Francisco Arias Cárdenas

Francisco Javier Arias Cárdenas (* 20. November 1950 in San Cristóbal, Bundesstaat Táchira) ist ein venezolanischer Politiker und Diplomat, der unter anderem zwei Mal Gouverneur des Bundesstaates Zulia (1995–2000, 2012–17) und Kandidat bei der Präsidentschaftswahl 2000 war.

Leben

Francisco Javier Arias Cárdenas begann nach dem Schulbesuch eine Offiziersausbildung an der Militärakademie (Academia Militar de Venezuela), welches er 1974 mit dem Licenciado en Ciencias y Artes Militares beendete. Er wurde daraufhin in die Streitkräfte Venezuelas FANB (Fuerza Armada Nacional Bolivariana) übernommen, schloss zudem ein postgraduales Studium der Politikwissenschaften an der Universidad de los Andes in Mérida mit einem Master ab und absolvierte ein weiteres Studium der Sozial- und Politikgeschichte an der Päpstlichen Universität Xaveriana in Bogotá. Als Mitglied der Bolivarischen Revolutionären Bewegung 200 MBR 200 (Movimiento Bolivariano Revolucionario 200) unterstützte er den damaligen Oberstleutnant Hugo Chávez[1] beim Staatsstreich vom 4. Februar 1992 gegen die zweite Regierung von Staatspräsident Carlos Andrés Pérez.[2] Er ließ als Kommandeur des Maracaibo-Bataillons den Gouverneur des Bundesstaates Zulia, Oswaldo Álvarez Paz,[3] gefangen zu nehmen und zu verhaften. Der Aufstand scheiterte jedoch, woraufhin Arias Cárdenas zusammen mit seinen Rebellenkollegen inhaftiert wurde. Er wurde 1994 freigelassen, nachdem Präsident Rafael Caldera[4] ihn amnestiert hatte, und schied als Oberstleutnant aus dem aktiven Militärdienst.

Daraufhin wurde Arias Cárdenas am 27. April 1994 von Staatspräsident Caldera zum Präsidenten des Mutter- und Kinderbetreuungsprogramms der Regierung ernannt und bekleidete diese Funktion bis Mai 1995. Er wurde als Mitglied der linken Partei Die Radikale Sache LCR (La Causa Radical) am 3. Dezember 1995 als Nachfolger von Lolita Aniyar de Castro[5] erstmals Gouverneur des Bundesstaates Zulia, in dem gut 60 Prozent der indigenen Bevölkerung Venezuelas lebt. Das Gouverneursamt behielt er bis März 2000 und wurde daraufhin von Manuel Rosales[6] abgelöst.[7]

Francisco Arias war Kandidat bei der Präsidentschaftswahl am 30. Juli 2000 und belegte mit 37,5 Prozent nach dem wiedergewählten Amtsinhaber Hugo Chávez (59,5 Prozent) den zweiten Platz vor dem Drittplatzierten Claudio Fermín[8] (3 Prozent).[9] 2001 wurde er Mitglied der Unionspartei (Partido Unión), ehe er 2006 der 1997 von Chávez gegründeten Bewegung für eine Fünfte Republik MVR (Movimiento Quinta República) sowie danach der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas PSUV (Partido Socialista Unido de Venezuela) beitrat, die 2007 aus der MVR hervorgegangen war. Als Nachfolger von Fermín Toro Jiménez[10] wurde er 2006 Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen und blieb auf diesem diplomatischen Spitzenposten in New York City bis 2008, woraufhin Jorge Valero[11] seine Nachfolge antrat.

Nachdem Arias Cárdenas für die PSUV als Vertreter des Bundesstaates Zulia vom 5. Januar 2011 bis zum 20. Dezember 2012 Mitglied der Nationalversammlung (Asamblea Nacional) war, konnte er bei den Gouverneurswahlen am 16. Dezember 2012 für den Gran Polo Patriótico Simón Bolívar (GPP-SB) mit 52 Prozent gegen 48 Prozent den Amtsinhaber des Mesa de la Unidad Democrática (MUD), Pablo Pérez Álvarez besiegen und wurde im Anschluss am 28. Dezember 2012 als dessen Nachfolger zum zweiten Mal Gouverneur des Bundesstaates Zulia.[12] 2013 beförderte Staatspräsident Nicolás Maduro[13] ihn zudem zum Oberst.[14][15] Bei den Gouverneurswahlen am 16. Oktober 2017 unterlag er mit 47,4 Prozent dem MUD-Kandidaten Juan Pablo Guanipa (51,4 Prozent). Guanipa weigerte sich jedoch, in der verfassunggebenden Nationalversammlung den Amtseid abzulegen und durfte deshalb sein Amt nicht antreten. Daraufhin wurde Magdely Valbuena am 27. Oktober als amtierende Gouverneurin vereidigt und für Dezember Neuwahlen angeordnet.[16] Im Januar 2017 wurde ihm vorgeworfen, Geld aus nicht ausgeführten Projekten veruntreut zu haben.[17] Bei den Gouverneurswahlen am 10. Dezember 2017 erhielt Omar Prieto von der PSUV 57,3 Prozent der Stimmen und der frühere Gouverneur Manuel Rosales als Kandidat der Un Nuevo Tiempo (UNT) 41,9 Prozent. Prieto wurde daraufhin am 13. Dezember 2017 als neuer Gouverneur von Zulia vereidigt.[18]

Als Nachfolger von María Lourdes Urbaneja bekleidete Francisco Arias vom 6. April 2019 bis zu seinem Rücktritt am 26. November 2024 den Posten als Botschafter in Mexiko, woraufhin Stella Lugo[19] diesen diplomatischen Posten in Mexiko-Stadt übernahm.[20][21] Im September 2025 beförderte Präsident Maduro ihn, den früheren Parlamentspräsidenten und Minister Francisco Ameliach[22] sowie den ehemaligen Kommandeur der Luftstreitkräfte und Minister Wilmar Castro Soteldo[23] zu Brigadegeneralen.[24]

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Einzelnachweise

  1. Chávez (Frías), Hugo (Rafael). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  2. Pérez (Rodríguez), Carlos Andrés. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  3. Álvarez Paz, Oswaldo. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  4. Álvarez Paz, Oswaldo. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  5. Aniyar de Castro, Lolita. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  6. Rosales (Guerrero), Manuel (Antonio). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  7. Venezuela States from 1989: Zulia Governors. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  8. Fermín (Maldonado), Claudio (Eloy). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  9. Venezuela: 30 July 2000. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  10. Toro Jiménez, Fermín. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  11. Valero Briceño, Jorge. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  12. Venezuela: 16 December 2012. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  13. Maduro (Moros), Nicolás. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  14. Maduro asciende militarmente a Diosdado, Arias Cárdenas y Rodríguez Chacín („Maduro befördert Cabello, Arias Cárdenas und Rodríguez Chacín.“). In: runrun.es. 27. Dezember 2013, abgerufen am 14. Oktober 2025 (spanisch).
  15. Maduro asciende a Cabello, Arias Cárdenas y a Rodríguez Chacín („Maduro befördert Cabello, Arias Cárdenas und Rodríguez Chacín.“). In: La Voz. 29. Dezember 2013, abgerufen am 14. Oktober 2025 (spanisch).
  16. Venezuela: 15 October 2017. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  17. CORRUPCIÓN: Arias Cárdenas, se embolsa dinero de obras no ejecutadas („KORRUPTION: Arias Cárdenas steckt Geld aus nicht ausgeführten Projekten ein“). In: The Rimont. 14. Januar 2017, abgerufen am 14. Oktober 2025 (spanisch).
  18. Venezuela: 10. December 2017. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  19. Lugo (Betancourt de Montilla), Stella (Marina). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  20. Golpista y ligado a Odebrecht: él es Francisco Arias Cárdenas, nuevo embajador de Venezuela en México („Putschisten und Odebrecht-Verbindungen: Francisco Arias Cárdenas, Venezuelas neuer Botschafter in Mexiko“). In: infobae.com. 20. August 2019, abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  21. Arias Cárdenas anuncia en redes sociales su retiro de la Embajada de Venezuela en México („Arias Cárdenas gibt in den sozialen Medien seinen Rücktritt von der venezolanischen Botschaft in Mexiko bekannt.“). In: El Pitazo. 28. November 2024, abgerufen am 14. Oktober 2025 (spanisch).
  22. Ameliach (Orta), Francisco (José). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  23. Castro Soteldo, Wilmar (Alfredo). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  24. Ameliach, Arias Cárdenas y Castro Soteldo: Militares retirados ascendidos por Maduro („Ameliach, Arias Cárdenas und Castro Soteldo: Von Maduro beförderte pensionierte Militärangehörige“). In: El Carabobeño. 27. September 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025 (spanisch).