Gemeinlot

Das Gemeinlot ist ein Begriff aus der Mathematik insbesondere aus der analytischen Geometrie. Zu zwei Geraden bezeichnet es eine Gerade oder Strecke, die sowohl Lot der einen als auch Lot der anderen Gerade ist, also „gemeinsames“ Lot ist. Verlaufen die beiden Geraden windschief zueinander, so ist das Gemeinlot eindeutig bestimmt; in diesem Fall ist es (als Strecke aufgefasst) die kürzeste Verbindungsstrecke zwischen den beiden Geraden, und seine Länge definiert deren Abstand zwischen den beiden Geraden.

Definition

Das Gemeinlot zweier Geraden und ist eine Gerade oder Strecke, welche und unter rechtem Winkel schneidet.[1][2][3]

Berechnung

Im dreidimensionalen Raum seien zwei Geraden und gegeben durch die Parametergleichungen

.

Ist ein Normalenvektor der Richtungsvektoren und , beispielsweise das Kreuzprodukt , so entspricht der Ansatz

einem linearen Gleichungssystem, das sich nach , und auflösen lässt. Einsetzen dieser Parameterwerte in die Gleichungen der Geraden und ergibt die Ortsvektoren der beiden Fußpunkte des Gemeinlotes und damit dessen Gleichung.

Eigenschaften

Das Gemeinlot zweier Geraden ist die kürzeste Verbindungsstrecke zwischen den beiden Geraden.[4] Deshalb definiert man den Abstand zwischen zwei windschiefen Geraden als Länge ihres Gemeinlots.

Siehe auch

Literatur

  • Tilo Arens, Rolf Busam, Frank Hettlich, Christian Karpfinger, Hellmuth Stachel: Grundwissen Mathematikstudium. 2. Auflage. Springer Spektrum, Berlin / Heidelberg 2021, ISBN 978-3-662-63312-0, S. 249–250.
  • Tilo Arens, Frank Hettlich, Christian Karpfinger, Ulrich Kockelkorn, Klaus Lichtenegger, Hellmut Stachel: Mathematik. 5. Auflage. Springer Spektrum, Berlin / Heidelberg 2023, ISBN 978-3-662-64388-4, S. 721–723.

Einzelnachweise

  1. Kurt Peter Müller: Raumgeometrie. 2. Auflage. Vieweg+Teubner, Wiesbaden 2004, ISBN 3-519-12397-5, S. 15.
  2. Arens et al.: Mathematik. 2023, S. 721.
  3. Christian Karpfinger, Hellmuth Stachel: Lineare Algebra. 1. Aufl. 2020. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 2020, ISBN 978-3-662-61339-9.
  4. Arens et al.: Mathematik. 2023, S. 249.