Hans van Heerden

Hans van Heerden, auch von Heerden, (* 23. November 1935 in Pretoria, Südafrika; † am oder vor dem 11. September 2023[1]) war ein südafrikanischer Opernsänger (Bariton).

Leben

Hans van Heerden studierte mithilfe eines durch die Sopranistin Mimi Coertse vermittelten Stipendiums Gesang an der Wiener Musikhochschule unter anderem bei dem bekannten Tenor und Gesangspädagogen Josef Witt. Nachdem er beim Internationalen Gesangswettbewerb in Wien mehrfach Preise gewonnen hatte, begann er seine Karriere als Opernsänger in Europa. Noch während seiner Ausbildung erhielt er einen Gastvertrag für die Rolle des Jago in Otello am Stadttheater Ulm. Ab der Spielzeit 1963/64 hatte er ein Festengagement an der Oper Bonn.[2] Ab der Spielzeit 1965/66 folgte ein Festengagement am Staatstheater Wiesbaden.[3] Zur Spielzeiteröffnung 1966/67 sang er am Staatstheater Wiesbaden an der Seite von Hermin Esser (Othello) den Jago, den er „stimmlich und gestisch-mimisch kraftvoll, bisweilen fast herrlich-brutal“ gestaltete.[4] Zur Spielzeit 1968/69 wurde er als festes Ensemblemitglied an die Oper Frankfurt verpflichtet, wo er bis zum Ende der Spielzeit 1969/70 im Engagement blieb.[5][6][7]

Van Heerdens Repertoire umfasste hauptsächlich die Rollenfächer des jugendlichen Heldenbaritons und des Charakterbaritons. Er sang den Jago, unter anderem an der Seite von Mario del Monaco, die Titelrolle in Rigoletto – seine Partnerinnen als Gilda waren unter anderem Ileana Cotrubaș und Edda Moser –, den Amonasro in Aida mit Martina Arroyo in der Titelpartie, den Scarpia in Tosca, die Titelrolle in Nabucco, den Sebastiano in Tiefland mit Rudolf Schock (als Pedro), den Mandryka in Arabella an der Seite von Lisa della Casa (als Arabella) und Anneliese Rothenberger (Zdenka) und den Posa in Don Carlos gemeinsam mit Kim Borg (als Philipp).

Er trat u. a. in der am 12. März 1966 aufgezeichneten Fernsehshow „Einer wird gewinnen“ als Gast gemeinsam mit Elwira Scholz auf.[8]

Van Heerden war der erste Künstler, der 1973 mit dem Nederburg Prize for Opera des Oranje-Freistaates ausgezeichnet wurde, und ist der einzige Künstler, der diesen Preis sieben Mal erhalten hat.[9] Von 1978 bis 1990 war er Künstlerischer Leiter der SUKOVS Opern-Abteilung des Oranje-Freistaats. Von 1992 bis 1995 war er Leiter der Opernschule am Technikon in Pretoria (Pretoria Technikon).

Literatur

  • Jacques P. Malan (Hrsg.): South African Music Encyclopedia. 4 Bände, Oxford University Press, Cape Town 1979–1986.

Einzelnachweise

  1. A. J. Opperman: Sanger Hans van Heerden sterf op 87. In: netwerk24.com. 11. September 2023, abgerufen am 22. September 2025 (Afrikaans).
  2. Hans van Heerden. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1964. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 72. Jg., Hamburg 1964, S. 203 und S. 579 (Register).
  3. Hans van Heerden. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1966. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 74. Jg., Hamburg 1966, S. 437 und S. 604 (Register).
  4. Solider Auftakt. Aufführungskritik. In: Opernwelt, Ausgabe November 1966, S. 52/53.
  5. Premieren und Neuengagements@1@2Vorlage:Toter Link/originalausgaben.fr-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Frankfurter Rundschau; 26. Februar 1968
  6. Hans van Heerden. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1969. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 77. Jg., Hamburg 1969, S. 290 und S. 666 (Register).
  7. Hans van Heerden. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1970. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 78. Jg., Hamburg 1970, S. 291 und S. 670 (Register).
  8. Einer wird gewinnen
  9. Phillida Brooke Simons, Alain Proust: Nederburg. The first two hundred years, 1992, Seiten 185/189 (Auszug)