GWR 102 La France

GWR 102 La France
Nr. 102 La France
Nummerierung: 102
Anzahl: 1
Hersteller: SACM
Baujahr(e): 1904
Ausmusterung: 1926
Bauart: 2’B1’ n4v (Atlantic)
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 19.150 mm
(Lok + Tender)
Dienstmasse: 71,3 t (Lokomotive)
Dienstmasse mit Tender: 115,2 t
Reibungsmasse: 33,9 t
Radsatzfahrmasse: ca. 17,1 t
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Anfahrzugkraft: 105 kN
Treibraddurchmesser: 2045 mm
(6 ft 8 ½ in)
Laufraddurchmesser vorn: 911 mm
Laufraddurchmesser hinten: 1419 mm
Steuerungsart: Walschaerts (außen)
Zylinderanzahl: 4
HD-Zylinderdurchmesser: 340 mm
ND-Zylinderdurchmesser: 560 mm
Kolbenhub: 640 mm
Kesselüberdruck: 15,7 bar
Dienstmasse des Tenders: 43,8 t
Wasservorrat: 18,2 m³
(4800 imp gal)
Importierte Verbundlokomotive der Bauart de Glehn

Die Nr. 102 La France war eine Schnellzug-Dampflokomotive mit der Achsfolge 2’B1’ (Atlantic), die 1903 von der französischen Société Alsacienne de Constructions Mécaniques (SACM) in Grafenstaden für die britische Great Western Railway (GWR) gebaut wurde.

Geschichte

Anfangs des 20. Jahrhunderts suchte die Great Western Railway unter ihrem Chefkonstrukteur George Jackson Churchward nach einer modernen Schnellzuglokomotive. Diese sollte bei 70 Meilen (110 km/h) noch eine Zugkraft von 20 kN erbringen und diese mindestens eine Stunde lang halten können.[1] Um die von Churchward entwickelten drei Prototypen der Saint-Klasse mit einfacher Dampfdehnung mit den auf dem europäischen Kontinent gebauten Verbundlokomotiven zu vergleichen, beschaffte die GWR drei Exemplare in Frankreich:[2] die Nr. 102 La France, die Nr. 103 President und die Nr. 104 Alliance. Alle drei waren Vierzylinder-Verbundlokomotiven der Bauart de Glehn, wie sie bei den französischen Nordbahn (Nord) und bei der Chemin de Fer de Paris à Orléans(PO) hervorragende Ergebnisse lieferten.

Die Nr. 102 erhielt den Namen La France gemäß ihrer Herkunft aus Frankreich.

Bei den Testfahrten zeigte sich, dass die Verbundlokomotiven den Lokomotiven der Saint-Klasse nicht überlegen waren. Die Saints standen ihnen in Leistung und Höchstgeschwindigkeit in nichts nach. Überraschend war, dass sie trotz einfacher Dampfdehnung weniger Brennstoff verbrauchten, was an der Steuerung mit großen Ein- und Auslassöffnungen in den Schieberbuchsen lag. Während die Saint-Lokomotiven mit einem Füllungsgrad von 22 bis 25 % fahren konnten, waren bei den Verbundlokomotiven für die gleiche Arbeit 55 % nötig. Zudem war ihre Wartung aufwendiger als bei den Saints mit einfacher Dampfdehnung. Daher verzichtete die GWR auf die Verbundtechnik und stellte die Lokomotiven 1926 außer Dienst.[3]

Technik

Die Lokomotive war eine De-Glehn-Verbundlokomotive mit vier Zylindern: zwei zwischen den Rädern angeordnete Hochdruckzylinder mit einem Durchmesser von 340 mm und zwei außen liegende Niederdruckzylinder mit einem Durchmesser von 560 mm. Der Kolbenhub betrug bei beiden Zylindern 640 mm.

Der Kessel mit Belpaire-Feuerbüchse war für einen Kesseldruck von 15,5 bar ausgelegt. Der Treibraddurchmesser von 2045 mm (6 ft 8½ in) war für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt.

Einzelnachweise

  1. O. S. (Oswald Stevens) Nock: The pocket encyclopaedia of British steam locomotives in colour. Blandford, London 1964, ISBN 978-0-7137-0350-4, 109: A Great Western Saint, S. 154 (englisch, archive.org [abgerufen am 8. Dezember 2025]).
  2. 2900 'Saint' class introduction. In: The Great Western Archive. Abgerufen am 9. Dezember 2025 (englisch).
  3. GWR 102, 103 und 104. In: Britische Bahn Wiki. Abgerufen am 9. Dezember 2025.