Fliegerstaffel 17
Die Fliegerstaffel 17 «Falcons» war bis 2025 eine mit F/A-18 Kampfflugzeugen ausgerüstete Fliegerstaffel der Schweizer Luftwaffe. Sie gehörte zum Berufsfliegerkorps und unterstand zusammen mit der Fliegerstaffel 6 dem Fliegergeschwader 11. Ihre Heimatbasis war der Militärflugplatz Payerne. Die Fliegerstaffel 17 trug als Wappen einen roten Falken auf weissem Grund, mit der schwarzen Ziffer 17 rechts unten im Abzeichen.
Geschichte
Im Jahre 1921 begann Oberst im Generalstab Immenhauser mit der angeordneten Umstrukturierung der Fliegertruppen. 1924 sah die «Provisorische Organisation des Militärflugwesens» vor, dass neben einem Stab fünf Fliegerabteilungen mit total sechs Jagd- sowie zwölf Beobachterkompanien gebildet werden sollten. So entstand am 27. Januar 1925 die Jagd-Fliegerkompanie 17 als eine der Jagdstaffeln mit vier Piloten. Von 1925 bis 1939 war die Einheit mit acht Häfeli DH-5 und einer Dewoitine D-27 ausgerüstet. In der Zwischenzeit war die Einheit 1936 zur Fliegerkompanie 17 (Fl Kp 17) umbenannt worden. Ab 1939 und bis 1942 führte man den Flugbetrieb mit C-35 und Fokker C.V durch, das hiess, dass nun in der vormaligen Jagdstaffel neben den 10 Piloten auch 10 Beobachter ihren Dienst taten.[1] Einsatzflugplätze waren Bellinzona, Littau, Hilfikon, Spreitenbach, Breitfeld bei St. Gallen, Kloten-Rümlang oder Weinfelden; alles Flugplätze die längst verschwunden sind. Im Jahr 1942 schulte man in Stans auf die C-3603 um. Anschliessend wurde von 1945 bis 1947 Flugbetrieb mit C-3603 auf dem Flugplatz Raron durchgeführt.
In der Nachkriegszeit wurde 1946 der Name der Fliegerkompanie geändert zur Flieger-Staffel 17, im Jahr 1951 wurde diese Miliz-Flieger-Staffel 17 aufgelöst. Stattdessen wurden die Einheiten des Überwachungsgeschwaders 1952 auf die drei existierenden Fliegerregimenter verteilt und übernahmen die Nummern aufgelöster Miliz-Staffeln. Die Berufspiloten dieser neuen Staffel 17 setzten von 1947 bis 1955 die Morane D-3803 und von 1947 bis 1956 die C-3604 ein.[1] Im Jahr 1963 oder nach anderer Quelle 1952 wurde der «Falke» als neues Staffelemblem eingeführt, auch hatte sich die Vereinigung der ehemaligen und aktiven Piloten, welche 1962 gegründet worden war, «la Fauconnerie» genannt.[1] Das Staffelemblem der alten Milizstaffel hatte ab 1932 einen Auerhahn gezeigt, dies als Erinnerung an ihren 1929 verunglückten Kommandanten Luzius Bärtsch.[2]
Der erste Düsenflugzeugbetrieb der Staffel fand von 1955 bis 1967 mit der De Havilland DH.112 Venom vom Flugplatz Buochs und Militärflugplatz Emmen statt. Die Berufspiloten waren dabei auch als Fluglehrer auf der Vampire und Venom tätig.
Schon ab 1964 folgten die ersten Umschulungskurse auf die Mirage; von 1969 bis 1975 führte die Staffel den Flugbetrieb mit der Mach 2 schnellen Mirage III S durch mit Verlegungen auf den Kriegsflugplatz Militärflugplatz Turtmann, anschliessend war von 1976 bis 1997 der Militärflugplatz Payerne Kriegsflugplatz der Staffel.
Als erste Staffel der Schweizer Luftwaffe erhielt die Fliegerstaffel 17 im Jahr 1997 die F/A-18 Hornet. Aus diesem Grund war auch aus dieser Staffel der erste Pilot, Stéphane Rapaz, ab 1995 auf die Hornet umgeschult und zum Fluglehrer ausgebildet worden. Rapaz bildete danach seine Kollegen aus und war bei der Gründung des F/A-18 Hornet Solo Display im Jahr 1997 einer der Piloten.[2] Von 2000 bis 2002 war der heutige Divisionär Claude Meier Kommandant der Fliegerstaffel 17.[3]
Per Ende 2005 wurde das Überwachungsgeschwader aufgelöst und das Personal der Fliegerstaffel 17 in das Berufsfliegerkorps überführt. Im Jahr 2010 erhielt die Fliegerstaffel 17 mit dem Flugzeug J-5017 ihre Staffelmaschine mit Staffelbemalung an den Seitenleitwerken. Falls der aktuelle F/A-18 Hornet Solo Display Pilot aus der Staffel 17 stammte, flog er nach Möglichkeit die Vorführung mit der Maschine J-5017.
Der «Abschiedsflug» der Fliegerstaffel 17 fand am 9. Dezember 2025 wegen Nebels am Boden auf der Piste des Flugplatzes Payerne statt, als neun Hornets einen Elephant Walk absolvierten.[4] Die Fliegerstaffel 17 wurde zusammen mit der Fliegerstaffel 18 nach der Auflösung in die neue Fliegerstaffel 35 überführt.
Unfälle
- Am 24. März 1977 kollidierten bei einem Verbandsflug über dem Flugplatz Payerne zwei Mirage III (J-2003 und J-2310). Alle Beteiligten überlebten die Kollision, darunter der damalige Kommandant-Stellvertreter der Fliegerstaffel 17 und spätere Chef der Armee, Christophe Keckeis.[5] Die Kollision ist filmisch festgehalten und wurde 2004 erstmals öffentlich gezeigt in einem Beitrag des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF).[6]
- Am 29. August 2016 prallte die F/A-18C J-5022 kurz nach dem Start in Meiringen in der Sustenregion in einen Felsgrat. Der Pilot David Goldiger[7] aus der Fliegerstaffel 17 wurde dabei getötet. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Als hauptsächliche Unfallursache wird eine zu tiefe Höhenzuweisung der Flugsicherung in Meiringen angenommen.[8][9]
Flugzeuge
- Häfeli DH-5
- Dewoitine D-27
- Fokker C.V
- C-35
- C3603
- C3604
- Morane D-3803
- de Havilland DH.112 Venom
- Mirage IIIS
- F/A-18
Weblinks
- Offizielle VBS Seite der FlSt17 ( vom 8. Mai 2016 im Internet Archive)
- Geschichte der Fliegerstaffel 17 ( vom 25. Februar 2016 im Internet Archive)
- Die Falkenstaffel macht halt in Wil ( vom 25. Februar 2016 im Internet Archive) (Kurzbericht über ehemalige FlSt17-Piloten)
Einzelnachweise
- ↑ a b c Jürg Studer: 90 Jahre Fliegerstaffel 17, ASMZ, Herausgeber: Schweizerische Offiziersgesellschaft, Band 181 (2015), Heft 12, S. 40
- ↑ a b Die Falken jubilieren ( vom 25. Februar 2016 im Internet Archive), Cockpit No.12 2015
- ↑ Divisionär Claude Meier ( vom 28. August 2016 im Internet Archive), Schweizer Armee
- ↑ Skynews Heft 1/2026 S.19
- ↑ Flavian Cajacob: Christophe Keckeis - Ein Flieger mit Bodenhaftung. In: Handelszeitung, 15. November 2003, abgerufen am 10. März 2016.
- ↑ Dokumentarfilm, Kollision bei 35:04 min: Fritz Muri: Schweizer Kampfjets - Filz, Skandale, Abstürze. In: SF DRS (Hrsg.): Spuren der Zeit. 6. September 2004 (srf.ch).
- ↑ David Goldiger, mort lundi dans la chute de son avion militaire, laisse un souvenir ému à Forel, le village de sa jeunesse.
- ↑ F/A-18-Absturz in der Sustenregion: Zwischenergebnisse. Medienmitteilung von Militärjustiz, VBS u. a. vom 6. September 2016, abgerufen am 16. September 2018
- ↑ Flugverkehrsleiter hatte 10'000 Fuss angeordnet. Mindestflughöhe betrug jedoch 14'300 Fuss.