Explorer-Serie

Explorer-Serie
Beluga Indication (nach der 2007 erfolgten Verlängerung)
Schiffsdaten
Schiffsart Mehrzweckfrachtschiff
Reederei Clipper Elite Carriers
Entwurf Carl Bro, Glostrup
Bauwerft Dalian Shipyard, Dalian
Bauzeitraum 1999 bis 2001
Gebaute Einheiten 5
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 134,15 m (Lüa)
126,25 m (Lpp)
Breite 20,40 m
Tiefgang (max.) 6,65 m
Vermessung 8.861 BRZ
Maschinenanlage
Maschine 1 × Wärtsilä-Dieselmotor (Typ: 8L46B)
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat 7.800 kW (10.605 PS)
Dienst­geschwindigkeit

15 kn (28 km/h) Vorlage:Infobox Schiff/Antrieb/Geschwindigkeit_B

Höchst­geschwindigkeit 17 kn (31 km/h)
Propeller 1 × Verstellpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 12.000 tdw
Container 901 TEU
Anschlüsse Kühlcontainer 176
Rauminhalt 14.700 m³
Sonstiges
Klassifizierungen American Bureau of Shipping

Die Explorer-Serie bezeichnet eine aus fünf Einheiten bestehende Serie von Mehrzweckfrachtschiffen.

Geschichte

Der Schiffstyp wurde vom dänischen Schiffsarchitekturbüro Carl Bro entworfen.[1] Er basiert dabei auf den Schiffen der ebenfalls von Carl Bro entworfenen Confidence-Serie.

Die Schiffe wurden auf der chinesischen Werft Dalian Shipyard in Dalian für die dänische Reederei Clipper gebaut.[1] Der Bau der Serie begann mit dem ersten Stahlschnitt für das Typschiff am 28. Januar 1999. Die Schiffe wurden zwischen Juni 2000 und Januar 2001 an die zum 1. Juli 1999 aus dem Zusammenschluss der Reedereien Clipper und Elite Shipping entstandene Reederei Clipper Elite Carriers abgeliefert.[2]

Beschreibung

Die Schiffe werden von einem Zweitakt-Achtzylinder-Dieselmotor des Typs Wärtsilä 8L46B mit 7800 kW Leistung angetrieben. Der Motor wirkt über ein Untersetzungsgetriebe auf einen Verstellpropeller. Die Schiffe sind mit einem mit 900 kW Leistung angetriebenen Bugstrahlruder ausgestattet. Für die Stromerzeugung stehen ein vom Hauptmotor mit 900 kW Leistung angetriebener Leroy-Somer-Wellengenerator sowie drei von Cummins-Dieselmotoren mit jeweils 608 kW Leistung angetriebene Stamford-Generatoren zur Verfügung. Weiterhin wurde ein von einem Dieselmotor angetriebener Notgenerator verbaut.

Die Schiffe verfügen über drei größtenteils kastenförmige Laderäume. Laderaum 1 verjüngt sich im vorderen Bereich. Die Laderäume sind mit Stapellukendeckeln verschlossen. Sie können mit Zwischendecks in der Höhe unterteilt werden. Die Zwischendecks können auf zwei Höhen eingehängt werden. Laderaum 2 kann auch durch Querschotten horizontal unterteilt werden. Die Tankdecke in Laderaum 1 und 3 kann mit 15 t/m² und in Laderaum 2 mit 20 t/m² belastet werden. Lukendeckel, Zwischendeck und Wetterdeck können mit 3 t/m² belastet werden. Die Schiffe sind auf der Backbordseite mit zwei Liebherr-Schwergutkranen ausgestattet, die jeweils 150 t heben können.

Die Schiffe sind für den Transport von Containern vorbereitet. Die Schiffe können 20-, 40- und 45-Fuß-Container laden. Die Containerkapazität beträgt 901 TEU. Bei homogener Beladung mit 14 Tonnen schweren Containern können 550 TEU geladen werden. Für Kühlcontainer stehen 176 Anschlüsse zur Verfügung. In Laderaum 1 können vier 20-Fuß-Container hintereinander und bis zu sechs Container nebeneinander in bis zu vier Lagen geladen werden. In Laderaum 2 können acht 20-Fuß-Container hintereinander und sechs Container nebeneinander und in Laderaum 3 zwei 20-Fuß-Container hintereinander und sechs Container nebeneinander in jeweils vier Lagen übereinander geladen werden. An Deck können 16 20-Fuß-Container hintereinander geladen werden, 14 auf den Lukendeckeln und zwei zwischen Laderaum 3 und dem Deckshaus. Es können bis zu acht Container nebeneinander in bis zu sieben Lagen übereinander geladen werden.

Das Deckshaus ist weit hinten angeordnet. An Bord stehen 13 Einzelkabinen sowie 4 Doppelkabinen zur Verfügung. Die übliche Besatzungsstärke beträgt 12 Personen. Auf der Steuerbordseite befindet sich neben dem Deckshaus ein Freifallrettungsboot.

Der Rumpf der Schiffe ist eisverstärkt (Eisklasse 1C).

Schiffe

Explorer-Serie
Bauname Bau-
nummer
IMO-
Nummer
Kiellegung
Stapellauf
Ablieferung
Umbenennungen
und Verbleib
CEC Atlas MC 120-1 9214551 7. Mai 1999
8. November 1999
9. Juni 2000
2001: Industrial Atlas, 2002: Atlas, 2002: TMC Atlas, 2003: Nirint Atlas, 2004: Beluga Intonation, 2005: Nirint Atlas, 2007: Beluga Intonation, 2011: HR Intonation, 2015: Karadeniz Powership Yasin Bey
CEC Apollon MC 120-2 9214563 8. November 1999
14. Februar 2000
2. August 2000
2004: Beluga Indication, 2006: Nirint Iberia, 2007: Beluga Indication, 2011: HR Indication, 2013: HHL Indication, 2014: HR Indication, 2015: Karadeniz Powership Gökhan Bey
CEC Atlantic MC 120-3 9214575  
2. Juni 2000
18. Oktober 2000
2003: Nirint Pride, 2010: OXL Fakir, 2011: Nirint Spirit, 2012: Falshoeft, 2014: Scorpio, ab Ende 2014 in Alang verschrottet
CEC Anax MC 120-4 9214587 14. April 2000
10. Juli 2000
5. Januar 2001
2002: Beluga Inspiration, 2006: S. Fighter, 2010: Onego Fighter, 2010: Kampen, 2010: OXL Emir, 2012: Kampen, 2014: ESI Anax, 2019: Team, 2019 in Alang verschrottet
CEC Arctic MC 120-6 9214604 2. Juni 2000
18. September 2000
12. Januar 2001
2001: Beluga Independence, 2007: Nirint Force, 2009: Obsession, 2009: Stinnes Passat, 2010: Keitum, 2010: Nirint Canada, 2012: Keitum, 2014: ESI Arctic, 2024: Blue Gold

Die Schiffe kamen unter der Flagge der Bahamas mit Heimathafen Nassau in Fahrt.

Die als CEC Atlas und als CEC Apollon gebauten Schiffe wurden 2007 auf der Werft MWB Motorenwerke Bremerhaven umgebaut und um rund 27 m verlängert. Bei dem Umbau wurden die drei Laderäume zu einem Laderaum umgebaut und die Krane durch zwei NMF-Krane, die jeweils 350 t heben können, ersetzt sowie im hinteren Bereich des Laderaums auf der Steuerbordseite ein weiterer NMF-Kran mit einer Hebekapazität von 150 t installiert.

Beide Schiffe wurden 2015 umfangreich zu schwimmenden Kraftwerken des türkischen Kraftwerkschiffsbetreibers Karpowership umgebaut.

Literatur

Commons: Explorer-Serie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Explorer series (Memento vom 21. Februar 2005 im Internet Archive), Carl Bro.
  2. Norman Middlemiss: The Clipper Group of Denmark, Shipping Today & Yesterday, 14. Oktober 2014. Abgerufen am 25. Juni 2025.