Georg Strauß (Politiker)

Georg Heinrich Strauß (* 11. Juli 1750 in Heilbronn; † 18. Juni 1804 in Worms[1]) war von 1800 bis zu seinem Tod Bürgermeister („Maire“) von Worms.[2]

Familie

Georg Strauß war der Sohn des Heilbronner Metzgermeisters Johann Jakob Strauß (1713–1781) und dessen Frau, Maria Barbara, geborene Mayer (1717–1759). Sie war die Tochter des Zunftmeisters und Bürgermeisters Johannes Mayer in Lauffen am Neckar.[3]

Georg Strauß war drei Mal verheiratet. Die Frauen waren Schwestern und alle Töchter des verstorbenen kaiserlichen (Thurn-und-Taxischen) Posthalters in Worms, Johann Georg Fayß (1716–1772), und dessen Frau, Anna Dorothea (1721–1773), geborene Schumann. Auf diese Weise kam Georg Strauß selbst in die Stellung des Posthalters von Worms.[4] Die Ehen schloss er mit[5]:
1. Anna Philippina (1745–1774)[Anm. 1], geborene Fayß
2. Maria Elisabeth (1752–1784), geborene Fayß. Aus dieser Ehe sind als Kinder belegt:

  • Johann Jakob Heinrich Strauß (* 1775), der eine Weinwirtschaft in Worms betrieb.
  • 4 weitere Kinder, die alle schon als Kleinkinder starben.

3. Wilhelmine (1767–1799), geborene Fayß. Aus dieser Ehe sind als Kinder belegt:

  • Maria Magdalena Rosina (1787–1851), verheiratet mit Kilian Euler (1786–1842), Posthalter in Worms. Ein Sohn aus dieser Ehe, Franz Euler, war von 1852 bis 1856 ebenfalls Bürgermeister von Worms. Ein weiterer Sohn aus dieser Ehe, Wilhelm Heinrich (1822–1901), setzte die Familientradition fort, wurde Posthalter und letztendlich kaiserlicher Postdirektor in Worms.[6]
  • 2 weitere Kinder, die alle schon als Kleinkinder starben.

Wirken

Georg Strauß erwarb 1774 das Wormser Bürgerrecht. 1781 wurde er Ratsherr. In dieser Funktion verhandelte er gegenüber dem mit französischen Revolutionstruppen anrückenden General Adam-Philippe de Custine über dessen Kontributionsforderungen gegen die Stadt Worms.[7]

Georg Strauß war Mitglied des Wormser Jakobinerklubs, ebenso wie Konrad von Winkelmann, des ersten, 1792 seitens des Generals de Custine in Worms eingesetzten Bürgermeisters. Zu diesem stand er aber bald in Opposition. Er warf ihm vor, sich genauso autoritär zu gebärden, wie die Amtsträger des vorangegangenen Ancien Régime.[8] 1794 war Strauß eine der 13 Geiseln, die die Franzosen zunächst nach Landau und dann weiter nach Langres verschleppten, um Geldforderungen von der Stadt Worms zu erpressen.[9] Einige Jahre später, 1798, unterzeichnete er eine – wohl von Winkelmann entworfene – „Reunions-Adresse“ zusammen mit diesem, die den Anschluss von Worms an die Französische Republik forderte.[10]

Die französische Verwaltung ernannte Georg Strauß am 1. Dezember 1800 zum „Maire“ (Bürgermeister) von Worms. Ins Amt eingeführt wurde er am 31. Dezember 1800.[11] Wesentliche Ereignisse seiner Amtszeit waren die Säkularisation des umfangreichen kirchlichen Besitzes in Worms[12] und die Aufgabe des Staatskults der Vernunft auch in Worms.[13] Bei der Versteigerung des verstaatlichten Kirchenguts steigerte Georg Strauß privat mit.[14]

1804 starb Georg Strauß durch Suizid. Er erschoss sich.[15]

Literatur

  • Franz Dumont: Worms im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons (1789/92–1814/16). In: Gerold Bönnen (Hg.): Geschichte der Stadt Worms. 2. Auflage. Theiss, Stuttgart 2015. ISBN 978-3-8062-3158-8, S. 353–400.
  • Ludwig Hepding: Die Posthalterfamilien Fayß, Strauß und Euler in Worms. In: Hessische Familienkunde 14 (1978), Sp. 111–122.

Anmerkungen

  1. Die Daten zu ihrer Person, die genannten Vornamen, Geburts- und Sterbetag und Geburtsort, werden voneinander stark abweichend unterschiedlich angegeben (Lagis / Weblinks, Abschnitt „Partner“). Die hier verwendeten Daten sind die von Hepding, Sp. 117, mitgeteilten.

Einzelnachweise

  1. Strauß, Georg Heinrich in LAGIS (Weblinks).
  2. Dumont, S. 383.
  3. Strauß, Georg Heinrich in LAGIS (Weblinks).
  4. Hepding, Sp. 115.
  5. Alle folgenden Daten – soweit nicht anders angegeben – nach Hepding, Sp. 117.
  6. Hepding, Sp. 121.
  7. Hepding, Sp. 115.
  8. Dumont, S. 365.
  9. Hepding, Sp. 115.
  10. Dumont, S. 365.
  11. Dumont, S. 383.
  12. Dumont, S. 384.
  13. Dumont, S. 389.
  14. Dumont, S. 387.
  15. Dumont, S. 389; Hepding, Sp. 115.