Gaston Casimir Saint-Pierre

Gaston Casimir Butler Saint-Pierre (* 12. Mai 1833 in Nîmes; † 18. Dezember 1916 in Paris) war ein französischer Maler. Er war vor allem als Historien-, Interieur- und Orientmaler tätig und stellte regelmäßig im Pariser Salon aus.[1]

Leben

Gaston Casimir Butler Saint-Pierre wurde 1833 in Nîmes geboren. Er erhielt seine künstlerische Ausbildung bei Paulin Guérin, Charles François Jalabert und Léon Cogniet. Früh wandte er sich der akademisch geprägten Historienmalerei zu. Im Jahr 1860 arbeitete er in Algerien an der Ausgestaltung des Chors der Kathedrale von Oran. Dort schuf er das Gemälde Landung des heiligen Ludwig in Tunis sowie zwei Pendants mit Darstellungen des heiligen Hieronymus und des heiligen Augustinus. Ab 1861 war Gaston Saint-Pierre regelmäßig im Pariser Salon vertreten, wo er insbesondere mit Interieurszenen und Darstellungen orientalischer Figuren hervortrat. Neben der Tafelmalerei führte er auch dekorative Arbeiten aus. Dazu zählen Wandpaneele im Foyer des Theaters von Nîmes sowie ein Deckenbild im Buffetbereich des Pariser Bahnhofs Gare de Lyon. Gaston Saint-Pierre lebte und arbeitete überwiegend in Frankreich und starb am 18. Dezember 1916 in Paris.[1]

Werk

Das Œuvre von Gaston Casimir Butler Saint-Pierre umfasst Historienbilder, religiöse Darstellungen, Interieurs und orientalisierende Motive. Seine Arbeiten sind dem akademischen Realismus des 19. Jahrhunderts zuzuordnen und zeichnen sich durch sorgfältig ausgearbeitete Kompositionen sowie eine detailreiche Figurenauffassung aus.[2] Neben kirchlichen Auftragswerken und Theaterdekorationen entstanden zahlreiche Gemälde für öffentliche Sammlungen. Werke von ihm befinden sich unter anderem in Museen in Amiens, Bayonne, Carcassonne, Châteauroux, Dijon, Limoges, Limoux, Lyon, Marseille, Nîmes und Tourcoing. Seine regelmäßige Teilnahme am Pariser Salon trug wesentlich zu seiner Anerkennung zu Lebzeiten bei.[1]

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Ulrich Thieme, Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 29, E. A. Seemann, Leipzig, 1935.
  • Édouard-Joseph: Dictionnaire biographique des artistes contemporains, Band 3, Art et Édition, Paris, 1934.
  • Gérald Schurr, Pierre Cabanne: Les petits maîtres de la peinture, 1820–1920, Band II, Paris, 1996.
  • André Roussard: Dictionnaire des peintres à Montmartre, Paris, 1999.
  • André Bernardy: Les artistes gardois de 1820 à 1920, Uzès, 1980.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 12: Rouco – Sommer. Paris, 2006.
Commons: Gaston Casimir Saint-Pierre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 12: Rouco – Sommer. Paris 2006.
  2. Gaston-Casimir Saint-Pierre - 25 artworks. Archiviert vom Original am 27. Juni 2021; abgerufen am 22. Dezember 2025 (englisch).