten seinen Fall als Beispiel anhaltender gerichtlicher Schikanen gegen Umweltverteidiger in Madagaskar.[1][10] Für seinen langjährigen Einsatz wurde er 2018 mit dem Deutschen Afrika-Preis ausgezeichnet.[2]
Einzelnachweise
- ↑ a b c Clovis Razafimalala. In: Front Line Defenders. 16. Dezember 2020, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ a b Press release: Gerald Bigrube and Clovis Razafimalala receive 2018 German Africa Award. In: Deutsche Afrika Stiftung e.V. 24. Mai 2018, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ a b Another Madagascar environmental activist imprisoned. In: Mongabay. 20. Oktober 2017, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ a b c Anti-trafficking activist held without trial in Madagascar. In: Mongabay. 8. Mai 2017, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ Portrait – Clovis Razafimalala. In: Amnesty International France. 29. November 2017, abgerufen am 20. September 2025 (französisch).
- ↑ Madagascar: A Damocles sword on environmental activist’s head. In: Amnesty International. 30. Juli 2017, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ Madagascar : Clovis Razafimalala, un écologiste en prison depuis le 16 septembre. In: Radio France Internationale. 1. November 2016, abgerufen am 20. September 2025 (französisch).
- ↑ a b Madagascar: Authorities must drop spurious charges against environmental activist. In: Amnesty International. 9. Dezember 2020, abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ Madagascar : l’écologiste Razafimalala condamné à 5 ans de prison avec sursis. In: Radio France Internationale. 25. Juli 2017, abgerufen am 20. September 2025 (französisch).
- ↑ Madagascar: Environmental Activist Clovis Razafimalala. Abgerufen am 20. September 2025 (englisch).