Fritz-Georg von Rappard

Fritz-Georg Hugo Karl von Rappard (* 15. August 1892 in Sögeln; † 29. Januar 1946 in Welikije Luki, Sowjetunion) war ein deutscher Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg.

Leben

Rappard begann seine militärische Laufbahn im Frühjahr 1911 als Fahnenjunker in der preußischen Armee. Er wurde beim Westfälischen Jäger-Bataillon Nr. 7 am 23. Oktober 1912 zum Leutnant befördert. Mit diesem Bataillon,[1] das er auf dem Rückmarsch von der Front im November 1918 zeitweilig führte[2] und 1919 seine Abwicklungsstelle in der ehemaligen Residenzstadt Bückeburg leitete, nahm Rappard am Ersten Weltkrieg teil, wurde zum Oberleutnant befördert und mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes sowie dem Verwundetenabzeichen in Schwarz ausgezeichnet.

1924 trat er in den Dienst der Reichswehr. Am 1. August 1937 wurde er Oberstleutnant. Die Beförderung zum Oberst erfolgte am 1. April 1939.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs war er Kommandeur des Infanterie-Regiments 277. Ab dem 3. Februar 1942 war er für einen Monat Kommandeur der 83. Infanterie-Division, zu der das Infanterie-Regiment 277 gehörte.[3] Seine Division kämpften 1942 im Raum Welikije Luki bzw. in der Schlacht von Welikije Luki.[4] Am 1. November 1942 erfolgte die Beförderung zum Generalmajor und er war mit Unterbrechungen bis August 1944 Kommandeur der 7. Infanterie-Division.[5] Am 1. August 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert.[6] In dieser Eigenschaft wurde ihm am 1. Juni 1944 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen und von Rappard am 20. Oktober 1944 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes sowie am 24. Februar 1945 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz (751. Verleihung) ausgezeichnet.[7]

Rappard wurde nach Kriegsende in Welikije Luki mit sieben weiteren Angehörige des Infanterie-Regiments 277, darunter seinem Nachfolger als Regimentskommandeur Eduard von Saß, durch ein Militärgericht der Roten Armee als Kriegsverbrecher schuldig gesprochen und 1946 gehängt.[5] Der Vorwurf lautete auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Bevölkerung in Welikije Luki.[8]

Literatur

  • Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres 1939–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1983, ISBN 3-7909-0202-0, S. 268.

Einzelnachweise

  1. Deutsche Verlustlisten des Ersten Weltkrieges: Ausgabe 14 (Preußen 18), S. 74 (Jäger-Bataillon Nr. 7, Bückeburg. (…) Leutnant Fritz Georg von Rappard – verwundet.); Ausgabe 108 vom 15. Oktober 1914 (Preußen 51), S. 1321 (Leutnant v. Rappard – Geburtsort nicht angegeben – leicht verwundet).
  2. Das Kgl. Preußische (Westfälische) Jäger-Bataillon Nr. 7 (Feldbataillon) im Weltkrieg 1914–18. Hrsg. vom Verein der Offiziere des Bataillons, Gerhard Stalling, Oldenburg 1929 (= Erinnerungsblätter deutscher Regimenter. Band 272), S. 335.
  3. Samuel W. Mitcham: German Order of Battle: 1st-290th Infantry divisions in World War II. Stackpole Books, 2007, ISBN 978-0-8117-3416-5, S. 140 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Samuel W. Mitcham: German Order of Battle: 1st-290th Infantry divisions in World War II. Stackpole Books, 2007, ISBN 978-0-8117-3416-5, S. 139 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. a b Samuel W. Mitcham: German Order of Battle: 1st-290th Infantry divisions in World War II. Stackpole Books, 2007, ISBN 978-0-8117-3416-5, S. 45 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres 1939–1945. Friedberg 1983, S. 268.
  7. Veit Scherzer: Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. 2. Auflage. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2.
  8. Andreas Weigelt, Klaus-Dieter Müller, Thomas Schaarschmidt, Mike Schmeitzner (Hrsg.): Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947). Vandenhoeck & Ruprecht, S. 581; Auszug auf books.google.de