Evgenios Evgenides (Schiff)

Evgenios Evgenides
Die Evgenios Evgenides im Hafen von Poros
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Schweden Schweden
Griechenland Griechenland
andere Schiffsnamen * Sunbeam II
  • Sunbeam
  • Flying Clipper
Schiffstyp Rahschoner
Rufzeichen SZMM (zuvor: LDSW)
Heimathafen Piräus
Eigner Griechische Marine
Bauwerft William Denny and Brothers in Dumbarton, Schottland
Baunummer 1229
Stapellauf 20. Juni 1929
Verbleib Museumsschiff
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 59,44 m (Lüa)
45,72 m (KWL)
Breite 9,32 m
Seitenhöhe 5,33 m
Tiefgang (max.) 4,72 m
Verdrängung 659 t
Vermessung 505.07
 
Besatzung 21
Maschinenanlage
Maschine 1 × 4-Zylinder-Dieselmotor von AB Atlas
Maschinen­leistung 400 PS (294 kW)
Propeller 1
Takelung und Rigg
Takelung Schonerbark
Anzahl Masten 3
Segelfläche 1540 m²
Sonstiges
IMO-Nr. 1001594

Evgenios Evgenides (griechisch Ευγένιος Ευγενίδης) ist ein 1929 in Schottland gebautes Segelschiff. Heute ist es ein griechisches Museumsschiff.

Geschichte

1922 kaufte der schottische Reeder Walter Runciman, 1. Baron Runciman den 1874 gebauten Rahschoner Sunbeam.[1] Da das fast 50 Jahre alte Schiff in einem schlechten Zustand war, beauftragte er wenige Jahre später bei William Denny and Brothers in Dumbarton einen Nachbau des Schiffs. Am 20. Juni 1929 lief die Sunbeam II vom Stapel und wurde am 4. September fertiggestellt. Im selben Jahr verkaufte Runciman die Sunbeam zum Abwracken an Thomas William Ward.[2]

Von der ersten Segelfahrt ins Mittelmeer im Jahre 1930 berichtete die Autorin Mary Richardson[3] in ihrem Buch "Sunbeam" ahoy!: The first cruise of yacht "Sunbeam II".[4] Kurz vor seinem Tod feierte Walter Runciman noch während eines Segeltörns am 6. Juli 1937 auf der Sunbeam II seinen 90. Geburtstag.[3]

Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde im November 1939 die Sunbeam II von der Britischen Admiralität angefordert und zunächst als HMT (His Majesty’s Trawler)Sunbeam II als U-Boot-Begleitschiff[5] zum Auffinden von Versuchstorpedos eingesetzt.[6] Von Juni 1943 bis März 1945 diente sie als HMY (His Majesty’s Yacht) Sunbeam II als Hauptquartier der Inshore Patrol Flotilla in Helford, Cornwall.[7][8]

Im November 1945 wurde sie an den Besitzer zurückgegeben und ein Jahr später an die Abraham Rydbergs Stiftung in Stockholm verkauft und diente als Segelschulschiff Sunbeam in der Ost- und Nordsee und dem Karibischen Meer,[9] 1954 wurde sie von der Einar Hansen's Clipper Line in Malmö übernommen und in Flying Clipper umbenannt. Das Segelschulschiff unternahm 1955 und 1956 Fahrten nach Südamerika und zu den Westindischen Inseln und zwischen 1957 und 1963 in die Ostsee und ins Mittelmeer. Sie nahm an zwei Tall Ships’ Races teil, 1956 Regatta von Torquay (in der Verwaltungseinheit Torbay) nach Lissabon und 1958 von Brest nach Las Palmas de Gran Canaria. Zwischen 1961 und 1962 entstand auf dem Schiff der deutsche Dokumentarfilm Flying Clipper – Traumreise unter weißen Segeln.[10] Auch einige Einstellungen zum britisch-amerikanischen Abenteuerfilm Lord Jim von 1965 wurden auf der Flying Clipper aufgenommen.[11]

1965 wurde das Schiff vom griechischen Ministerium für Schifffahrt und Inselpolitik (griechisch Υπουργείο Ναυτιλίας και Νησιωτικής Πολιτικής) angekauft. Da der Kaufpreis zu einem Drittel von der Evgenides-Stiftung (griechisch Ίδρυμα Ευγενίδου), gestiftet von dem griechischen Reeder Evgenios Evgenides (1882–1954), aufgebracht wurde, wurde das Schiff in Evgenios Evgenides umbenannt und diente nun als Schulschiff der griechischen Handelsmarine. Ab 1975 kam sie nur noch sporadisch zum Einsatz und wurde 1995 schließlich kostenfrei an das griechische Kulturministerium (griechisch Υπουργείο Πολιτισμού) abgegeben und als Museumsschiff in den Hellenic Maritime Heritage Park in Paleo Faliro überführt. Es wurde an den Generalstab der Griechischen Marine abgegeben und im August 2001 an den griechischen Marinestützpunkt auf der Insel Salamis überführt. Hier wurde es bis Mitte 2012 restauriert und danach wieder ins Schiffsmuseum zurückgeführt. Mitte 2023 wurde die Evgenios Evgenides an die Marineschule auf der Insel Poros überführt, wo sie heute (Stand: 26. Oktober 2025) noch liegt.

Beschreibung

Die Sunbeam II wurde von dem Schiffsdesigner James Rennie Barnett von George Lennox Watson & Co. in Anlehnung an den Rahschoner Sunbeam entworfen. Der Stahlrumpf hat eine Länge über alles von 59,44 m und eine Breite von 9,32 m. Ursprünglich wurde der Tiefgang mit 4,92 m und die Verdrängung mit 659 t angegeben.[12] Am Bugspriet trägt das Schiff eine Galionsfigur in Form eines Engels. Die Segel der Takelung als Gaffelschoner stammten von Ratsey & Lapthorn. Die Segelfläche wurde mit 12.700 Quadratfuß, also 1180 , angegeben.[9] Zum alternativen Antrieb wurde das Schiff mit einem 4-Zylinder-Dieselmotor mit 400 kW von AB Atlas ausgestattet.[12]

1965 wurde die Segelanordnung geändert, wobei sich die Segelanzahl um 3 und die Segelfläche auf 1540 m² erhöhte.[13] Der Tiefgang der Evgenios Evgenides wird heute mit 5,50 m[9] und die Verdrängung mit 636 t[14] angegeben.

Einzelnachweise

  1. Sir Walter Runciman (1847-1937) bei rmg.co.uk
  2. Sunbeam bei shippingandshipbuilding.uk
  3. a b Mary (Richardson) Runciman (1884 - 1975) beiwikitree.com
  4. The first hundred years – Part II bei rnyc.org.uk
  5. Sunbeam II bei rnyc.org.uk
  6. Naval Trawlers bei worldnavalships.com
  7. The Inshore Patrol Flotilla bei maritimeviews.co.uk
  8. WWII Inshore Patrol Flotilla (IPF) bei adept-seo.co.u
  9. a b c 3-Mast-Toppsegelschoner Eugenios Eugenidis bei tallship-fan.de
  10. Eugenios Eugenidis bei tallship-fan.de
  11. SUNBEAM II bei clydeships.co.uk
  12. a b Lloyd’s Register Foundation: Lloyd's Register Of Yachts, 1931, S. 481 (Digitalisat)
  13. Hellenic Maritime Heritage Park bei averof.hellenicnavy.gr
  14. Eugenios Eugenides - IMO 1001594 bei shipspotting.com
Commons: Evgenios Evgenidis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien