Gaston Roullet
Gaston Marie Anatole Roullet (* 17. November 1847 in Ars-en-Ré, Charente-Maritime; † 2. Dezember 1925 in Paris, 16. Arrondissement) war ein französischer Maler, Illustrator und Lithograf. Er wurde insbesondere durch im staatlichen Auftrag entstandene Darstellungen aus den französischen Kolonien bekannt.[1]
Leben
Gaston Roullet stammte aus einer Familie mit juristischem Hintergrund, entschied sich jedoch für eine künstlerische Laufbahn. Er absolvierte seine Ausbildung bei Jules Achille Noël. Durch seine Ehe mit Marie-Caroline Noël, einer Tochter seines Lehrers, war er mit diesem familiär verbunden. Gaston Roullet arbeitete zunächst vor allem als Landschafts- und Stadtmaler. Einen Schwerpunkt bildeten Darstellungen von Paris, in denen das zeitgenössische Stadtleben eine zentrale Rolle einnahm. Stilistisch wird sein Werk häufig in Beziehung zum französischen Impressionismus gesetzt, wobei insbesondere Claude Monet und Camille Pissarro als prägende Bezugspunkte gelten. Neben der Malerei war Roullet auch als Illustrator und Lithograf tätig. Er fertigte Arbeiten für Zeitschriften und Buchpublikationen an und beteiligte sich regelmäßig an der Pariser Ausstellungstätigkeit. So stellte er unter anderem im Salon des Indépendants aus, der seit den 1880er Jahren eine unabhängige Plattform für zeitgenössische Künstler bot.[1]
Gaston Roullet wurde außerdem zum offiziellen Maler der Marine und der französischen Kolonien ernannt. In dieser Funktion bereiste er verschiedene Regionen außerhalb Europas, darunter Tonkin, Tunesien, Neukaledonien, den Senegal und den Sudan. Während dieser Aufenthalte erweiterte sich sein Repertoire an Motiven um außereuropäische Landschaften und Szenen. Darüber hinaus arbeitete er als Bildkorrespondent für die Zeitschrift Le Monde Illustré. Für diese Zeitschrift schuf er Darstellungen aus Afrika, Ozeanien, Indochina und Kanada sowie aus den Küstenregionen der Bretagne und der Normandie. Seine Arbeiten trugen zur visuellen Berichterstattung über zeitgenössische Ereignisse und entfernte Regionen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert bei. Gaston Roullet starb im Januar 1925 in Paris.[1]
Literatur
- Ulrich Thieme, Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 29, E. A. Seemann, Leipzig 1935.
- Emmanuel Bénézit: Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs, Gründ, Paris 1924.
- Georges Bellier-Auvray: Dictionnaire général des artistes de l'école française depuis l'origine des arts du dessin jusqu'à nos jours. Architectes, peintres, sculpteurs, graveurs et lithographes , Paris 1885.
- René Édouard-Joseph: Dictionnaire biographique des artistes contemporains, Band 3, Paris 1934.
- Jacques Harambourg: Les peintres paysagistes français du XIXe siècle, Paris 1985.
- Gérald Schurr, Pierre Cabanne: Dictionnaire des petits maîtres de la peinture, Band 2, Paris 1996.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 12: Rouco – Sommer. Paris, 2006.