Fredrik Glad Balchen
Fredrik Glad Balchen (* 6. April 1815 in Bergen; + 24. April 1899 in Kristiania)[1] war ein norwegischer Gehörlosenpädagoge, der für seine Gehörlosenschule in Christiania bekannt war, die er 1849 gründete und bis 1891 leitete.
Nach seinem Examen artium studierte er Theologie an der Universität Oslo in seiner Heimatstadt und war gleichzeitig Privatlehrer bei Hartvig Nissen. Ab 1846 konnte sich Balchen dank eines Stipendiums den Gehörlosen widmen, zunächst als Schüler von Lars Smith (1815–60), dem Direktor der døveskole i Trondheim, die damals die einzige im Land war, an der die fingermetoden praktiziert wurde. Dann ging er zu Moritz Hill nach Weißenfels und lernte die talemetoden. Diese Methode verwendete er, als er seine eigene Schule eröffnete, zunächst im Heiberggården in der Karl Johans gate, mit wenigen Schülern. 1858 kaufte er Schafteløkken in Elisenberg von Thomas Johannessen Heftye und benannte es in Elisenberg Døvstuminstitut um, wo es sofort über 100 Schüler und 9 Lehrer sowie ein eigenes Gebäude für die Unterbringung und medizinische Versorgung gab. Die Schule zog 1891 in die Vibes gate um und Balchen trat im selben Jahr als Direktor zurück. Er war auch Mitglied des Komitees, das das Gesetz über Abnormskoleloven vom 1. Juli 1883 ausarbeitete.[2]
Zu seinen Schülern zählten der Statistiker und Journalist Lars Havstad (1851–1913) und der Verleger Halvard Aschehoug (1851–1880). 1871 legten beide als erste Gehörlose in Norwegen das Examen artium ab. Zu seinen Lehrern zählte Hedevig Rosing, die 1872 eine Anstellung erhielt und 1881 eine eigene Gehörlosenschule gründete. 1873 wurde er zum Ritter des Sankt-Olav-Orden geschlagen. Balchen starb 1899 und wurde auf dem Vestre Aker kirkegård beerdigt. 1901 wurde die Balchens gate nach ihm benannt.
Seine Eltern waren Kapellan Johan Peter Balchen (1783–1827) und Christiane Wilhelmine Gulbrandsen (1789–1819). Er heiratete 1869 Benjamine Walgerda Heiberg (1845–1926), Tochter von Caspar Cappelen Heiberg (1814–1855) und Emilie Christine Hansine Bjertnæs (1824–1865). Sein Sohn hieß Albert Balchen.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b Knut Arnesen: Fredrik Glad Balchen. In: Store norske leksikon. 25. März 2025 (snl.no [abgerufen am 16. Oktober 2025]).
- ↑ Tegn og tale. 1944 (norwegisch).