Frauenbrunnen (Köln)
Die Plastik „Kölner Frauen im Wandel der Zeiten“ ist ein Brunnen in Köln, der sich seit 1987 im Innenhof des Hauses „An Farina“ in der Kölner Altstadt befindet. Der sogenannte Frauenbrunnen zeigt zehn Frauenfiguren der vergangenen zwei Jahrtausende. Sie werden anstelle historischer Persönlichkeiten als Vertreterinnen ihrer Zeit gezeigt.
Geschichte
Der „Frauenbrunnen“ wurde von der Bildhauerin Anneliese Langenbach gemeinsam mit ihrem Sohn Claus geschaffen.[1] Enthüllt wurde der Brunnen im Rahmen eines Festes zur Fertigstellung des Gebäudekomplexes „An Farina“ am 7. Mai 1987. Auftraggeberin war die Stadtentwicklungsgesellschaft moderne Stadt. Die inhaltlichen Vorschläge stammten vom Kölnischen Stadtmuseum.[2]
Beschreibung
Der „Frauenbrunnen“ aus Terrakotta steht im Hinterhof des Gebäudekomplexes „An Farina“ (Unter Goldschmied 3) inmitten einer kleinen runden Platzanlage. 1999 wurden ein Zaun und ein Metalldeckel zum Schutz der Teilnehmer am Weltwirtschaftsgipfel, darunter US-Präsident Bill Clinton, angebracht. Seitdem führt der Brunnen kein Wasser mehr.[3] Er zeigt starke Witterungsspuren, und die Farben sind verblasst (Stand 2023).[2]
Auf einem etwa 1,35 Meter hohen Rundsockel stehen zehn Frauenfiguren der Kölner Stadtgeschichte von jeweils etwa 1,20 Meter Größe in chronologischer Abfolge:
- Ubierin, 50 n. Chr.
- Römerin, 50 n. Chr.
- Fränkin, um 400
- St. Ursula
- Kölnerin, um 1400
- Jüdin, 1424
- Niederländerin, um 1600
- Italienerin, um 1750
- Preussin, 1832
- Kölnerin, 1987
Charakterisiert werden die dargestellten Frauen vor allem durch ihre verschieden farbige Kleidung und unterschiedliche Frisuren, die ihrer jeweiligen Epoche nachempfunden sind. „Die halb ausgearbeiteten Skulpturen sind frontal ausgerichtet und recht teilnahmslos, ohne Bezug zueinander oder weiteren Kontext aufgereiht“, so beschreibt KuLaDig den Brunnen. „Die lieblichen Frauengestalten haben – bis auf die Stadtheilige Ursula – keinen Namen, keine Geschichte und keine Zukunft, sie sind keine Symbole des Aufbruchs, sondern verharren in einem quasi naturhaften Zustand“, urteilt die Gründerin des Kölner Frauengeschichtsvereins Irene Franken.[4] Es fehlten die Personen, die die Kölner Frauengeschichte auf besondere Weise geprägt hätten, so die Zunftfrauen, Persönlichkeiten wie die Frauenrechtlerin Mathilde Franziska Anneke oder das „freche“ Original Bolze Lott.[3]
Die Darstellung der Kölnerin aus dem Jahr 1987 war umstritten: Sie trägt ein knielanges Kleid und einfache, flache Schuhe, ihre Haare fallen offen auf die Schultern. Vor ihr steht ein kleines blondes Mädchen, ebenfalls mit knielangem Kleid und Sandalen, das eine Puppe im Arm hält. Pläne Anneliese Langenbachs, die Kölnerin in Jeanshosen darzustellen, scheiterten aber an den Vorstellungen der Auftraggeberin, die eine konservative Darstellung wünschte. „Dem entsprechend mutet die moderne Zeitgenossin in ihrer traditionellen Rolle als Mutter eher wie eine Vertreterin der steifen Bundesrepublik der 1950er/1960er Jahre an, denn als moderne Frau der 1980er Jahre“, so Franken.[3]
Literatur
- Irene Franken: Frauen in Köln. Der historische Stadtführer. J.P. Bachem Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-7616-2029-8.
Weblinks
- Köln - Frauenbrunnen. In: vanderkrogt.net. 14. Mai 2016, abgerufen am 5. Dezember 2025. (mit Detailfotos)
Einzelnachweise
- ↑ WK: Kölner Frauen im Wandel der Zeiten — der Frauenbrunnen an Farina und Anneliese Langenbach. In: Krune und flamme. Mitteilungen des Heimatvereins Alt-Köln. Nr. 40, Februar 2007, S. 9—10.
- ↑ a b Lisa Kröger: Brunnen „Kölner Frauen im Wandel der Zeiten“. KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital, 7. Mai 1987, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ a b c Franken, Frauen in Köln, S. 112.
- ↑ Franken, Frauen in Köln, S. 113.
Koordinaten: 50° 56′ 16,9″ N, 6° 57′ 27,8″ O