Frank Kunishige
Frank Asakichi Kunishige (* 5. Juni 1878 in Agenosho, Ōshima-gun, Yamaguchi-ken, Japan; † 9. April 1960 in Seattle, Washington, USA) war ein japanisch-amerikanischer Fotograf des Piktorialismus.[1][2]
Leben und Werk
Asakichi Kunishige wurde am 5. Juni 1878 in Agenosho in der japanischen Präfektur Yamaguchi geboren. Im Alter von etwa 17 Jahren emigrierte er im Jahr 1895 über San Francisco in die Vereinigten Staaten. Anschließend absolvierte er das Illinois College of Photography. Nach seinem Abschluss eröffnete er ein kleines Fotostudio in San Francisco. 1917 zog er nach Seattle, wo er im selben Jahr Gin heiratete. In Seattle arbeitete er im Studio von Edward S. Curtis und lernte dort die Fotografin Ella E. McBride kennen, für deren Studio er später tätig wurde. 1924 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Seattle Camera Club, eines Zusammenschlusses vornehmlich japanischstämmiger Fotografinnen und Fotografen in Seattle, der sich dem Piktorialismus widmete.[3] Während des Zweiten Weltkriegs geriet er aufgrund der Internierungspolitik gegen japanischstämmige Amerikaner zunächst in das Internierungslager Camp Harmony und anschließend nach Minidoka in Idaho. Nach seiner Freilassung arbeitete er zwei Jahre lang in einem Fotostudio in Twin Falls, Idaho. Aufgrund gesundheitlicher Probleme kehrte er dann nach Seattle zurück. Frank Kunishige verstarb am 9. April 1960 im Alter von 81 Jahren in Seattle.[2]
Frank Kunishige war ein Vertreter des Piktorialismus, einer fotografischen Bewegung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Diese vertrat eine ästhetische Bildauffassung, bei der fotografische Mittel eine malerische Wirkung erzielen sollten. Kunishige nutzte und vertrieb ein von ihm entwickeltes, sehr dünnes und grob strukturiertes Fotopapier namens „Textura Tissue“. Es ermöglichte tonal weiche, nahezu zeichnerische Bildwirkungen und war bei anderen Mitgliedern des Seattle Camera Clubs beliebt. Seine fotografischen Motive reichten von Blumenstillleben und Landschaften bis hin zu Stadtansichten sowie Akt- und erotisch anmutenden Bildern. Kunishige stellte seine Arbeiten zwischen 1925 und 1929 in namhaften Fotografie-Galerien weltweit aus und gehörte in dieser Zeit mit Kyo Koike zu den meistgezeigten Piktorialisten. Nach dem Krieg und mit sich verändernden fotografischen Moden verlor der Piktorialismus allmählich an Bedeutung.[2]
Literatur
- Dennis Reed: Making Waves: Japanese American Photography, 1920–1940, Japanese American National Museum, Los Angeles, 2019.
- Nicolette Bromberg: Preserving a Legacy of Light and Shadow: Iwao Matsushita, Kyo Koike, and the Seattle Camera Club, University of Washington Press, Seattle, 2011.
Weblinks
- Frank A. Kunishige Collection – Seattle Public Library
- Frank A. Kunishige and the Seattle Camera Club – Shelf Talk Blog, Seattle Public Library
- Shadows of a Fleeting World: Pictorial Photography and the Seattle Camera Club – University of Washington Libraries Special Collections
- Seattle Camera Club - Shadows of a Fleeting World
- Matsushita family photograph collection, 1919-1978
Einzelnachweise
- ↑ Seattle Camera Club from Kathy Muir. Abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ a b c CONTENTdm. Abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ Frank A. Kunishige and the Seattle Camera Club. 22. September 2015, abgerufen am 13. November 2025 (amerikanisches Englisch).