Gaius Aufidius Victorinus (Konsul 183)
Gaius Aufidius Victorinus († ca. 185) war ein hochrangiger römischer Politiker und Senator des 2. Jahrhunderts.
Sein vollständiger Name war Gaius Aufidius Gai filius Victorinus Mulv[ius --- Mar]cellinus Rhesius Per[--- Nu]misius Rufus Arrius Paul[inus? ---]ius Iust[us Co]cceius Gallus.[1] Victorinus stammte aus Pisaurum in den Marken.[2] Er war zusammen mit Mark Aurel ein Schüler des Marcus Cornelius Fronto und heiratete später Frontos Tochter Gratia.[3] Seine Söhne waren Marcus Aufidius Fronto und Gaius Aufidius Victorinus, ordentliche Konsuln in den Jahren 199 bzw. 200.
Im Jahr 155 wurde Victorinus Suffektkonsul,[4] dann von 161/162 bis 165/166 Legat der Provinz Germania superior,[5] wo er den Auftrag hatte, den Chatteneinfall in Germanien und Rätien abzuschlagen. Im Jahr 166/7 war er wohl comes von Mark Aurel und Lucius Verus im Markomannenkrieg, wobei er hohe militärische Auszeichnungen erhielt. Ein Jahr später wurde Victorinus nacheinander Legat der Provinzen Dakien (168/9), Hispania Baetica (wohl 170/1) und Hispania citerior (ungefähr 171/2). Danach hatte Victorinus das Prokonsulat der Provinz Africa (um 173/5) inne und zwischen 177 und 179 die Legatur der Provinz Syrien. Nach seiner Stadtpräfektur, wahrscheinlich 179 bis 183, wurde Victorinus 183 zusammen mit Kaiser Commodus erneut Konsul.[6]
Victorinus stand am Anfang der Regierung des Commodus noch im hohen Ansehen, doch kann man einer Angabe Cassius Dios entnehmen, dass der mächtige Prätorianerpräfekt Tigidius Perennis dem Konsular nach dem Leben trachtete.[7] Victorinus starb um 185. Er soll sich selbst das Leben genommen haben.[8]
Victorinus galt als einer der bedeutendsten und rechtschaffensten Männer seiner Zeit. Bereits in jungen Jahren war er, wie sein Freund Mark Aurel berichtet, stolz auf seine gewissenhafte Rechtspflege. Als Statthalter von Germania superior schwor er, niemals Geschenke angenommen zu haben oder annehmen zu wollen.[9] In der Redekunst genoss er großes Ansehen.[10] Fronto rühmte ihn als „Mann von höchster Frömmigkeit, Milde, Wahrhaftigkeit und Unschuld sowie als herausragend in allen besten Künsten“ und als „heiligen Mann, den besten aller Menschen“. Auch Cassius Dio hob hervor, dass Mark Aurel ihn hoch schätzte und er in der Tugend der Seele sowie in der Kunst der Rede niemandem seiner Zeit nachstand.[11] Ihm zu Ehre wurde eine Statue errichtet.[12]
Literatur
- Werner Eck: Die Statthalter der germanischen Provinzen vom 1.–3. Jahrhundert (= Epigraphische Studien. Band 14). Rheinland-Verlag in Kommission bei Rudolf Habelt, Köln/Bonn 1985, ISBN 3-7927-0807-8, S. 67–69 Nr. 34.
- Rudolf Hanslik: Victorinus II 6. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 1, Stuttgart 1964, Sp. 732.
- Paul von Rohden: Aufidius 41. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II,2, Stuttgart 1896, Sp. 2296 f.
- Prosopographia Imperii Romani (PIR) ² A 1393.
Einzelnachweise
- ↑ CIL 6, 41140.
- ↑ CIL 11, 6334.
- ↑ Historia Augusta Marcus Aurelius 3,8.
- ↑ CIL 6, 2086.
- ↑ CIL 13, 11808; Cassius Dio, Römische Geschichte 73,11,3. Vgl. Werner Eck: Die Statthalter der germanischen Provinzen vom 1.–3. Jahrhundert (= Epigraphische Studien. Band 14). Rheinland-Verlag in Kommission bei Rudolf Habelt, Köln/Bonn 1985, ISBN 3-7927-0807-8, S. 69.
- ↑ CIL 6, 2099.
- ↑ Cassius Dio, Römische Geschichte 73,11,1f.
- ↑ Cassius Dio 73,11,2.
- ↑ Cassius Dio, Römische Geschichte 73,11,3.
- ↑ Cassius Dio, Römische Geschichte 73,11,2.
- ↑ Cassius Dio, Römische Geschichte 73,11,2.
- ↑ Cassius Dio, Römische Geschichte 73,11,1.