Evangelische Kirchenmusikschule St. Gallen
| Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen | |
|---|---|
| Gründung | 1997 |
| Trägerschaft | Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen |
| Ort | St. Gallen |
| Kanton | St. Gallen |
| Land | Schweiz |
| Schulleiter | Andreas Hausammann |
| Mitarbeiter | 12 |
| Website | www.ekms.ch |
Die Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen («ekms»)[1] ist eine kirchliche Musikschule in St. Gallen im gleichnamigen Kanton in der Ostschweiz. Sie ist eine Einrichtung der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen.[2]
Geschichte
1997 wurde das Evangelische Musikseminar in St. Gallen, dessen Wurzeln in die frühen 1970er Jahre zurückreichen, in Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen («ekms») umbenannt. Die ekms ist in die 1997 gegründete Musikakademie St.Gallen[3] eingebunden und bietet in Zusammenarbeit mit der Diözesanen Kirchenmusikschule St.Gallen («dkms»)[4] seit 1998 berufsbegleitende Teilzeit-Studiengänge in evangelischer Kirchenmusik.
2005 wurden (erstmals in der Schweiz) an der Evangelischen Kirchenmusikschule St.Gallen Studiengänge in popularer Kirchenmusik eingeführt (C- und B-Diplom).
Die Unterrichtsräume befinden sich im Stiftsbezirk, die Verwaltung der Evangelischen Kirchenmusikschule am Oberen Graben in St. Gallen. Im Hauptgebäude der dkms am Klosterhof 8a befindet sich eine kirchenmusikalische Bibliothek, die 1959 angelegt wurde. Sie ist eine wichtige Literatur-Beratungsstelle für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Bistum St. Gallen und der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen. Heute umfasst die Bibliothek ca. 4'000 Werke und ist dem St. Galler Bibliotheksnetz angeschlossen. Im gleichen Raum (Unterrichtszimmer 02) steht auch eine zweimanualige Orgel von Pflüger Orgelbau (2011).[5][6]
Seit 2010 stehen weitere Unterrichtsräume im «centrum dkms» beim Gallusplatz zur Verfügung, die von der Evangelischen und der Diözesanen Kirchenmusikschule gemeinsam genutzt werden.[7][8][9] Die Studierenden mit Hauptfach Orgel werden an der Orgel im Musiksaal im Dekanatsflügel des Klosters St. Gallen am Klosterhof, in der evangelisch-reformierten Pfarrkirche St. Laurenzen, in der katholischen Kirche St. Georgen[10] und in der Schutzengelkapelle unterrichtet.
Die Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen kooperiert mit der Arbeitsstelle Populäre Musik der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen.[11]
Studiengänge
Die Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen bietet folgende Diplom-Studiengänge an:
- Evangelische Kirchenmusik (B-Diplom):
- Hauptfach Orgel,[12] Chorleitung[13] oder Popularmusik.[14]
- Evangelische Kirchenmusik (C-Diplom):
- Hauptfach Orgel,[12] Chorleitung,[13] Kantorengesang und Singleitung[15] oder Popularmusik.[14]
- Chorleitung weltlich (Zertifikat CH I).[16]
Diese zweijährigen Studiengänge sind praxisorientierte berufsbegleitende Curricula und umfassen jeweils 16 Schulwochen pro Semester (32 Schulwochen pro Studienjahr).[17]
Weitere Angebote
- Einzelunterricht in den Fächern Orgel, Gesang, Klavier, Gitarre, Musiktheorie und Chorleitung/Dirigieren.[18]
- Basiskurs Musiktheorie.[19]
- Weiterbildungsangebote (Kurse und Workshops: Chorleitung, Gesang, Gregorianik, Liturgisches Orgelspiel, Orgelinterpretation, Orgelimprovisation).
Schulleitung
Schulleiter der Evangelischen Kirchenmusikschule St.Gallen ist Andreas Hausammann.[20]
Lehrkräfte
- Sarah Abrigada (Gesang)
- David Bertschinger (Chorleitung, Dirigieren)
- Markus Brechbühl (drums & percussion/Tontechnik)
- Rolf Engler (Chorleitung Pop, Vokalworkshop)
- Verena Förster (Orgel)
- Andreas Hausammann (Bandleitung, Klavier, Liedbegleitung, Musikgeschichte Pop; Studienleiter der populären Studiengänge; Schulleiter der ekms)
- Bernhard Ruchti (Orgel)
- Jonathan Schaffner (Klavier)
- Carlo Schöb (Arranging, Songwriting)
- Stephan Thomas (Orgel)
- Hansueli Walt (Gottesdienstgestaltung, Liturgik)
- Oliver Wendel (Klavier, Musiktheorie)
Orgeln
Späth-Orgel (Musiksaal)
Im Musiksaal im Dekanatsflügel des Klosters St. Gallen am Klosterhof steht eine Orgel mit 21 Registern auf zwei Manualen und Pedal (Schleifladen, mechanische Spieltraktur, elektropneumatische Registerschaltung), die 1960 von Späth Orgelbau (Rapperswil) gebaut wurde. Dieses Instrument wird für den Orgelunterricht und Konzerte der Kirchenmusikschulen St.Gallen sowie bei Anlässen des Bischöflichen Ordinariats genutzt. 1978 und 2014 wurde die Orgel von der Erbauerfirma revidiert und ausgereinigt. Das Instrument befindet sich klanglich und technisch in einem schlechten Zustand. Die Disposition:[21][22]
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- Koppeln (mechanisch, als Wippen und Pistons): II/I, I/P, II/P.
- Spielhilfen: Handregister («A») und zwei freie Kombinationen («B» und «C»). Einzelabsteller Zungenregister. Druckknöpfe unter dem I. Manual: Kombinationen A, B und C, Forte, Tutti. Pistons: Kombinationen A, B und C, Crescendo ab, Absteller Zungen, Absteller Mixturen. Zwei Balanciertritte (Registercrescendo und Schwellwerk).
Pflüger-Orgel (Bibliothek dkms)
In der Bibliothek der Diözesanen Kirchenmusikschule (Klosterhof 8a, Unterrichtszimmer 02) steht eine Orgel mit 5 Registern auf zwei Manualen und Pedal (Schleifladen, mechanische Spiel- und Registertraktur) von Pflüger Orgelbau (Feldkirch/Vorarlberg) aus dem Jahre 2011. Sie wurde ursprünglich als Hausorgel für Hans Göldi-Jung (1937–2019) gebaut.[24] Nach dem Tode von Göldi-Jung 2019 wurde die Orgel der Diözesanen Kirchenmusikschule St. Gallen vermacht und steht seitdem als Übe- und Unterrichtsinstrument den Orgelstudierenden der ekms und dkms zur Verfügung. Die Disposition:[25]
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- Koppeln: II/I (Schiebekoppel); I/P, II/P (als Tritte).
Literatur
- Hansueli Walt: Kirchenmusikschulen St. Gallen. Musik & Gottesdienst Nr. 3 (2019), S. 26–29. Online (PDF; 0,3 MB)
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Eigenschreibweise der «ekms» ohne Leerschlag, die der Vorgabe der kantonalen Verwaltung St.Gallen folgt.
- ↑ Leitbild. In: Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen. Abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Musikakademie St.Gallen. Abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen. Abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ 50 Jahr-Jubiläum Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen – Festschrift 1955–2005. (PDF) In: kirchenmusik-sg.ch/. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, 2005, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Bibliothek der Diözesanen Kirchenmusikschule. In: www.kirchenmusik-sg.ch. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Geschichte. In: www.ekms.ch. Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Hansueli Walt: Kirchenmusikschulen St. Gallen. In: Musik & Gottesdienst. Nr. 3, 2019, S. 26–29 (ekms.ch [PDF; abgerufen am 7. Januar 2026]).
- ↑ Das «centrum dkms». In: www.kirchenmusik-sg.ch. Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ St. Gallen, Kath. Kirche St. Georgen. In: www.orgelverzeichnis.ch. Orgelverzeichnis Schweiz und Liechtenstein, 2012, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Arbeitsstelle Populäre Musik. Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ a b Studiengang mit Schwerpunkt Orgel – Aufnahmebedingungen / Aufnahmeprüfung. Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ a b Studiengang mit Schwerpunkt Chorleitung – Aufnahmebedingungen / Aufnahmeprüfung. Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ a b Studiengang mit Schwerpunkt Popularmusik – Aufnahmebedingungen / Aufnahmeprüfung. Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Studiengang mit Schwerpunkt Kantorengesang und Singleitung – Aufnahmebedingungen / Aufnahmeprüfung. Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Chorleitung weltlich Zertifikat CH I – Aufnahmebedingungen | Aufnahmeprüfung. Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Allgemeine Informationen zu den Studiengängen. Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Einzelunterricht & Tarife. Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Basiskurs Musiktheorie. Evangelische Kirchenmusikschule St.Gallen, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Team. In: www.ekms.ch. Abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ St.Gallen, Klosterhof, Musiksaal. In: Orgelverzeichnis Schweiz und Liechtenstein. 2012, abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ St.Gallen, Diözesane Kirchenmusikschule (Musiksaal am Klosterhof). In: Organ index. Abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Der 2′-Chor ist stillgelegt.
- ↑ Hans Göldi-Jung (* 13. August 1937; † 7. Februar 2019), Chorleiter, Martins-Chor St. Gallen-Bruggen (1982–2019); Präsident des Kirchenmusikverbandes Bistum St. Gallen (2002–2008); Organisations-Kommittee-Verantwortlicher St.Galler Kirchenmusikwoche 1999–2013; Mitherausgeber der St.Galler Kirchenmusikhefte (Quelle: Bild mit Bildunterschrift in der Bibliothek der dkms).
- ↑ St. Gallen, Diözesane Kirchenmusikschule (Bibliothek Klosterhof 8a). In: Organ index. Abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Wechselschleife I. und II. Manual.
- ↑ Wechselschleife I. und II. Manual.