George Cooke (Maler)

George Esten Cooke (* 14. März 1793 in St. Mary’s County, Maryland; † 26. März 1849 in New Orleans, Louisiana) war ein US-amerikanischer Maler des 19. Jahrhunderts. Er ist bekannt für seine Porträts, Kopien alter Meister und Landschaftsgemälde.[1]

Leben

George Cooke war weitgehend Autodidakt. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel konnte er keine formale Kunstausbildung absolvieren. Stattdessen arbeitete er zunächst als Teilhaber eines Handelsunternehmens in Washington, D.C. Im Jahr 1816 heiratete er Mary Ann Heath, die Tochter des Politikers John Heath aus Virginia und Schwester von James Elwell Heath, dem ersten Herausgeber des Southern Literary Messenger. Nachdem seine Handels- und Landgeschäfte gescheitert waren, begann er 1819 damit, Ölkopien von Porträts der ersten vier US-Präsidenten von Gilbert Stuart anzufertigen. Dies markierte den Beginn seiner Laufbahn als Porträtmaler, die er auf Reisen durch Virginia, insbesondere in Richmond, fortsetzte. Im Jahr 1824 studierte er zusammen mit seinem entfernten Cousin John Gadsby Chapman im Atelier des Malers Charles Bird King in Washington. Bereits 1825 hatte er eigenen Angaben zufolge rund 130 Porträts gefertigt. Mit den daraus erzielten Einnahmen reiste er 1826 mit seiner Frau nach Europa. Nach einem Jahr an der Kunstakademie in Florenz lebte er bis 1828 in Rom. Dort begann er, großformatige Kopien alter Meister anzufertigen, darunter Die Verklärung Christi von Raffael. 1829 besuchte er Neapel und kehrte anschließend in die USA zurück. In Washington stellte er Werke wie The Conspiracy of Catiline und Interior of St. Peter’s, Rome aus.[2]

Ein weiterer Aufenthalt in Europa führte ihn nach Paris, wo er im Louvre eine Kopie von Théodore Géricaults Floß der Medusa anfertigte. Das Gemälde wurde 1831 in New York ausgestellt. Ab 1832 widmete sich George Cooke vermehrt der Landschafts- und Vedutenmalerei. Zwischen 1834 und 1837 reiste er als wandernder Porträtmaler durch verschiedene Bundesstaaten und veröffentlichte zudem Artikel im Southern Literary Messenger, einer der bedeutendsten Zeitschriften des amerikanischen Südens vor dem Bürgerkrieg. 1837 kehrte er nach Washington, D.C., zurück, um Charles Bird King bei der Anfertigung von Porträts nordamerikanischer Ureinwohner zu unterstützen. Diese Arbeiten wurden später durch die Lithographen McKenney und Hall verbreitet. Von Dezember 1844 bis 1848 betrieb er eine saisonale Kunstgalerie in der St. Charles Street in New Orleans. Sie wurde finanziell durch den Industriellen Daniel Pratt aus Alabama und den Sammler James Robb unterstützt. In der Galerie zeigte er Werke führender amerikanischer Künstler wie Thomas Sully, Emanuel Leutze und Daniel Huntington. 1848 unternahm er eine Malreise durch das sogenannte „Black Belt“-Gebiet Alabamas. Während dieses Aufenthalts porträtierte er den wohlhabenden Juristen John Whitfield Lapsley aus Selma und fertigte im Anschluss ein Gedenkbild von dessen früh verstorbenem Sohn Joseph Fairfax Lapsley an. Dieses Werk gilt als Beispiel für Cookes Auseinandersetzung mit Themen wie Vergänglichkeit und künstlerischer Unsterblichkeit, die er auch in seinen im Southern Literary Messenger veröffentlichten Schriften behandelte. George Cooke lebte und arbeitete zeitweise in Tuscaloosa und Mobile, später dann in New Orleans. Dort starb er 1849 während einer Cholera-Epidemie.[2]

Werk

George Cooke malte Porträts von Politikern, Bürgern und Geschäftsleuten sowie Landschaften und Architekturszenen. Sein bekanntestes Werk ist das Gemälde City of Washington from Beyond the Navy Yard, das sich im Weißen Haus in Washington befindet. In seinen Landschaften sind Einflüsse der europäischen Vedutenmalerei sowie klassizistischer Kompositionen erkennbar. Stilistisch sind seine Arbeiten mit den warmen Farbtönen der Hudson River School verwandt. Er fertigte auch Kopien berühmter europäischer Gemälde an und schuf allegorische Darstellungen. Heute befinden sich seine Werke unter anderem in den Sammlungen der White House Historical Association, der United States Military Academy, des Georgia Museum of Art, des Morris Museum of Art und des Gibbes Museum of Art.[2]

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Linda Crocker Simmons, Estill Curtis Pennington, William Nathaniel Banks: George Cooke 1793–1849. University of Georgia Georgia Museum, 1991.
  • Jessie Poesch: The Art of the Old South: Painting, Sculpture, and Architecture and the Products of Craftsmen, 1560–1860. New York, Knopf, 1983.
  • Curtis J. Evans: The Conquest of Labor: Daniel Pratt and Southern Industrialization. Baton Rouge, Louisiana State University Press, 2001.
Commons: George Cooke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. George Cooke | Smithsonian American Art Museum. Abgerufen am 16. Oktober 2025 (englisch).
  2. a b c George Cooke :. Abgerufen am 16. Oktober 2025 (englisch).