Flugplatz Abbeville

Flugplatz Abbeville
Abbeville
Kenndaten
ICAO-Code LFOI
Koordinaten 50° 8′ 32″ N, 1° 49′ 52″ O
Höhe über MSL 67 m (220 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 4 km nördlich von Abbeville
Straße D 1001
1 km zur
Basisdaten
Betreiber Association d’Exploitation de l’Aérodrome d’Abbeville-Buigny (AE2AB)
Start- und Landebahnen
02/20 1250 m × 23 m Asphalt
02L/20R 900 m × 100 m Gras
13/31 570 m × 80 m Gras



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Der Flugplatz Abbeville (ICAO-Code: LFOI) ist ein Flugplatz in der Region Hauts-de-France im Département Somme. Er liegt im Wesentlichen auf dem Gebiet von Buigny-Saint-Maclou etwa vier Kilometer nördlich von Abbeville. Früher erstreckte sich das Gelände weiter nach Osten auf das Gebiet des Ortes Drucat. Der Flugplatz wurde während des Zweiten Weltkriegs als Militärflugplatz genutzt. Heute dient er der Allgemeinen Luftfahrt.

Geschichte

Der Flugplatz Abbeville-Drucat existierte bereits vor Beginn des Zweiten Weltkriegs. Nach Ausbruch des Krieges diente es als Militärflugplatz. Er diente 1940 zunächst den British Expeditionary Forces. Hier lag ein Teil der 607. Squadron der Royal Air Force (RAF) mit Gloster-Gladiator-Doppeldeckern und die 151. Squadron, ausgerüstet mit Jagdflugzeugen des Typs Hawker Hurricane.

Im Juni 1940 besetzte ihn die deutsche Wehrmacht und er wurde ein Fliegerhorst der Luftwaffe. Der Flugplatz wurde von Deutschen ausgebaut, er erhielt unter anderem drei Beton-Start- und Landebahnen. Hauptnutzer waren zwischen 1940 und 1943 erneut Jagdverbände, zunächst während der Luftschlacht um England zwischen Juni und September 1940 die mit Bf 110C ausgerüstete II. Gruppe des Zerstörergeschwaders 76 (II./ZG 76).

Im folgenden Winter war Abbeville zwischen Anfang Dezember 1940 und Anfang Februar 1941 Heimathorst von Stab, I. und II. Gruppe des Jagdgeschwaders 26 (JG 26), die alle drei mit der Bf 109E ausgerüstet waren. Die Besatzungen des JG 26 erarbeiteten sich in Folge den Spitznamen "Abbeville Boys", obwohl das komplette Geschwader nie dauerhaft in Abbeville stationiert war.

Zwischen Anfang April bis in den Mai 1941 lagen hier erneut Bf 110C/D, diesmal in der Jagdbomber-Rolle. Diese bildeten bis Ende April zunächst die Erprobungsgruppe 210, diese flog neben der Bf 110 auch noch die Bf 109E, und anschließend die I. Gruppe des Schnellkampfgeschwaders 210 (I./SKG210).

Nach kurzer Unterbrechung lag hier dann als letzter Hauptnutzer der Luftwaffe von Mitte Juni bis Ende Dezember 1941 die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 2 (II./JG 2), ausgerüstet mit Bf 109E/F.

Anfang September 1944 wurde Abbeville von polnischen Truppen befreit und der Flugplatz nach Instandsetzungsarbeiten als Advanced Landing Ground B-92 zunächst nur sporadisch von den Alliierten weitergenutzt. Zwischen März und Mai 1945 war hier die 61st Troop Carrier Group der Ninth Air Force der United States Army Air Forces (USAAF) stationiert, deren fliegende Staffeln jedoch für die Operation Varsity in England blieben. Nach Kriegsende wurde der Flugplatz aufgegeben.

Heute wird ein Großteil des ehemaligen Flugplatzgeländes anderweitig genutzt, wobei die drei Betonpisten aus der Luft noch auszumachen sind. Ein Teil der am westlichsten gelegenen und zuvor längeren und breiteren Piste 02/20 wurde asphaltiert und dient noch heute der Allgemeinen Luftfahrt.

Flugbetrieb

Der Flugplatz Abbeville ist als ouvert à la CAP (offen für den öffentlichen Luftverkehr) klassifiziert (ähnlich zu einem Verkehrslandeplatz in Deutschland). Er verfügt über drei Start- und Landebahnen:[1]

  • eine 1250 m lange und 23 m breite Start- und Landebahn aus Asphalt (Bezeichnung: 02/20),
  • eine 900 m lange und 100 m breite Start- und Landebahn aus Gras (Bezeichnung: 02L/20R) und
  • eine 570 m lange und 80 m breite Start- und Landebahn aus Gras (Bezeichnung: 13/31).

Am Flugplatz ist eine Tankstelle für AvGas 100 LL und AvGas UL91 vorhanden.[1] Es findet Flugbetrieb mit Segelflugzeugen, Ultraleichtflugzeugen, Motorflugzeugen und Flugmodellen statt.[1] Am Flugplatz sind mehrere Luftsportvereine beheimatet, unter anderem der Aéroclub d’Abbeville-Buigny-Baie de Somme.[1]

Commons: Flugplatz Abbeville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d AD 2 LFOI – ABBEVILLE. In: Service de l’Information Aéronautique, France (Hrsg.): Luftfahrthandbuch Frankreich. 6. Oktober 2022.