Francisco Ameliach
Francisco José Ameliach Orta (* 14. Juni 1963 in Valencia, Bundesstaat Carabobo) ist ein venezolanischer Politiker des Movimiento Quinta República (MUV), der Partido Socialista Unido de Venezuela (PSUV) und des Gran Polo Patriótico Simón Bolívar (GPP-SB), der unter anderem zwischen 2003 und 2005 Präsident der Nationalversammlung, von 2010 bis 2011 Minister im Präsidialamt sowie von 2012 bis 2017 Gouverneur des Bundesstaates Carabobo.
Leben
Francisco José Ameliach Orta, Sohn von José Manuel Ameliach Núñez und Ninfa Esther Orta de Ameliach, begann nach dem Besuch des Colegio Don Bosco de Valencia und des Militärgymnasiums Los Próceres eine Offiziersausbildung an der Militärakademie (Academia Militar de Venezuela), welches er 1984 mit dem Licenciado en Ciencias y Artes Militares beendete. Er wurde daraufhin in die Streitkräfte Venezuelas FANB (Fuerza Armada Nacional Bolivariana) übernommen und nahm am 4. Februar 1992 an dem von Oberstleutnant Hugo Chávez[1] angeführten, letztlich erfolglosen Putsch teil.
1999 schied er als Major aus dem aktiven Militärdienst und begann seine politische Laufbahn in der von Chávez gegründeten Bewegung für eine Fünfte Republik MVR (Movimiento Quinta República) als Mitglied der Nationalen Verfassunggebenden Versammlung (Asamblea Nacional Contituyente). Am 14. Januar 2000 wurde er für die MVR erstmals zum Mitglied der Nationalversammlung (Asamblea Nacional) gewählt und vertrat in dieser bis 2012 den Bundesstaat Carabobo. Als Nachfolger von Willian Lara[2] übernahm er am 5. Januar 2003 den Posten als Präsident der Nationalversammlung und übte das Amt des Parlamentspräsidenten bis zu seiner Ablösung durch Nicolás Maduro[3] am 5. Januar 2005. 2008 bewarb er sich bei den Vorwahlen der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas PSUV (Partido Socialista Unido de Venezuela), die 2007 aus der MVR hervorgegangen war, für die Kandidatur als Gouverneur des Bundesstaates Carabobo, unterlag aber dem letztlich erfolglosen Mario Silva. Am 13. Oktober 2010 wurde er als Nachfolger von María Godoy Peña von Staatspräsident Hugo Chávez zum Minister im Präsidialamt (Ministro del Despacho de la Presidencia) ernannt und bekleidete dieses Amt bis zum 13. Mai 2011, woraufhin Erika Farías ihn ablöste.[4]
Bei den Gouverneurswahlen am 16. Dezember 2012 konnte Francisco Ameliach, der auf ausdrücklichen Wunsch von Hugo Chávez kandidierte, für den Gran Polo Patriótico Simón Bolívar (GPP-SB) mit 56 Prozent gegen 44 Prozent den Amtsinhaber des Mesa de la Unidad Democrática (MUD), Henrique Salas Feo,[5] besiegen und wurde im Anschluss am 28. Dezember 2012 als dessen Nachfolger Gouverneur des Bundesstaates Carabobo.[6][7] Er bekleidete dieses Amt bis zu seinem Rücktritt am 14. Juni 2017, woraufhin Gustavo Pulido[8] ihn kommissarisch ablöste.
Im Anschluss war er wieder Mitglied der Nationalversammlung und wurde am 12. August 2025 von Staatspräsident Nicolás Maduro als Nachfolger von Néstor Reverol[9] zum Präsidenten von Corpozulia ernannt, eine 1969 gegründete Regierungsorganisation, die an der wirtschaftlichen Entwicklung des Bundesstaates Zulia arbeitet, in dem gut 60 Prozent der indigenen Bevölkerung Venezuelas lebt. Im September 2025 beförderte Präsident Maduro ihn, den früheren Gouverneur und Botschafter Francisco Arias Cárdenas[10] sowie den ehemaligen Kommandeur der Luftstreitkräfte und Minister Wilmar Castro Soteldo[11] zu Brigadegeneralen.[12] Francisco Ameliach, der mit Elizabeth Rangel de Ameliach verheiratet ist, ist ein Cousin von María Carolina Ameliach, einer Richterin am Obersten Gerichtshof Venezuelas (Tribunal Supremo de Justicia de Venezuela).
Weblinks
- Ameliach (Orta), Francisco (José). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- Francisco Ameliach. In: Prabook. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- Artikel über Francisco Ameliach. In: Homepage der Partido Socialista Unido de Venezuela. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (spanisch).
- Biografía Francisco Ameliach ( vom 28. Oktober 2012 im Internet Archive)
Einzelnachweise
- ↑ Chávez (Frías), Hugo (Rafael). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Lara, Willian (Rafael). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Maduro (Moros), Nicolás. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Farías (Peña), Érika (del Valle). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Salas Feo, Henrique (Fernando). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Venezuela: 16 December 2012. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Venezuela States from 1989: Carabobo Governors. In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Pulido (Cardier), Gustavo (Adolfo). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Reverol (Torres), Néstor (Luis). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Arias (Cárdenas), Francisco (Javier). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Castro Soteldo, Wilmar (Alfredo). In: rulers.org. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Ameliach, Arias Cárdenas y Castro Soteldo: Militares retirados ascendidos por Maduro („Ameliach, Arias Cárdenas und Castro Soteldo: Von Maduro beförderte pensionierte Militärangehörige“). In: El Carabobeño. 27. September 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).