Eisverstärkung

Eisverstärkung ist die durch die Klassifikationsinstitute vorgeschriebene Verstärkung des Rumpfes von Schiffen, die in eisgefährdeten Gewässern eingesetzt werden. Sie besteht darin, dass die Außenhaut im Bereich von oberhalb der Tiefladelinie bis unterhalb des Leertiefgangs dicker und manchmal aus Stahl höherer Festigkeit als in den anderen Außenhautbereichen ausgeführt ist. Außerdem sind in diesem Bereich die Spanten verstärkt und zusätzliche Verbände eingebaut. Schiffe mit Eisverstärkung werden in Eisklassen eingeteilt.

Wichtige Elemente der Eisverstärkung

Verstärkter Rumpf

  • Dickeres Stahlblech, besonders im Bugbereich (Eisgürtel)
  • Enger gesetzte Spanten und stärkere Stringer
  • Spezielle Stahlsorten, die auch bei sehr niedrigen Temperaturen zäh bleiben

Eisverstärkter Bug

  • Spezielle Bugformen (z. B. Eisbrecherbug)

Ziel ist es, das Eis zu brechen oder nach unten zu drücken, statt frontal dagegen zu fahren.

Propeller und Ruder

  • Propellerblätter dicker und robuster
  • Ruder mit verstärkter Vorderkante
  • Schutz gegen Eisstücke, die vom Propeller angesaugt werden

Maschinenleistung

  • Höhere Antriebsleistung nötig, um durch Eis zu fahren
  • Maschinen und Kühlwassersysteme so ausgelegt, dass sie nicht vereisen

Typische Einsatzgebiete

  • Ostsee (Winterverkehr)
  • Nordkanada & Alaska
  • Arktische Versorgungsrouten
  • Forschungsschiffe

Literatur

  • Ulrich Scharnow: Lexikon Seefahrt. 5. Auflage. Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1988, ISBN 3-344-00190-6, S. 131.

Siehe auch