Friedrich Hermann Behr

Friedrich Hermann Behr (* 7. November 1907 in Castrop-Rauxel; † 8. Mai 1996 in Bochum) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP) im Gau Westfalen-Süd.

Leben

Friedrich Hermann Behr wurde als Sohn des Steigers Friedrich Behr geboren, absolvierte nach dem Besuch des Gymnasiums in Herne bis zur Untertertia eine kaufmännische Lehre bei einem Eisenwerk in Herne und war anschließend als Zechenkaufmann in Bochum beschäftigt. Zum 1. Juni 1931 trat er in die Ortsgruppe Bochum der NSDAP (Mitgliedsnummer 567.924)[1] und in die SA ein. Vom 1. Juli 1939 bis zum Jahresende 1943 leitete er die Ortsgruppe Bochum-Hamme und war zugleich von 1940 bis 1943 hauptamtlicher Gaustellenleiter bzw. als Gauhauptstellenleiter (Vertreter des Gaustabsamtsleisters) für das Informations- und Berichtswesen zuständig. Vom 1. Januar 1944 bis zum Kriegsende war er NSDAP-Kreisleiter in Wanne-Eickel-Wattenscheid. Im Oktober 1944 schloss er sich dem Freikorps Sauerland an, das vom Gauleiter Albert Hoffmann gebildet und dem Volkssturm unterstellt wurde. Von März 1945 an war er Vertreter des Reichsverteidigungskommissars.

Am 26. Juni 1945 wurde er im Internierungslager Staumühle interniert und am 28. November 1947 nach Hamburg-Fischbek in das War Criminal Holding Centre No. 2 überführt, wo mutmaßliche Kriegsverbrecher inhaftiert wurden. Dort saßen im Herbst 1947 etwa 1200 Personen ein.

Am 24. September 1948 wurde er vom britischen Kriegsverbrechertribunal im Rahmen der Hamburger Curiohaus-Prozesse wegen Mordes an einem Holländer zum Tode verurteilt und später zu 15 Jahren Haft begnadigt. Am 11. April 1952 wurde er vorzeitig aus der Strafanstalt Werl nach Bochum entlassen, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Seinen Lebensunterhalt bestritt er als kaufmännischer Angestellter.

Literatur

  • Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 213f. (Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/1090234