Frederick C. Turner
Frederick Charles Turner (* 13. Juni 1923 in Boston, Massachusetts; † 24. April 2014 in Fairfax, Virginia) war ein Vizeadmiral der United States Navy. Er war unter anderem Kommandeur der United States Sixth Fleet.
Über das Aviation Cadet Training Program der amerikanischen Kriegsmarine gelangte er im Jahr 1942 während des Zweiten Weltkriegs in das Offizierskorps der United States Navy, in der er alle Offiziersgrade bis zum Vizeadmiral durchlief. Auf der Naval Air Station Pensacola in Florida wurde er zwischen September 1942 und Dezember 1943 zum Marineflieger ausgebildet. Anschließend wurde er zur Naval Air Station Melbourne, ebenfalls in Florida, versetzt, wo er bis zum März 1944 eine weitere militärische Ausbildung erhielt (Operational Training). In der Folge wurde er auf dem pazifischen Kriegsschauplatz als Pilot einer Flugstaffel der Marine eingesetzt. Dabei war er auf dem Flugzeugträger USS Bennington stationiert. Dort flog er mit der Grumman F6F Angriffe auf das japanische Festland. Außerdem war er an einigen Schlachten beteiligt, wozu auch die Schlacht um Iwojima und die Schlacht um Okinawa gehörten. Insgesamt brachte er es damals auf 28. Kampfeinsätze.
Bis zum Juni 1947 war Frederick Turner weiterhin Marinepilot in verschiedenen Staffeln. Danach wurde er zur Naval Air Station Patuxent River in Maryland versetzt. Dort absolvierte er im November 1949 die Test Pilot School. In dieser Zeit unternahm er mit einer McDonnell F2H einen Flug von der amerikanischen Ostküste zur Westküste, bei dem er Luftbilder mehrerer amerikanischer Städte machte. Daran schloss sich eine Versetzung nach Farnborough in England an, wo er bis zum Dezember 1950 die britische Empire Test Pilot School besuchte. Danach gehörte er zwischen Januar 1951 und Januar 1952 der Erprobungsstaffel VX-3 (Air Development Squadron 3) an, die in Atlantic City in New Jersey stationiert war.
Zwischen Februar 1952 und August 1953 besuchte Frederick Turner Weiterbildungskurse an der University of Pennsylvania. Es folgte ein weiterer Kurs an der Naval Postgraduate School in Monterey in Kalifornien, den er im April 1954 beendete. Daran schloss sich eine Versetzung zur Naval Air Station Oceana an, wo er zwischen Mai 1954 und Juni 1956 der Jagdbomberstaffel VFA-83 angehörte. Anschließend gehörte er bis zum August 1958 in Norfolk in Virginia dem Stab des Hauptquartiers der Atlantikflotte an. Daran schloss sich ein Studium am Armed Forces Staff College an, das ebenfalls in Norfolk stattfand.
Als Nächstes wurde Turner zum Bureau of Naval Personnel versetzt, dem er bis zum August 1961 angehörte. Sein nächster Auftrag führte ihn zur Naval Air Station Cecil Field in Florida. Dort belegte er zunächst einen Pilotenfortbildungskurs. Dann erhielt er ebenfalls auf dem Cecil Field das Kommando über die Marineflugstaffel 32 (VFA-32, Strike Fighter Squadron 32), das er zwischen Oktober 1961 und Juni 1962 innehatte. Als Nächstes erhielt er am gleichen Standort den Oberbefehl über die Carrier Air Group 3. Diese Aufgabe nahm er bis zum Juli 1963 wahr. In der Folge absolvierte er bis zum Juni 1964 das Industrial College of the Armed Forces. Bis zum Juni 1965 gehörte er dann dem Stab der 6. Flugzeugträger Division (Carrier Division 6) an.
Im September 1965 wurde er mit dem Kommando über die USS Sandoval (APA-194) betraut, einem Truppentransportschiff, das damals im Atlantik und im Mittelmeer operierte. Er behielt dieses Kommando bis zum Juni 1967. Es folgte das Kommando über den Flugzeugträger USS America, der zunächst auch im Mittelmeer stationiert war und dort während des Sechstagekriegs in Alarmbereitschaft versetzt wurde. Später wurde die USS America nach Südostasien verlegt, wo es ab April 1968 am Vietnamkrieg beteiligt war. Turner war zwischen Juli 1967 und Oktober 1968 Kapitän dieses Schiffes.
Sein nächster Auftrag führte Turner zur Naval Air Station Corpus Christi in Texas, wo er zwischen November 1968 und Juni 1970 den Naval Air Training Command kommandierte. Danach gehörte er bis zum Juli 1972 erneut dem Stab des Bureau of Naval Personnell an. Es folgte eine Versetzung nach Athen in Griechenland, wo er zwischen Juli 1972 und Juni 1974 die 2. Flugzeugträgerdivision (Carrier Division two) kommandierte.
Im September 1974 übernahm Frederick Turner als Nachfolger von Daniel J. Murphy das Kommando über die sechste amerikanische Flotte. Dieses Amt bekleidete er bis zum August 1976, als er von Harry D. Train II abgelöst wurde. In der Folge wurde er nach Washington, D.C. zum Stab des Chief of Naval Operations (CNO) versetzt. Dort übernahm er die Leitung der für die Luftstreitkräfte der Marine zuständigen Stabsabteilung (Deputy Chief of Naval Operations for Air Warfare). Diese Aufgabe nahm er bis zum 30. Juni 1979 wahr. Anschließend schied er aus dem aktiven Militärdienst aus.
In seinem Ruhestand war Frederick Turner unter anderem als Firmenberater tätig. Er starb am 24. April 2014 und wurde auf dem amerikanischen Nationalfriedhof Arlington beigesetzt.
Orden und Auszeichnungen
Frederick Turner erhielt im Lauf seiner militärischen Laufbahn unter anderem folgende Auszeichnungen:
- Navy Distinguished Service Medal
- Legion of Merit
- Distinguished Flying Cross
- Air Medal
- Navy Unit Commendation
- American Campaign Medal
- Asiatic-Pacific Campaign Medal
- World War II Victory Medal
- Navy Occupation Service Medal
- National Defense Service Medal
- Vietnam Service Medal
- National Order of Vietnam (Südvietnam)
- Gallantry Cross (Südvietnam)
- Vietnam Campaign Medal (Südvietnam)
Weblinks
- Fact Sheet über Turners Tätigkeiten bei der US-Navy (zuletzt abgerufen am 20. September 2025)
- Nachruf in der Washington Post (zuletzt abgerufen am 20. September 2025)
- Nachruf beim Fairfax Memorial Funeral Home (zuletzt abgerufen am 20. September 2025)