Georg Karl Philipp Hessenmüller

Georg Karl Philipp Hessenmüller, zumeist Carl oder Karl Hessenmüller, (geboren am 6. Januar 1803 in Wolfenbüttel; gestorben am 21. November 1862 in Braunschweig) war ein evangelischer Theologe, Generalsuperintendent und Historiker sowie Pastor der Kirche St. Ulrici. Er verfasste viele seiner Schriften unter C. Hessenmüller.

Leben

Hessenmüller war ein Sohn eines Geistlichen. Er studierte Theologie und Philologie in Halle und wurde 1826 Oberlehrer an der Schule des Braunschweiger Waisenhauses und wurde am 14. März 1830 zum Pastor der Kirche St. Ulrici gewählt.

Im Jahr 1842 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern eines Theologischen Vereins und gab von 1850 bis 1852 die Blätter für die Christliche Erbauung und Belehrung heraus. 1859 wurde er zum General- und Superintendenten ernannt. Er unterstützte zudem den Gustav-Adolf-Verein, der sich um evangelische Minderheiten in katholischen Ländern kümmerte und war ein Befürworter der Grundrechte des deutschen Volkes, die 1848 im Reichsgesetz festgeschrieben wurden. Darüber hielt er am 18. Januar 1849 in der Brüdernkirche eine Rede.[1] Er beteiligte sich gemeinsam mit Hermann Dürre daran ein Verzeichnis der Urkunden des Braunschweiger Stadtarchivs anzulegen, war 1860 Mitglied des Archivvereins und einer der Initiatoren für die Herausgabe des Urkundenbuches der Stadt Braunschweig. Hessenmüller verfasste mehrere Werke über die braunschweigische Kirchengeschichte, die sich insbesondere mit der Zeit der Reformation und mit Johannes Bugenhagen, Heinrich Lampe (auch Henricus Lampedius) und Martin Luther[2] beschäftigen.[3] Er schrieb aber auch über soziale Einrichtungen, wie die Braunschweiger Armenanstalten.[4]

Schriften (Auswahl)

  • Die Gegner der Gustav-Adolph-Stiftung. Ein Wort zur Beherzigung und Verständigung. Georg Westermann, Braunschweig 1845 (digitale-sammlungen.de).
  • Blätter für christliche Erbauung und Belehrung. Friedrich Otto, Braunschweig 1850–1852 (Zeitschrift).
  • Das Roß in der Poesie, Mythologie und dem religiösen Cultus des Nordens. Meinecke, Braunschweig 1847.
  • Heinrich Lampe, der erste evangelische Prediger in der Stadt Braunschweig : Ein auf Quellenstudium beruhender Beitrag zur Reformationsgeschichte der Stadt Braunschweig. Friedrich Otto, Braunschweig 1852 (digitale-sammlungen.de).
  • Die Frauen und das Christenthum : christlichen Frauen und Jungfrauen gewidmet. C. A. Schwetschke und Sohn, Braunschweig 1856 (digitale-sammlungen.de).
  • Die Nachfolge Jesu : ein Andachtsbuch für gebildete Christen. Ramdohr, Braunschweig 1856.
  • Festpredigt bei der Jahresversammlung des Hauptvereins der Gustav-Adolph-Stiftung im Herzogthume Braunschweig am 29. Juli 1858 in der Brüdernkirche zu Braunschweig. Leibrock, Braunschweig 1858.
  • Festpredigt bei der Gedächtnißfeier des für Braunschweig unvergeßlichen ersten August 1809 : gehalten am ersten August 1859. Braunschweig 1859.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Die Freude über die Einführung der Grundrechte des deutschen Volkes : Predigt … am 18. Januar 1849. Krampe, Braunschweig 1849.
  2. Dr. Martin Luther’s letztes Wirken, Tod und Begräbniß nach den Quellen dargestellt. G. Rademacher, Braunschweig 1846 (digitale-sammlungen.de).
  3. Klaus Jürgens: Hessenmüller, Karl Georg Philipp. In: Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. hrsg. im Auftrag der Braunschweigischen Landschaft e. V. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8, S. 271.
  4. Geschichte der Braunschweigischen Armen-Anstalten : eine Denkschrift zur fünfzigjährigen Jubelfeier derselben am 13. Februar 1855. Friedrich Otto, Braunschweig 1855.