Gepard Express
| Gepard Express, SE
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|---|---|
| Rechtsform | Europäische Gesellschaft (SE) |
| Gründung | 17. April 2019 |
| Sitz | Jezuitská 6/1, Brno-město, 602 00 Brno |
| Leitung | Albert Fikáček |
| Branche | Verkehr |
| Website | gepard.com |
Gepard Express, SE (Fahrzeughalterkennzeichnung GE)[1] ist ein tschechisches Eisenbahnverkehrsunternehmen und Eisenbahninfrastrukturunternehmen mit Sitz in Brünn. Das Unternehmen wurde 2019 gegründet und befindet sich vollständig im Besitz von Albert Fikáček.
Seit Oktober 2025 ist Gepard Express Eigentümer und Betreiber der schmalspurigen Nebenbahnen Jindřichův Hradec–Obrataň und Jindřichův Hradec–Nová Bystřice in Südböhmen.
Geschichte
Gepard Express betrieb bis zum Verkauf des Geschäftsbereiches im August 2025 Buslinienverbindungen von Brünn zum Flughafen Wien und zum Václav-Havel-Flughafen Prag.[2]
Am 17. April 2021 fuhr das Unternehmen in Kooperation mit Railway Capital und der Gemeinde Hevlín einen Sonderzug auf der neu kategorisierten Strecke Bahnstrecke Hrušovany nad Jevišovkou-Šanov–Hevlín.[3]
2021 stellte Gepard Express Schlafwagen zur Unterbringung von Betroffenen und Helfern nach dem Tornado in Südmähren bereit.[4]
Im Februar 2022 organisierte Gepard Express für die Stadt Brünn einen Präsentationszug zum Flughafen Wien-Schwechat.[5] Ab Juni 2023 wurden tägliche Verbindungen auf dieser Strecke angeboten,[6][7] bis Anfang 2025 auf Busbetrieb umgestellt wurde. Im Sommerfahrplan 2025 scheint wieder ein nächtlich verkehrendes Zugpaar auf.
Seit dem 24. Mai 2025 betreibt Gepard Express die saisonale touristische Linie Hvozdnický Express auf der Bahnstrecke Opava východ–Svobodné Heřmanice.[8]
Im April 2024 wurde Gepard Express von den Regionen Südböhmen und Vysočina als neuer Betreiber der Schmalspurbahn Jindřichův Hradec–Nová Bystřice und Schmalspurbahn Jindřichův Hradec–Obrataň ausgewählt, nach dem der bisherige Eigentümer Jindřichohradecké místní dráhy (JHMD) im September 2022 Insolvenz anmelden musste.[9]
Nach dem Scheitern aller Sanierungskonzepte stand die JHMD im April 2025 in einer Auktion als Ganzes zum Verkauf. Gepard Express bot 83 Millionen Kronen und gewann die Auktion. Das Kreisgericht in České Budějovice genehmigte den Verkauf am 2. Juli 2025.[10][11] Zur Finanzierung wurde der Busbetrieb zum 1. August 2025 an RegioJet verkauft. Die Stadt Jindřichův Hradec stellte zudem 20 Millionen Kronen als kurzfristig rückzahlbares Darlehen zur Verfügung. Zur Tilgung des Darlehens verkauft Gepard Express kurzfristig alle nicht mehr unmittelbar benötigten Lokomotiven und Wagen.[12][13][14]
Da Albert Fikáček die zu zahlende Summe einige Tage zu spät an den Gläubigerausschuss überwies, beschloss die Gläubigerversammlung zunächst einen Verkauf an den Zweitbieter Fexlin des Unternehmers Otakar Moťka, der 81,35 Millionen Kronen für die Übernahme geboten hatte. Das Insolvenzgericht bestätigte jedoch am 17. September 2025 die Entscheidung für Gepard Express. Der Gläubigerausschuss stimmte dem am 22. September zu und verlängerte dafür nachträglich die Zahlungsfrist.[15][16][17][18] Der Kaufvertrag für die beiden Schmalspurstrecken wurde am 1. Oktober 2025 geschlossen.[19] Das Darlehen der Stadt Jindřichův Hradec wurde im Dezember 2025 durch einen normalen Bankkredit abgelöst und fristgerecht zurücküberwiesen.[20]
VlakFest
Ein von Gepard Express betriebenes Projekt für Veranstaltungen und Festivalreisen in Sonderzügen, u. a. nach Tschechien, Slowakei, Bosnien und Herzegowina und Moldawien. In den Zügen wird Livemusik angeboten, an den Reisezielen werden Veranstaltungen organisiert.[21]
Am Wochenende vom 19. bis 21. September 2025 veranstaltete Gepard Expres zur Wiederinbetriebnahme der südböhmischen Schmalspurbahnen das Vlakfest Festival Obrataňka. Auf der betriebsfähigen Strecke zwischen Jindřichův Hradec und Kamenice nad Lipou verkehrten eine Vielzahl an Sonderzügen. Die Züge konnten kostenlos benutzt werden.[22]
Strecken
Eigentum:
- Jindřichův Hradec–Nová Bystřice (32,869 km)
- Odb. Dolní Skrýchov–Obrataň (44,011 km)
Beauftragter SPNV auf fremder Infrastruktur:
- Opava východ–Svobodné Heřmanice (Hvozdnický expres)
Fahrzeuge
Lokomotiven
Seit 2023 besitzt Gepard Express die elektrischen Lokomotiven 121.068 und 140.099.[23][24]
Wagen
Über die slowakische Firma Wagon Service, ebenfalls im Besitz von Albert Fikáček,[25] hat das Unternehmen Zugriff auf Schlafwagen.[26] Ebenfalls im Besitz des Unternehmens ist ein zum Saunawagen umgebauter ehemaliger Dienstwagen.[27]
Weblinks
- Homepage von Gepard Express (englisch)
- Webauftritt von Radio Prague International. „In jeden Zug gehört eine Sauna“: Albert Fikáček ist Tschechiens gewieftester Eisenbahnunternehmer
Einzelnachweise
- ↑ Vehicle Keeper Marking Register (VKM). European Railway Agency, abgerufen am 19. April 2021 (englisch).
- ↑ Jízdní řád. In: gepard.com. Abgerufen am 7. Mai 2024 (tschechisch).
- ↑ Jan Šindelář: Mimořádný vlak z Javorníka ve Slezsku pokřtil místní dráhu do Hevlína. In: Zdopravy.cz. 25. April 2021, abgerufen am 25. April 2021 (tschechisch).
- ↑ Fikáček poslal do Hrušek ubytovací vozy. Abgerufen am 26. Dezember 2021 (tschechisch).
- ↑ Z Brna odjel první přímý, zatím jediný, vlak na vídeňské letiště. ČTK, 22. Februar 2022, abgerufen am 2. Mai 2022 (tschechisch).
- ↑ Brno mění provozovatele vlaků na letiště ve Vídni, od června začne jezdit Gepard Express. In: Zdopravy.cz. 29. März 2023, abgerufen am 6. April 2023 (tschechisch).
- ↑ Gepard Express nur mit einem Zugpaar gen Wien | Eurailpress Archiv. Abgerufen am 29. Juni 2025.
- ↑ Hvozdnický Express zahájí další letní sezónu. Tentokrát pod taktovkou dopravce Gepard Express. In: gepard.com. 12. Mai 2025, abgerufen am 25. Mai 2025 (tschechisch).
- ↑ Adam Hudec: Je rozhodnuto. Kraje vybraly dopravce. 12. April 2024, abgerufen am 6. Mai 2024 (tschechisch).
- ↑ „Koupi jindřichohradeckých úzkokolejek je blíže Gepard Express, nabídl vyšší částku“ auf zdopravy.cz
- ↑ „Soud vyslovil naději, že tříletý klid na úzkokolejkách bude jen žalostnou epizodou. A schválil prodej Fikáčkovi“ auf zdopravy.cz
- ↑ „Gepard Express chce začít jezdit na úzkokolejkách co nejdříve, prodává autobusovou dopravu“ auf zdopravy.cz
- ↑ „Gepard Express opustil autobusovou dopravu, předal ji RegioJetu“ auf zdopravy.cz
- ↑ „Fikáček prodává desítky železničních vozidel, chce se soustředit na úzkokolejky“ auf zdopravy.cz
- ↑ Login - Eurailpress. Abgerufen am 12. September 2025.
- ↑ LOK Report - Tschechien: JHMD geht an Fexlin und nicht an Gepard Express. Abgerufen am 12. September 2025 (deutsch).
- ↑ „Další zvrat v kauze úzkokolejek. Fikáček je zpátky ve hře“ auf zdopravy.cz
- ↑ „Odpuštěno. Věřitelský výbor schválil prodej úzkokolejek Fikáčkovi“ auf zdopravy.cz
- ↑ „Po třech letech agonie svítá naděje pro úzkokolejky. Začínají bez starých dluhů a s novým majitelem“ auf zdopravy.cz
- ↑ „Fikáček splatil Jindřichovu Hradci půjčku na úzkokolejky“ auf zdopravy.cz
- ↑ O VlakFestu. In: vlakfest.cz. Abgerufen am 26. Dezember 2021 (tschechisch).
- ↑ Informationen auf vlakfest.cz
- ↑ Petr Štefek: Gepard Express bude provozovat „bobinu“ 140.099. Abgerufen am 7. Mai 2024 (tschechisch).
- ↑ Lok 140 in Praha-Smíchov. In: Lok-Report. Abgerufen am 29. Juni 2025.
- ↑ Výpis z Obchodného registra. Abgerufen am 7. Mai 2024 (tschechisch).
- ↑ Vít Čepický: Albert Fikáček: Chtěl jsem mít vlastní vláček. In: Železničář. Abgerufen am 7. Mai 2024 (tschechisch).
- ↑ Nadšenci přestavěli hytlák na saunový vůz. Abgerufen am 26. Dezember 2021 (tschechisch).