Friedrich Wilhelm von Bielke

Friedrich Wilhelm von Bielke (* 6. Januar 1780 in Tønder, Dänemark; † 14. August 1850 in Weimar) war ein großherzoglich sächsischer wirklicher Geheimrat, Kammerherr, Oberstallmeister und Oberhofmeister bzw. Hofmarschall in Weimar.

Leben

Herkunft

Friedrich Wilhelm von Bielke entstammte dem alten dänisch-norwegischen Adelsgeschlecht Bielke (oft auch Bjelke geschrieben), das nicht mit dem gleichnamigen schwedischen Adelsgeschlecht zu verwechseln ist, obwohl beide Geschlechter als redendes Wappen mehrere Balken (dänisch: bjælke) im Schild führen. Er war ein Sohn des Henrik Christopher Frederik von Bielke, welcher am 10. Februar 1739 geboren wurde und am 20. Januar 1789 in Tønder starb, am zehnten Tag nach seinem 50. und am 14. Tag nach dem 9. Geburtstag seines Sohnes. Der Vater war dänischer Oberstleutnant und Amtshauptmann (Amtmann) in Tønder, verheiratet (1. Mai 1772) mit Bielkes Mutter Charlotte Amalie von Bielke, geborene von Krogh (* 1. Juni 1752; † 2. Juni 1813 in Kopenhagen), Tochter des Godske Hans von Krogh (* 11. November 1726 in Trondhjem (Trondheim), Norwegen; † 28. April 1808 in Haderslev (Hadersleben), Dänemark), dänischen Geheimrats, Kammerherren und Stiftamtmanns; eines Sohnes des Generalleutnants Georg Frederik von Krogh (* 1687; † 1768), und der Agnes Elisabeth, geb. von Vieregg (* 21. Februar 1730 in Kopenhagen; † 27. Februar 1801),[1] Tochter des dänischen Geheimrats, Kammerherren und Oberhofmeisters Claus (Niels) von Vieregg (* 1684; † 1743).[2] Neben Friedrich Wilhelm hatte das elterliche Paar weitere Kinder.[3]

Die Großeltern väterlicherseits, die Eltern des früh verlorenen Vaters Henrik Christopher Frederik Bielke (* 1739; † 1789), waren: Christian Henrik Christopher Frederik Bielke (* 14. Juli 1706; † 14. Februar 1779 in Kopenhagen), dänischer Oberst und Hofmeister am Hof von Glücksburg, und dessen Ehefrau Anna Emerentia Wilhelmine von Ahlefeldt (* 22. August 1713; † 13. Juli 1756). Bielkes Vater war somit ein Enkel des dänischen Generalleutnants Christoph Bielke (* 1654; † 1704 in der zweiten Schlacht von Höchstädt), und von dessen Ehefrau Louise Charlotte von Aldenburg (* 1664; † 1730), Tochter des Grafen Anton I. von Aldenburg (* 1633; † 1680) und der Augusta, geb. Gräfin von Sayn-Wittgenstein († 1704), die 1722 als Witwe in Hamburg den Grafen Gerhard von Dernath (* 1666; † 1740) heiratete, den Schleswig-Holstein-Gottorfischen Diplomaten und Feldmarschall.[4]

Wirken

Bielke war Offizier und Kammerherr in Weimar. Seit 1817 war er zudem Hofmarschall der Erbgroßherzogin Maria Pawlowna. Es blieb bei dieser exponierten Stellung am Weimarer Hof nicht aus, dass Bielke auch bei Goethe Erwähnung fand bzw. mit diesem in direktem Verkehr stand. So war er auch März 1832 bei dessen Beerdigung für dessen Equipage zuständig.[5] In der Eigenschaft Oberhofmeister war Bielke seinerzeit der höchste weimarische Verwaltungsbeamte. Ihm unterstand zudem das gesamte Finanzwesen des thüringischen Kleinstaates. Er war Inhaber hoher in- und ausländischer Orden.[6][7] Bielke war Besitzer des Hauses Marstallstraße 3 in Weimar.

Familie

Er war verheiratet mit Henriette von Canstein. Sein Schwiegervater war der nassauische Kammerrat August Wilhelm von und zum Canstein (* 1823; † 1876). Seine Tochter Helene (* 3. Juni 1821 in Weimar; † 10. August 1899 in Dresden) war verheiratet mit Karl von Salviati, auf Gossendorf und Busengraben (* 3. Dezember 1823 in Haag; † 18. August 1878 in Busengraben bei Vacha), preußischer Geheimer Oberregierungsrat, Agrajournalist.[8]

Einzelnachweise

  1. Danmarks Adels Aarbog (DAA), 1898, S. 298 (PDF).
  2. Danmarks Adels Aarbog (DAA), 1935 (Stammliste der Familie Vieregge / Viereck / Vieregg: Afsnit 2, S. 114–132) (PDF).
  3. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser (Uradel), Erster Jahrgang, 1900, S. 83.
  4. Die Stammlinie Bielke ist unter dem Artikel der Familie Bielke (Bjelke) verzeichnet, im Danmarks Adels Aarbog (DAA), Jahrgang 1887, S. 88, sowie im Jahrgang 1946, Teil II, S. 21 (PDF).
  5. Goethes Gespräche Biedermannsche Ausgabe, Bd. 3/2: Gespräche der Jahre 1825–1821, hrsg. von Wolfgang Herwig, München 1998, S. 909.
  6. Neuer Nekrolog der Deutschen, Bd. 28, 1850, S. 479–488.
  7. Kongelig Dansk Hof-og Stats-Calender: for uaret ..., 1841, S. 125.
  8. Salviati, Karl von. In: Deutsche Biographie (Index-Eintrag).