Evelyn Dalberg

Evelyn Dalberg (* 23. Mai 1939 in Leipzig, damals Deutsches Reich, als Evelyn Brigitte Dalrymple; † 29. November 2025[1][2]) war eine südafrikanische Opernsängerin (Mezzosopran).

Leben

Evelyn Dalberg war die Tochter des südafrikanischen Bassisten Frederick Dalberg und der deutschen dramatischen Sopranistin Ellen Winter, die 1929–33 am Staatstheater Karlsruhe und 1933–40 am Opernhaus Leipzig engagiert war.[3][4][5] In Leipzig geboren, lebte Evelyn Dalberg als Kind drei Jahre in Südafrika.[6] Sie erhielt ihre musikalische Ausbildung an der Guildhall School of Music in London und wirkte als Jugendliche im Extra-Chor der Covent Garden Opera in London mit.[4][7][8] Anschließend studierte sie an der Staatlichen Hochschule für Musik in München.[4][7] Weitere musikalische Studien erfolgten in Mannheim und Koblenz.[4][7]

In der Spielzeit 1964/65 debütierte sie am Stadttheater Koblenz, wo sie u. a. Rollen in Tannhäuser und Die Hochzeit des Figaro sang.[3][4][9]

1964 kam sie nach ihrer Heirat mit dem deutschen Fagottisten Werner Eichler, der Mitglied des Cape Town City Orchestra war, nach Südafrika, wo sie als Konzertsängerin, in Oratorien und später viele Jahre an den Opernhäusern von Kapstadt und Johannesburg auftrat.[3][4][7] Sie erhielt zunächst ein Engagement am Opernhaus von Pretoria.[6] 1967 wurde sie Gesangslehrerin am South African College of Music.[4] Sie trat als Mezzosopranistin in Opernproduktionen des Performing Arts Council of Transvaal (PACT) und des Cape Performing Arts Board (CAPAB) auf.[4] 1970 sang sie in einer Opernproduktion des Natal Performing Arts Council (NAPAC).[4] 1971 übernahm Dalberg die Rolle der Amneris in Aida anlässlich der Eröffnung des Nico Malan Opera House in Kapstadt.[4][6]

Zu ihrem Bühnenrepertoire, das über 30 Hauptrollen umfasste, gehörten Dorabella in Così fan tutte, Nancy in Martha, die Titelrolle in Carmen, Azucena in Il trovatore, Ulrica in Un ballo in maschera, Lady Macbeth in Macbeth, Eboli in Don Carlo, Amneris, Mrs. Quickly in Falstaff, Suzuki in Madama Butterfly, Fricka im Ring-Zyklus, Brangäne in Tristan und Isolde und die Küsterin in Jenůfa.[4]

1979 übernahm sie die Rolle der Zigeunerin Czipra in einer Produktion der Operette Der Zigeunerbaron am Stadttheater Bloemfontein (Bloemfonteinse Stadskouburg).[10] 1981 sang sie am Nico Malan Opera House in Kapstadt die Preziosilla in La forza del destino.[11] 1982 war sie dort als Fricka in Die Walküre und als Mamma Lucia in Cavalleria rusticana zu hören.[12] 1982 gastierte sie am Alhambra Theatre in Durban als Maddalena in Rigoletto an der Seite von Hans van Heerden (Rigoletto), Eugenie Chopin-Couzyn (Gilda) und Yordi Ramiro (Duca).[13] 1984 sang sie am The Natal Playhouse Opera Theatre in Durban die Santuzza in Cavalleria rusticana.[13] In Produktionen des CAPAB trat sie auch als Prinz Orlofsky in Die Fledermaus (1974), als Marcellina in Le nozze di Figaro (1976), als Hofdame Katisha in der Operette Der Mikado (1983) und als Golde im Musical Anatevka (1985) auf. 1988 inszenierte sie an der Roodeport Stadsopera die Oper Fidelio von Ludwig van Beethoven.[7]

Sie gewann mehrere südafrikanische Opernpreise und wirkte im südafrikanischen Fernsehen in drei Opernverfilmungen mit: The Medium (als Madame Flora), Suor Angelica (als Zia Principessa) und Carmen.[7]

1988 kehrte sie nach Deutschland zurück und arbeitete ab der Spielzeit 1989/90 bis zu ihrer Verrentung als Souffleuse am Opernhaus Düsseldorf.[6][14] Sie unterrichtete außerdem privat Gesang in Düsseldorf.[6] Zu ihren Schülern gehörten u. a. die Sopranistin Frances Ginzer (* 1955), die Mezzosopranistin Dinah Berowska sowie die Tenöre Markus Schäfer (* 1961) und Alexander Geller.

Evelyn Dalberg, die seit vielen Jahren an Diabetes erkrankt war, starb im November 2025 im Alter von 86 Jahren.[1][6]

Einzelnachweise

  1. a b Philip De Vos: Evelyn Dalberg (1939 - 2025). Todesmeldung. Abgerufen am 30. November 2025.
  2. Sad news of the death of the South African mezzo Evelyn Dalberg, yesterday at the age of 86. Todesmeldung. Abgerufen am 30. November 2025.
  3. a b c Evelyn Dalberg bei Operissimo auf der Basis des Großen Sängerlexikons. Abgerufen am 30. November 2025
  4. a b c d e f g h i j k Evelyn Dalberg, SA opera singer, is born in Germany. South African History Online. Abgerufen am 30. November 2025
  5. Dalberg Evelyn. Abgerufen am 30. November 2025
  6. a b c d e f Powerfrau mit Diabetes. Pressemitteilung der Bayer Vital GmbH vom 18. Mai 2006. Abgerufen am 30. November 2025
  7. a b c d e f EVELYN DALBERG. Biografie. Programmheft Fidelio. Roodeport Stadsopera 1988.
  8. Dalberg Evelyn. Abgerufen am 30. November 2025
  9. Evelyn Dalberg. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1965. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 73. Jg., Hamburg 1965, S. 318 und 548 (Register).
  10. Strauss: DIE SIGEUNERBARON - 1979. Besetzung und Produktionsdetails. Abgerufen am 30. November 2025
  11. Eridine Madeleine Roux: The life and career of the South African dramatic soprano Marita Napier. Masterarbeit. University of Pretoria (2007). Seite 56. Abgerufen am 30. November 2025
  12. Eridine Madeleine Roux: The life and career of the South African dramatic soprano Marita Napier. Masterarbeit. University of Pretoria (2007). Seite 57. Abgerufen am 30. November 2025
  13. a b ENAYAT REZAI - Director of Tehran Opera. Abgerufen am 30. November 2025
  14. Evelyn Dalberg. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1990. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 98. Jg., Hamburg 1990, S. 127 und 779 (Register).