Flugplatz Montdidier
| Flugplatz Montdidier | ||
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| Kenndaten | ||
| ICAO-Code | LFAR | |
| Koordinaten | 49° 40′ 23″ N, 2° 34′ 9″ O | |
| Höhe über MSL | 109 m (358 ft) | |
| Verkehrsanbindung | ||
| Entfernung vom Stadtzentrum | 2,5 km nördlich von Montdidier | |
| Straße | D 41 D 935 | |
| Basisdaten | ||
| Eröffnung | 1914 | |
| Betreiber | Communauté de communes du canton de Montdidier | |
| Start- und Landebahn | ||
| 09/27 | 750 m × 100 m Gras | |
Der Flugplatz Montdidier (ICAO-Code: LFAR, ehemals Flugplatz Montdidier-Fignières[1][2]) ist ein Flugplatz in der Region Hauts-de-France im Département Somme in den Gebieten der Gemeinden Fignières und Courtemanche, zirka 2,5 Kilometer nördlich von Montdidier.
Geschichte
Während beider Weltkriege befand sich hier jeweils ein Militärflugplatz.
Im Ersten Weltkrieg nutzte bereits Ende August 1914 die deutsche Fliegertruppe das Areal, das im weiteren Kriegsverlauf immer wieder von der französischen Fliegertruppe genutzt wurde und Basis verschiedener Verbände war.
Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs kehrte die Armee de l’Air nach Montdidier zurück. Erster Nutzer waren Flugabwehreinheiten. Anfang September lag hier für einige Tage eine Bombergruppe, die mit Potez 540 ausgerüstete GB.II. Erst im April trafen erneut französische Bomber ein, die bis zur Evaluierung der Gegend nach dem Beginn des Westfeldzugs der deutschen Wehrmacht blieben. Hier lagen sowohl die GB.I und GB.II und die dabei eingesetzten weiteren Bombertypen waren die Amiot 143 und Breguet 693.
Die Luftwaffe übernahm das Areal und baute es in der folgenden Zeit zu einem Flugplatz mit drei Beton Start- und Landebahnen sowie diversen Rollbahnen aus. Zunächst aber diente Montdidier während der Luftschlacht um England auch der Luftwaffe als Bomberstützpunkt. Hauptnutzer in dieser Zeit war von Juni 1940 bis Januar 1941 die mit Heinkel He 111H ausgerüstete I.Gruppe des Kampfgeschwaders 1 (I./KG 1).
Nach dem Ausbau wurde der Platz erst ab Juni 1943 wieder vermehrt genutzt, als die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 66 (I./KG 66) mit ihren Dornier Do 217, Junkers Ju 88S und Junkers Ju 188 eintraf. Sie blieb hier zunächst bis März 1944, wobei die 3. Staffel bereits im Februar nach Cormeilles verlegt worden war und nahm von hier aus am Unternehmen Steinbock teil. Mitte Juni 1944 kehrten zwei der mittlerweile fünf Staffeln der Gruppe, die ihre Do 217 zu diesem Zeitpunkt bereits abgegeben hatten, nach Montdidier zurück. Zwei weitere Staffeln trafen zum Monatsende ein und die Gruppe wurde Mitte August 1944 nach Eindhoven verlegt. Mitte Juni lag hier daneben für zwei Wochen auch noch die mit Ju 88A ausgerüstete II. Gruppe des Kampfgeschwaders 76 (II./KG 76).
In diesem Monat war es zuvor auch noch zu kurzen Aufenthalten deutscher Messerschmitt Bf 109G-Jäger gekommen. Die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 5 war hier vom Tag des Beginns der alliierten Invasion in der Normandie für eine gute Woche stationiert.
Zu einer wesentlichen Nutzung durch die Alliierten kam es hier sowohl während des Krieges und auch später nicht mehr.
Der Flugplatz besaß im Zweiten Weltkrieg drei sich kreuzende Start- und Landebahnen:[1]
- eine etwa 1500 m lange und 50 m breite Start- und Landebahn aus Beton (Richtung 05/23),
- eine etwa 1400 m lange und 50 m breite Start- und Landebahn aus Beton (Richtung 09/27) und
- eine etwa 1700 m lange und 50 m breite Start- und Landebahn aus Beton (Richtung 16/34).
Die Start- und Landebahnen wurden nach dem Krieg nach und nach geschlossen, die letzte davon im November 1961.[3] Gleichzeitig wurde im November 1961 die heutige Graspiste eröffnet.[3]
Flugbetrieb
Der Flugplatz Montdidier ist als usage restreint klassifiziert.[4] Die Benutzung ist auf Luftfahrzeuge, die am Platz oder an benachbarten Plätzen stationiert sind, eingeschränkt.[4] Der Flugplatz verfügt über eine 750 m lange und 100 m breite Start- und Landebahn aus Gras (Richtung 09/27).[4] Es findet Flugbetrieb mit Ultraleichtflugzeugen, Motorflugzeugen und Flugmodellen sowie Kunstflug statt.[4] Am Flugplatz ist der 1947 gegründete Aéroclub de Montdidier beheimatet.[4]
Weblinks
- Website des Aéroclub de Montdidier (französisch)
- Informationen auf Forgotten Airfields in englischer Sprache
- Informationen auf Anciennes Aérodrome in französischer Sprache
Einzelnachweise
- ↑ a b Montdidier-Fignières. Forgotten Airfields in Europe, abgerufen am 13. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Montdidier-Fignières. Anciennes Aérodromes, abgerufen am 13. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ a b Avis aux pilotes. In: Les Ailes – Hebdomadaire d’information aéronautique et spatiale. Band 1851, 10. November 1961, S. 11 (französisch, Volltext in der Bibliothèque nationale de France).
- ↑ a b c d e AD 2 LFAR – MONTDIDIER. In: Service de l’Information Aéronautique, France (Hrsg.): Luftfahrthandbuch Frankreich. 30. Dezember 2021.